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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Freiberufliche Pflege als große Chance?
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BeitragVerfasst: 07.06.07, 09:05 
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Beiträge: 1
Wohnort: Duisburg
Schönen guten Morgen zusammen,

ich bin ein 25jähriger FGKp AnInt in einem von "alten und erfahrenen" Pflegern dominiertem Haus. Dadurch wurde ich schnell demotiviert, denn Erfahrung und "haben wir schon immer so gemacht" ist wichtiger als Kompetenz.
Bei meiner Suche nach einem neuen Arbeitgeber stieß ich auf ein Angebot einer Zeitarbeitsfirma, die mich als Freiberufler beschäftigen würde. Zu erwarten wäre ein Bruttogehalt von mindstens 2900 plus Zulagen.
Da ich aber von Grunde her mißtrauisch bin,suche ich den Haken an der Sache.Zumal ich Frau und 2 Kinder ernähren muß, und den Schritt in die Selbstständigkeit recht gefährlich finde.
Meine Frage: Wer kann mir über Erfahrungen mit der Freiberuflichkeit berichten?Lohnt es sich wirklich so sehr für mein Konto?

Bin für jede Info dankbar!

MfG Desflurator

_________________
Medizin basiert auf Aberglaube!


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BeitragVerfasst: 18.06.07, 16:02 
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Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Hallo,

der Haken ist die Beschäftigung als "Freiberufler", wobei die Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma hier eher als Scheinselbstständiger einzuschätzen ist. Wahrscheinlich meint die Firma den "freien Mitarbeiter", wobei das meist nur eine Umschreibung ist.

Freiberufler sind Ärzte, Anwälte etc. diese arbeiten normalerweise ohne "Vermittler", die für mehrere Kunden arbeiten und dafür Honorar beziehen, aber nicht nur einen einzigen Auftraggeber haben.

2900 als Grundgehalt plus Zulagen von 0-?€ sind schlicht deutlich zu wenig.

Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Kasse ca. 500€
oder privat versichert ca 250€, dann kommen die Kinder mit je ca. 560€ dazu und die Ehefrau mit ca. 300€ auch noch.
Versicherung Krankentagegeld (z.B. ab 7 Krankheitstage, nicht erst ab 6 Wochen), ochmal ja nach Höhe um 150€ pro Monat
Altersvorsorge: komplett alleine übernehmen, Rückstellung um 500€ pro Monat wären empfehlenswert.
Berufshaftpflichtversicherung ?
Arbeitsmittel werden bestimmt nicht gestellt? PKW? Pflegematerialien über die Patienten?
Für einen Betriebs-PKW muß man mit ca. 500€ pro Monat rechnen
Weitere Dinge noch gar nicht dazugerechnet.

Allein damit haben Sie mindestens 1650€ Ausgaben pro Monat
Damit bleiben 1250€ zu versteuerndes Einkommen pro Monat. Ziehen Sie 20-25% Steuern ab, dann sind Sie unter 1000€ monatlich für bestimmt mehr als 40h/Woche.

In die Selbstständigkeit sollte man nur dann, wenn für die eigene Familie mindestens 3000 € netto übrig bleiben, damit man noch ohne Stütze leben kann.

Für 2900€ würde ich ein Angestelltenverhältnis eher akzeptieren, dann sind Sie besser dran.

Viele Grüße,

Land-Ei
(selbstständig seit 12 Jahren, freiberuflich, Familie mit 3 Kindern)


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BeitragVerfasst: 30.06.07, 09:26 
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Registriert: 29.04.05, 09:58
Beiträge: 2009
Wohnort: Dortmund
"Scheinselbständiger" ist ein gutes Stichwort. Solche Leute haben nämlich zum Teil weitere Ansprüche gegenüber dem Auftraggeber (Arbeitgeber), gleich wie Angestellte. Ist in einigen Arbeitsgesetzen deutlich so geschrieben, z.B. § 2 BUrlG :idea:

_________________
Im Schlechten Gutes finden


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BeitragVerfasst: 01.07.07, 22:25 
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Interessierter

Registriert: 01.07.07, 21:49
Beiträge: 6
Wohnort: Moers
Hallo, Desflurator!
die Soll-Einkommensberechung vom Land-Ei kann ich nur bestätigen. Wenn Du eine neue Herausforderung (und etwas Abenteuer) suchst, habe ich vielleicht was für Dich - in Abu Dhabi, bei einem deutschen Arbeitgeber.
Gruß
Emil


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BeitragVerfasst: 13.07.07, 17:56 
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Registriert: 11.11.06, 13:07
Beiträge: 3
Wohnort: rk neuss
Hallo Desfurator,

ich weiß ja nicht, was Du für eine Zeitarbeitsfirma kontaktiert hast.
Ich bin auch Fachpflegekraft und ab kommenden Montag freiberuflich.
Ich werde jetzt teilweise mit einer Art Zeitarbeitsfirma zusammenarbeiten, allerdings nicht als Angestellte, sondern nur im Agenturrahmen; d.h. Sie vermitteln mir Kunden und schreiben Rechnungen etc. Für mich ist das kostenlos.
Mit Scheinselbständigkeit hat das gar nichts zutun. Es besteht kein Angestelltenverhältnis o.ähnliches. Durch die Vermittlung hast Du mehrere Kunden.
Für den Anfang ist das okay, da ich jetzt Zeit habe zu akquirieren.
Sicher, wenn ich eine Familie ernähren müßte, würde ich mir das auch dreimal überlegen.
Für mich ist's ein Übergang, um mich weiterzubilden, was ich mit einem Arbeitgeber nicht könnte. In ein paar Jahren verlasse ich ganz die Pflege. Ich sehe es aus heutiger Sicht als Übergang.
Im Anästhesie ind Intensivbereich hast Du natürlich nicht das Problem, daß Du Arbeitsmittel etc. stellen mußt. Du gehst wie bisher in Deinen Funktionsbereich. Du brauchst auch kein Dienstauto. Du kannst Dein Auto nehmen, sofern Du eins hast, schreibst ein Fahrtenbuch, was aussagt, daß Du das Auto mehr als 50% dienstlich nutzt.
Es ist kein Drama, aber auch nicht einfach. Ich denke nicht, daß Du damit reich wirst, aber Du bist halt auch nicht mehr fremdbestimmt.
Allerdings sollte der Schritt sehr gut vorbereitet und überlegt sein.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

Viele Grüße
Chricaran


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 Betreff des Beitrags: Hallo Chricaran
BeitragVerfasst: 06.08.07, 17:26 
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Interessierter

Registriert: 02.05.05, 09:29
Beiträge: 10
Du hast ein überzeugendes Bewerbungsgespräch hinter Dir.
Allerdings würde ich gerne hören was Du in einem Jahr sagst.
Ich kenne diese Verkaufsgespräche da ich sie selber schon geführt habe und ich kann nur warnen. Abgesehen von den haftungsrechtlichen Sachverhalten ist es "völlig normal " das man "mal" keine kunden vermittelt bekommen kann. Aquise kann man machen nur jeder Kunde der klar bei Verstand ist läst einen Menschen bei sich arbeiten der 365 Tage im Jahr/ 24 Stunden einsatzbereit ist und wenns geht auch noch vor Ort. Man wird dir viele lukrative Jobs anbieten nur denke mal daran warum Sie noch keiner macht. Ich bin Pflegedienstleiter und ich weiss nicht wie viele dieser sogenanten Agenturen und Freiberufler in der Woch anklingeln und die tollsten Sachen erzählen. Unterhalte dich mal mit diversen Staatsanwälten oder Zöllnern, die können einiges dazu erzählen.
Der beste Fall der mir bekannt ist, da hat ein Pfleger 4 Monate rund um die Uhr bei einem beatmeten Patienten gearbeitet, gelebt, seine Familie getroffen und kam super mit den Angehörigen aus. Bis zu dem Tag wo er eingeschlafen war und den Alarm nicht hörte.
Da hat kein Richter mehr gesagt sie sind selbstständig und sind damit nicht ans Arbeitszeitgesetz gebunden.
Ich kann nur warnen und das aus beiderlei Sicht die der Agentur und die eines normaldenkenden Menschen. Pflege ist eine interdiziplinäre Tätigkeit die man auf keinen Fall durch übertriebene Arbeitszeiten ausreizen solte.

kyrell


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 Betreff des Beitrags: Hallo Kyrell,
BeitragVerfasst: 07.08.07, 09:46 
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Registriert: 11.11.06, 13:07
Beiträge: 3
Wohnort: rk neuss
wieso habe ich ein Bewerbungsgespräch hinter mir?

Wovon sprichst Du eigentlich?

Nach meiner Ansicht hast Du eine vollkommen andere Sichtweise.
Erstens kennst Du mich nicht, zweitens habe ich überhaupt nichts geschrieben, was Dir Anstoss dazu geben könnte, zu wissen, wie ich arbeite und meine Lebensumstände sind. Ebenfalls weißt Du gar nicht, wie ich zum Arbeitszeitgesetz stehe etc..

Es mag ja sein, daß Du als PDL so Deine Erfahrungen hast. Tatsache ist aber auch, daß Du nicht alles und alle über einen Kamm scheren kannst. Deine Einstellung sei Dir belassen, aber hast Du auch schon mal an die Fülle der Einrichtungen gedacht, die sich nicht an das Arbeitszeitgesetz halten. Klar, ist die rechtliche Seite eine andere, aber ......

Tatsache ist jedoch auch, daß Du mit Deiner Einstellung an "alten Hüten" festhälst, durch die u.a. auch unser Gesundheitswesen die berühmten Käselöcher hat.

Das sagt Dir nicht die Freiberuflerin, sondern die Fachwirtin und PDL mit Leitungserfahrung und Weiterbildung, die ich ebenfalls bin.

Gruß
Chricaran


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 Betreff des Beitrags: Freiberufliche Krankenpflege
BeitragVerfasst: 10.12.07, 19:02 
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Registriert: 10.12.07, 05:02
Beiträge: 2
Ich bin selbstständig als freieruflicher Krankenpfleger ..
Ich habe 4 Kinder zu ernähren und mir und meiner Familie geht es finanziell seit dem richtig gut!

Mit scheinselbstständig sein hat das erst mal nichts zu tun.
Aber ein garantiertes Grundeinkommen gibt es auch nicht!

Man lebt als selbstständiger von den Einnahmen aus seinen Rechnungen abzgl. Steuer und Sozialversicherung, die man haben sollte, Reisekosten usw..

Und mit 2900 EUR / Monat sehe ich da als selbstständiger scharz!

Aber Arbeit gibt es für Freiberufler genug! Man ist ja schließlich ein direkter konkurent zu Zeitarbeitsfirmen, aber die Krankenhäuser / Auftraggeber ziehen in der Regel einen freiberufler vor, weil er eine viel höhrere Motivation und Flexibilität mitbringt als der Zeitarbeiter! Zu dem ist er auch noch billiger! Schließlich geht das Honorar MwSt frei direkt an den "Arbeiter" - da verdient niemand mit! Eine Zeitabreitsfirma muß so ca 40 - 80 EUR / Stunde zzgl. 19 % MwSt berrechnen um alle Kosten zu decken, ein freiberufler kann mit wesentlich weniger - am ende trotzdem mehr in der Tasche haben ..

Ich bin keiner Agentur angeschloßen sondern aqiriere auf eigene faust ..


Aber ein Haken ist natürlich an der sache,
Keiner Garantiert Dir Aufträge, man muß eine gewisse örtliche Flexibilität mitbringen, nicht selten sind Auftragsorte über 500 Km von der Heimat entfernt und mann sieht die Famile vieleicht nur alle 2 Wochen mal für ein paar Tage ..

Ansonsten ist es eine feine Sache!Und wie gesagt, Arbeit gibt es genügend . wen Du bereit bist auf Intensiv, Anästhesie oder im OP zu arbeiten .. da werden nämlich die meisten Freiberufler gebraucht ..

Auf Allgemeinstetionen unterzukommen ist erheblich schwerer!

in diesem Sinne ..


Zuletzt geändert von Polarfalke am 10.12.07, 19:20, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.12.07, 19:13 
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Registriert: 10.12.07, 05:02
Beiträge: 2
Land-Ei hat geschrieben:
Allein damit haben Sie mindestens 1650€ Ausgaben pro Monat
Damit bleiben 1250€ zu versteuerndes Einkommen pro Monat. Ziehen Sie 20-25% Steuern ab, dann sind Sie unter 1000€ monatlich für bestimmt mehr als 40h/Woche.

In die Selbstständigkeit sollte man nur dann, wenn für die eigene Familie mindestens 3000 € netto übrig bleiben, damit man noch ohne Stütze leben kann.

Für 2900€ würde ich ein Angestelltenverhältnis eher akzeptieren, dann sind Sie besser dran.

Viele Grüße,

Land-Ei
(selbstständig seit 12 Jahren, freiberuflich, Familie mit 3 Kindern)

genau so ist es .. ich habe pro monat für Reisekosten, Verscherung und Steuer ca 2000 - 2500 EUR die von vorne herein weg sind!!!!!


da bleibt nicht mehr viel übrig ..- aber immer noch mehr als ein angestellter Krankenpfleger bekommt!


Aber nicht vergessen, als selbstständiger mußt du auch deine Krankheit selber Finanzieren .. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gib es nicht mehr! Auch bezahlter Urlau ist nicht mehr .. Weihnachtsgeld - NEIN! Urlaubsgeld - Nein! Sonderurlaub - ist nicht! nix mehr von den angenehmen seiten die ein angestellter als selbstverständlich hinnimmt und beansprucht! Und außerdem mußte auch soviel zurück legen, das Du auch mal ein halbes Jahr oder länger ohne Auftrag auskommen kannst .. Kann nämlich auch mal passieren!

Aber es gibt inzwischen eine Arbeitslosenversicherung für Selbstständige.. kostet ca 26 EUR bei der Agentur für arbeit und bietet Dir ein ALO G von monatlich ca 900 EUR nach mind. 1 Jahr Mitgliedschaft .. - ist doch schon mal was!


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BeitragVerfasst: 19.12.07, 05:06 
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Registriert: 15.02.06, 07:45
Beiträge: 28
Hallo Desflurator.....

Vorausgesetzt du bist flexibel und gut, würde ich dir empfehlen, dich über den Einsatz als temporäre Pflegekraft (Intensiv, Anä, OPS) in der Schweiz zu erkundigen.

Ich weiss nicht genau, was deine Motive sind, die Selbständigkeit einer Festanstellung vorzuziehen, aber zum einen kannst du als "Freedancer" viel Geld verdienen - ist aber z. B. auch in den Emiraten der Fall, zum anderen fördert man sicher seine Kompetenzen und fachlichen Qualitäten und du kannst halt bestimmen, ob dir bei einem sehr guten Salär nicht auch 9 Monate Arbeit pro Jahr reichen.....
In Deutschland selber ist das freischaffende Pflegen sicher eine Option, wenngleich sich das Wort selbstständig halt aus Selbst und Ständig zusammensetzt und einer meiner "Vorredner" bemerkte halt, dass es mit Urlaub, -geld, aber vor allem auch mit der einigermassen flexiblen eigenen Dienst- und Freizeitgestaltung extrem schwierig ist.
Die anderen Nachteile sind ja schon zur Genüge oben aufgeführt.....

Mich würde interessieren, wie es dir jetzt, ein halbes Jahr nach deiner Frage stellung geht??

Liebe Grüsse,

Schaui


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BeitragVerfasst: 15.10.14, 14:32 
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Registriert: 15.10.14, 14:27
Beiträge: 1
ja genau. wie hast du dich denn jetzt entschieden? bin auch am hin und her überlegen,...

berlingrüße!


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