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 Betreff des Beitrags: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 11.03.14, 21:35 
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Hallo liebe Leidensgenossen,

ich (22) leide nun seit 2 Jahren an einer „chronisch abakteriellen Prostatitis“/CPPS. Nach unzähligen urologischen Untersuchungen, (unsinnigen) Antibiotikatherapien und fehlgeschlagenen alternativen Heilungsmethoden bin ich langsam aber sicher am Scheideweg angelangt. Ich fühle mich nur noch krank – wie ein zu Ende therapierter Chroniker eben.

Angefangen hat alles vor rund zwei Jahren mit diffusen Schmerzen im Unterleib. Wobei ich nicht mal genau sagen kann, ob die Symptome spontan auftraten, oder es sich um einen schleichenden Prozess handelte. Ein leichtes Nachtröpfeln, eine abgeschwächte Libido und die Abwesenheit nächtlicher Erektionen sind mir nämlich schon länger aufgefallen, zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber weder Schmerzen beim Wasserlassen noch Erektionsstörungen, weshalb ich dem keine weitere Beachtung schenkte.

Jedenfalls ging ich sofort zum Hausarzt. Diagnose: Harnwegsinfekt, woraufhin er mir 5 Tage Ciprofloxacin verschrieb. Die üblichen Antibiotika-Hämmer eben. Damit war die Sache für mich vorerst erledigt.

Als die Symptome nach einer Woche aber immer noch unverändert waren, überweis er mich zum Urologen. Und ab hier fing die Sache dann an zu einer regelrechten Ärzteodysse zu werden. Urintest ergab: erhöhte Anzahl an Leukozyten, außerdem Blut im Urin (Mikrohämaturie). Die üblichen Untersuchungen (Ultraschall, Abtasten von Hoden und Prostata usw.) waren alle unauffällig.

Hier eine ausfĂĽhrliche Liste aller Symptome, die ich zum damaligen Zeitpunkt bereits hatte:

- Brennen beim Wasserlassen
- Nachtröpfeln
- Häufiger Harndrang (schon bei kleinsten Urinmengen)
- Schmerzen während und insbesondere nach der Ejakulation
- Erneute Erektion nach einem Samenerguss unangenehm bis schmerzhaft (Harnröhrenschwellkörper u. Eichel häufig schlaff)
- Diffuse Schmerzen in der Damm- und Analgegend
- Ziehen in den Hoden bis hin in die Leistenregion
- Kribbeln am After und SteiĂźbein
- „Pulsieren“ der Prostata (Verbunden mit Harndrang)
- Mitunter schmerzhafte, nächtliche Erektionen, wenn ich am Abend zuvor einen Samenerguss hatte (Anm.: Damals dachte ich an Priapismus, weil sich die äußeren Schwellkörper auch seltsam verkrampft anfühlten, was mir zusätzlich Angst bereitete. Heute ist mir bewusst, dass es wohl eine Sache der Muskulatur bzw. der Prostata ist, welche in den Penis ausstrahlt.)
- Phänomen des „Hard Flaccid“ (verkrampfter Penis im schlaffen Zustand)
- AuĂźerdem: Libidoverlust, Antriebslosigkeit

All diese Symptome waren für meinen damaligen Urologen trotzdem kein Grund eine Prostataentzündung ernsthaft in Betracht zu ziehen, schließlich sei ich noch so jung und Patienten mit einer akuten Prostatitis könnten vor Schmerzen fast nicht sitzen. Eine klare Diagnose konnte er nicht stellen und verschrieb mir stattdessen lieber wieder ein Antibiotikum. Diesmal 14 Tage 250mg Doxycyclin. Außerdem ließ er in der Zwischenzeit meinen Urin auf Chlamydien und Mykoplasmen testen.

Nun ja… Hätte die zweite Antibiotikakur etwas gebracht, würde ich diesen Beitrag jetzt wohl nicht verfassen. Stattdessen schlug mir das Antibiotika stark auf Magen und Darm. Nach zwei Wochen also wieder ab zum Urologen. Urin war diesmal bis auf ein paar rote Blutkörperchen sauber, was mich sehr irritierte, weil die Symptome keinesfalls besser waren. Die Urinkultur fiel auch negativ aus.

Als nächstes folgte dann die übliche 3-Gläser-Probe: Mittelstrahlruin (negativ), Urin nach Prostatamassage (negativ) und Spermakultur… welche wie zu erwarten auch negativ ausfiel.

Weil meine Symptome immer noch nicht besser waren verschrieb er mir schließlich eine dritte Antibiotikasorte, diesmal über ganze 4 Wochen. Eine klare Diagnose konnte er aber immer noch nicht stellen. Was auch immer ich hatte, es war mittlerweile auf jeden Fall chronisch. Zusätzlich fing ich verstärkt an im Internet zu recherchieren und stieß zunehmendes auf die „chronisch abakterielle“ Form der Prostatitis.

Nachdem die dritte (und definitiv letzte) Antibiotikatherapie wieder erfolglos blieb, fing ich an mich verstärkt mit alternativen Therapieansätzen zu beschäftigen… was bleibt einem auch anderes ürbig, wenn Ärzte nicht mehr helfen können (oder wollen).

Angefangen mit…

- Cranberryextrakt
- KĂĽrbiskernsamen (u.a. Nomon Mono)
- Brenesseltee, Bärentraubenblättertee, Weidenröschentee, Misteltee
- Sitzbäder in Scharfgarbe
- Sägepalme-Dickextrakt (Prostagutt, Remiprostan…)
- Brokolikur nach Prof. Saracoglu (konsequent ĂĽber 4 Wochen)
- Acetylcystein-Therapie nach Dr. Kirschfeld (bringt wohl nur was bei Prostatasteinen)

Alle BemĂĽhungen blieben jedoch erfolglos.

Also wieder zum Urologen (diesmal einem anderen). Als ich davon berichtete, dass meine Symptome nach Monaten von Antibiotikatherapien immer noch nahezu unverändert sind (die Symptome kommen und gehen, die Leitschmerzen bleiben aber unverändert) meinte er nur, Zitat:

„Vermutlich sind sie nach dem Harnwegsinfekt sehr stark auf diesen Bereich fixiert. Versuchen sie mal etwas locker zu lassen und zu entspannen.“

Da war ich nun also angekommen, bei den Hypochondern, und zugegeben, so fühlte ich mich auch zunehmends, wenn einem kein Arzt helfen, geschweige denn eine zufriedenstellende Diganose stellen kann. Weil ich nach wie vor noch immer Blut im Urin hatte, überweis mich mein Urologe schließlich an die Uniklinik, um das mal ordentlich abklären zu lassen.

Der Urologe in der Uniklinik machte auch gleich einen sehr kompetenten Eindruck. Nachdem ich ihm meine Symptome schilderte, meinte er, dass ich höchstwahrscheinlich am „Chronischen Schmerzsyndrom des Beckens“ leide. Zusätzlich wurden eine Urinstrahlmessung und ein rektaler Ultraschall der Prostata durchgeführt. Außerdem Urinkultur aus Kammerurin. Wie zu erwarten alles negativ. In der Nephrologischen Abteilung wurden außerdem die Nieren untersucht, alles unauffällig.

Als Therapieansatz verschrieb er mir für 2 Wochen Entzündungshämmer, außerdem sollte ich nach Möglichkeit keinen Sex haben (daran ist zur Zeit eh nicht zu denken) und möglichst wenig sitzen. Meines Erachtens ging das schon weitaus mehr in die richtige Richtung, als die Antibiotikatherapien. Zwischenzeitlich hatte ich sogar an einem Tag eine völlig normale, schmerzfreie Morgenerektion. Leider hielt der Erfolg nicht über den Therapiezeitraum hinaus an… Aber immerhin, ich habe nun zumindest einen Ansatz.

Die Symptomatik scheint also viel eher auf die Beckenbodenmuskulatur zurĂĽckzugehen, als wirklich auf die Prostata.

Leider Gottes ist seitdem auch nicht wirklich viel passiert. Als nächstes stehen Krankengymnastik (gezieltes Beckenbodentraining) und eine Blasenspiegelung an (vor der ich zugegeben etwas Angst habe).

Ich hoffe diese Erkrankung nimmt irgendwann mal wieder ein Ende… Dieses CPPS ist wirklich mein größter Albtraum, meine Lebensqualität leidet extrem darunter. Bin zurzeit ein regelrechtes psychisches Wrack. Gibt es hier jemanden, der ähnliche Symptome hatte und dem es gelungen ist, CPPS komplett zu heilen, oder zumindest einen Zustand von weitgehender Beschwerdefreiheit erreicht hat? Ein Leben ohne Sex mit ständigen Schmerzen ist für mich auf Dauer absolut nicht vorstellbar, da ändert auch kein Psychologe was dran. :cry:

Wäre für jeden Tipp wirklich dankbar.

GruĂź.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 16.03.14, 12:32 
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Pestilence hat geschrieben:
„Vermutlich sind sie nach dem Harnwegsinfekt sehr stark auf diesen Bereich fixiert. Versuchen sie mal etwas locker zu lassen und zu entspannen.“

Da war ich nun also angekommen, bei den Hypochondern, und zugegeben, so fĂĽhlte ich mich auch zunehmends, wenn einem kein Arzt helfen, geschweige denn eine zufriedenstellende Diganose stellen kann.


Hypochondrie wĂĽrde ich das nicht nennen.
Mit der Aussage hat der betreffende Arzt, meiner heutigen Meinung nach, aber vollkommen Recht. Wenn schulmedizinisch keine relevante Diagnose gestellt werden kann (Bakterielle Infektion, Fehlbildung, Vernarbung etc.), ist da auch nichts. Ich machte selber jahrelang den Fehler, etwas schulmedizinisch Irrelevantes (das haben viele und wird in der Schulmed. als normal angesehen), als Auslöser und Ursache des CPPS zu sehen.. geholfen hat's mir eigentlich nicht.

Anstatt es dir genauer zu erläutern, beging dieser Mediziner allerdings einen Fehler: Er erklärte dir nicht wirklich, auf was er hinaus wollte. :roll:

Stelle dir vor, dass deine Beckenbodenmuskulatur in bestimmten Situationen unbewusst anspannt und über eine Dauer so verbleibt (Angst, Streß, Fluchtverhalten..). Das ist wohl bei jedem Säugetier so, dient schließlich dem Überleben (davonrennen bei Gefahr usw.). Ein (auch schmerzhaftes) Problem kann das sein, wenn das (aus unterschiedlichsten Gründen: Dauerstreß, Depression etc. gehören gewiss dazu) zum Dauerzustand wird.

Stelle dir ebenso vor, dass der SchlieĂźmuskel an der Blase von alleine angespannt ist, du ihn lediglich bewusst entspannen kannst, um Wasser zu lassen.
Entspannst du dabei nicht richtig, entweder bewusst (Psyche, keine Möglichkeit Wasser zu lassen..) oder z.B. auch weil deine Beckenbodenmuskulatur nicht entspannt ist, wird's auf Dauer ebenso schmerzhaft.

Die CPPS Symptome verleiten nun alles andere als zur Entspannung im Beckenbodenbereich. Du fixierst dich auf Schmerzen und Symptome, verkrampfst dabei aber immer mehr und bezahlst das mit noch mehr Symptomen, aber auch psychisch geht es dir zunehmend schlechter (Teufelskreis).
Die Auswirkungen auf die Sexualität gehen dann direkt damit einher, dazu gehört schließlich funktionierende Anspannung aber auch richtige Entspannung dazu.

Wie man nun dort hinaus finden kann ist ein langer Weg, der fängt im Kopf an..
Viele glauben ja, ein bischen Triggerpunktmassage und das Ganze ist wieder im Lot, ich glaube das nicht. Damit erreicht man gewiss Entspannung, den eigentlichen Auslöser, geht man damit gar nicht an.

Pestilence hat geschrieben:
da ändert auch kein Psychologe was dran.


Ist ja auch nicht seine Aufgabe, die PTherapie läuft anders, wie es sich viele denken:
Du bist derjenige, der etwas ändern will und nur du kannst das tun.
Die T. dient im Idealfall nur dazu, dich bei deiner eigenen Denkprozeßänderungen zu begleiten, nachdem sie die (richtig) ausgelöst hat. Dazu gehört z.B. auch das ständige kritische hinterfragen des eigenen Denkens. Das zu erlernen ist schwerer wie es sich anhört.
Das Falsche sind immer die gleichen kreisenden Gedanken, die man auch ohne T. hinbekommt, die fĂĽhren zu gar nichts, auĂźer direkt in die Depression.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 18.03.14, 13:42 
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Hallo Pestilece.
Dies ist mein erster Eintrag in ein Forum, aber wie ich Deine Beschwerden gelesen habe, hab ich mich wieder an meine erinnert. Ich hatte g e n a u diese Synthome, die du beschrieben hast.
ich bin auch von Arzt zu Arzt gelaufen, keiner hatte eine Ahnung, ich hab geglaubt ich bin ein sonderbarer Typ und die Welt versteht mich nicht.
Bei mir war es wie folgt: Ich hab eine Frau getroffen (Physiotherapeutin und Homeopathie-Lehrerin ) die hat mir lange zugehört und mich dann einmal auf und ab gehen gelassen. Sie sagt zu mir : Deine Beinachse stimmt nicht und ich sollte Einlagen tragen, weil der Iliopsoas überanstrengt wird und dadurch die Schmerzen erzeugt werden würden. der Iliopsoas würde die durchführenden Nerven Komprimieren und dadurch die Schmerzen erzeugen.
Ich hab ungläubig geschaut......viele Minuten lang, bis sie mich überzeugt hat. ich hab mir Sensomotorische Einlagen besorgt, mein Fußgewölbe dadurch aufgerichtet und die Muskuläre Struktur nach oben hin verändert, was schon auch mit Umstellungsschmerzen verbunden war.
Jetzt sind fast alle Schmerzen wieder weg, nur noch die Muskelangleichungen dauern noch an.

Ohne irgendwelche Medikamente.
Mir geht es fast wieder wie vorher, was an ein Wunder grenzt, in meinen Augen.

Es bedarf einer gewaltigen Denkleistung diese Frau sich auf ihren Hausverstand zu verlassen.
Jetzt liegen alle Befunde unbeachtet herum und werden von mir nicht mehr benötigt.
ich wĂĽrde an deiner Stelle die Sensomotorischen Einlagen googeln und zu einem Hersteller hinfahren, Frag dort wie es mit deiner Beinachse aussieht.
Natürlich war ich auch bei Hochbezahlten Orthopäden die haben alles für ok befunden, was aber nicht richtig war........macht mich heute noch wütend, dass solche Ärzte sowas nicht sehen.

Jedenfalls diese Denkansatz kann die Sichtweise total verändern, bezüglich der Schmerzentstehung.
Nochwas, ich war bei einer guten Ostheopatien, die hat das Verstanden und zusätzlich eine Palpation des Iliopsoas durchgeführt ( Look Youtube) das hat auch schon etwas die Spannung genommen.

Übrigens die Einlagen hab ich in Tirol in der Nähe der Krimmler Wasserfälle bekomme ( Firmen Namen sind ja nicht erlaubt)


Ich wĂĽnsche Dir alle Gute,
jakodoko
Ps Ich hatte g e n a u die von Dir beschriebenen Schmerzen, ich möchte die nur nicht nochmal wiederholen.........


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 19.03.14, 16:14 
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Noch etwas ...... du kannst auch versuchen den Iliopsoas absichtlich zu trainieren, wenn sich die Schmerzen verstärken kannst du dir sicher sein dass er der Grund ist. ZB intensive Bauchmuskeltraing. Dabei bemerke ich den Schmerz wieder leicht, also mach ich es halt nicht.

GruĂź Jakodoko


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 05.02.17, 15:45 
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Hi!
Es ist schon 2 Jahe her, dass dieser Beitrag erstellt wurde. Vielleicht hilft diese Antwort. Es gibt ein Buch von Dr Wise und Dr. Anderson. Es heißt "A headache in the pelvis" oder auf Deutsch "Kopfschmerzen im Becken". Da wird CPPS umfassend besprochen und eine Behandlungsmethode angeboten. Selbst betroffen kann ich nur sagen, es hilft. Es hat lange gedauert bis ich herausfand was es ist, was ich alles falsch gemacht habe und wie man es behandeln kann. Dieses Buch ist allerdings ziemlich klinisch. Wen eine Geschichte von einem Betroffenen interessiert sollte "Teach us to sit still" oder "Die Kunst Stillzusitzen" von Tim Parks. Beide Bücher gibts bei Buchhändlern ! Ich habe ein Seminar in Santa Rosa besucht und mich dazu entschlossen mit der Methode zu arbeiten. Meine website entfernt gibt eine kleine Zusammenfassung der Erkrankung und weist auf Möglichkeiten der SelbstBehandlung hin!
Viel Erfolg! Und Du solltest wissen, Du bist nicht allein!
E.Bucher


Zuletzt geändert von Brigitte Goretzky am 23.02.17, 21:51, insgesamt 1-mal geändert.
Firmennamen und unerwĂĽnschten Link entfernt


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 05.02.17, 19:35 
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Beiträge: 108
Werbung nicht nür indirekt für zwei Bücher und Internetseiten, wo die zu erwerben sind, sondern auch ganz eindeutig für eine eigene (Schein?)Praxis! Vielleicht war "A headache in the pelvis" damals zur Zeit seiner ersten Ausgabe (2003) wohl interessant, heutzutage meinetwegen bei weitem nicht mehr das aktuellste Buch zum Thema CPPS. Behandlugsoptionen wie etwa Dry Needling oder Stosswellen (um nur zwei Beispiele zu nennen) werden darin nicht berücksichtig. Wise/Anderson führen im Grunde seit Jahren ein sehr lukratives Geschäft in den USA. Ich hätte nicht gedacht, dass sie gerade hier auf diesem Forum zusätzliche Werbung brauchen!


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 07.02.17, 09:55 
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Beiträge: 132
Dann mein lieber erichobucher:
Was ist denn bitte an Tim Parks Buch hilfreich fĂĽr Betroffene: Vielleicht die psychische Komponente, zu wissen dass diese Erkrankung wieder weg gehen kann?
Wenn der Beitrag wirklich glaubwürdig sein sollte, dann möchte ich hier mehr über ihren Krankheitverlauf und die Ihrem Behandlungsverlauf erfahren bzw. erläutert haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 07.02.17, 09:58 
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Beiträge: 132
Und das habe ich ganz vergessen: Ganz selbstlos mal den Link zur eigenen Hompage hier im Forum veröffentlicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 11.02.17, 12:22 
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Registriert: 13.08.16, 10:04
Beiträge: 12
Hallo Pestilience,

falls es von deinerseits ein Update gibt, wĂĽrde ich gern davon erfahren! Habe exakt die gleichen Symptome und bin in deinem Alter.

LG

Tim


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 17.02.17, 17:20 
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Registriert: 17.02.17, 17:15
Beiträge: 1
Hi Leute,

Ich bin 18 und habe seit 2 Jahren das hard flaccid Symptom, und da ich gesehen hab, dass das Forum noch aktiv ist, wĂĽrd ich mich gern
mit euch austauschen und wĂĽrde mich ĂĽber Tipps freuen.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 17.02.17, 22:49 
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Interessierter

Registriert: 17.02.17, 18:52
Beiträge: 11
Hallo!

Hier ist ein neuer Leidensgenosse (leider!),

der leider wohl auch CPPS-geschädigt ist - und nebenbei leider noch eine Samenzyste am Hoden sein eigen nennt :-(
Diese Zyste habe ich seit 5 Jahren; damals (2012) lieĂź sich der Schmerz (ein DruckgefĂĽhl) mit AB beheben. Dann 2 Jahre Ruhe.
2014 tauchte der gleiche Schmerz wieder auf. Wieder AB, wieder 2 Jahre Ruhe.

Und dann folgt mein Schreckensjahr 2016:
Im August hatte ich (ich bin 42 Jahre alt) einen schweren Herzinfarkt, wurde zweimal reanimiert - und habe seitdem 5 Stents und natĂĽrlich eine enorme Menge Tabletten seitdem.
Direkt im Anschluss folgte eine Zahnarzt-Dramatik: Zwischen September und November wurden mir 4 Zähne rausoperiert, jeweils nach nicht erfolgreicher Wurzelbehandlung. Bei einer dieser OPs brach mein Kiefer. Während dieser 3 Monate nahm ich 3x jeweils 10 Tage AB, sowie fast kontinuierlich ibuprofen 800. Resultat: Magenbeschwerden, mit einem Druckgefühl, welches an meinen Infarkt erinnerte, damit Panikattacken. Erst ein Zahnarztwechsel im November brachte Ruhe hinein.
Und ich freute mich, nun endlich ohne Schmerzen der Zukunft wieder positiver entgegen zu sehen.

Aber dann begann der Dezember - und damit bin ich jetzt bei euch im Boot:

Die Zyste machte sich wieder bemerkbar, diesmal auch mit einem stechenden Schmerz im Hoden und Ausstrahlung in die Leiste.
Wieder zum Urologen (Nummer 1): wieder AB (Doxy), diesmal keine Verbesserung!
Stechender Schmerz käme von der Zyste. Dieser Urologe ging vor Weihnachten in Rente, die Schmerzen wurden häufiger und schlimmer; plötzlich auch abundan im anderen Hoden (der ohne Samenzyste), Schmerzen in der Leiste links und rechts.
Schmerzmittel halfen nicht: weder ibuprofen, noch Novalgin, noch Tilidin, noch Buscopan.
Am schlimmsten ist der Schmerz beim Sitzen, am erträglichsten beim Stehen - und auf dem Rücken liegen nachts.
Also neuen Urologen gesucht, Termin 4 Wochen später, am 19.1.2017, bekommen.
Zwischendurch waren die Schmerzen an manchen Tagen so stark, dass ich kurz davor stand, in die Urologische Ambulanz nach Frankfurt zu fahren. Aber ich hielt durch, fieberte dem 19.1. entgegen.

Ab dem 5.1. leistete dann ein neuer Schmerz meinen Hodenschmerzen Gesellschaft. Bei einer Ejakulation bekam ich einen stechenden Schmerz in der Harnröhre, so als ob ein Steinchen darin wäre.
Direkt danach brannte die Harnröhre, und zwar die ersten 2cm ab der Öffnung. Zusätzlich stechender Schmerz am Penisschaft bei jeder Erektion (auch nachts) und Druckschmerz an verschiedenen Punkten. Dazu seitdem "Nachwassern" beim Urinieren.
Hausarzt machte Urinprobe: Kein Befund, damit Blasen- oder Harnröhrenentzündung ausgeschlossen.
Jetzt kam der 19.1. und Urologe Nummer 2: Meine Beschwerden wurden nur nebenbei registriert, kaum dass der Begriff "Herzinfarkt" fiel, wurde von meiner Psyche geredet, meine Schmerzen abgetan.
Eine Ruckzuck-Untersuchung (keine 5 Minuten) per Ultraschall ergab: Nieren ok, Blase ok, Hoden ok, bis auf die Zyste.
Die Zyste ist zwar bei Betasten extrem schmerzempfindlich, aber hätte angeblich mit meinen Hodenschmerzen nichts zu tun.
Finger in Po Mexiko ... Prostata auch ok. Urinprobe ohne Befund. Seine Diagnose: ich hätte urologisch NICHTS!
Ich verwies auf meine Symptome und auf meine Schmerzen, daraufhin: 3 Tage später: Abgabe von Spermaprobe - und ein äußerst schmerzhafter Harnröhrenabstrich. Beides ohne Befund. Nun wurden die Schmerzen aber dennoch schlimmer. Stechender Schmerz in der Harnröhre auch ohne Erektion, verstärktes Brennen nach jedem Urinieren, Schmerzen in beiden Hoden, in beiden Leisten, dazu Kalter Schweiß und erste depressive Schübe mit Heulkrämpfen.

Augrund dessen am 8.2.17 erneuter Termin bei Urologe Nummer 2: die Verschlechterung meiner Symptome wurde abgetan, alle Befunde seien negativ, ich hätte NICHTS, basta! Ich verwies wieder auf meine Schmerzen - und bat um Einweisung in die Urologische Klinik nach Frankfurt. Das tat er zwar, gab mir aber einen Arztbrief mit, der - mit Verlaub - eine Frechheit war:
Im einleitenden Satz stand (Zitat): "Patient ist total neben der Kappe".
Es wurde darauf hingewiesen dass meine Befunde alle negativ seien, der Hodenschmerz wurde nur bzgl. des einen Hodens erwähnt, die Problematik mit meiner Harnröhre mit keinem (!!!!) Wort erwähnt.
Ich dennoch mit groĂźer Hoffnung noch am gleichen Tag nach Frankfurt: Urinabgabe, Blutentnahme, dann 2 Stunden Warten.
Dann eine 5-Minuten-Ultraschall-Untersuchung durch einen unfreundlichen Arzt (Urologe Nummer 3), den meine Symptome NULL interessierten. Resultat: Verkalkungen. Meine Nachfrage diesbzgl. wurde abgebĂĽgelt.
1 Stunde Warten, dann abschlieĂźende Audienz beim unfreundlichen Urologen Nummer 3:
Blut und Urin, beides ok. Diagnose: Samenzyste und Verdacht auf chronische Prostatitis. Nachfragen (was eine Prostatitis überhaupt ist) wurden nicht gestattet. Mir wurde ein Medikament (ein Alpha-Blocker) in die Hand gedrückt (1x täglich abends) - und dann stand ich vor der Tür - und erlitt in meiner Verzweiflung vor dem Krankenhaus einen Heulkrampf. Sehr peinlich.
Am nächsten Tag riet mir meine Hausärztin (nach Lektüre dieses Arztbriefes) den Urologen zu wechseln, denn das sei (Zitat) "verbrannte Erde". Ich fand Urologe Nummer 4, bekam einen Termin am 17.2.17 (heute).
Bis dahin nahm ich brav den Alpha-Blocker, hatte über die 9 Tage viele der Nebenwirkungen (Atemnot, Schwindel), aber verspürte keinerlei Verbesserung, Im Internet informierte ich mich über CPPS - und gönnte mir Sitzbäder, trinke 2-3 Liter am Tag (hptsl. Kamillen- und Brennnesseltee), habe verschiedene pflanzliche und teure Mittel ausgetestet, aber Verbesserung = Null.
Heute dann Urologe 4: Der den Alpha-Blocker als Schwachsinn bezeichnete, ich solle ihn nicht weiter nehmen, er schade mir nur - und mir ohne Untersuchung (nur aufgrund der Befunde von Urologe 2+3) Pollstimol verschrieb. 46 Euro ĂĽbrigens die Packung.
Das solle ich jetzt 3x täglich 1 Tablette nehmen, ich hätte abakterielle Prostatitis - und dann kam der obligatorische Vortrag über meine Psyche. Ohne meine Hoden auch nur in Augenschein zu nehmen, wurden kundgetan, dass die Zyste mit meinen Hodenschmerzen nichts zu tun habe, denn eine Zyste bereite keine Schmerzen. Interessanterweise wird aber auf jeder medizinischen Seite darauf verwiesen, dass es geboten sei, eine Spermatozele operativ zu entfernen, sobald die Größe störe, oder man durch diese Schmerzen habe. Auf die "Verkalkungen" die Urologe Nummer 3 entdeckt hat, habe ich Urologe Nummer 4 hingewiesen. Nun lese ich im Beipackzettel von Pollstimol, dass das Medikament bei Verkalkungen nicht ausreichend sei.
Da fragt man sich, ob einem zugehört wird!?

Nun gut, ich gebe nächste Woche bei Urologe Nummer 4 eine Spermaprobe ab - und nehme jetzt erst einmal Pollstimol, bis zum nächsten Termin Mitte März. Ich habe ja keine Wahl, ich probiere alles aus.
Leider hat diese Urologen-Odyssee mich psychisch echt geschafft, weil ich mich nicht ernst genommen fĂĽhle, weiterhin Schmerzen habe - und meine Depressionen zunehmen.
Ăśber jeden Tipp, was hilft, bin ich dankbar. ich teste alles aus, was ich mir leisten kann natĂĽrlich.
Und eine Selbsthilfegruppe fände ich auch sehr gut.
Ich komme aus der Nähe von Frankfurt am Main.


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 Betreff des Beitrags: Re: CPPS – Mein Albtraum
BeitragVerfasst: 23.02.17, 18:11 
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Interessierter

Registriert: 17.02.17, 18:52
Beiträge: 11
Meine Leidenszeit geht leider weiter. :-(

Urologe Nummer 4 verschrieb mir, wie erwähnt, das teure pflanzliche Medikament Pollstimol. Davon soll ich pro Tag 3 Stück nehmen, was ich seit mehreren Tage tue.
Auch wenn im Beipackzettel steht, dass Pollstimol bei Harnröhrenverengung und Verkalkungen nicht ausreichend wirkt - und in der Frankfurter Klinik Verkalkungen festgestellt wurden, was ich dem neuen Urologen auch mitgeteilt habe.
Das Medikament, welches mir der Urologe in Frankfurt verschrieben hatte, Tamsulosin, betitelte er als "Schwachsinn". Dies habe ich dann abgesetzt, auch weil die Nebenwirkungen Schwindel, niedriger Blutdruck, Nesselausschlag auftraten.

Aber: Die Schmerzen bezüglich meiner Harnröhre verschlechtern sich immermehr.
Anfang Januar war es ein stechender Schmerz bei der Ejakulation, danach Brennen der Harnröhre in den ersten beiden Zentimetern (Eichel) und "Nachträufeln" des Urin, sowie Druckschmerz bei Erektion.
Mitte/Ende Januar gesellte sich verstärktes Brennen nach jedem Urinieren dazu, das Brennen der Harnröhre wechselte von häufig temporär, auf fast permanent.
Seit nunmehr einer Woche, ist nun auch noch das Urinieren erschwert. Ich muss sehr häufig den Restharn herauspressen, was meist unangenehm bis sogar schmerzhaft ist. Zudem ist das Brennen der Harnröhre seitdem leider wirklich permanent.
Und Schmerzmittel helfen leider nicht.
Nun meine Frage: Sollte ich den Urologen auf Ureaplasma ansprechen, da ich hier im Forum erst davon erfahren habe, auch dass da meist alle Befunde negativ sind.
Und was ist bezüglich einer Harnröhrenverengung, die bisher jeder Urologe einfach ausschloss, obwohl sich meine Problematik da von Woche zu Woche verschlimmert?
Ist ein Uroflowmeter, oder eine retrograde Urethrografie so teuer, dass die Urologen, Husch-Husch-Medizin, die Symptome, die darauf hindeuten, einfach ignorieren?
Ist es nicht zu einfach, ohne Untersuchung, und ohne dies definitiv ausschließen zu können, immer nur von "psychisch" zu reden?
Dennoch werde ich mich wohl im April stationär in die Psychosomatische Klinik in Gießen begeben, was auch von meiner Hausärztin, aufgrund meiner massiv zunehmenden Depressionen begrüßt wird.
Da Ibuprofen, Tilidin, Novalgin, Buscopan alles nicht wirkt, weiß jemand von euch ein Schmerzmittel, welches die Schmerzen der Harnröhre lindert? Ich weiß aktuell nicht, wie ich das bis zum nächsten Urologen-Termin am 10.3. aushalten soll, und vor einer erneuten Fahrt in eine Urologische Ambulanz habe ich Angst, weil ich in der letzten am 8.2. so abgebügelt worden bin.


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