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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ältere EDV/Datensicherung
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 Betreff des Beitrags: Ältere EDV/Datensicherung
BeitragVerfasst: 24.06.09, 07:27 
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Hallo,

ich beschäftige mich derzeit in der Schule in einer Gruppe mit dem Thema Datensicherung in der Medizin...
Wir wollen auch über die Vergangenheit berichten und aufzeigen, wie die Daten der Patienten früher gesichert und aufbewahrt wurden, vor 50 Jahren so ungefähr. Heute läuft das alles ja auch via elektronischer Datensicherung, aber es gab ja auch mal eine Zeit ohne Computer.
Vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen :)


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BeitragVerfasst: 24.06.09, 09:06 
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Hallo Sarah!

Ganz einfach, egal ob Krankenhaus oder Praxis: Papier, Papier, Papier. Dafür wurden insbesondere in den Krankenhäusern Archive vorgehalten. Selbst Tonnen von Röntgenbildern wurden aufgehoben.

Viele Grüße

Coza


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BeitragVerfasst: 24.06.09, 20:55 
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Vielen Dank für die schnelle Antwort :)

Ich gehe mal davon aus, dass dann auch Arbeitsunfähigkeitsbescheiniugen etc. archiviert wurden, wenn es damals sowas überhaupt schon gab?
Der Bereich zur Vergangenheit ist unser Problemkind, daher versuch ich natürlich, so viel, wie eben nur geht, herauszufinden.


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BeitragVerfasst: 24.06.09, 21:38 
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Beiträge: 678
Ich kann da nur von den Verhältnissen in den jetzt neuen Bundesländern schreiben.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen hatten einen Durchschlag, auch Notarztprotokolle oder Narkoseprotokolle. Befunde waren eigentlich nur auf einem Blatt Papier, evtl. mit Durchschlag (dann meist Blaupapier zum durchschreiben). Rezepte waren einfache Formulare, man konnte bis zu 4 Medikamente auf einem Rezept unterbringen. Es war völlig egal, ob ein Rezept von einem Krankenhausarzt oder von einem ambulanten tätigen Arzt (heute niedergelassener Arzt) unterzeichnet war, auch die Fachrichtung des Arztes war völlig egal.

Bürokratische Verschlüsselungen gab es noch nicht, man hatte also noch mehr Zeit für den Patienten. Auf dem Krankenblatt wurden nur die Diagnosen nach ICD verschlüsselt (maximal 5).

Außerdem lagen die Patienten damals noch länger im Krankenhaus, eine Gallenoperation beispielsweise etwa 7 bis 10 Tage, ein Herzinfarkt 4 bis 6 Wochen, es war also weitaus weniger Hektik und natürlich aus heutiger Sicht weitaus weniger Effektivität. In der Zeit schaffte man dann auch die notwendigen Dokumentationen und die Arztbriefe, die übrigens mit konventioneller Schreibmaschine geschrieben wurden, zum Schluß gab es dann schon elektrische.

Anforderungen von Röntgenuntersuchungen, Blutkonserven und anderen Dingen erfolgten mit Formular, das wichtigste Handwerkszeug des Arztes war neben dem Stethoskop der Stempel (damals noch die Holzvariante), weil man ständig etwas zu unterzeichnen hatte.

Die Archivierung erfolgte in Pappkartons (mehrere Krankenakten in einem Pappkarton) und wurde nach Aufnahmedatum geordnet. Kam ein Patient erneut ins Krankenhaus, dann wurde das alte Krankenblatt herausgesucht (dauerte meist einen Tag) und in das neue Krankenblatt hineingelegt. Man fand also alle Dokumente zu einem Patienten im jeweils letzten Krankenblatt (wenn alles klappte). Manchmal fand man auch nichts wieder, das war dann eben Pech ;).

Dies mal nur so einige Beispiele, ansonsten sind konkrete Fragen sicher sinnvoller. Vielleicht schreibt noch ein Kollege aus den alten Bundesländern, dort war die Dokumentation sicher schon ein wenig weiter fortgeschritten.

Viele Grüße

Coza


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BeitragVerfasst: 25.06.09, 07:55 
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Beiträge: 3
Vielen vielen Dank :D Das bringt uns ein sehr gutes Stück weiter.

Mich würde da noch interessieren, wann, in welchem Jahr, so eine Archivierung eingeführt wurde. Das war ja sicher nicht immer so.

PS. Was ist denn ICD? :o


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BeitragVerfasst: 25.06.09, 10:19 
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Beiträge: 678
Ich habe, als ich in den 80-er Jahren Akten für meine Promotion suchte, im eigenen Krankenhaus immerhin Akten aus den 60-Jahren gefunden.

ICD ist die internationale Verschlüsselung der Diagnosen.


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