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 Betreff des Beitrags: anfrage
BeitragVerfasst: 24.11.04, 22:21 
hallo sehr geehrtes team!

vielleicht können sie mir bei 2 fragen weiterhelfen ...

ist es möglich, dass während einem künstlichen koma spastiken auftreten? oder wird dies durch medikation unterbunden?

welche art der beatmung kann bei künstlichem koma eingesetzt werden? ist es möglcih, eine trachialkanüle zu verwenden?

über antworten wäre ich sehr dankbar ...

mfg
anne


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 Betreff des Beitrags: Re: anfrage
BeitragVerfasst: 25.11.04, 00:01 
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Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Anne hat geschrieben:
...ist es möglich, dass während einem künstlichen koma spastiken auftreten? oder wird dies durch medikation unterbunden?...
welche art der beatmung kann bei künstlichem koma eingesetzt werden? ist es möglich, eine trachealkanüle zu verwenden?...mfg
anne


Liebe Anne,

:arrow: 1) Im Regelfall verzögern die Medikamente, die man zur Erzeugung eines künstlichen Komas verwendet, die Entwicklung von Spastiken; sie verhindern sie aber nicht grundsätzlich; die häufig benutzten Benzodiazepine wie z.B. das Midazolam haben u.a. auch muskelentspannende Wirkungen. (oder besser: Nebenwirkungen).
Aber das künstliche Koma beseitigt nicht die Gründe für das Auftreten einer Spastik; das sehen sie z.B. bei Patienten nach Schädel-Hirn-Verletzungen nach dem Absetzen der genannten Medikamente.
Die besten Mittel zur Vorbeugung sind entsprechende Lagerungstechniken, gezielte krankengymnastische Behandlung und spezielle, spastikhemmende Medikamente.

:arrow: 2) Die meisten Trachealkanülen können zumindestens vorübergehend zur Beatmung eingesetzt werden; viele sind extra dafür entwickelt! Wenn sie z.B. konkrete Fragen zu den einzelnen Kanülentypen haben, melden sie sich bitte wieder hier!

:arrow: 3) Prinzipiell kann hier jede Form der Beatmung angewendet werden, die der Patient je nach Maß der verbleibenden Kooperation bzw der "Koma-Tiefe" toleriert. Aber ohne genauere Vorstellung ihres Falles kann man dazu kaum etwas vernünftiges sagen.

Vielleicht hat ein Kollege hierzu noch Ergänzungen??

´Hoffe, diese Informationen sind nützlich!

M.f.G;

_________________
Joachim Wagener


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.11.04, 00:11 
Moin Anne

Gibt es einen konkreten Anlass für diese beiden Fragen?

Habe das Gefühl, dass die Anfrage nicht der Allgemeinbildung dient, sondern ein komplexes Problem dahinter steht. Evtl. könnten Informationen zum Grund der Anfrage das Antworten erleichtern.

Aber vielleicht Irre ich mich ja auch :)

Tschau
Dirk Jahnke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.11.04, 09:45 
vielen dank für ihre schnellen und ausführlichen antworten!

ja, es gibt konkrete gründe ... während eines praktikums habe ich einen jungen betreut, der nach einem selbstmordversuch lange im künstlichen koma gelegen hat, den ich danach mit kanüle und tetrasastik mitbehandelt habe ( hauptsächlich bereich schluckübungen - versuchte anbahnung irgendwelcher artikulation).

zum anderen brauche ich diese infos für eine geschichtenrecherche.

mit freundlichen grüßen
anne


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.11.04, 18:16 
Zitat:
1) Im Regelfall verzögern die Medikamente, die man zur Erzeugung eines künstlichen Komas verwendet, die Entwicklung von Spastiken; sie verhindern sie aber nicht grundsätzlich; die häufig benutzten Benzodiazepine wie z.B. das Midazolam haben u.a. auch muskelentspannende Wirkungen. (oder besser: Nebenwirkungen).
Aber das künstliche Koma beseitigt nicht die Gründe für das Auftreten einer Spastik; das sehen sie z.B. bei Patienten nach Schädel-Hirn-Verletzungen nach dem Absetzen der genannten Medikamente.
Die besten Mittel zur Vorbeugung sind entsprechende Lagerungstechniken, gezielte krankengymnastische Behandlung und spezielle, spastikhemmende Medikamente.


hallo nochmals!

dem entnehme ich, dass es möglich ist, in der praxis vermutlich jedoch nicht allzu häufig vorkommt, dass während dem künstlichen koma spastiken auftreten, ist das so richtig? und wenn sie aufteten sollten, kommen vermutlich besagte spezielle medikamente zum einsatz, die das in der Folgezeit unterbinden/weiter hemmen?

mfg
anne


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.11.04, 21:45 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Anne hat geschrieben:
hallo nochmals!

dem entnehme ich, dass es möglich ist, in der praxis vermutlich jedoch nicht allzu häufig vorkommt, dass während dem künstlichen koma spastiken auftreten, ist das so richtig? und wenn sie aufteten sollten, kommen vermutlich besagte spezielle medikamente zum einsatz, die das in der Folgezeit unterbinden/weiter hemmen?

mfg
anne


Hallo Anne,

so ist es.
Die Entwicklung von ausgeprägten Spastiken im "künstlichen Koma" ist ausserordentlich selten, wenn für die Erzeugung/die Fortführung dieses "Komas" Medikamente aus der Benzodiazepinfamilie verwendet werden.

Aber seien sie mit ihren Argumentationen auf der Hut: für den Begriff "künstliches Koma" gibt es 1001 Definitionen, ganz abgesehen von den laienhaften (wertfrei gemeint) Vorstellungen zu diesem Begriff!

Freundliche Adventgrüße,

_________________
Joachim Wagener


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