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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Programm Medikamentendosierung
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 Betreff des Beitrags: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 08.12.14, 23:58 
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Hallo :)

Ich bräuchte etwas Hilfe dabei, ein Programm zu verstehen. Bei diesem Programm werden 2 Messwerte abgefragt:

- Körpertemperatur
- Puls

Aufgrund dieser Werte wird dann eine Medikamentendosis im Milligramm berechnet. Die Berechnung verfolgt mittels Fuzzy-Logik.

Hierzu werden für die Körpertemperatur 3 Kategorien definiert:

- leichtes Fieber (37 bis 38.5 Grad)
- mäßiges Fieber (37.5 bis 39.5 Grad)
- hohes Fieber (38.5 bis 41.5 Grad)

Grafisch schaut das folgendermaßen aus:

Bild

So ähnlich schaut es aus in dem Buch "Programmierung naturanaloger Verfahren", ISBN 978-3-8348-0822-6.

Für Puls und Medikamentendosierung gibt es ähnliche Kategorien, die sind momentan aber nicht wichtig.

Zu meiner ersten Frage: findet ihr diese Grafik OK? Meiner Meinung nach ist sie verwirrend. Denn meiner Meinung nach würde die Grafik bedeuten, dass man mit 37 Grad leichtes Fieber hat. Und das ist doch falsch, oder?

Wie wird denn in der Medizin die Körpertemperatur kategorisiert?


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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 09.12.14, 10:13 
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Beiträge: 4695
Es wäre wesentlich sinnvoller, die Graphen senkrecht verlaufen zu lassen, so dass sich ein Rechteck für jede Eigenschaft ergibt: bei 0, wenn die Bedingung nicht erfüllt ist, und bei 1, wenn sie erfüllt ist. Dann wird der Charakter "ein wenig erfüllt" vermieden, und die (unerwünschte!) Überschneidung der Definitionsbereiche wird deutlich.

Sehen Sie hier die Tabelle: http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rpertemperatur

Mir ist aus der Praxis nur die Unterscheidung "erhöhte Temperatur" und "Fieber" bekannt. Vielleicht sollten Sie die Frage nachd er Einteilung von Fieber auch im Forum Notfallmedizin oder Intensivmedizin stellen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 09.12.14, 19:26 
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Interessierter

Registriert: 08.12.14, 23:33
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Danke für die Info :)

Diese schrägen Flanken sind OK. Die sind das typische Merkmal bei dieser "unscharfen" Rechenmethode.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 10.12.14, 06:58 
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Interessierter

Registriert: 08.12.14, 23:33
Beiträge: 5
Jetzt zur nächsten Frage. Wenn man sich die Tabelle auf http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rpertemperatur anschaut, wie würden dann die Kurven korrekt aussehen?

Kann man überhaupt für alle Krankheiten so generelle Kurven erstellen? Solche Kurven gelten dann doch nur für die Dosierung eines ganz bestimmten Medikaments für eine ganz bestimmte Krankheit, oder?

P. S.: Falls ich dieses Thema im falschen Forum geöffnet haben sollte, wäre es nett, wenn es jemand ins richtige verschieben könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 10.12.14, 09:41 
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Beiträge: 4695
1. eine "unscharfe Rechenmethode" ist so eine Sache, wenn man nach einer klaren Definition fragt. Sie wissen: die Funktion bestimmt die Kurve. Da haben Sie einen Widerspruch drin!
2. Die Tabelle in Wikipedia wäre, da die Elemente (bis auf die ersten beiden) disjunkt sind, rechteckförmig m.E. am besten dargestellt. Bedingung erfüllt - Bedingung nicht erfüllt.
3. Klar kann man für alle Erkrankungen irgendwelche Kurven machen. Wie ich oben sagte: man definiert, man kriegt einen Graphen. Wie aussagekräftig der dann ist ist eine ganz, ganz andere Frage.

Vielleicht schildern Sie mal, für welchen Fachbereich und welche Bildungsstufe Sie arbeiten (Schule, Uni, Firma etc.), und welche medizinische Vorbildung Sie haben, dann haben wir eine sinnvollere Grundlage.

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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 11.12.14, 19:26 
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Interessierter

Registriert: 08.12.14, 23:33
Beiträge: 5
Die Fuzzy-Logik funktioniert nach folgendem Prinzip:

Bild
Bis auf den Rand hat man vermutlich immer schräge Flanken.

Das ist für den Bereich Informatik. Medizinische Vorbildung habe ich keine. Ich weiß, wann ich verkühlt bin, mehr weiß ich auf dem medizinischen Gebiet nicht :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 12.12.14, 08:18 
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Beiträge: 4695
fuzzylogik hat geschrieben:
Medizinische Vorbildung habe ich keine. Ich weiß, wann ich verkühlt bin, mehr weiß ich auf dem medizinischen Gebiet nicht :)
Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber dann sind Sie für eine solche Aufgabe ungeeignet. Wenn Sie Sinnvolles machen wollen brauchen Sie eine Grundlage. Wenn ich ein Programm zur Verfassung chinesischer Schriftzeichen entwerfen müsste würde ich auch größte Probleme kriegen.

Ich verstehe offen gesagt nicht, worum es Ihnen geht. Sie wollen also ein Programm entwickeln, das Medikamente dosiert? Dann bleibt es bei meiner Grundaussage: Sie müssen als erstes klären, ob ein stetiges oder ein diskretes Merkmal vorliegt. Beides gibt es in der Medizin. Bei einem stetigen Merkmal kann man auch stetig dosieren - wenn es eine stetige Dosierung gibt. Ein relativ gutes Beispiel ist der Diabetes mellitus, bei dem eine Pumpe je nach Tagesprofil Insulin abgibt (das Beispiel hinkt etwas, aber für Laien ist es gut). Eine geplante Kontaktlinse, die den Blutzucker permanent misst (bzw. in kurzen Abständen, die als stetig gelten können), könnte dazu führen, dass das Insulin streng nach aktuellem Blutzucker verabreicht wird.

Ein Beispiel für ein diskretes Merkmal ist das Fieber. Hier sagt man: Fieber ja - FIeber nein. Eventuell noch hohes Fieber. Die Behandlung erfolgt normalerweise ebenso diskret: mit Antibiotika fester Dosierung in mehreren Dosierungssprüngen und Dosierungsfrequenzen. Niemals stetig (also beispielsweise mit einem Antibiotikum in 50mg pro Grad Körpertemperatur.

Das ist Ihr Hauptproblem, und darum knabbern Sie so: Fieber ist ein diskretes Merkmal, und Ihre Kurve taugt nicht, nicht zur korrekten Darstellung und erst recht nicht zu einer Therapie.

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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 12.12.14, 15:48 
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Interessierter

Registriert: 08.12.14, 23:33
Beiträge: 5
Wie ich schon im allerersten Satz erwähnt habe, geht es mir nicht darum, ein Programm zu entwickeln, sondern nur darum, ein schon existierendes Programm zu verstehen. Dieses Programm findet man in dem ebenfalls erwähnten Buch.

Wenn ich das richtig verstanden habe, macht es bei diesem Beispiel also nicht viel Sinn, so vorzugehen.

Nehmen wir an, es gäbe noch weitere Messungen, aufgrunddessen dann eine bestimmte Medikamentendosis verschrieben wird. Z. B., wie schon erwähnt, die Pulsfrequenz. Kann es passieren, dass aufgrund dieser beiden Messwerte (und vielleicht auch noch ein paar weiterer) dann ein Medikament ganz genau (auf einige Milligramm genau) dosiert wird? Beim Insulin ist das so? Habe ich das richtig verstanden? Welche Messwerte benötigt man denn, um die Insulinmenge korrekt zu dosieren? Nur den Blutzuckerwert? Oder gibt es noch andere Kriterien, die man hier berücksichtigt (oder in der Praxis nicht berücksichtigt, aber berücksichtigen sollte)?


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 Betreff des Beitrags: Re: Programm Medikamentendosierung
BeitragVerfasst: 12.12.14, 18:45 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4695
Ganz auf das Milligramm genau gehts beim Insulin nicht, weil da in Einheiten gemessen wird. Klar wird nicht nur der Blutzuckerspiegel berücksichtigt, sondern auch das Aktivitätsprofil des Patienten, seine Ernährungsgewohnheiten (macht einen Unterschied, ob er die nächsten 3 Stunden hungert oder zwei Burger verspeist), und - ganz wichtig! - das verabreichte Insulin, denn da gibts viele verschiedene, die mal schnell und mal langsam wirken. Allerdings wird man bei der Möglichkeit ständiger Insulinverabreichung ein möglichst schnell und kurz wirksames Insulin wählen, weil das besser zu kontrollieren ist.

Andere Möglichkeiten sehr genauer Dosierung gibt es im Intensivbereich, bei dem Perfusoren zur Anwendung kommen. Das sind hochgenaue Pumpen, die in ihrem Inneren eine sehr feine Mechanik haben, die Flüssigkeiten in sehr kleinen Dosen in die Blutbahn geben können.

Vielleicht wäre das für Sie ein guter Ansatz: suchen Sie das Gespräch mit einem Intensivmediziner, der kann Ihnen zu Dosierungen eine ganze Menge erklären.

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