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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Doktor-Hopping? Schweigepflicht Krankenkasse?
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BeitragVerfasst: 30.04.11, 10:14 
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Beiträge: 4
Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich der Schweigepflicht Krankenkasse:

Ich war in einem Quartal bei mehreren Ärzten (habe jedesmal 10,00 bezahlt) der gleichen Fachrichtung, mit gleichen Symptomen.
Der erste Arzt hat meines Erachtens die Beschwerden nicht so ernst genommen, der zweite Arzt hat in mir Zweifel was die Behandlung betrifft hervorgerufen. Und der dritte Arzt nichts schlimmes gefunden hat, obwohl die Beschwerden da sind. Alle Ärzte haben die gleichen Untersuchungen gemacht: Blutbild und Ultraschall Bauchraum.

Meine Frage:
1. Kann es passieren, dass die Krankenkasse einem der Ärzte die Zahlung verweigert mit der Begründung dass diese Untersuchung schon bei einem anderen Arzt gemacht wurde?
2. Kann es passieren, dass die Krankenkasse einem der Ärzte mitteilt, dass ich schon bei einem anderen Arzt war und die Untersuchung bereits gemacht wurde? Oder hat die Krankenkasse Schweigepflicht?

Ich möchte nicht, dass einer der Ärzte erfährt dass ich schon bei einem anderen war, da ich Angst hatte dass diese mich sonst nicht untersuchen und/oder als hypochondrisch oder Verrückt abstempeln könnten. Deswegen habe ich keinem der Ärzte davon erzählt, dass ich schon wo anders war. Ich möchte aber auch nicht, dass die Ärzte voneinander erfahren. Erfahren voneinander könnten Sie ja nur, wenn die Krankenkasse dies den Ärzten mitteilt, dass ich schon wo anders war.

Kann das passieren?
Oder habe ich freie Arztwahl und kann so oft zum Arzt bis jemand die Ursache meiner Beschwerden gefunden hat?

Danke für Antworten!
Gruß
Sylvie


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BeitragVerfasst: 30.04.11, 12:50 
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Registriert: 24.05.08, 20:16
Beiträge: 1114
Hallo,
die Krankenkasse wird den Ärzten keine Informationen übermitteln. Sie haben die freie Arztwahl und können sich Ihre behandelnden Ärzte aussuchen.
Es gibt bestimmte Leistungen, die werden den anderen Ärzten gestrichen, wenn sie bereits von einem anderen Arzt erbracht wurden, Blutbilder gehören da aber nicht dazu.

Es wäre allerdings besser und eher im Rahmen des Solidarsystems, dass Sie offen mit Ihren Ärzten sprechen. Was ist das für ein Vertrauensverhältnis, wenn Sie sich nichtmal trauen zu sagen, dass Sie mit der Behandlung unzufrieden waren? Wenn Sie meinen, dass ein Arzt Sie nicht ernst nimmt, dann sprechen Sie doch mit ihm darüber - oder gehen Sie zu einem anderen Arzt und holen sich eine zweite Meinung.

Die logische Folge, wenn alle Patienten das so machen ist: Anstieg der Beitragssätze, hohe Zusatzbeiträge und wenn es nach der Politik geht eine Pauschale für jeden einzelnen Arztbesuch, den der Patient zahlen muss.
Das muss nicht sein.

Klar kann Ihnen niemand vorschreiben, was Sie tun sollen, aber ich würde mir in der Situation überlegen, wo das Problem liegt und ob ich meinem Arzt überhaupt so weit vertraue, mich dort weiter behandeln zu lassen. Eine zweite Meinung ist kein Problem, das ist oft sogar ausdrücklich gewünscht, aber bevor ich immer und immer wieder zu anderen Ärzten renne, wäre vielleicht eher ein klärendes Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll, viele Ärzte bekommen es gar nicht mit, dass die Patienten sich unverstanden fühlen, und sind für entsprechendes Feedback sehr dankbar :)

Gruß Barca

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BeitragVerfasst: 30.04.11, 14:08 
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Administrator

Registriert: 15.09.04, 09:49
Beiträge: 7270
Wohnort: Bad Nauheim
Nach § 106a SGB V sind die Kassen gehalten auch versichertenbezogen auf Plausibilität zu prüfen. Parallelbehandlung von mehreren Ärzten des gleichen Fachgebiets zur gleichen Beschwerdesymptomatik könnte m.E. als Leistungsmissbrauch gewertet werden.

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Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.medizin-forum.de


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BeitragVerfasst: 02.05.11, 14:07 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4693
Da die GKVen ein Gesamthonorar mit befreiender Wirkung zahlen, ist es den GKVen völlig wurscht, ob man zu einem oder auch zu 20 Ärzten geht. Die GKVen zahlen dafür nämlich keinen cent mehr. Die Ärzte teilen das Geld untereinander auf. Wer also Doctorhopping betreibt sorgt dafür, dass jeder einzelne Arzt weniger kriegt.

Der 106a zielt eher darauf, die Ärzte zu trietzen als die Mitglieder. Prinzipiell könnte die GKV nachhaken, ich bezweifle es aber.

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BeitragVerfasst: 03.05.11, 18:40 
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Registriert: 30.04.11, 07:37
Beiträge: 4
Wenn die Ärzte das Geld untereinander "aufteilen", wie soll das funktionieren? - Heißt dass, das der Arzt am Ende eine Art Abrechnung bekommt z.B.
Patient Müller - Betrag x (Betrag x wurde mit mehreren anderen Ärzten geteilt) - Der Arzt sieht also, bei wie vielen anderen Ärzten Patient Müller war? Weil er für Müller zu wenig oder vermindertes Geld bekommt? oder wie genau läuft das?

Würde mich interessieren.....


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BeitragVerfasst: 08.09.11, 10:57 
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Registriert: 08.09.11, 10:24
Beiträge: 3
Guten Tag.

Leider lese ich heute erst Ihren Beitrag.
Da ich selbst "Doktorhopping" betreibe, habe ich ähnliche Befürchtungen und Fragen, die damit zusammenhängen.
Um mich regelmäßig mit ein und den selben Wirkstoff zu versorgen, (verschreibungspflichtig) suche ich im Quartal etwa 20 verschiede (Haus)-Ärzte, Internisten, Allgemeinmediziner auf, die mir dann ein Rezept ausstellen. Ich bezahle auch immer die Praxisgebühr.
Im vergangenen Jahr hat die Krankenkasse sämtliche Ärzte, die ich aufgesucht hatte und die mir ein Rezept ausgestellt hatten, angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass ich "Doktorhopping" betreibe.
Mich würde mal interessieren, ob die Krankenkasse das überhaupt darf.
Zwischenzeitlich habe ich die Krankenkasse natürlich gewechselt.


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BeitragVerfasst: 08.09.11, 11:34 
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Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Liebe(r) Melody,
liebe Sandfrau,

stellen Sie sich schlichtweg einmal vor, wo unser Gesundheitssystem landen würde, wenn nur jeder 10. Patient das machen würde, was Sie hier beschreiben.

Überfüllte Wartezimmer...
Erhebliche Qualitätseinbußen in der Patientenbehandlung durch Mehrfachuntersuchungen (die Zeit fehlt für andere Patienten)...
Mehrkosten...

Ich persönlich kann über das hier beschriebene Verhalten nur den Kopf schütteln. Ich finde es zudem völlig richtig, das die Krankenkasse hier aktiv einschreitet und diese Patienten den Ärzten meldet. Ich hoffe sehr, das auch die neue Krankenkasse hier schnell einschreitet und diesen Mißbrauch unseres Gesundheitssystem unterbindet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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BeitragVerfasst: 11.09.11, 20:31 
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Beiträge: 3
Glücklicherweise kann man alle 18 Monate die Krankenkasse wechseln und eh eine KK es merkt, welcher Freizeitaktivität man nachgeht, vergeht mindestens so viel Zeit, wenn nicht sogar noch mehr :lachen:


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BeitragVerfasst: 12.09.11, 12:30 
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Beiträge: 1114
Melody76 hat geschrieben:
Glücklicherweise kann man alle 18 Monate die Krankenkasse wechseln und eh eine KK es merkt, welcher Freizeitaktivität man nachgeht, vergeht mindestens so viel Zeit, wenn nicht sogar noch mehr :lachen:


Und darüber freuen Sie sich? So ein Verhalten ist genau der Grund, warum unser Gesundheitssystem langsam aber sicher unbezahlbar wird.
Wenn Sie unbedingt ein Medikament haben wollen, welches der Arzt nicht mehr auf Kassenrezept verordnen will, können Sie sich dieses ja auch - ohne Doktorhopping - auf Privatrezept verschreiben lassen und das Medikament selbst bezahlen.

Hoffentlich wird das eRezept bald umgesetzt, dann fallen solche Aktionen wenigstens auf.

Sorry, da hab ich absolut nada Verständnis für.

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BeitragVerfasst: 12.09.11, 17:45 
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Registriert: 28.04.08, 13:13
Beiträge: 1472
...und wenn das ein Patient mit einem Medikament/Wirkstoff macht, der zu körperlicher oder psychischer Abhängigkeit führen kann, dann würde die Kasse dem Patienten/Kunden damit ja auch wirklich keinen Gefallen tun! Das wäre das gleiche, wie wenn jemand sein Heroin, Kokain (oder auch "nur" Haschisch, Tabak oder Alkohol) auf Kosten der Allgemeinheit von der Krankenkasse bezahlt bekäme. Wichtiger wäre da eine Suchttherapie.

Wenn ich mit einer Diagnose nicht zufrieden bin oder eine Therapie nicht anschlägt, dann spreche ich - je nach persönlichem Vertrauen - entweder erst mit dem betreffenden Arzt oder Hausarzt oder ich wechsele den Arzt. Gerade bei Problemen mit Fachärzten kann der Hausarzt auch als Vermittler auftreten oder er hat eine Idee, welche andere Fachrichtung bei dem jeweiligen Beschwerdebild noch in Frage kommen könnte.


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BeitragVerfasst: 12.09.11, 18:07 
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Beiträge: 4693
Melody76 hat geschrieben:
Um mich regelmäßig mit ein und den selben Wirkstoff zu versorgen, (verschreibungspflichtig) suche ich im Quartal etwa 20 verschiede (Haus)-Ärzte, Internisten, Allgemeinmediziner auf, die mir dann ein Rezept ausstellen.
Verraten Sie uns doch einmal den Wirkstoff. Normalerweise hat nämlich ein Arzt damit absolut kein Problem, einen ausreichenden Quartalsvorrat zu verordnen. Ich würde gerne den Grund für Ihr Verhalten wissen und ich gehe davon aus, der Wirkstoff wird da von Belang sein.

Zitat:
Im vergangenen Jahr hat die Krankenkasse sämtliche Ärzte, die ich aufgesucht hatte und die mir ein Rezept ausgestellt hatten, angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass ich "Doktorhopping" betreibe.
Mich würde mal interessieren, ob die Krankenkasse das überhaupt darf.
Auch dieses kann man leichter beurteilen, wenn man weiß, was Sie rezeptieren lassen.

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BeitragVerfasst: 12.09.11, 19:55 
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Registriert: 08.09.11, 10:24
Beiträge: 3
Guten Abend, liebe Leser.

Ich kann schon verstehen, dass manch einer darüber aufgebracht ist und ich weiß auch, dass es der Solidargemeinschaft schadet und nicht im Interesse der Versicherten ist. Mir ist auch klar, dass wenn jeder so was machen würde, unser Sozialwesen kaputt gehen würde.

Jemand schrieb, ich könne mir ja Privatrezepte ausstellen lassen. Würde ich gerne, wenn ich einen finden würde, der das macht. Da aber kaum einer bereit ist, mir so viel zu verschreiben, suche ich tägliche andere Ärzte auf. Das kostet mich mehr, als wenn ich den Medikamentenpreis voll bezahle.
Jemand fragte nach dem Wirkstoff; es ist Codein. Ich will keine Therapie! Jeder hat doch auch das Recht zu Rauchen, wann immer er will und einem Raucher wird auch nicht beim Kauf von Tabak eine Therapie angeboten, warum auch?

Ich suche einfach nur einen Arzt, der bereit ist, mir so viel zu verschreiben, wie ich benötige.
Es stört mich nicht, abhängig von einem Stoff zu sein, viel mehr vom Wohlwollen eines Menschen, der die Hand darauf hat.

Allen noch einen schönen Abend.


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BeitragVerfasst: 12.09.11, 21:48 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4693
Melody76 hat geschrieben:
Jemand fragte nach dem Wirkstoff; es ist Codein.
Ich denke, damit ist das Thema beendet, und auch das Handeln der Krankenkasse ist verständlich und angebracht.

Zitat:
Ich will keine Therapie!
Das ist Ihre Entscheidung. Sie sollten sich der Konsequenzen bewusst sein. Haben Sie mal eine Suchtberatungsstelle um Rat gefragt?

Zitat:
Jeder hat doch auch das Recht zu Rauchen, wann immer er will und einem Raucher wird auch nicht beim Kauf von Tabak eine Therapie angeboten, warum auch?
Die Zigaretten zahlt auch nicht die Allgemeinheit. Die gibts auch nicht beim Arzt.

Zitat:
Ich suche einfach nur einen Arzt, der bereit ist, mir so viel zu verschreiben, wie ich benötige.
Dieser Arzt liefe Gefahr, seine Zulassung zu verlieren.

Ein Arzt ist für das Wohl seiner Patienten verantwortlich. Unterstützt er eine Suchterkrankung, die offensichtlich vorliegt, handelt er gegen diesen Grundsatz.

Melody, Sie befinden sich in einer Sackgasse. Es gibt Auswege.

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