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medizin-forum.de • Thema anzeigen - wildes Fleisch PEG
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 Betreff des Beitrags: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 15.09.11, 21:23 
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Interessierter

Registriert: 14.09.11, 12:06
Beiträge: 5
Hallo,

es geht um meine pflegebedürftige Mutter. Ich betreue sie seit 7 Jahren zuhause. Seit 4 Jahren wird sie per PEG ernährt. Vor ca. 5 Monaten bildete sich wildes Fleisch rund um die Bauchöffnung. Ich wechsel alle 2 Tage den Verband, wobei ich die letzten Tage täglich wechseln muß, da die Fleischwucherung größer wird und bei leichtestem Kontakt (wie beim Verbandswechsel) anfängt zu bluten. Meine Mutter hat Alzheimer im Endstadium und wir wollen ihr die letzte Zeit zuhause ermöglichen. Wie wir damals (bei der ersten Blutung dieser Fleischwucherung) von einem Chirurgen im Krankenhaus erfahren haben, wäre eine operative Entfernung möglich, jedoch auf Grund ihrer Gesundheitslage und nicht unbedingt sinnvoll. Er hatte mir den Tipp gegeben Nasentropfen bei Blutung zu träufeln da diese blutstillend durch Verengung der Gefäße wirkt. Kennt jemand diese Methode? Die Desinfektion erfolgt wie damals von den Ärzten empfohlen mit Betaisadonna (flüssig) durch zwei Tropfen direkt auf die Bauchwunde. Kann es auch daran liegen? Ist das vielleicht fördernd für den Wachstum von wildem Fleisch? Unsere Hausärztin weiß leider nicht Bescheid, sie würde eine Überweisung zum Chirurgen veranlassen, da sie selber wie sie sagt, nicht weiß, wie man das behandelt. Dies widerum würde ebenfalls eine Einweisung und evtl. OP bedeuten, was wir ihr ersparen möchten.
Für hilfreiche Tipps wäre ich dankbar.

Lg
Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 20.09.11, 22:02 
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Registriert: 09.06.08, 09:46
Beiträge: 968
Guten Abend conny40,

gezielte Therapievorschläge kann Ihnen aus der Entfernung keiner geben.
Nasentropfen zur Blutstillung anzuwenden ist so nicht korrekt - ob es funktionieren mag oder nicht sei einmal dahingestellt. Warum wird eine Desinfektion durchgeführt? Liegt eine Entzündung vor? Wenn ja, wäre ein Desinfektionsmittel auf Octenidin-HCl- oder Polihexanid-Basis sinnvoll, wenn nein, ist eine Desinfektion nicht unbedingt notwendig.
Durch eine häufige Desinfektion wird die Wundheilung negativ beeinflusst - sie sorgt zwar nicht dafür, dass mehr Gewebe nachwächst, allerdings für eine Verzögerung der Wundheilung.

Ich denke, hier sollten Risiko und Nutzen gegeneinander abgewogen werden. Sicherlich ist ein chirurgischer Eingriff nicht angenehm, vor allem nicht, wenn er mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden ist. Allerdings ist eine tägliche Wunderversorgung wegen rezidivierender Blutungen auch nicht unbedingt angenehm, zumal hier noch weitere Risiken (stärkere Blutungen, Infektionen...) bestehen.

Wie es weitergeht, sollten die Ärzte vor Ort zusammen mit Ihnen besprechen. Diese Entscheidung wird Ihnen aus der Entfernung in einem Forum niemand abnehmen können.


Mit freundlichen Grüßen,

_________________
der Matze,
(dieser Benutzer ist nicht mehr im DMF aktiv)

Info: Koma und Aufwachen auf der Intensivstation


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 21.09.11, 10:31 
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Interessierter

Registriert: 14.09.11, 12:06
Beiträge: 5
Hallo,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Die tägliche Desinfektion wurde eingeführt, nachdem das wilde Fleisch entstand und dadurch der Verband permanent leicht blutig war. Eine Entzündung liegt nicht vor, da haben Sie recht. Vielleicht ist weniger mehr! Tja, eine Absprache ist leider nur im KH möglich, die dann wohl auch zu einer Erneuerung der PEG führen wird (fast 5 Jahre) und meine Sorge, meiner Mutter durch evtl. auftretende Komplikationen ihren Lebensabend ZUHAUSE dadurch nicht ermöglichen zu können, sehr groß. Ich werde es nochmal mit der Familie besprechen und vor allem die Desinfektion weniger radikal durchführen.

Danke und liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 21.01.12, 18:52 
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Registriert: 06.04.06, 18:47
Beiträge: 327
Wohnort: Petershagen
Hallo conny40,

spät aber vielleicht nicht zuspät.

Gegen wildes Fleisch bei einer PEG ein chirurgischer Eingriff??????
Na dieser Doc schnippelt wohl für sein Leben gern. Finger weg. Warum aus einer Wunde eine erneute Wunde basteln?

Was wirklich gut gegen wildes Fleisch hilft ist, Albothyl oder ein Höllenstein, beides ätzt wildes Fleisch sicher weg. Das das deine Hausärztin oder der Doc im Krankenhaus nicht wußten, :roll: Wichtig ist noch, achte bitte darauf das die Platte immer schön fest auf der Einstichstelle liegt, das verhindert erst das Wachsen von wildem Fleisch.


LG Lydi

_________________
Wenn du zählen kannst, dann zähl auf dich.


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 21.01.12, 22:30 
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Registriert: 09.06.08, 09:46
Beiträge: 968
Guten Abend zusammen,

entschuldigen Sie, Lydi, aber Ihre Ratschläge sind nicht korrekt bzw. gefährlich :!:
Eine PEG fest anzuziehen, bedeutet Druck auf Gewebe, sowohl aussen auf die Bauchhaut als auch innen auf die Magenschleimhaut. Druck auf Gewebe resultiert in Minderdurchblutung, was wiederum Ulzerationen bzw. Dekubitalgeschwüre begünstigt. Und es kann bei einer liegenden PEG sehr unschön werden, wenn Ulzerationen der Magenschleimhaut entstehen.

Mit freundlichen Grüßen,

_________________
der Matze,
(dieser Benutzer ist nicht mehr im DMF aktiv)

Info: Koma und Aufwachen auf der Intensivstation


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 10.08.12, 10:27 
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Registriert: 06.04.06, 18:47
Beiträge: 327
Wohnort: Petershagen
Hallo Matze

Zitat:
Zitat:
das die Platte immer schön fest auf der Einstichstelle liegt,

Eine PEG fest anzuziehen


ich glaube da haben wir uns missverstanden :!:

Ich sprach nicht vom anziehen der PEG um Gottes Willen :shock: sondern das die Platte beim Verbandswechsel fest oder besser gesagt direkt auf der Haut liegt, das verhindert das Wachsen von wildem Fleisch. Es passiert oft, auch bei uns leider, das beim VW zw. der Haut bzw. der Einstichstelle und der Platte soviel Luft ist, dass das wilde Fleisch ungehindert wachsen kann. Vielleicht hatte ich mich auch ein wenig unglücklich ausgedrückt, dann tut es mir leid.

LG Lydia


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 14.08.12, 18:17 
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DMF-Moderator

Registriert: 29.09.04, 14:41
Beiträge: 1079
Wohnort: Hannover
Hallo zusammen hier.
ich hatte vor kurzer Zeit auf meinem Wohnbereich ebenfalls wildes Fleisch bei bestehender PEG im Eingangsbereich.

Es war ganz einfach, der Hausarzt wurde bestellt, eine ärztliche Anordnung wurde festgelegt Jeder Hausarzt wird es anders behandeln, doch ich denke viele Wege führen nach Romr Ein paar Wochen haben wir diese Anordnung befolgt, dazu regelmäßiger Wechsel des Wundverbandes! Jetzt ist alles abgeheilt! Einfach den Anweisungen des Arztes folgen und bitte keine Hausmittel die irgendwer mal erfunden hat!

_________________
Liebe Grüße

Annette Koch
---------------------
DMF-Moderatorin
Geriatrie/Gerontologie
Pflege


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 Betreff des Beitrags: Re: wildes Fleisch PEG
BeitragVerfasst: 17.08.12, 17:38 
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DMF-Mitglied

Registriert: 01.08.12, 19:22
Beiträge: 45
Hallo,
es stimmt, wir haben auch oft mit wildes Fleisch am PEG-Eingang zu tun. Bis jetzt hat auch immer der Ätzstift, Höllenstein geholfen. Du darft damit aber nicht an die Sonde kommen, da sie dann durchlässig wird. Spreche so etwas aber immer erst mit dem Hausarzt ab, auch die Ernährungsschwester hat ausreichende Erfahrung, um es dann mit dem Hausarzt zu besprechen und die weiteren Schritte einzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen


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