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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Mein CPPS-Leiden mit Depressionen und Angstzust√§nden
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BeitragVerfasst: 17.02.17, 20:50 
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Registriert: 17.02.17, 18:52
Beiträge: 11
Hallo!

Hier ist ein neuer Leidensgenosse (leider!),

der leider wohl auch CPPS-geschädigt ist - und nebenbei leider noch eine Samenzyste am Hoden sein eigen nennt :-(
Diese Zyste habe ich seit 5 Jahren; damals (2012) lie√ü sich der Schmerz (ein Druckgef√ľhl) mit AB beheben. Dann 2 Jahre Ruhe.
2014 tauchte der gleiche Schmerz wieder auf. Wieder AB, wieder 2 Jahre Ruhe.
Und dann folgt mein Schreckensjahr 2016:
Im August hatte ich (ich bin 42 Jahre alt) einen schweren Herzinfarkt, wurde zweimal reanimiert - und habe seitdem 5 Stents und nat√ľrlich eine enorme Menge Tabletten seitdem.
Direkt im Anschluss folgte eine Zahnarzt-Dramatik: Zwischen September und November wurden mir 4 Z√§hne rausoperiert, jeweils nach nicht erfolgreicher Wurzelbehandlung. Bei einer dieser OPs brach mein Kiefer. W√§hrend dieser 3 Monate nahm ich 3x jeweils 10 Tage AB, sowie fast kontinuierlich ibuprofen 800. Resultat: Magenbeschwerden, mit einem Druckgef√ľhl, welches an meinen Infarkt erinnerte, damit Panikattacken. Erst ein Zahnarztwechsel im November brachte Ruhe hinein.
Und ich freute mich, nun endlich ohne Schmerzen der Zukunft wieder positiver entgegen zu sehen.
Aber dann begann der Dezember - und damit bin ich jetzt bei euch im Boot:
Die Zyste machte sich wieder bemerkbar, diesmal auch mit einem stechenden Schmerz im Hoden und Ausstrahlung in die Leiste.
Wieder zum Urologen (Nummer 1): wieder AB (Doxy), diesmal keine Verbesserung!
Stechender Schmerz käme von der Zyste. Dieser Urologe ging vor Weihnachten in Rente, die Schmerzen wurden häufiger und schlimmer; plötzlich auch abundan im anderen Hoden (der ohne Samenzyste), Schmerzen in der Leiste links und rechts.
Schmerzmittel halfen nicht: weder ibuprofen, noch Novalgin, noch Tilidin, noch Buscopan.
Am schlimmsten ist der Schmerz beim Sitzen, am ertr√§glichsten beim Stehen - und auf dem R√ľcken liegen nachts.
Also neuen Urologen gesucht, Termin 4 Wochen später, am 19.1.2017, bekommen.
Zwischendurch waren die Schmerzen an manchen Tagen so stark, dass ich kurz davor stand, in die Urologische Ambulanz nach Frankfurt zu fahren. Aber ich hielt durch, fieberte dem 19.1. entgegen.
Ab dem 5.1. leistete dann ein neuer Schmerz meinen Hodenschmerzen Gesellschaft. Bei einer Ejakulation bekam ich einen stechenden Schmerz in der Harnröhre, so als ob ein Steinchen darin wäre.
Direkt danach brannte die Harnr√∂hre, und zwar die ersten 2cm ab der √Ėffnung. Zus√§tzlich stechender Schmerz am Penisschaft bei jeder Erektion (auch nachts) und Druckschmerz an verschiedenen Punkten. Dazu seitdem "Nachwassern" beim Urinieren.
Hausarzt machte Urinprobe: Kein Befund, damit Blasen- oder Harnr√∂hrenentz√ľndung ausgeschlossen.
Jetzt kam der 19.1. und Urologe Nummer 2: Meine Beschwerden wurden nur nebenbei registriert, kaum dass der Begriff "Herzinfarkt" fiel, wurde von meiner Psyche geredet, meine Schmerzen abgetan.
Eine Ruckzuck-Untersuchung (keine 5 Minuten) per Ultraschall ergab: Nieren ok, Blase ok, Hoden ok, bis auf die Zyste.
Die Zyste ist zwar bei Betasten extrem schmerzempfindlich, aber hätte angeblich mit meinen Hodenschmerzen nichts zu tun.
Finger in Po Mexiko ... Prostata auch ok. Urinprobe ohne Befund. Seine Diagnose: ich hätte urologisch NICHTS!
Ich verwies auf meine Symptome und auf meine Schmerzen, daraufhin: 3 Tage sp√§ter: Abgabe von Spermaprobe - und ein √§u√üerst schmerzhafter Harnr√∂hrenabstrich. Beides ohne Befund. Nun wurden die Schmerzen aber dennoch schlimmer. Stechender Schmerz in der Harnr√∂hre auch ohne Erektion, verst√§rktes Brennen nach jedem Urinieren, Schmerzen in beiden Hoden, in beiden Leisten, dazu Kalter Schwei√ü und erste depressive Sch√ľbe mit Heulkr√§mpfen.
Augrund dessen am 8.2.17 erneuter Termin bei Urologe Nummer 2: die Verschlechterung meiner Symptome wurde abgetan, alle Befunde seien negativ, ich hätte NICHTS, basta! Ich verwies wieder auf meine Schmerzen - und bat um Einweisung in die Urologische Klinik nach Frankfurt. Das tat er zwar, gab mir aber einen Arztbrief mit, der - mit Verlaub - eine Frechheit war:
Im einleitenden Satz stand (Zitat): "Patient ist total neben der Kappe".
Es wurde darauf hingewiesen dass meine Befunde alle negativ seien, der Hodenschmerz wurde nur bzgl. des einen Hodens erwähnt, die Problematik mit meiner Harnröhre mit keinem (!!!!) Wort erwähnt.
Ich dennoch mit großer Hoffnung noch am gleichen Tag nach Frankfurt: Urinabgabe, Blutentnahme, dann 2 Stunden Warten.
Dann eine 5-Minuten-Ultraschall-Untersuchung durch einen unfreundlichen Arzt (Urologe Nummer 3), den meine Symptome NULL interessierten. Resultat: Verkalkungen. Meine Nachfrage diesbzgl. wurde abgeb√ľgelt.
1 Stunde Warten, dann abschließende Audienz beim unfreundlichen Urologen Nummer 3:
Blut und Urin, beides ok. Diagnose: Samenzyste und Verdacht auf chronische Prostatitis. Nachfragen (was eine Prostatitis √ľberhaupt ist) wurden nicht gestattet. Mir wurde ein Medikament (ein Alpha-Blocker) in die Hand gedr√ľckt (1x t√§glich abends) - und dann stand ich vor der T√ľr - und erlitt in meiner Verzweiflung vor dem Krankenhaus einen Heulkrampf. Sehr peinlich.
Am n√§chsten Tag riet mir meine Haus√§rztin (nach Lekt√ľre dieses Arztbriefes) den Urologen zu wechseln, denn das sei (Zitat) "verbrannte Erde". Ich fand Urologe Nummer 4, bekam einen Termin am 17.2.17 (heute).
Bis dahin nahm ich brav den Alpha-Blocker, hatte √ľber die 9 Tage viele der Nebenwirkungen (Atemnot, Schwindel), aber versp√ľrte keinerlei Verbesserung, Im Internet informierte ich mich √ľber CPPS - und g√∂nnte mir Sitzb√§der, trinke 2-3 Liter am Tag (hptsl. Kamillen- und Brennnesseltee), habe verschiedene pflanzliche und teure Mittel ausgetestet, aber Verbesserung = Null.
Heute dann Urologe 4: Der den Alpha-Blocker als Schwachsinn bezeichnete, ich solle ihn nicht weiter nehmen, er schade mir nur - und mir ohne Untersuchung (nur aufgrund der Befunde von Urologe 2+3) Pollstimol verschrieb. 46 Euro √ľbrigens die Packung.
Das solle ich jetzt 3x t√§glich 1 Tablette nehmen, ich h√§tte abakterielle Prostatitis - und dann kam der obligatorische Vortrag √ľber meine Psyche. Ohne meine Hoden auch nur in Augenschein zu nehmen, wurden kundgetan, dass die Zyste mit meinen Hodenschmerzen nichts zu tun habe, denn eine Zyste bereite keine Schmerzen. Interessanterweise wird aber auf jeder medizinischen Seite darauf verwiesen, dass es geboten sei, eine Spermatozele operativ zu entfernen, sobald die Gr√∂√üe st√∂re, oder man durch diese Schmerzen habe. Auf die "Verkalkungen" die Urologe Nummer 3 entdeckt hat, habe ich Urologe Nummer 4 hingewiesen. Nun lese ich im Beipackzettel von Pollstimol, dass das Medikament bei Verkalkungen nicht ausreichend sei.
Da fragt man sich, ob einem zugehört wird!?
Nun gut, ich gebe nächste Woche bei Urologe Nummer 4 eine Spermaprobe ab - und nehme jetzt erst einmal Pollstimol, bis zum nächsten Termin Mitte März. Ich habe ja keine Wahl, ich probiere alles aus.
Leider hat diese Urologen-Odyssee mich psychisch echt geschafft, weil ich mich nicht ernst genommen f√ľhle, weiterhin Schmerzen habe - und meine Depressionen zunehmen.
√úber jeden Tipp, was hilft, bin ich dankbar. ich teste alles aus, was ich mir leisten kann nat√ľrlich.
Und eine Selbsthilfegruppe fände ich auch sehr gut.
Ich komme aus der Nähe von Frankfurt am Main.


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BeitragVerfasst: 09.06.17, 13:48 
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Interessierter

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@Thomas:

wie waren denn deine Erfahrungen mit Gabapentin? (Dosierung, Erfolg etc.)

W√ľrde mich sehr interessieren‚Ķ

Eigentlich möchte ich keine Medikamente mehr ausprobieren, aber Gabapentin ist das letzte was noch auf meiner Liste steht…
Grund: ich habe eine Studie gelesen, in der Gabapentin bei unserem Leiden im Ggs. zu Pregabalin eine positive Wirkung zeigt.

Die beiden (Pregabalin und Gabapentin) sind sehr ähnlich. Bei mir hat Pregabalin langfristig nicht geholfen, da ich mich nach jeder Dosierungserhöhung innerhalb einiger Tage dran gewöhnt habe und dann die Beschwerden wieder kamen (bis hin zur von meinem Arzt empfohlenen Höchstdosis). Pregabalin half mir nur kurzfrisitig, wenn ich zum Bsp. An einem tag mit starken Schmerzen einmalig Pregabalin in hoher Dosis (z.B. 300 mg) genommen habe, dann war ich dadurch etwas balla-balla, halt so halb sediert und der Schmerz ging manchmal weg. Aber wie gesagt keine Langfristlösung.

Also, wenn du (oder jmd. anderes) Erfahrungen mit Gabapentin teilen mag, w√ľrde mich freuen ÔĀä

Danke!


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BeitragVerfasst: 10.06.17, 13:46 
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Beiträge: 11100
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
" dass die Zyste mit meinen Hodenschmerzen nichts zu tun habe, denn eine Zyste bereite keine Schmerzen. Interessanterweise wird aber auf jeder medizinischen Seite darauf verwiesen, dass es geboten sei, eine Spermatozele operativ zu entfernen, sobald die Größe störe, oder man durch diese Schmerzen habe"- sie bereitet durchaus Schmerzen ab einer gewissen Größe und ich frage mich- mit Verlaub- warum Sie diese Spermatocele nicht entfernen lassen wollen.

_________________
Gr√ľ√üe Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf ¬ß 7 (3) der Berufsordnung f√ľr √Ąrzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die pers√∂nliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 19.06.17, 11:15 
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Beiträge: 132
Gabapentin hat bei mir in einer Dosierung von 3*300mg immer sehr gut gewirkt.
Abends habe ich zudem noch ca. 15mg Amitriptylin genommen.

Interessanterweise nehme ich momentan 2*75mg Pregabalin, welches bei mir eine deutliche schmerzlindernde Wirkung hat, vor allem abends in Kombination mit Amitriptylin.

Mich w√ľrde mal interessieren, was das f√ľr ein Bericht sein soll, in welchem Du gelesen hast, dass Pregabalin im Gegensatz zu Gabapentin bei CPPS nicht wirkt.


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BeitragVerfasst: 28.06.17, 11:20 
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Interessierter

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Beiträge: 8
Hi Thomas,

das wird schwer, den Artikel zu finden - aber ich suche mal...Das war so eine Studie.

Hier der √ľber Pregabalin:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMH0048288/

Aber ich denke, sowas wirkt bei jedem anders. Wenn Pregabalin dir hilft, ist doch super. Bei mir war wie gesagt der Gewöhnungseffekt des Körpers zu stark und dann war die positive Wirkung irgendwann weg…

Hast du das Gabapentin 3*300 denn regelmäßig genommen oder nur wenn du akute Schmerzen hattest?
Hast du deine Schmerzen damit voll unter Kontrolle bekommen oder warum bist du jetzt zu Pregabalin gewechselt?

Viele Gr√ľ√üe!


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BeitragVerfasst: 29.06.17, 07:29 
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Beiträge: 132
Gabapentin habe ich regelm√§√üig, √ľber einen l√§ngeren Zeitraum eingenommen und bei deutlicher Besserung der Beschwerden jeweils wieder "ausgeschlichen". Ich habe zu der Therapie auch einen Top Schmerztherapeuten, welcher es begleitet.
Schmerzen mit Schmerzmitteln zu 100% in den Griff zu bekommen ist meines Erachtens Utopie. Bei mir lag/liegt der schmerzlindernde Effekt anfänglich bei ca. 70% und lässt dann mit weiterer Verbesserung auf 20-30% nach. Dann ist bei mir immer der Zeitpunkt, an dem ich mir Gedanken mache, ob ich das Medikament wieder langsam absetze.
Immer beachten: Schmerzlinderde Mittel sind nur die Symptombekämpfung, nicht die Ursachenbekämpfung :idea:

Gabapentin habe ich abgesetzt, weil es bei mir heftigste Hautreaktionen hervor gerufen hat.
Mit Pregabalin kein Problem. Ebenso habe ich die Sprachaussetzer, welche ich mit Gabapentin hatte nicht mehr. Was an Nebenwirkungen bleibt sind Schläfrigkeit :evil:


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BeitragVerfasst: 16.07.17, 14:00 
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Zum Pregabalin folgende Aktualisierung: Inzwischen habe ich auch mit diesem Wirkstoff erhebliche Hautausschläge so dass ich es nun absetzen werde. Die analgetische Wirkung war auch nicht mehr sehr stark. Des Weiteren verändert der Wirkstoff die Persönlichkeit. Zumindest bei mir ist das so.

Langfristig ist die medikamentöse Schiene auch nicht die Lösung.


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BeitragVerfasst: 04.09.17, 07:40 
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Interessierter

Registriert: 09.04.15, 17:45
Beiträge: 8
Hallo zusammen,

falls jemand mal Interesse hat sich telefonisch zum Thema Beckenbodenschmerzen auszutauschen, gerne per PM melden.
Bei mir ist es ja komplett Kopfsache und hat viel mit √Ąngsten zu tun - vielleicht gibt es Leute, bei denen es √§hnlich ist, und wir unterhalten uns mal...

Viele Gr√ľ√üe, Christoph


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