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 Betreff des Beitrags: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 21.01.17, 14:11 
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Registriert: 21.01.17, 13:40
Beiträge: 5
Hallo,

ich habe am letzten Dienstag von meinem Proktologen die Diagnose CPPS/Beckenbodenschmerzsyndrom bekommen und habe nun die eine oder andere Frage, vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Begonnen hat mein Leidensweg im Sommer letzten Jahres mit Druck- und stechenden Schmerzgefühlen im Afterbereich (mit den entsprechenden Problemen beim Sitzen/Autofahren etc). Daher bin ich bei einem Proktologen gewesen, der Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades diagnostiziert und behandelt hat. Nach ca. vier Wochen war ich dann für etwa zwei Monate beschwerdefrei, zu Winterbeginn kamen dann aber nach und nach die Beschwerden zurück. Da ich da schon bzgl. der Hämorrhoiden-Diagnose skeptisch war, habe ich dann einen Termin bei einem anderen Proktologen vereinbart.
Anfang des neuen Jahres hatte ich dann plötzlich weitere typische CPPS-Syndrome wie Schmerzen am Damm, die sich bis in die Penisspitze gezogen haben, sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Probleme beim Urinieren habe ich eigentlich nie gehabt, außer ab und an verstärkten Harndrang. Im Verhältnis zu den analen Schmerzen sind diese Probleme aber nahezu nebensächlich.
Bei der Untersuchung war sich der Proktologe auch ziemlich sicher, dass Hämorrhoiden eigentlich nicht für die Probleme verantwortlich sein könnten, er hat noch einmal verödet, meinte aber, dass sei eher gut, um eine Abschwellung im Enddarm zu erreichen. Beim Abtasten meinte er, die Prostata sei unauffällig, dann hat er aber mehrere Punkte merklich ermitteln können, an denen beim Abtasten stechende Schmerzen aufgetreten sind.
Die Aussage war dann, dass es wissenschaftlich nicht klar ist, wodurch die Schmerzen verursacht werden, eine der gängigen Meinungen ist aber die Verspannungstheorie in den Beckenbodenmuskeln (dazu gibt es hier ja schon genug Infos). Als Therapien würden am ehesten osteopathische Übungen zur Auflösung der Verspannungen oder eine Behandlung mit Magnetwellen auf einem speziellen Stuhl in Frage kommen.
Leider hat sich nun seit Dienstag die Symptomatik extrem verschlimmert, das allgemeine Druckgefühl im Afterbereich hat
sich zu einem richtigen Krampfgefühl ausgeweitet, einige Minuten, nachdem ich Stuhlgang hatte, setzen krampfartige, stechende Schmerzen im After ein, die durchaus mehrere Stunden andauern können und quasi unerträglich sind.
Vor der Untersuchung durch den Arzt war die Problematik im Analbereich eher unangenehm, mittlerweile fast unerträglich schmerzhaft. Andere Symptome habe ich abgesehen von ganz seltenen Momenten eigentlich nicht.

Nun zu meinen Fragen:

1. Ich fange im Februar eine neue Stelle an, hauptsächlich sitzend. Mit den derzeitigen Problemen ist ein geregeltes Arbeiten aber faktisch nicht möglich. Gibt es Medikamente, die zumindest kurzfristig wenigstens die starken Schmerzen bzw. die Verkrampfung lindern können? Da habe ich meinen Arzt noch nicht zu befragt.

2. Für mich ist es sehr seltsam, eigentlich nur ein Sympom zu haben (nämlich die Schmerzen im Analbereich). Kommt so etwas öfters vor? Den Berichten hier im Forum nach haben die meisten Leute ja verschiedene Symptome.

3. Hat jemand Erfahrungen mit osteopathischer Behandlung und worauf sollte man dabei achten? Wenn ich es richtig verstanden habe, sind ja diverse Übungen zur Lockerung des Beckenbodens für eine Therapie relevant. Muss der Osteopath da eine spezielle, auf den Beckenboden ausgerichtete Kenntnis haben?

4. Könnte die Untersuchung durch den Arzt die Verschlimmerung ausgelöst haben? Er hat ja diverse Schmerzpunkte lokalisieren können.

5. Gibt es sonst weitere Möglichkeiten der Therapie? Ich habe von der Anderson/Wise-Methode gelesen, unterscheidet sie die von einer osteopathischen Behandlung?

Vielen Dank an alle, die mir weiterhelfen wollen/können!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 22.01.17, 14:31 
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Registriert: 17.12.15, 21:35
Beiträge: 108
Hallo Freibeuter78,

Zu deinen Fragen:

Freibeuter78 hat geschrieben:
1. Ich fange im Februar eine neue Stelle an, hauptsächlich sitzend. Mit den derzeitigen Problemen ist ein geregeltes Arbeiten aber faktisch nicht möglich. Gibt es Medikamente, die zumindest kurzfristig wenigstens die starken Schmerzen bzw. die Verkrampfung lindern können? Da habe ich meinen Arzt noch nicht zu befragt.


Benzodiazepine können allgemein kurzfristig helfen, sind sogar auch bei Wise/Anderson erwähnt, weil sie muskelentspannend wirken. Dabei aufpassen: die machen wirklich süchtig. Selber habe ich in der letzten Zeit Erfahrung mit Baclofen gemacht. Baclofen wird in der Tat auch vereinzelt zur Behandlung von CPPS eingesetzt.

Freibeuter78 hat geschrieben:
2. Für mich ist es sehr seltsam, eigentlich nur ein Sympom zu haben (nämlich die Schmerzen im Analbereich). Kommt so etwas öfters vor? Den Berichten hier im Forum nach haben die meisten Leute ja verschiedene Symptome.


Symptome sind sowieso immer individuell und können auch, wie du es auch erlebt hast, mit der Zeit schwanken oder gar an anderen Stellen auftreten.

Freibeuter78 hat geschrieben:
3. Hat jemand Erfahrungen mit osteopathischer Behandlung und worauf sollte man dabei achten? Wenn ich es richtig verstanden habe, sind ja diverse Übungen zur Lockerung des Beckenbodens für eine Therapie relevant. Muss der Osteopath da eine spezielle, auf den Beckenboden ausgerichtete Kenntnis haben?


Da kann Physio/Osteo helfen, je nachdem was der Physio/Osteo für Erfahrung in dem Bereich hat. Mehr Infos findest du hier auf dem Forum, gern kannst du dich auch per PN melden.

Freibeuter78 hat geschrieben:
4. Könnte die Untersuchung durch den Arzt die Verschlimmerung ausgelöst haben? Er hat ja diverse Schmerzpunkte lokalisieren können.


Kommt schon darauf an, wie er dich untersucht hat. Schmerzpunkte könnten auf Muskelverspannungen im Beckenboden zurückzuführen sein und sind individuell meher oder weniger stark geprägt.

Freibeuter78 hat geschrieben:
5. Gibt es sonst weitere Möglichkeiten der Therapie? Ich habe von der Anderson/Wise-Methode gelesen, unterscheidet sie die von einer osteopathischen Behandlung?


Längerfristig helfen vor allem Physio/Osteo, die hier schon erwähnte sensomotorische Körpertherapie wie auch Stosswellen. Anderson/Wise, Amy Stein, dass sind alle gute Nachschlagwerke mit tollen Übungen, die vor allem aber eher bei Amy Stein besser dargestellt werden. Allerdings hilft Physio/Osteo oder sensomotorische Körpertherapie herauszufinden, welche Übungen bei jedem einzelnen angesagt sind und wie ein Übungsprogramm auch mit der Zeit angepasst werden kann. Dafür kann 'Pelvic Floor Drop (Stretch)' den meisten schon in wenigen Wochen helfen: https://www.youtube.com/watch?v=Hmd6pAVYies&t=7m20s

Letzter Punkt noch: Stress kann öfter das Beschwerdebild verschlimmern. Falls du gerade im Moment unter Stress stehst, gibt es verschiedene Wege, diesen Stress zu bewältigen. Allerdings, läss dir auch von keinem einreden lassen, dass du Stress hast, wenn das eben nicht der Fall ist.

Gute Besserung. Melde dich wieder und schreib mal, wie es dir (schon besser) geht ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 23.01.17, 14:08 
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Registriert: 21.01.17, 13:40
Beiträge: 5
Hallo Luxemburger, vielen Dank für deine Hilfe.

1. Vor Tranquilizern habe ich richtig Schiss, grade wegen der horriblen Nebenwirkungen. Und vor allem muss ich ja mit dem Auto zur Arbeit, da fällt sowas ja eh weg...mit gehts eher um irgendwas, was mich den Arbeitstag durchhalten lässt. Aber da werde ich wohl meinen Arzt nochmals drauf ansprechen.

2. Vielen Dank für den Link zum Video von Amy Stein, das werde ich mal ausprobieren bzw. beim Osteopathen ansprechen.

3. Stress mache ich mir in den meisten Fällen selbst zu viel, ich reagiere eher ängstlich bis vorsichtig auf neue/ungewohnte Situationen, da bin ich von Natur aus auch dummerweise Pessimist.

Nachdem das Wochenende insgesamt ganz okay war, habe ich heute wieder vermehrt Krampfgefühle/Schmerzen, obwohl ich eigentlich nichts anders habe (mein neuer Job fängt wie erwähnt erst im Februar an). Ansonsten habe ich mal angefangen, Magnesium-Tabletten zu nehmen, das soll ja zumindest bei Muskelkrämpfen helfen. Außerdem habe ich mich in den letzten Tagen vermehrt körperlich aktiv betätigt (lange zügige Spaziergänge - war quasi fast schon Walking), keine Ahnung ob das hilft oder nur von den Symptomen ablenkt. Sitzen auf Wärmflaschen scheint auch zu helfen. Mal sehen, was der Osteopath dazu sagt, hoffentlich bekomme ich da in näherer Zukunft einen Termin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 23.01.17, 14:22 
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Registriert: 17.12.15, 21:35
Beiträge: 108
Tranquilizer:
wirken muskelentspannend und können schon sehr helfen, machen aber wirklich süchtig.
(Methocarbamol wäre vielleicht eine andere Lösung, Baclofen wird vereinzelt eingesetzt: http://urologie.barmherzige-muenchen.de/5254.html)

Magnesium:
kann auf jeden Fall nicht schaden, wird transdermal möglicherweise besser vom Körper aufgenommen!

Spaziergänge, Wärme (Sauna, warmbaden):
helfen immer!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 19.02.17, 10:17 
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Interessierter

Registriert: 21.01.17, 13:40
Beiträge: 5
So, nach gut einem Monat möchte ich hier mal den Thread ein wenig updaten und ich würde mich freuen, vom einen oder anderen Feedback zu bekommen.

Die ersten Tage im neuen Job waren eigentlich ganz okay, nette Kollegen usw. Allerdings hatte ich in der ersten Woche immense Probleme mit dem Sitzen, nach ca. 4-5 Stunden habe ich ziemlich heftige Schmerzen im Dammbereich bekommen. Dazu kamen dann noch Verkrampfungen nach dem Stuhlgang, da war ich zeitweise kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Danach ist es dann schrittweise besser geworden, Schmerzen beim Sitzen habe ich im Moment kaum, allerdings in letzter Zeit verstärkt ein mehr oder weniger intensives Fremdkörpergefühl im Analbereich, was sich manchmal auch als Brennen oder leichter Juckreiz darstellt. Wärme hilft hier immer noch sehr gut, allerdings weiß ich nicht, ob die Haut dann durch das vermehrte Schwitzen nicht zu stark gereizt wird.

Ansonsten habe ich hin und wieder Probleme mit der Verdauung, sprich Schmerzen vor und nach dem Stuhlgang, ich vermute, dass das was mit der verspannten Aftermuskulatur zu tun hat, die nicht richtig entspannen kann und später dann zu stark kontrahiert. Interessant ist, dass ich in den letzten vier Tagen mit einem grippalen Infekt flachgelegen habe und zumindest bis gestern Abend fast keine Symptome hatte, seit es mir wieder besser geht, kommen auch die Symptome zurück.

Beim Osteopathen bin ich bisher zweimal gewesen, leider scheint er von Triggerpunkten nicht viel Ahnung zu haben, konnte aber ziemlich genau feststellen, wo genau bei mir Verkrampfungen bzw. Verspannungen sitzen und hat auch angefangen, diese abzuarbeiten. Grade bei der Pomuskulatur wäre wohl einiges im Argen und er meinte auch, dass Dehn- und Lockerungsübungen eine gute Methode wären, um meine Probleme in den Griff zu bekommen. Er hat mir auch noch einige Übungen gezeigt, die denen von Amy Stein sehr ähnlich sind. Mal sehen wie es da weiter geht.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass bei mir die eigene Psyche eine große Rolle spielt, wenn ich nicht aufpasse gerate ich schnell in einen Abwärtssog von schlechten Gedanken/Hilflosigkeit/Angstzuständen, leider kann ich das noch nicht wirklich gut kontrollieren.
Zusätzlich problematisch ist die "Abhängigkeit" von der Tagesform, ich kann am Morgen noch nicht sagen wie es mit abends gehen wird, das ist einem Sozialleben leider extrem abträglich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 19.02.17, 11:08 
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Interessierter

Registriert: 17.02.17, 18:52
Beiträge: 11
Die Problematik gegenüber dem Sozialleben kann ich verstehen. Ist bei mir ebenso.
Man weiß morgens noch nicht, wie der Tag wird. Deswegen geht es ja so stark auf die Psyche.
Und weil man das Gefühl hat, dass man von Arzt zu Arzt rennt, sich aber nichts verbessert.

Ich habe zusätzlich zur Diagnose chronische abakterielle Prostatitis, eine Spermatozele an einem Hoden.
Die Hodenschmerzen konzentrieren sich an exakt dieser, weshalb ich überlege, ob eine OP (Entfernung der Spermatozele) nicht Sinn macht, da mir diese seit 5 Jahren Probleme macht, die Probleme die auf Prostatitis hinweisen, aber erst seit 3 Monaten akut sind.
Nebenbei habe ich eine Analfissur, die nicht wirklich verheilen will; diese löst daher Verstopfung und Schließmuskelkrampf aus.
Daher kann ich deine Probleme dahingehend verstehen.
ich habe daher seit Januar meine Ernährung auf ballaststoffreich umgestellt, weil dies den Stuhl weicher machen und den Abgang erleichtern würde. Bisher sehe ich den Erfolg noch nicht, da der Krampf den Stuhl leider so lange zurückhält, bis er verhärtet ist.
Das Gefühl des fast permanent verkrampften Schließmuskels ist unangenehm, der Juckreiz sowieso.
Meine Hausärztin hat mir einen Analdehner verschrieben, obwohl er mir unheimlich ist, werde ich es wohl austesten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hilfe bei CPPS
BeitragVerfasst: 20.02.17, 09:24 
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Registriert: 23.02.10, 10:15
Beiträge: 132
Hallo Freibeuter78,

Deine Beschwerden deuten auf Triggerpunkte hin. Externe TP's lassen sich schnell und effektiv mittels Dry Needling beseitigen. Für interne Triggerpunkte hilft nur die rektale Massage. In D ist es leider sehr schwierig einen geeigneten Therapeuten zu finden. Zudem dürfen eine rektale Massage nur Ärzte, Osteopathen und Heilpraktiker vornehmen.


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