Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Physikstudium abbrechen um Medizin zu studieren?
Aktuelle Zeit: 15.12.17, 11:42

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 02.07.16, 10:09 
Offline
noch neu hier

Registriert: 01.07.16, 16:54
Beiträge: 1
Hallo!
ich stehe vor der recht schwierigen Entscheidung, ob mein derzeitiges Physikstudium weiterführen oder möglicherweise doch Medizin studieren sollte. Kurze Einordnung der Gesamtsituation: 22 Jahre alt; 1,1 Abi; danach 1 Jahr im Ausland; Physikstudium begonnen; derzei im 6. Semester (7 + Bachelorarbeit als Ziel), davon ein Semester im Ausland studiert; bisher sehr ordentliche Noten erreicht. Zusammengefasst läuft es bisher also eigentlich ganz gut.

Jetzt bin ich jedoch aus verschiedenen Gründen an dem Punkt, an dem man nachdenkt, ob der eingeschlagene Weg denn auch der richtige ist. Das Studium selber nervt mich langsam deutlich, wodurch die Motivation stark gesunken ist und was sich leider auch auf Einsatz und Anwesenheit niederschlägt. Ich denke jedoch mal, dass das nicht ganz unnormal ist Jedoch bin ich mir recht sicher, dass ich keinen Master in reiner Physik machen werde. Ich würde mich dazu prinzipiell nicht als "den typischen Physiker" beschreiben, Arbeit im Labor ist mir eher fremnd und auch das Konzentrieren auf sehr spezielle Gebiete einer Fachrichtung gefällt mir eher weniger. Man steigt einfach zu tieg ein in Dinge, die auf den ersten und zweiten Blick sehr wenig mit dem alltäglichen Leben zu tun haben.

Warum habe ich überhaupt begonnen Physik zu studieren? - Zunächst war dies neben Mathe mein bestes und auch das interessanteste Fach, dazu besteht generelles Interesse alles um mich herum verstehen zu wollen. Außerdem war und ist mir bisher nicht klar gewesen, was ich denn eigentlich später arbeiten möchte. Da ein Abschluss in Physik für viele technischen Berufe gute Einstiegsmöglichkeiten (meist als Quereinsteiger) bietet, entschied ich mich für dieses Studium.

Als zweites stand nun vor drei Jahren ein Medizinstudium zur Auswahl. Zum einen, weil ich gedacht habe, dass der Abischnitt auch für etwas gut sein müsste, aber zum anderen, und das ist natürlich entscheidender, da mir einiges daran liegt anderen Menschen helfen zu wollen. Generell wäre mir eine Arbeit mit Bezug zu Mitmenschen nicht unwichtig. Und in Momenten, in denen das eigene Studium eher weniger Spaß macht (diese gab es schon öfter mal) fängt man an zu grübeln, ob man sich denn nicht doch noch einmal umorientieren sollte.

Soweit ich das bisher herausgefunden habe, scheint man sich für Medizin vor dem Abschluss eines Studiums mit dem Abiturschnitt zu bewerben. Das sollte somit kein Problem zu sein.

So, jetzt an Euch: Ist schon jemand in solch einer Situation gewesen? Dabei muss es sich ja nicht zwangsläufig um Physik handeln. Oder hat jemand einen guten Rat, was man vielleicht tun sollte?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 02.07.16, 11:45 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11116
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
"Abischnitt auch für etwas gut sein müsste, aber zum anderen, und das ist natürlich entscheidender, da mir einiges daran liegt anderen Menschen helfen zu wollen. Generell wäre mir eine Arbeit mit Bezug zu Mitmenschen nicht unwichtig."- Sie geben sich m.. selbst die Antwort. Von Physik verstehe ich herzlich wenig, aber soviel, um sagen zu können, dass man mit der Medizin doch wohl sicherlich mehr direkt helfen kann. Wer nur wegen eines guten Abiturs das Medizinstudium ergreift, oder gar wegen des vermeintlich guten Einkommens, wird in meinen Augen selten ein guter Arzt werden. Allein der bedingungslose und kompromisslose Wille, anderen Menschen helfen zu wollen, wird ein befriedigendes Wirken als Arzt ermöglichen. Ihre Bedenken, als Physiker später arbeiten zu müssen ( !), kommt reichlich spät, aber nicht zu spät. Ich habe im Unruhestand als Vertragsarzt bei der Bundeswehr viele Rekruten behandelt und mich sehr oft gefragt, woran es liegen mag, dass unter dem Anteil der Abiturienten dort ( immerhin zum Teil etwa 15 %) so viel Orientierungslosigkeit bzgl. der Berufsvorstellungen bzw. der Berufswahl besteht.
Für Sie ergibt sich eine interessante Möglichkeit auf Grund Ihrer Vorbildung. Dies wäre die Facharztrichtung Nuklearmedizin bzw. Radiologie. Man muß dabei natürlich nur bedenken, dass ein wirklich intensiver Arzt/Patientenkontakt wie in anderen Fachrichtungen in dieser Form nicht gegeben ist. Ärztliches Handeln beschränkt sich hierbei meist um apparative Diagnostik und ebenderartige Therapie. Der Arztberuf ist extrem vielschichtig und Sie müssen sich bzgl. der späteren Facharztrichtung schon im Verlauf der klinischen Semester sicher sein, dass das gewählte Fachgebiet absolut das richtige ist. Nur so kann man wirklich mit Liebe jeden Tag praktizieren. Persönlich würde ich nach über 30 Berufsjahren meine Fachrichtung wieder wählen- so nebenbei erwähnt.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!