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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Pat. mit Lungenkrebs und COPD wird Sauerstoffgerät entzogen
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BeitragVerfasst: 13.01.14, 12:40 
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Guten Tag,
folgender Sachverhalt: bei einer über 80jährigen Patientin (u.a. nur noch 1 Niere, blind auf 1 Auge, 1 Herzklappe vor 2 Jahren ersetzt) wurde in einem Krankenhaus-Entlassungsbericht 2012 vermerkt: "…Lungenfunktionell zeigte sich die vorbekannte COPD aktuell im Gold-Stadium III … Die Patientin ist im häuslichen Umfeld bereits seit einigen Jahren mit einer Sauerstofftherapie versorgt…“.
In 2013 hat man im Krankenhaus auch noch ein Lungenkarzinom festgestellt und mit einer Strahlentherapie behandelt. Anfang 2014 wurde bei einer Tumorstaging-Untersuchung festgestellt, dass sich die Strahlentherapie offenbar insoweit erfolgreich war, dass sich im letzten halben Jahr nichts verschlechtert hätte.
Allerdings ist man nun bei der Klinik der Meinung, dass Sie trotz COPD und Lungenkrebs das Sauerstoffgerät in Ihrer Wohnung, welches Sie seit vielen Jahren nutzt, nicht mehr benötigen würde und hat Ihr deswegen kein neues Dauerrezept ausgestellt. Und dies obwohl die Patientin seit Wochen über verstärkte Atemnot klagt.
Fragen:
was ist
a) von dem Verhalten der Klinik zu halten: will man den häuslichen Sauerstoffkonzentrator aus medizinischen oder finanziellen Gründen einsparen ?
b) wie kann man das Krankenhaus dazu bringen, ein neues Dauerrezept auszustellen?

Für Antworten: danke im Voraus!


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BeitragVerfasst: 13.01.14, 13:13 
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Guten Tag,

Krankenhäuser stellen normalerweise gar keine Rezepte mehr aus. Sie sollten sich an den behandelnden niedergelassenen Pulmologen wenden.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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BeitragVerfasst: 13.01.14, 13:57 
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Beiträge: 184
Vielen Dank für den Hinweis. Die Fachabteilung (Pneumologie) im Krankenhaus hatte das letzte Mal das Rezept ausgestellt.
Und bei dem behandelnden niedergelassenen Pulmologen war sie schon seit 2 oder 3 Jahren nicht mehr, weil Sie ja alle paar Wochen/Monate ins Krankenhaus musste und fast schon Stammgast in dieser Abteilung war.


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BeitragVerfasst: 13.01.14, 14:41 
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Ergänzung: gerade habe ich mit dem behandelnden Arzt gesprochen. Seine Auskunft: die jetzt gemessenen Blutgas-Werte seien nicht schlecht genug, um die Verordnung eines Sauerstoffgerätes zu erlauben. (Bezug: Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Pneumologie, der Atemwegsliga (Asmussen?) von 2008 und Vorgaben der Krankenkassen)
Er vermutet, dass auch in den vergangenen Jahren eigentlich kein Sauerstoffgerät hätte verordnet werden dürfen, weil die Blutgas-Werte nicht schlecht genug waren.
Als einzige Möglichkeit sieht er an, dass die Patientin kurzfristig einen neuen ambulanten Termin zwecks Messung der Blutgas-Werte vereinbart. Falls diese dann „schlecht genug“ seien, könne ein neues Dauerrezept für den Sauerstoff-Konzentrator ausgestellt werden.
Auf meinen Hinweis, dass es sicher auch ein psychologisches Problem und einen menschlichen Aspekt gäbe bei einer 83jährigen Patientin mit Lungenkrebs, COPD und div. anderen schweren Erkrankungen, der jetzt das lange Jahre gewohnte Gerät entzogen werden soll, wusste er auch keine Antwort...


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BeitragVerfasst: 13.01.14, 19:29 
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Beiträge: 2261
Guten Abend,

ich frage mal aus reiner Unwissenheit: wie lange war das sog. Dauerrezept denn gültig? Bzw. wie lange / wie oft konnte damit der Sauerstoffkonzentrator durch eine Firma befüllt werden?

Gruß
Die Anästhesieschwester


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BeitragVerfasst: 14.01.14, 11:47 
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Da bin ich mir auch nicht so sicher. Das Gerät selber hat sie schon seit 5 oder 6 Jahren und es gab noch nie Probleme wegen eines Rezeptes.
Gestern habe ich auch noch mal mit der Krankenkasse gesprochen. Die Mitarbeiterin war sehr verständig und meinte, von deren Seite bräuchte man kein neues Rezept. D. h., eigentlich sollte jetzt alles i.O. sein, da die Krankenkasse ja für das Gerät bezahlt.
Nur leider macht jetzt die Firma, welches das Gerät geliefert und gewartet hat, Schwierigkeiten. Die Bürokraten dort sind der Meinung, gemäß dem Vertrag mit der Krankenkasse bräuchte man einmal im Jahr ein neues Rezept.
Also soll die 82jährige, fast blinde Patientin mit Lungenkrebs, COPD, Gehbehinderung usw. solange zu ambulanten Termin ins Krankenhaus gehen, bis die Messung ihrer Blutgaswerte wieder so schlechte Werte ergibt, dass man gemäß Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Pneumologie und der Atemwegsliga berechtigt wäre, ein neues Rezept auszustellen.
Wie gesagt, die Sachbearbeiterin der Krankenkasse, welche das Gerät bezahlt, sieht das nicht so eng. Aber beim Krankenhaus und dem medizinischen Dienstleister stellt man sich stur und pocht auf Einhaltung der Vorschriften.
Ich habe schon überlegt, die Presse und/oder VDK/Ärztekammer einzuschalten. Wäre mal gespannt, ob man bei anderen Stellungen auch den formellen und bürokratischen Aspekt höher bewertet oder den menschlichen ...


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BeitragVerfasst: 14.01.14, 12:51 
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Sauerstoff ist nun mal ein Medikament und benötig daher eine ärztliche Verordnung. Soweit ist die Forderung der Firma schon korrekt.


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BeitragVerfasst: 14.01.14, 14:36 
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Beiträge: 184
Nach dem Motto: "Vorschrift ist Vorschrift". Also Hauptsache die bürokratischen Regeln werden eingehalten. Das Gesundheitssystem ist ja auch nicht (mehr) für den Menschen da ...
Das ist schon ziemlich armselig.


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BeitragVerfasst: 14.01.14, 16:58 
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Nein, nicht nach dem Motto "Vorschrift ist Vorschrift". Wie gesagt, Sauerstoff ist ein Medikament. Und wie andere Medikamente auch, hat auch Sauerstoff seine Indikationen, Kontraindikationen und sogar Nebenwirkungen.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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BeitragVerfasst: 09.05.17, 16:07 
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Finde ich absolut in Ordnung muss ich sagen, da es wie schon gesagt ein Medikament ist!


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