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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Raucherentwöhnung
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 Betreff des Beitrags: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 11.09.12, 16:49 
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Guten Tag,

kann Hypnose bei der Raucherentwöhnung hilfreich sein? Muss man trotzdem noch viel "Eigenarbeit" leisten, um gegen die Sucht anzugehen? :roll:

Danke und Gruß
Daya

Es geht nicht um mich, frage "im Auftrag" :oops:


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 12.09.12, 09:26 
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Fazit dieser Meta-Analyse (die aufgrund der zu Unterschiedlichen Studien nicht komplett durchgeführt wurde): Es gibt keinen Hinweis, daß Hypnose bei der Raucherentwöhnung hilfreich ist http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1079 ... t=Abstract


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 12.09.12, 09:46 
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Registriert: 19.03.05, 16:03
Beiträge: 1559
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Quite frustrating !
Ich dachte nach einer session sei man geheilt :-D
Dann wird es bei einer Eßstörung (binge eating nach Bulimie z.B.) genau so wenig wirken?

Grüßle Daya


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 16.09.12, 23:45 
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Hallo,

ganz so einfach ist es mit dem Thema "Raucherentwöhnung und Hypnose" nun doch nicht.

"Können Medikamente bei Schmerzen helfen?" Vor der Antwort auf eine solche Frage wird man nachfragen, welche Medikamente denn bei welchen Schmerzen wirken sollen, und genau diese Frage muss man bei der Hypnose stellen. So ist die Lage bei wissenschaftlichen Studien ganz unterschiedlich, manche finden keine Wirksamkeit, andere wieder belegen eine gute Wirksamkeit der Hypnose bei der Raucherentwöhnung.

Dazu sollte man sich vergegenwärtigen, dass eine helfende Hypnose und deren statistische Messbarkeit in wissenschaftlichen Studien "wesensbedingt" mehr oder weniger auf Kriegsfuß stehen. Eine wissenschaftliche Studie verlangt eine Vereinheitlichung und Reproduzierbarkeit der Anwendung, während aber ein hinreichend erfahrener Hypnotiseur eben keine "Standardhypnose" bei Raucherentwöhnungen vornehmen wird, sondern sein Vorgehen auf die Person des Hilfesuchenden (und nicht etwa stupide nur auf das Thema) abstellen wird. Insofern haben Studien für einen zu diskutierenden Einzelfall überhaupt keine Aussagekraft.

Ich habe in meiner Hypnosepraxis schon vielen Menschen geholfen, das Rauchen aufzugeben, und das tatsächlich mit nur einer Sitzung. Und bei manchen hat es auch nicht funktioniert. Ebenso habe ich nach dem Vorgespräch auch Leute wieder weggeschickt und eine Hypnose abgelehnt. Es kommt tatsächlich auf den Einzelfall an, nicht immer kann Hypnose helfen.

Zitat:
Muss man trotzdem noch viel "Eigenarbeit" leisten, um gegen die Sucht anzugehen?
Auch das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Manche rauchen nach einer Hypnose einfach nicht mehr und gut ist. Andere wieder tun sich schwer und "kämpfen" zunächst noch, werden aber durch die Hypnose ausreichend unterstützt und motiviert, um ihr Ding durchzuziehen.

Zitat:
kann Hypnose bei der Raucherentwöhnung hilfreich sein?
Meine Antwort lautet also: Ganz eindeutig "ja", wobei die Betonung auf dem "Kann" liegt; sie kann grundsätzlich helfen, aber nicht in jedem Fall. Gleiches gilt nach meiner Vermutung für das binge eating, damit habe ich aber keine Erfahrungen.

Lieben Gruß
Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 17.09.12, 02:48 
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Beiträge: 1559
Wohnort: Baden-Württemberg
Herzlichen Dank, Lutz, für die Erläuterung. Das macht natürlich Sinn so.

Gruß Daya


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 19.09.12, 10:33 
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Registriert: 09.09.12, 19:35
Beiträge: 3
Und wie gehst du bei der Raucherentwöhnung vor? Wird das Rauchen durch eine andere Tätigkeit ersetzt (wie z.B. Kaufummi kauen) oder gibt es tatsächlich Patienten bei denen das Rauchbedürfnis komplett gelöscht ist?

lg

_________________
Medizinertest 2013


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 Betreff des Beitrags: Re: Raucherentwöhnung
BeitragVerfasst: 19.09.12, 19:22 
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Registriert: 21.12.06, 03:41
Beiträge: 87
Wohnort: Bergheim/Erft
Hallo lorenzo,

die Bandbreite möglichen hypnotischen Vorgehens ist gerade bei der Raucherentwöhnung sehr groß. Manche lesen vorgefertigte Texte vor, andere wenden ohne Ansehen der Person des Klienten bestimmte Standardverfahren an usw. Ich für meinen Teil habe ein anderes Verständnis bezüglich einer hypnotischen Hilfestellung und kann dir daher keine generelle Antwort geben. Ich gucke bei jedem Menschen individuell, welche Motivation und welche dienlichen Voraussetzungen er mitbringt, und versuche dann, diese für den gewünschten Zweck zu nutzen. Oder ich verwende auch die sog. "Heilschlaf-Hypnose" - das ist zwar auch ein standardisiertes Verfahren, allerdings eines, das ganz ohne zielbezogene Suggestionen (Anweisungen) auskommt. Ob derjenige dann statt des Rauchens Kaugummi kaut, Wasser trinkt oder gar nichts vergleichbares macht, bleibt dem Klienten überlassen.

Dass das Rauchbedürfnis sogleich nach einer Hypnose gelöscht ist, wird eher selten vorkommen und ist auch nicht erklärtes Ziel meines Handelns, dafür ist der Vorgang des Rauchens zu sehr als konditioniertes (mit äußeren Reizen verknüpftes) Verhalten gelernt - die Zigarette zum Morgenkaffee, nach dem Essen, in der Mittagspause, beim Telefonieren usw.
Aber dies wird thematisiert (im Begleitgespräch, nicht während der Hypnose) und der Klient wird darauf vorbereitet, dass er ggf. an sein bisheriges Rauchen durch ein aufkommendes Bedürfnis erinnert werden wird. Aber so ein aufkommendes Bedürfnis kann man ja auch ummünzen in eine "gefühlte Belohnung" für seine Abstinenz (Rauchfreiheit). :)

Lieben Gruß
Lutz


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