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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erfahrung Moxifloxacin als ultima ratio
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BeitragVerfasst: 09.04.17, 17:38 
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Hallo zusammen,

meine "Leidensgeschichte" ist sicherlich in vielen Punkten ähnlich/deckungsgleich mit vielen hier bereits geschilderten Leidensgeschichten, deshalb fasse ich mich kurz (ich versuche es, nur schwer möglich)

Ich weigere mich innerlich immer noch, mich mit der Diagnose "Chronische Prostatitis ohne bakterielle Beteiligung" abzufinden und bin der Meinung, dass sich ein Keim auch innerhalb schwierigen Operationsgebietes beseitigen lassen _muss_, wenn man nur das richtige "Handwerkszeug" (Antibiotikum) verwendet.

Zur Historie:

Vor ca. 2 Monaten bin ich in die missliche Lage gekommen, aufgrund einer Zahnwurzelentzündung (eigentlich wäre eine sofortige Wurzelkanalbehandlung angebracht gewesen) die daraus resultierenden Schmerzen mit Ibuprofen über sicherlich 2 Wochen zu bekämpfen und zu versuchen die Infektion mit Clindamycin in den Griff zu kriegen.

Das ist mir nicht gelungen - Quintessenz war schlussendlich, dass ich mir während dieser "Leidenszeit" (wer mal Zahnschmerzen hatte, der weiss, dass es durchaus möglich ist, "andere" Schmerzen währenddessen zu ignorieren / nicht entsprechend wahrzunehmen) mit massig Ibuprofen Linderung verschafft habe.

Das ich mir währenddessen (!) eine Cystitis eingefangen habe (ich glaube ich weiss sogar wann, hab´ mir noch währenddessen ich auf der kalten Treppe gesessen habe "Jackpot - wenn Du Dir jetzt noch ne Blasenentzündung holst...), hab ich schlicht und ergreifend kaum "wahrgenommen". Wegen der 1,8g Clindamycin (Zahn) + entsprechend Ibu sass ich eh den halben Tag (Durchfall) auf der Toilette, die Blasenentzündung ist einfach untergegangen.

Irgendwann war das Problem mit dem Zahn nach Zahnarztbesuch dann behoben und nun merkte ich immer deutlicher, dass ich eine Blasenentzündung hatte.

Diese habe ich dann noch weiter verschleppt, dachte ich kriege sie mit massig wasser trinken in den griff und nd nach langem gehampel habe ich selbige dann mit cotrimoxazol geheilt. Trotzdem bin ich halt sehr lange mit dieser unbehandelten cystitis rumgelaufen, die mir als folgeinfektion die prostatitis beschert hat. Die habe ich bis dato nicht (!) In den Griff gekriegt.

Mittlerweile habe ich auch die komplette Antbiotikaorgie durch, chronologisch:

Clinda (wg Zahn)
Norflox
Azithromycin (Therapieversuch auf Anraten eines Urologen)
Cipro
Levoflox
Cotrim / Sulfa

...

Seit nunmehr

12 Tagen Doxy 200mg

plus den ganzen pflanzlichen Krempel und halt wenn es zu bunt wird Ibuprofen.

Die Schmerzen werden aber nicht weniger, es zieht im Hoden, wenn ich Pinkeln war brennt es noch stundenlang später beim Sitzen, der ganze Mist, den wahrscheinlich hier alle zur Genüge kennen.

Um jetzt endlich auf den Punkt zu kommen (!) - Ich glaube nach wie vor nicht so richtig an die abakterielle Sache und bin auch der Meinung (obwohl ich die Doxys brav weiternehme), dass nach 14 Tagen Antibiotikum irgendnwann mal ein Erfolg zu sehen sein müsste.

Ist aber mit den Doxys nicht.

Als letzte, allerletzte Option bleibt noch die Superwaffe schlechthin - Moxifloxacin- bevor man sich aber ein Reserveantibiotikum genehmigt, sollte meines Erachtens wirklich alle anderen Möglichkeiten probiert worden sein.

Also - wer hat Moxifloxacin nach unendlichen Therapieversuchen hier mit Erfolg genommen?

Und ja - Ejakulatkultur, Urin... usw... alles untersucht und bakteriell negativ. :-( prostata nur leicht geschwollen nach rektaler Untersuchung mit Ultraschall (ganz tolle sache) PSA normal.

Eine neverending Story.


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BeitragVerfasst: 09.04.17, 22:26 
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moxiflox400 hat geschrieben:
Ich weigere mich innerlich immer noch, mich mit der Diagnose "Chronische Prostatitis ohne bakterielle Beteiligung" abzufinden


Dann weiter so, Antibiotika scharrenweise, eine Kur nach der anderen, bis Magen und Darm endgültig zerstört sind!
Viel Glück!


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BeitragVerfasst: 10.04.17, 18:28 
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Die Regel kann ja nicht sein: je schwerer die Nebenwirkungen eines Antibiotikums, desto therapeutisch zweckmäßiger dessen Einsatz.

Bei der Geschichte an Antibiotika und negativem bakteriellen Befund ist nicht zu erkennen, was jetzt Moxifloxacin noch bewirken soll. Nach einer Infektion (wurde die eigentlich durch einen entsprechenden Laborbefund nachgewiesen?) dauert es auch eine Weile, bis Schmerzen und andere Beschwerden ebenfalls abgeklungen sind.


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BeitragVerfasst: 10.04.17, 19:32 
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moxiflox400 hat geschrieben:
Und ja - Ejakulatkultur, Urin... usw... alles untersucht und bakteriell negativ.


Was wollen eigentlich Ärtze/Patienten bei negativem bakteriellen Befund mit Antibiotika erreichen??? Das kann ich mir bei bestem Willen bis zum heutigen Tage nicht erklären!


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BeitragVerfasst: 11.04.17, 06:21 
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Bei einer akuten Prostatitis klingen die Symptome innerhalb von 3-4 Tagen ab, wenn man mit Antibiotikum behandelt. Das dauert nicht mehrere Wochen.

Und: Wie Luxemburger schreibt: Was will man denn mit Antibiotika erreichen, bei negativen Bakterienbefund?


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BeitragVerfasst: 11.04.17, 12:20 
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Ich habe übrigens ein 7monatige Antibiotikakur am Stück durchgeführt. Es wurden in jeder Probe immer Keime gefunden. I.d.R. war das Staph. Epidermidis ein völlig harmloser Hautkeim, welcher symbiotisch auf unserer Haut und eben auch am Harnröhrenausgang lebt. Bei entsprechend langer Kultivierung stellt man dann eben Keime fest.
Gebracht hat mir das Ganze nichts, ausser dass ich seither am sebhorrischen Exzem leide. Vermutlich durch Beschädigung des Säureschutzmantels der Haut durch die AB's.

Und nochmal (das ist das aller letzte mal das ich was zu Bakterienthese im Zusammenhang mit Prostatitis/CPPS schreibe):

4 Wochen Mindesteinnahmedauer, desselben Antibiotikums!!!!


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 17:56 
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Sorry, das kannst du bitte so nicht ohne Einschränkungen stehen lassen.

1. Der Übergang zwischen akut bakteriell / chronisch bakteriell ist je nach individueller Entwicklung des krankheitsgeschens ja leider ein fließender. Da gibt es doch zig unterschiedliche definitions"versuche" zumal du dir ja leider aus einer akuten sehr einfach eine chronische (bakterielle) verschleppen kannst und es diverse " übergangsstadien " gibt.

Symptome? Welche? Fieber? Meistens gesellt sich die bakterielle prostatitis ja zu einer urethritis und / oder cystitis dazu. Ja fieber und einen eventuellen Ausfluss hast du bestimmt innerhalb kurzer Zeit weg, aber den restlichen rattenschwanz (sensorisch) ganz bestimmt nicht. Das waere schön. Wenn das bei dir so war freut mich das.

Wenn jemand - wie ich - zuerst die cystitis, dann danach ne urethritis und daraus (!) Hervorgegangen eine prostatitis entwickelt hat - puuuuuh - ich kann alles, aber dir nicht sagen, ab wann sich jetzt genau die prostatitis hinzugesellt hat. Und ich denke, bei vielen wird der Hergang ein ähnlicher sein.

Und die Symptome, schön wenn die bei dir nach 4 Tagen weg waren, das ist aber bestimmt nicht die Regel. Mag ja sein, dass die ausgeschiedenen Flüssigkeiten nach 4d annähernd keimfrei sind, aber für den Zustand der prostata in toto gilt das wahrscheinlich nicht unbedingt.


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 18:27 
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Beiträge: 13
@Moxi
Ich frage mich warum du so hartnäckig die Bakterienthese vertrittst! Deine Proben sind ohne Befund und vereinzelte keime findet man wohl in jeder Probe. Nicht umsonst gilt: 90% aller 'Prostatitis' sind abakteriell...wenn es überhaupt eine Prostatitis ist...!
Warum doxy bei dir wirkt? Erstens helfen alle Medikamente auch auf dem Placebo Bereich und warum ausgerechnet doxy bei cpps evtl wirkt, dann kann ich dir nur den englischsprachigen Wiki Artikel zu cpps empfehlen...!
In meinen Augen ist die Prostatitis eine psychische bzw psychosomatische Krankheit...außerdem schreibst du ja auch davon das du Angst davor hast wieder pinkeln zu müssen und auch generell das dir das psychisch zusetzt...denk mal druber nach...! Na klar hat man immer den Wunsch es wären keime, weil es der 'einfache' Weg ist einfach was zu schlucken...damit habe ich mich auch lange beschäftigt...
Ich kann von meiner Seite aus nur sagen, das ich kaum mehr Beschwerden habe und ich hatte sehr viele Prostatitis Symptome (negative bakterienkulturen) und ich habe in meinen 2 Jahren nicht einmal AB genommen...wenn Bakterien für die Beschwerden verantwortlich sind, findet man die auch...!!! Ich kann nur davon abraten ohne Sinn Chemie zu schlucken
Naja jedem Das seine


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BeitragVerfasst: 12.04.17, 20:52 
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Beiträge: 4
... Wer misst, misst Mist. :-)

Ich behaare doch auf nichts, habe im Prinzip nur den Status quo geschildert. Ich bin doch glücklich, wenn alle Pathologischen keime soweit weg sind, dass sie keinen Stress mehr machen.

Den englischsprachigen Artikel finde ich sehr interessant, prinzipiell bestätigt er ja, dass sich einer akuten pt eine schmerzPhase anschließen kann, da die entsprechenden sensorischen Areale längere Zeit benötigen um sich zu regenerieren.

Was aber auch Fakt ist ist die Tatsache, dass sich aufgrund der Struktur der prostata dort keime bis unendlich (zb in abszess-ähnlichen einschlüssen) halten können, obwohl das gross des Organs beim Ultraschall (oder haben hier alle die Diagnostik inklusive mrt und oder Biopsie durch?) Völlig ok ist und nichts pathogenes diagnostiziert wurde.

Das ist halt diagnostisch gesehen 3. Welt Gebiet.

Ich propagiere nichts - Fakt ist halt, das doxy zumindest bei mir (und sei es auch ein antientzündlicher effekt) zu funktionieren scheint, auch wenn es das urälteste low Budget ab ist, was wir so haben.

:-)

M.


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BeitragVerfasst: 13.04.17, 00:58 
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Registriert: 17.12.15, 21:35
Beiträge: 107
moxiflox400 hat geschrieben:
In meinen Augen ist die Prostatitis eine psychische bzw psychosomatische Krankheit...


Bei negativem Befund Antibiotika einzusetzen hat wenig Sinn, das sind wir uns einig.

Allerdings kann ich die Einstufung der 'Prostatitis' als psychische bzw psychosomatische Krankheit aufgrund der eigenen Erfahrung nicht teilen. Stress als (Mit)Auslöser hat sich zwar bei mir bestätigt aber allein durch Stressbewältigung hätte ich auch gar nichts erreicht.

'Prostatitis' war bei mir eben keine. Dafür wurden an verschiedensten Körperstellen Verspannungen in den Muskeln UND im Bindegewebe behandelt. Dazu bekam ich im Laufe der Behandlung immer wieder neue Übungen, die ich auch zu Hause durchführen sollte.

Der wellenartige Verlauf der 'Krankheit' ist mir auch völlig unbekannt. Ich habe seit dem Anfang Dauerschmerzen, die zwar mit der Zeit abgenommen haben aber nur ganz langsam, dafür aber kontinuerlich und ohne jeglichen Rückfall!


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