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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Basale Stimulation in der Pflege /Motivation von Pflegeperso
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BeitragVerfasst: 26.01.07, 16:34 
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Hallo ihr Lieben!

Ich schreibe gerade meine Fachbereichsarbeit über Motive von Pflegepersonen basal stimulierend zu pflegen. Das heißt ich möchte heraus finden, warum es die einen machen und die anderen nicht.

Dazu würde ich irgendwelche Statistiken allgemein über die Basale Stimulation benötigen, Europaweit oder so... Hauptsache Statistiken würde ich suchen.

Kann mir jemand von euch da weiterhelfen oder zu dem Thema allgemein??

Mit lieben Grüßen SIlvia


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BeitragVerfasst: 27.01.07, 09:49 
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Hallo Silvia,

ähm... warum manche Pflegepersonen basal stimulierend arbeiten und andere nicht?... Könntest du da nicht genauso fragen "Warum mögen die einen Erdbeermarmelade und die anderen nicht?"

Wobei ich das Thema trotzdem interessant finde... Nur kann ich dir leider nicht mit Statistiken dienen... Eventuell in der Konzeptanalyse Basale Stimulation von Birgit Werner? warum stellst du nicht selbst eine Statistik auf?... Direkt in deinem Arbeitsumfeld... ich weiß jetzt nicht, wo du arbeitest, in einer Klinik, einem Pflegeheim oder in der Heilerziehungspflege... erzähl doch mal ein bisschen darüber (wenn du magst) ...

Ich hab mal bei einer Facharbeit die These aufgestellt, dass viele Pflegende die BasStim ablehnen aus Angst vor zuviel Nähe und habe dann nur auf meiner Station Fragebögen ausgeteilt und eine kleine Statistik erstellt... Spass macht das allemal :-)) (Das Ergebnis war anders, als ich erwartet habe, die Angst etwas falsch zu machen war der Hauptgrund meiner KollegInnen, das Konzept nicht umzusetzen)

Woher kennst du die Basale, wie setzt du das Konzept bei deiner Arbeit um... und wofür ist die Facharbeit?... vielleicht kann so eine Diskussion entstehen, aus der du widerum Info's für deine Facharbeit ziehen kannst.

Liebe Grüße aus dem dichten Schneetreiben in Franken

Bettina

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BeitragVerfasst: 27.01.07, 12:25 
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Bettina hat geschrieben:
Das Ergebnis war anders, als ich erwartet habe, die Angst etwas falsch zu machen war der Hauptgrund meiner KollegInnen, das Konzept nicht umzussetzen.


Woher rühren diese Ängste?
These: Die Inhalte werden fast ausschließlich über Selbsterfahrung vermittelt. Es wird bereits im Seminar deutlich, dass man die eigenen Erfahrungen nicht als Grundlage nehmen kann als Indikator für die Anwendung. Hinzu kommen die Reaktionen des Pat., die oft nicht dem entspechen, die man im Seminar als Reaktion gelernt hat. Das alles macht wahrscheinlich mehr als unsicher.

Elisabeth


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BeitragVerfasst: 27.01.07, 14:02 
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Hallo Elisabeth,

Zitat:
These: Die Inhalte werden fast ausschließlich über Selbsterfahrung vermittelt. Es wird bereits im Seminar deutlich, dass man die eigenen Erfahrungen nicht als Grundlage nehmen kann als Indikator für die Anwendung. Hinzu kommen die Reaktionen des Pat., die oft nicht dem entspechen, die man im Seminar als Reaktion gelernt hat. Das alles macht wahrscheinlich mehr als unsicher.


Die These könnte ein Grund dafür sein, vor allem bei den KollegInnen, die ein Basissminar mitgemacht haben. Vielen fehlt dann einfach die Begleitung während des Arbeitsalltags... zumindest ist der Ruf danach laut... nur wer will bzw. kann das bezahlen, einen Praxisbegleiter, der NUR begleitet... bei uns gibt's das leider nicht

Viele KollegInnen auf meiner Station haben aber noch garkein Basisseminar gemacht, sondern wirklich nur kleine Workshops... wir waren dabei, belebende, beruhigende Körperpflege (wobei ich das eigentlich schon nicht mehr hören kann bzw. will) Neschlagerung, Initialberührung umsetzen wollten (bzw. umgesetzt haben)... die KollegInnen wollten eigentlich am liebsten ein Handbuch, in dem Schritt für Schritt beschrieben steht, wie sie den nächsten Handgriff ausführen sollen. Das ist das eigentlich schwere am Verstehen und bei der Umsetzung des Konzepts nämlich dass es KEIN Handbuch gibt, dass Pflegende kreativ sein dürfen UND dass Pflegende Angebote machen, die der Patient ablehnen darf, weil ER bestimmt und nicht wir... ich hab das während meiner Ausbildung mal ganz anders gelernt...

liebe Grüße

Bettina

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BeitragVerfasst: 27.01.07, 14:39 
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Hallo Silvia,
jetzt habe ich mal versucht unter Google etwas zu finden, aber es ist schwierig, verlässliche Zahlen zu finden. Es ist schon wie Bettina schreibt, das Ziel der Suche müsste genauer beschrieben werden. Was soll am Schluss rauskommen, das muss vorher abgeklärt sein! Forschungsarbeiten von der Uni-Witten/Herdecke gibt es ja zu bestimmten Einzelthemen. Selbst eine Forschungsarbeit/Statistik durchführen ist unmöglich, da müssen schon Sponsoren da sein..... Aber wie Bettina meint, einfach mal in der eigenen Einrichtung so etwas zu erfragen, finde ich auch super.

http://www2.mwwfk.rlp.de/fobe-bin/fobe. ... kz=2000100

Außerdem, bin ich Statistiken gegenüber, gerade auch in der Basalen Stimulation sehr skeptisch, sollte es doch irgendwo welche geben. Das passt nicht zum Konzept finde ich. Eine Statistik sagt nicht genügend aus, worauf es ankommt. Ehrlich gesagt, würde ich mir ein anderes Thema aus der Basalen Stimulation nehmen...... Aber das ist jetzt auch nur so meine Meinung.

Viele Grüße
Peter Estner


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BeitragVerfasst: 27.01.07, 18:27 
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Also erstmals danke für die raschen Antworten.

Ich schreibe diese Arbeit für mein Diplom als psychiatrische Krankenschwester, dass ich heuer versuche zu erreichen ;)
Ich absolviere die Schule in der Landes Sigmund Freud Klinik in Graz. Im Zuge der Ausbildung haben wir bereits einen dreitägigen Grundkurs. WIr haben insgesamt vier neurologische Station, eine davon Intensiv, wo Herr Ranegger gearbeitet hat. Der Grund warum ich diese FBA schreibe ist, dass ich schon auf jeder Station Praktikum war und beobachten konnte, dass auf der selben Stationen nicht einheitlich basal gearbeitet wird. Das heißt manche machen es gar nicht und andere bringen es sogar Angehörigen bei. Da dieses Konzept auch ohne vermehrten Zeitaufwand anwendbar bist, akzeptiere ich den fehlenden Zeitfakor nicht als Ausrede ;)

Tatsache ist, es interssiert mich einfach persönlich, warum es Leute machen und andere nicht, mit derselben Ausbildung in der Basalen. Dazu werde ich natürlich Fragebögen verwenden, die ich jedoch noch nicht erarbeitet habe, weil ich erst mit dem Theoretischen Teil der FBA begonnen habe.

Statistiken hätte ich gerne fürs Theoretische genommen. Eher wo Basale schon als Grundkurs während der Ausbildung angeboten wird, so wie bei uns und wie es in den anderen Ländern aussieht usw... Als kurz gesagt, wie weit sie schon in welcher Art gekommen ist.

Meiner Meinung nach ist es ein sehr wichtiges Konzept v.a. für Menschen mit diversen Wahrnehmungsstörungen und bei uns hat man die Möglichkeit die Fortbildung zu besuchen, die ja nicht wenig Geld kostet.
Den Vergleich mit der Marmelade sehe ich nicht so, denn es geht um Arbeit und um Pflichten und um das was man gelernt hat umzusetzen. Ich kann auch nicht sagen, dass ich gewisse hygienische Sachen nicht einhalte, weil ich das halt einfach nicht will. Auf der Neuro kann man meiner Meinung nach als PP sehr viel falsch machen und da sollte man das Gelernte wirklich nutzen. Nähe ist sicher ein Thema, aber ich finde ohne Nähe erreicht man auf einer Neuro nicht viel.

NATÜRLICH kann ich nur von Praktika aus der Neurolgie sprechen, ich habe noch keine Behinderteneinrichtungen oder anderes wirklich so gesehen um darüber urteilen zu können. Deshalb bleiben die Fragebögen auch nur innerhalb der LSF.

Aber ich finde das Thema auch sehr spannend und freue mich schon sehr auf das Ergebnis!

Nochmal Danke!

MLG Silvia


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BeitragVerfasst: 27.01.07, 18:28 
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Nochmal zu den Statistiken: Es geht jediglich um den Theoretischen bereich, ich baue meine FBA natürlich nicht auf Statistiken auf.


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BeitragVerfasst: 28.01.07, 09:48 
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Hallo Silvia,

Zitat:
Den Vergleich mit der Marmelade sehe ich nicht so, denn es geht um Arbeit und um Pflichten und um das was man gelernt hat umzusetzen


Bei uns in Deutschland ist es (leider) nicht so, dass ein Basisseminar Basale Stimulation in der Pflege zur Ausbildung gehört. Es ist so, dass ich nur 4 Unterrichtsstunden habe beim Oberkurs, um das Thema Basale rüberzubringen und das ist eindeutig zu wenig! Meine Ausbildung ist ein paar Jährchen her, ich hab zum Beispiel während meiner Ausbildung von der Basalen noch garnichts gehört... zum ersten Mal habe ich vor ca. 10 Jahren davon gehört und einen Schnupperkurs gemacht... ich habe aber während der ganzen Jahre trotzdem meine Arbeit und meine Pflicht getan... ich habe nur nicht reflektiert, was ich den Leuten manchmal (an-) getan habe. Genauso Kinästhetik... habe ich falsch gepflegt, nur weil ich das Konzept zu Anfang meiner Zeit als Krankenschwester nicht gekannt habe?... und so gibt es viele, viele Mitarbeiter, die mit diesem Konzept nix anfangen können, schon alleine weil sie es nicht (genug) kennen.

Letzte Woche hatte ich einen Workshop in einem Pflegeheim, da waren junge Pflegekräfte, die das Konzept nicht kannten, bzw. während der Ausbildung nichts davon gehört haben.

"Verpflichte" ich diese Leute, die die Basale nicht kennen und die mit dem Konzept an sich nichts anfangen können dazu, basal stimulierend zu pflegen... beißt sich das meines Erachtens mit den Inhalten der Basalen Stimulation... wir wollen Entwicklung fördern, wir wollen Angebote machen, wir wollen den anderen dort empfangen, wo er momentan steht und das gilt nicht nur für den Patienten sondern auch für unsere Mitarbeiter ... und da gibt es halt noch viele, die mit dem Konzept nichts anfangen können...

Zitat:
WIr haben insgesamt vier neurologische Station, eine davon Intensiv, wo Herr Ranegger gearbeitet hat. Der Grund warum ich diese FBA schreibe ist, dass ich schon auf jeder Station Praktikum war und beobachten konnte, dass auf der selben Stationen nicht einheitlich basal gearbeitet wird. Das heißt manche machen es gar nicht und andere bringen es sogar Angehörigen bei.


Ich denke mal, dass du nie zwei Stationen finden wirst, auf denen einheitlich gearbeitet wird... ob das interne Stationen sind, die du vergleichst, chirurgische Stationen sind, die du vergleichst oder neurologische Stationen, obwohl die KollegInnen ja nach der Ausbildung auf dem selben Bildungsstand sind... jede Station hat ihre eigene, ganz persönliche Geschichte und Entwicklung und legt Schwerpunkte auf völlig andere Dinge... und das finde ich auch gut so.

Zitat:
Auf der Neuro kann man meiner Meinung nach als PP sehr viel falsch machen und da sollte man das Gelernte wirklich nutzen. Nähe ist sicher ein Thema, aber ich finde ohne Nähe erreicht man auf einer Neuro nicht viel.


Da stimme ich dir voll und ganz zu... man kann sehr viel falsch machen... als blödes und ganz einfaches Beispiel: jemandem, der einen frischen Schlaganfall hat am betroffenen Arm ziehen... NUR ist das doch Grundwissen, ein Wissen, das ich haben MUSS wenn ich auf einer Neurologie arbeite, das hat meiner Meinung nach erst mal nicht viel mit Basaler Stimulation zu tun...

Ich finde dein Thema auch ziemlich spannend und würde mich freuen, wenn du uns hier auf dem Laufenden halten würdest... bzw. würde ich die Arbeit sehr gerne lesen, wenn ich darf :-))

Liebe Grüße

Bettina

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BeitragVerfasst: 28.01.07, 09:50 
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Hab noch was vergessen...

ich finde dein Interesse an der Basalen klasse und auch das Selbstbewusstsein, mit dem du es vertrittst :D

nochmal ganz liebe Grüße

Bettina

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BeitragVerfasst: 28.01.07, 16:21 
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Das mit dem Ausbildungsstand ist mir natürlich auch klar, desahlab werde ich bei meinem Fragebogen auch das Ausbildungsjahr mit den dazugehörigen ANgeboten natürlich berücksichtigen. Das nicht einheitlich gearbeitet wird ist mir auch klar, dennoch habe ich mich mit gewissen Antworten warum manche es nicht tun nicht zufrieden gegeben, das Argument war für mich kein Verständliches. Bei uns ist die Basale Stimulation sehr präsent und es wird von der AUsbildung her sehr viel Wert darauf gelegt und auch bezahlt. Für mich ist auch wichtig zu wissen,was diejenigen brauchen würden, um das Gelernte umzusetzten.

Ich freue mich natürlich schon sehr auf das Thema und auf das Ergebnis und werde selbstverständlich die Arbeit zum Lesen bereitsstellen.

MLG Silvia


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