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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erfahrungen eines chronisch abakteriellen
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BeitragVerfasst: 05.08.16, 12:45 
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Registriert: 05.08.16, 10:50
Beiträge: 8
Hallo zusammen,

freut mich sehr, dass ich dieses Forum und damit andere Betroffene gefunden habe.
Meine „Leidensgeschichte“ ist erst ein halbes Jahr alt und ich spare es mir mal, die gesamte Geschichte zu erzählen. Sie ist hier sicher vielfach erzählt worden und die Symptomatik ist bei mir typisch und auch sicher hinlänglich bekannt hier im Forum.

Ich denke, die Symptome einer chronischen abakteriellen Prostatitis dürften bei den meisten Betroffenen die gleichen sein, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ich denke aber, die Ursachen können sehr vielschichtig und sehr unterschiedlich sein. Von daher glaube ich nicht, dass, was bei einem geholfen hat, auch bei allen hilft. Dennoch kann man hier sicher eine Menge Anregungen finden, die hilfreich sein können.

Hierzu möchte ich mit meiner Behandlungserfahrung ein wenig beitragen:
Nach einem Arztwechsel nach 5 Monaten mit diversen Untersuchungen, aber keinerlei Therapie zu einem älteren erfahrenen Urologen ging es bei mir endlich bergauf. Eine 10-täge Behandlung mit Levofloxacin und Alpablockern brachte bei mir einen ich würde sagen 60% Erfolg, über den ich sehr glücklich bin. Bereits nach dem 5. Tag wurden die Schmerzen in der Harnröhre und der Sitzschmerz deutlich besser.
Das Resultat nach 10 Tagen: Praktisch kein Schmerz mehr in der Harnröhre, Wasserlassen normalisiert (vorher fast ein halbes Jahr Blasenspasmolytikum genommen), ziehende Schmerzen im Unterbauch nur noch ganz selten und deutlich schwächer, Sitzschmerz noch vorhanden, aber deutlich abgeschwächt (nur noch eher ein Druckgefühl). Der Zustand hält nun schon 3 Wochen nach Ende der Medikation an und hat mir eine deutlich verbesserte Lebensqualität verschafft. Ich schlafe wieder besser, habe wieder Appetit und die Lebensfreude kehrt langsam zurück. Wenn auch keine vollständige Heilung, so zumindest ein Zustand mit dem man leben kann.

Als „Nachbehandlung“ nehme ich nun bis auf weiteres das bekannte Pollenpräparat. Bin gespannt und werde gerne berichten.
Auf Grund des Erfolges mit Levofloxacin gehe ich bei mir von einer mikrobiologischen Ursache aus, vermutlich nicht-kultivierbare Erreger, denn alle bakteriellen Untersuchungen vorher waren negativ.

Vor dieser Medikation habe ich auf „eigene Faust“ Kürbiskernkapseln (möglichst hoher Wirkstoffgehalt), Quercetin (1000 mg täglich) und Sulforaphan (aus Brokkoliextrakt, 30 mg täglich) nacheinander und später gleichzeitig probiert. Kürbiskernkapseln und Sulforaphan hatten einen spürbaren Effekt. Bei Quercetin konnte ich keine Verbesserung verzeichnen. Nehme es dennoch im gleichen Mix weiter, auch wegen weiterer positiver Effekte.
Fleisch- fett- und zuckerarme Ernährung haben bei mir übrigens keinen spürbaren Effekt gezeigt.

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 13.08.16, 10:33 
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Registriert: 13.08.16, 10:04
Beiträge: 12
Hallo,

vielen Dank für deine Informationen. Ich habe drei Fragen an dich.

1.) Hast du derzeit kein Brennen mehr beim Urinieren?

2.) Keine Schmerzen mehr bei Ejakulation?

2.) Führte die Verwendung von Alphablockern zu Nebenwirkungen bzw. zu einer retrograden Ejakulation (rückwärts in die Blase)?

MfG


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BeitragVerfasst: 15.08.16, 13:57 
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Interessierter

Registriert: 05.08.16, 10:50
Beiträge: 8
Hallo Tim,

1.) Nein, die Harnröhre ist praktisch beschwerdefrei
2.) Nein
3.) Ja, aber das ist reversibel. Kurz nach Ende der Medikation war die Ejakulation wieder normal. Unangenehem waren bei mir die Nebenwirkungen in Sachen Blutdruck. Der ging in den ersten Tagen rauf und runter, Puls relativ hoch, insgesamt schlapp und müde.

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 27.01.17, 16:18 
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Interessierter

Registriert: 05.08.16, 10:50
Beiträge: 8
Hallo zusammen,

ich möchte nach Monaten mal ein Update geben:
Der Pollenkram hatte bei mir keinerlei Wirkung und nach 2 Monaten bekam ich seltsamerweise eine heftige allegische Reaktion mit üblem Nesselfieber über mehrere Tage.

Ich nehme seit November nur noch Quercetin mit Bromelain 500 mg und Sulforaphan aus Brokkoliextrakt 30 mg täglich. Sonst keinerlei Medikamente.
In kleinen Schritten hat sich bis heute eine weitere stetige Verbesserung bemerkbar gemacht. Sitzschmerz fast nicht mehr vorhanden, Ziehen im Unterbauch seit Wochen nicht mehr gehabt, Allgemeinzustand prima. Ich führe wieder ein ziemlich normales Leben und hoffe, es bleibt so. Ich werde berichten.

Grüße und alles Gute an alle Betroffenen! Gebt die Hoffnung nicht auf!


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BeitragVerfasst: 30.01.17, 13:11 
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Registriert: 12.12.16, 17:04
Beiträge: 41
Hallo Kürbisgarten,

vielen Dank für dein Update. Das zu lesen macht einem wirklich Hoffnung.
Eine Frage hätte ich an dich:

du hast geschrieben, das du davon ausgehst, das die Ursache nicht kultivierbare Erreger sein könnten. Heisst das, das die Prostata sowieso mit Erregern bestückt ist, die aber nicht nachweisbar sind ? Muss ein Befund zwangsweise Keimfrei sein?


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BeitragVerfasst: 31.01.17, 15:26 
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Registriert: 05.08.16, 10:50
Beiträge: 8
Hallo Dano4,

ich glaube, generell sollten da keine Erreger vorhanden sein. Das Ganze ist für mich eher eine Vermutung, da diverse Befunde bei mir keine Erreger gezeigt haben, Antibiotika aber dennoch geholfen haben.
Es gibt da mehrere Theorien, z. B. die mit den nicht kultivierbaren Erregern oder auch eine weitere, die davon ausgeht, dass Erreger in der Prostata als Biofilm angesiedelt sind und deshalb nicht im Prostatssekret nachweisbar, aber dennoch vorhanden sind. Das würde auch die schwierige Zugänglichkiet für die meisten Antibiotika erklären. Zu beiden Theorien wirst du bei Google diverse Details finden.

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 31.01.17, 17:19 
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Beiträge: 107
Dano4 hat geschrieben:
Es gibt da mehrere Theorien, z. B. die mit den nicht kultivierbaren Erregern oder auch eine weitere, die davon ausgeht, dass Erreger in der Prostata als Biofilm angesiedelt sind und deshalb nicht im Prostatssekret nachweisbar, aber dennoch vorhanden sind. Das würde auch die schwierige Zugänglichkiet für die meisten Antibiotika erklären. Zu beiden Theorien wirst du bei Google diverse Details finden.


Solchen Theorien stehe ich nach wie vor sehr skeptisch gegenüber. Ob sie auch auf ernsthaften Studien beruhen, frage ich mich bis zum heutigen Tage noch. Wenn tatsächlich Antibiotika wirken, sollten alle Beschwerden innerhalb von 2 Wochen deutlich zurückgehen, von 4 Wochen dann ganz weg sein. Dafür sind manche Urologen wie Jeannette Potts, führende Urologin in den USA, schon vor 20 Jahren neue Wege gegangen.

1997 folgte sie ihrem Instinkt und fing sie an, Patienten anders und anscheinend sehr erfolgreich zu behandeln. Sie schreibt: "Ich entschied mich, aufzuhören, Antibiotika zu verschreiben [...] wenn meine mikroskopische Analyse des Urins negativ war. Ich sah etwa 350 Prostatitispatienten pro Jahr, so dass etwa 320 oder mehr Patienten keine Antibiotika erhielten." Stattdessen begann sie, Patienten zum Physiotherapeuten zu schicken, bei denen sie strukturelle Anomalien im Bindegewebe und/oder Beckenbodenmuskulatur feststellte.

2016 berichtete sie über ihre Erfahrung in einem Beitrag ('Pelvic Pain In Men is Not Prostatitis') auf dem jährlichen Treffen der American Urology Association:
http://www.ic-network.com/pelvic-pain-i ... ostatitis/

Antibiotika sind in zweifelhaften Fällen wohl ein Versuch wert, allerdings ist in den meisten Fällen von 'Prostatitis' auch ein Versuch mit Physio/Osteo wert. Laut Schätzungen ist in 90-95% aller Fälle 'Prostatitis' eine Fehldiagnose, weil die Prostata mit den Beschwerden nichts zu tun hat, insofern wäre es statistisch gesehen schon viel vernünftiger, Patienten zur Physio oder Osteo zu schicken, statt sie mit Antibiotika vollzupumpen!


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BeitragVerfasst: 01.02.17, 08:20 
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Beiträge: 110
Fluorchinolone, welche häufig im Zusammenhang mit Prostatitisdiagnosen verschrieben werden, haben neben ihrer bakterienhemmenden Wirkung auch eine entzündungshemmende Wirkung. :wink:

@Dano4: Bakterien können eine Ursache von Beckenschmerzen sein (von nichts anderem reden wir hier), sind es aber zu 90-95% nicht (wie von Luxemburger bereits geschrieben).


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BeitragVerfasst: 01.02.17, 10:07 
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Beiträge: 8
Ich kann hier nur von meiner persönlichen Erfahrung berichten. Ich bin definitiv kein Freund von unnötiger Antibiotika Einnahme. Denke auch wie schon beschrieben, dass die Ursachen sehr vielfältig sein können. Bei mir haben Beckenbodengymnastik, Sport, Ernährungsumstellung, Pollenextrakt etc. leider nicht geholfen. Bei der 10-tägigen Medikation mit hochdosiertem Levofloxacin und Alpablockern habe ich dagegen täglich eine deutliche Besserung gespürt bis hin zum jetzigen Resultat. Bin sehr froh darüber und nach meiner Meinung wäre das sicher für jeden ähnlich gelagtern Fall einen Versuch wert. Bei mir hatte der Tastbefund auch eindeutig eine "Beteiligung" der Prostata ergeben.


Zuletzt geändert von Kürbisgarten am 01.02.17, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 01.02.17, 15:45 
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Ciprofloxacin habe ich damals (4 Wochen) ganz umsonst genommen, allerdings haben Alphablocker in der ersten Zeit schon geholfen, weil sie muskelentspannend wirken und Miktionsbeschwerden deutlich gelindert haben. Im Rückblick würde ich heute keine Antibiotika nehmen, Alphablocker schon!

Trotz hoher Suchtgefahr können Muskelrelaxantien wie Benzodiazepine helfen ... Für mich waren sie Fluch und Segen zugleich, deshalb nehme ich jetzt eben Baclofen.

Antibiotika sind bei fehlendem Hinweis auf Bakterien/Keime im Urin sicherlich nicht die erste Option!


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BeitragVerfasst: 17.02.17, 23:25 
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hallo!

Ich sauge ja inzwischen alles auf, was ich hier finden kann.
Die Urologische Klinik in Frankfurt diagnostizierte bei mir am 8.2.17 "Verdacht auf chronische Prostatitis" (alle Befunde waren negativ: Blut, Sperma, Urin, Harnröhrenabstrich).
Ich bekam einen Alpha-Blocker, der aber seine Nebenwirkungen bei mir stark entfaltete (Schwindel, Blutdrucksenkung).
Dennoch bildete ich mir ein, nach einigen Tagen leichte Verbesserung bzgl. der Harnröhre zu verspüren; vielleicht war aber auch der Wunsch Vater des Gedankens.
Nun hatte ich heute den Termin bei meinem neuen Urologen (ich musste den vorherigen wechseln, da er mich mit "sie haben urologisch NICHTS!" abgekanzelt hat):
Dieser bezeichnete den Alpha-Blocker als Schwachsinn, ich solle ihn absetzen.
Stattdessen verschrieb er mit Pollstimol, für teuer Geld.
Jetzt habe ich also heute den Alpha-Blocker abgesetzt - und nehme 3x täglich 1 Pollstimol ein.
Ich hoffe sehr, dass dieses Medikament wirkt.


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BeitragVerfasst: 18.02.17, 10:39 
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Hallo Tristan,

ich wünsche dir viel Glück!
Bei mir hat das Pollenpräparat nicht gewirkt. Bei den Alphablockern kann ich die Beobachtung von Wirkung und Nebenwirkungen bestätigen. War bei mir genau so.
Schau dir doch mal diese Arbeit an: https://www.aerzteblatt.de/pdf/106/11/m175.pdf
Da sind alle erdenklichen Behandlungsmethoden mit Behandlungseffekt zusammengefasst. Da taucht auch das von mir bereits beschriebene Quercetin auf.


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BeitragVerfasst: 18.02.17, 11:42 
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Beiträge: 11
Quercetin steckt doch in Tomaten, oder?
Rein finanziell, ich bin seit meinem Herzinfarkt, im Augsut 2016, arbeitslos, ist mein Medikamenten-Budget begrenzt.
Die 46 Euro für Pollstimol waren gestern fast mein Ruin.
Daher versuche ich gute Wirkstoffe in die normale Ernährung zu integrieren, statt teure Kapseln kaufen zu müssen, die ich mir aktuell nicht leisten kann.
Oder bringt verstärktes Essen von Tomaten nichts?


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BeitragVerfasst: 18.02.17, 12:50 
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Beiträge: 8
Quercetin steckt in vielen Pflanzen. Du musst aber schon eine Menge davon Essen, um auf 500 bis 1000 mg Quercetin pro Tag zu kommen:

Kapern (1800 mg/kg)
Liebstöckel (1700 mg/kg)
Zwiebeln - besonders in den äußersten Ringen (284-486 mg/kg)
Heidelbeeren (kultiviert 74 mg/kg, wild 146-158 mg/kg)
Grünkohl (60-110 mg/kg)
roten Trauben
Äpfeln (21-440 mg/kg)
Schnittlauch (245 mg/kg)
Zitrusfrüchten
Brokkoli (30 mg/kg) und anderem grünen Blattgemüse
grünen Bohnen (39 mg/kg)
Kirschen (32 mg/kg)
Himbeeren
schwarzen Johannisbeeren (69 mg/kg)
Brombeeren (45 mg/kg)
Preiselbeeren (kultiviert 83-156 mg/kg, wild 121 mg/kg) der süße Eberesche (85 mg/kg)
Sanddorn (62 mg/kg) und Krähenbeeren (kultiviert 53 mg/kg, wild 56 mg/kg).


Kapseln bekommst du 120 Stck. á 500 mg für ca. 30 EUR


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