Tubus Fixierung

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Natalie
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Tubus Fixierung

Beitrag von Natalie » 14.04.05, 11:31

Hallo zusammen

Wir benutzen zum Fixieren von Endotracheal-Tuben einen 2-er TG-Schlaucht. Aber da bei uns Langzeitbeatmungen erst meiner Meinung sehr spät tracheotomiert werden enstehen durch die Fixierungen immer wieder Druchstellen. Man versucht Stellen mit Kompressen abzupostern, jedoch funktioniert dies leider nicht.

Nun wollte ich fragen was auf andere Inensivstationen benutzt wird und was für Erfahungen gemacht wurden.

Sven Sünram
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Beitrag von Sven Sünram » 14.04.05, 11:55

Hi,

wir nutzen bspw. Mullbinden übergangsweise im OP / nach Notfallintubationen, tauschen diese jedoch gegen spezielle Fixierbänder ( heissen glaub ich EndoSoft o.ä. ) aus.
Gelegentlich nutzen wir noch Fixiersysteme mit zwei Klebeplatten ( mit Klett-Feld ) und passendes Band ( ebenfalls mit Klett-Feld ) - k.A. wie die heissen. Kann leider momentan nicht gucken, da ich noch ein paar Tage frei hab.

Sven

Emskopp
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Beitrag von Emskopp » 15.04.05, 00:29

Wir nutzen auch die Klett - Fixierungsystheme und zwar die von der Firma Transofix. Diese haben sich absolut bewährt.
Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln!

Natalie
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Beitrag von Natalie » 15.04.05, 11:46

Ich kenne diese Klett-Fixier Bänder, die auf einer Seite grün und auf der anderen Seite weiß/grau sind. Ich fand die immer sehr schön, aber Kollegen meinten, das sie nicht richtig halten würden und so die Gefahr hoch wäre, das sich der Patient nur durch Husten sich selbst Extubiert. Und dann wurden sie nicht mehr bestellt. Meiner Meinung nach wurden sie oft falsch befestigt. Aber wir hatten auch nie eine Einweisung über diese Bänder.

Wolfgang Ziegler
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Fixierung von Endotrachealtuben

Beitrag von Wolfgang Ziegler » 17.04.05, 21:42


Doc_Westerland
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Beitrag von Doc_Westerland » 20.04.05, 08:57

Moin Moin,

Was ich dazu sagen muss, dass ich auf meiner Station ziemlich verwöhnt werde, was dieses Thema angeht.
Zum einen haben wir diese Honigplatten mit Klett (wie oben beschrieben), zum anderen haben wir auch diesen TuBo-Clip, welcher in dem Link www.novo-med.de beschrieben wird.

Letztendlich liegt es bei uns in der Verantwortung des Pflegenden, welche Fixierung er benutzt.
Bei einem sind wir uns einig, bei 135° bzw. Bauchlage gibt es nichts besseres als braunes Pflaster. Ich weiß nicht wie es die Literatur sieht, aber ich empfinde es als Pflegefehler, wenn man bei so einem Patienten den Tubus anders fixiert.
Denn sowohl mit den Honigplatten als auch mit dem TuBo-Clip ist es nicht möglich den Tubus so gut zu fixieren als mit braunem Pflaster.

Bei tief sedierten Patienten (ohne Hustenstoss) sind die anderen Varianten sicherlich hautschonender, und der Tubus ist auch gut fixiert.

Ich finde, dass jede einzelne Lösung ihre Vor-und Nachteile hat!
Sicherlich geht die sehr gute Fixierung mit braunem Pflaster auf die Kosten der Haut.
Andererseits ist man dankbar, wenn ein Patient durch das Bett tobt, dass der Tubus nicht flöten geht...
Der entscheidene Vorteil der Honigplatten ist der Schutzfaktor der Haut, und das es zu keinen Einschneidungen der Haut im Bereich des Halses/Hinterkopfes/Nacken kommt.


Zum Thema Druckstellen: Wie häufig macht Ihr denn einen Tubuslagewechsel? Bei uns einmal / Schicht, und wir haben wirklich(!) keine Probleme!!!



Aber da bei uns Langzeitbeatmungen erst meiner Meinung sehr spät tracheotomiert werden enstehen durch die Fixierungen immer wieder Druchstellen. Man versucht Stellen mit Kompressen abzupostern, jedoch funktioniert dies leider nicht.

Wo entstehen denn die Druckstellen? Wann werden die Patienten denn tracheotomiert?
Habt Ihr es denn schonmal mit braunem Pflaster versucht?


LG

Wolfgang Ziegler
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Tubusfixierung

Beitrag von Wolfgang Ziegler » 20.04.05, 21:20

Hallo miteinander,

ich bin auch einer, welcher gerne braunes Pflaster verwendet.
Am besten in Verbindung mit Guedeltubus. Wirkt wie eine zusätzliche "Schiene"

Das hält meistens sicher und verrutschen des ET (egal ob rein oder raus) kommt selten vor.

Alternativ ist auch die Fixierung mit der Mullbinde gut.
Da sollte unbedingt eine "starre" verwendet werden. Die elastischen geben leider nach.

Wie schon in einem Beitrag erwähnt, ist es ein wesentlicher Unterschied, ob ein Patient in der Anästhesie oder auf der Intensivstation ruhig liegt oder nicht.

Bei Notfallpatienten (schweissig, blutig, Notfalltransport) besondere Vorsicht!
Pflaster hält nicht, fertige Tubusfixationen zu aufwändig, zu teuer? wenig Erfahrung Übung usw.

Da hat doch die starre Mullbinde Vorteile.

Das mit den Druckstellen ist im Notfall zu vernachlässigen.

Doc_Westerland
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Beitrag von Doc_Westerland » 21.04.05, 09:51

Moin moin,

ich denke, man sollte dieses Thema sehr differenziert betrachten.

Meiner Meinung nach, kann man Patienten sowohl in der Anästhesie, wie in der Präklinik noch auf der Intensivstation vergleichen.

Jeder dieser drei Patiententypen hat andere Ansprüche an eine Tubusfixierung.

Bezogen auf die Präklinik (kaltschweissig, verdreckt...) ist die teure Variante sicherlich die Beste. Ich meine jetzt diese fertigen Plastikfixierungen. Sie sind sicherlich teuer, aber bezogen auf den Nutzen unentbehrlich. Man muss sich dazu mal überlegen, wie häufig so eine Fixierung benötigt wird. Da sind die Kosten eher irrelevant. Gerade im Rettungsdienst (erschwerte Rettung im Gelände, das Heruntertragen im Treppenhaus, Umlagern...)gibt es genügend Möglichkeiten, wo ein instabiler Patient mal eben extubiert werden könnte.

In der Anästhesie sind meiner Meinung nach Druckstellen ebenso zu vernachlässigen, wenn es nicht gerade 8 Std.-Op´s sind. Hier kommt es auf die Funktionalität an. (Bauchlagerung!,...) Sollte der Hautzustand eher schlecht sein, so würde man doch auf braunes Pflaster zurückgreifen, oder Mullbinden...
Die Operateure würden sich freuen, wenn der Anästhesist mal kurz Re-Intubieren muss... :D

Gerade auf der Intensivstation, wo Patienten über Tage/Monate beatmet werden, sind auf Druckstellen zu achten. Da muss ich nicht erwähnen, dass ein Güdeltubus bezogen auf den Zungengrund völlig kontraindiziert ist. Ausnahmen sind Woodbridge-Tuben(Spiralatuben), aber auch da, wenn es abzusehen ist, dass der Patient länger beatmet werden muss, eine Umintubation nicht aus dem Weg zu gehen ist...



Mfg

BIPAP
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Beitrag von BIPAP » 23.04.05, 09:56

Hallo

Auch ich bin der Meinung, daß braunes Pflaster die beste Fixierung auf der Intensiv ist.
Ich verwende es fast ausschlieslich. Problematisch wird es, wenn der Pat. Hautdefekte von der Pflasterfixierung bekommt. Dann benutze ich auch öfters mal die grün/grauen Bändchen. Die sind zwar nicht ganz so gut wie Pflaster (Bauchlage!), aber wenn die richtig angewendet werden, halten die auch sehr gut.
Mullbinde hat m.E. auf der Intensiv nichts zu suchen, allenfalls im OP oder im RD (und da sind die sher zu empfehlen).
Was ich überhaupt nicht verwende, sind diese weißen Klettfixierungen aus Bändchen und zwei Platten. Die kommen mir persönlich sehr suspekt vor und habe auch schon 3 beinahe Extubationen mit diesen Bändchen erlebt (eine davon bei einem im Hals absolut zugeschwollenem Pat.!)

Natalie
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Beitrag von Natalie » 24.04.05, 11:29

Hallo

Wo entstehen denn die Druckstellen? Wann werden die Patienten denn tracheotomiert?
Habt Ihr es denn schonmal mit braunem Pflaster versucht?




Die Druckstellen enstehen meist in den Mundwinkel und oft auch an der Unterlippe. Der Tubus wird auch einmal pro Schicht umgelagert.

Braunes Pflaster haben wir, seit ich dort arbeite (4 Jahre) nicht benutzt. Die Tuben werden im Op mit Pflaster befestigt, und wenn der Pat. nur nachbeatmet bleibt, dann lassen wir das Pflaster, sonst wird immer einen TG-Schlauch benutzt.

Bei uns kommt es schon vor, das ein Pat. weit über 14 Tage intubiert bleibt, bevor eine Tracheotomie vorgenommen wird. Es kommt immer darauf an, welchen Oberarzt wir in der Zeit haben. Manche Tracheatomieren schon viel schneller.

Ich werde aber auf jeden Fall noch mal die Leitung und Ärzte auf die weichen Fixierungen machen. Als wir diese als Probe hatten, habe ich sie immer verwendet. Aber es kam meistens vor, das einer der Kollegen dann wieder ein TG-Schlauch benutzt. Oft kommt dann die Erklärung, das sie nicht wissen, wie man damit umgeht, oder das sie nicht fest genug wären. Oft stelle ich auch dann fest, das sie falschherum angebracht werden.

Wir hatte selbst in der Bauchlage noch nie das Problem, das der Tubus verrutschte, oder gar ganz herausrutscht, wenn er mit einem TG-Schlauch fixiert ist.

Braunes Pflaster finde ich auf die Dauer für die Haut zu schlecht. Kinder-Tuben werden immer mit Pflaster befestigt.

Hartmann
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Beitrag von Hartmann » 04.05.05, 20:34

Hallo,
wir verwenden Stülpa Schlauchverband der größe 1-2, wir haben selten mit Druckstellen zu tun vielleicht auch deshalb weil wir die Lippen mit Bepanthen einmal/ Schicht eincremen. Anfangs hatten wir Druckstellen am Ohr weil wir die Fixierung abwechselnd über die Ohren gebunden hatten, seitdem wir sie im Nacken fixieren ist dieses Problem gelöst.
Diese Art ist auch vollkommen geeignet als ausschließliche Fixierung bei der Bauchlage, da beim drehen ein Arzt am Kopf steht und alle Lifelines sichert (Tubus, ZVK, ES)
Auch im Notfall wird bei und diese Methode angewendet da sie Speichel, Schweiß :) und Blut unabhängig hält.
Braunes Pflaster ist für mich kein Thema.
mfg.Michael

D_Kraft
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Beitrag von D_Kraft » 08.05.05, 00:12

Ich mag grad noch zu den Transofix-Halteplatten mit Klettbändern mal anmerken:

Wir benutzen diese Fixiersysteme schon seit mehr als 7 Jahren auf unserer interdiz. Intensiv. Ob Blut, Schweiß, Euph, wasauchimmer... die Dinger halten!!!
Allerdings habe ich es ein mal erlebt, daß ein Patient einen so fixierten Tubus, trotz suffizientem Block, "rausgehustet" hat. Woran das lag, mag ich jetzt nicht mehr zu beurteilen.
Generell halte ich die TransoFix für eine recht "elegante" Lösung. Die Platten erzeugen im Vgl. zu Pflaster z.B. keine Kleberrückstände.
Und denkt man mal an die Angehörigen... ich find, das sieht besser aus! :D
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Dirk_Becherer
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Tubusfixierung und MPG?!

Beitrag von Dirk_Becherer » 23.05.05, 21:00

Ich habe mit Interesse diesen Diskussionspfad verfolgt und sehe es ähnlich wie 'Doc Westerland'. Die Fixierung muss vom Patienten, dessen Situation und den geplanten Maßnahmen abhängig gemacht werden.

Zu der Diskussion welches Fixiermittel das beste ist möchte ich einfach mal folgende Hinweise kommentarlos in den Raum stellen:
1. Endotrachealtuben sind Medizinprodukte im Sinne des MPG
2. Die Fixierung ist somit ebenfalls als Medizinprodukt im Sinne des MPG zu sehen.
3. Die Rettungsdienste MUSSTEN wegen den Vorgaben des MPG auf die "teuren" Plastikfixierungen wie den Thomas-Holer(R) umsteigen (genaue Rechtsgrundlage mit Paragraphen wird nachgereicht, muss ich erst vom Rettungsdienstleiter besorgen).

Können wir uns als in der Klinik tätige erlauben, trotz der Diskussion über Vor- und Nachteile fertiger Tubusfixierungen (ich persönlich kennen inzwischen mindestens ein dutzend verschiedener Systeme), einen ständigen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz erlauben? Was ist wenn der Patient sich nun selber oder akzidentell Extubiert wird und zu Schaden kommt?

Ich habe diese Fragen auch bereits einmal unserer Leitenden Medizintechnikerin gestellt, allerdings ist Ihre Antwort nich zittierbar, da keine gekommen ist.

Mit vielen Grüßen
Dirk Becherer
Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege
Lehrrettungsassistent

Joachim Wagener
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Beitrag von Joachim Wagener » 23.05.05, 22:50

Hallo liebe NutzerInnen,
lieber Kollege Dirk_Becherer,
(...) Die Fixierung ist somit ebenfalls als Medizinprodukt im Sinne des MPG zu sehen.(...)

Das MPG enthält an keiner mir bekannten Stelle ein direktes oder ableitbares Verbot, Endotrachealtuben auch anders als mit speziell dafür hergestellten Produkten zu fixieren.
Durch die Verwendung als Tubusfixierung erhält z.B. die Mullbinde keine andere rechtliche Eigenschaft, als sie vor der Fixierung hatte. Sie wird weder ein Medizin-Produkt höherer Güte oder Ordnung noch wird sie ein Zubehör des Tubus i.S.v. MPG § 3 Abs. 9.
MPG § 3 Begriffsbestimmungen
9. Zubehör für Medizinprodukte sind Gegenstände,(...)die selbst keine Medizinprodukte (...)sind, aber vom Hersteller dazu bestimmt sind, mit einem Medizinprodukt verwendet zu werden, (...)

(...)Was ist wenn der Patient sich nun selber oder akzidentell Extubiert wird und zu Schaden kommt?(...)

Das MPG spielt hier nur eine ganz kleine Rolle; haftungsrechtlich wird´s schärfer, wenn die Extubation durch einen Verstoss gegen die Sorgfaltspflichten möglich wurde.
Diejenigen, die immer wieder laut die ausschliessliche Anwendung von Spezialprodukten fordern, haben oft ein wirtschaftliches Interesse daran, dass wir ihnen glauben...
Deshalb:
(...)Die Rettungsdienste MUSSTEN wegen den Vorgaben des MPG auf die "teuren" Plastikfixierungen wie den Thomas-Holer(R) umsteigen (genaue Rechtsgrundlage mit Paragraphen wird nachgereicht, muss ich erst vom Rettungsdienstleiter besorgen).(...)

Bin gespannt....
8)
Joachim Wagener

Oliver Schreiber
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Beitrag von Oliver Schreiber » 10.06.05, 01:03

Hallo zusammen ,
wir haben fast jegliche Fixiermaterialien und Hersteller ausprobiert und sind dann
auf das Fixiersystem von TechniMed AG , SECUTAPE umgestiegen .
Es ist nicht ganz billig , dafür meiner Meinung nach , :D einfach genial und das in allen
Belangen .

MFG
Oliver

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