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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ehrliche Antworten und Meinungen bitte - Intensivpatient
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BeitragVerfasst: 16.04.13, 13:18 
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Beiträge: 17


Liebe Forenmitglieder,

wie Ihr aus meinen anderen Threads heraus lesen könnt, haben wir in der Familie gerade einen Schicksalsschlag erlebt.

Meine Mutter liegt seit vergangen Dienstag auf der Intensivstation und wir als Familie besuchen Sie täglich. Wir sind vier Geschwister und mein Vater!

Nun haben alle das gleiche Gefühl - nämlich das man da nicht unbedingt gerne gesehen wird. Zwei meiner Geschwister haben schon Angst zu klingeln, weil man sich unwohl fühlt und man auch immer irgendwie das Gefühl hat, dass die PflegerInnen die Besuche nerven - entschuldigt - es sind keine Tatsachen, ich möchte niemanden was unterstellen - es ist eben das Gefühl, was uns alle begleitet.

Nun wüßte ich gerne, wie das die Fachkräfte sehen - tun die Besuche meiner Mutter gut? Oder ist das einfach zuviel? Wird Besuch auf der Intensiv gerne gesehen oder eher als störend empfunden?

Wir wollen den Pflegern ja auch nicht im Weg stehen, aber unser Gedanke / Elan ist eben der, dass jeder Tag der Letzte sein könnte.

Bitte um ehrliche Antworten.


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 13:25 
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Beiträge: 3413
hallo, wenn der Mutter der Besuch nicht zugemutet werden könnte ( aus welchen Gründen auch immer ) würde man euch das sagen.
Ich würde in solch einer Situation meine Mutter auf jeden Fall besuchen wollen. Komapatienten bekommen mehr mit als man denkt, deswegen müsste der Besuch der Kinder doch eher als positiv zu bewerten sein.

Aber wenn du Zweifel hast dann spreche doch die Pflegekräfte einfach an, irgendeine Antwort müssen die ja dann geben :wink:

Wünsche euch alles Gute :(


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 13:28 
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Beiträge: 17


Hallo dora,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich scheue mich davor, das Anzusprechen, denn evtl. können die Pfleger (die echt toll sind) sich auch vor den Kopf gestossen fühlen. Das möchte ich nicht unbedingt.

Wir als Laien können das nicht beurteilen und vll. täuscht das Gefühl was wir haben auch einfach.

Mein Vater meinte gestern, dass Ihn jeder Anruf Überwindung kostet, weil er eben auch das Gefühl hat, als wenn das ewige Nachfragen und Besuchen nervt. Er sagte, dass die Antworten immer in die Richtung gehen nach dem Motto: Wenn es was Neues gibt, informieren Wir Sie schon.

Ich denke wir sind emotional alle gerade total überfordert und vll. auch empfindlich in einigen Beziehungen. Deswegen kann ich das gar nicht objektiv einschätzen.


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 13:50 
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Registriert: 27.12.06, 00:51
Beiträge: 3413
Zitat:
Wir als Laien können das nicht beurteilen und vll. täuscht das Gefühl was wir haben auch einfach


ihr könnt doch einfach einen Pfleger ob er meint dass euer Besuch für die Patientin gut ist oder eher zu anstrengend.Darauf wird man euch bestimmt antworten :wink:


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 18:19 
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Registriert: 03.04.13, 16:10
Beiträge: 11
Hallo!

Du schreibst ...wir als Familie besuchen sie täglich, wir sind vier Geschwister und mein Vater....
(sorry, ich hab die "Zitierfunktion" noch nicht kapiert)

Meinst Du nicht, dass das eventuell etwas viel für alle ist?
Ich habe leider auch einige Erfahrungen mit Besuchen auf der Intensivstation sammeln müssen und habe dort in verschiedenen Häusern sehr gute Erfahrungen mit dem Personal gemacht. Auch bei Stress und Hektik freundlich und zugewandt. Fragen wurden immer so gut es ging beantwortet, wenn gerade keine Zeit war, wurde man gebeten zu warten.
Aber schon auf "normalen Stationen" können Besucher in "Gruppenstärke" eine Belastung für Personal und andere Patienten sein, da denke ich 5 Personen auf der Intensiv sind schon kritisch, auch wenn alle einzeln und immer nur kurz vorbei kommen. Und wenn dann womöglich jeder einzeln seine Fragen loswerden will?
Ich wünsche euch allen viel Kraft, vielleicht könnt ihr euch etwas abwechseln (mit Besuchen am Bett und/oder Gesprächen mit Ärzten/Pflegern) und euch untereinander eng austauschen?
Viele Grüße


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 22:02 
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Interessierter

Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
dora hat geschrieben:
Zitat:
Wir als Laien können das nicht beurteilen und vll. täuscht das Gefühl was wir haben auch einfach


ihr könnt doch einfach einen Pfleger ob er meint dass euer Besuch für die Patientin gut ist oder eher zu anstrengend.Darauf wird man euch bestimmt antworten :wink:


Hallo dora,

ja wir haben das schon mal angesprochen, vor allem weil meine kleine Schwester die Besuche gar nicht gut verkraftet. Die Schläuche & Geräte, der aufgeschwemmte Körper usw. sind eine große Belastung vor allem psychisch.

Die Aussage vom Krankenhauspersonal war diese: "Sie müssen nicht jeden Tag kommen. Die Kraft, die Sie hier jetzt verbrauchen, benötigen Sie, wenn Sie wieder aufwacht."

Gut, damit hat er wahrscheinlich Recht. Da werden sicher noch harte Tage auf uns zukommen ... aber wenn man immer damit rechnen muss, dass es der letzte Tag ist, dann möchte man doch da sein.


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BeitragVerfasst: 16.04.13, 22:07 
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Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
Apotheke1295 hat geschrieben:
Hallo!

Du schreibst ...wir als Familie besuchen sie täglich, wir sind vier Geschwister und mein Vater....
(sorry, ich hab die "Zitierfunktion" noch nicht kapiert)

Meinst Du nicht, dass das eventuell etwas viel für alle ist?
Ich habe leider auch einige Erfahrungen mit Besuchen auf der Intensivstation sammeln müssen und habe dort in verschiedenen Häusern sehr gute Erfahrungen mit dem Personal gemacht. Auch bei Stress und Hektik freundlich und zugewandt. Fragen wurden immer so gut es ging beantwortet, wenn gerade keine Zeit war, wurde man gebeten zu warten.
Aber schon auf "normalen Stationen" können Besucher in "Gruppenstärke" eine Belastung für Personal und andere Patienten sein, da denke ich 5 Personen auf der Intensiv sind schon kritisch, auch wenn alle einzeln und immer nur kurz vorbei kommen. Und wenn dann womöglich jeder einzeln seine Fragen loswerden will?
Ich wünsche euch allen viel Kraft, vielleicht könnt ihr euch etwas abwechseln (mit Besuchen am Bett und/oder Gesprächen mit Ärzten/Pflegern) und euch untereinander eng austauschen?
Viele Grüße


Hallo Apotheke,

danke für deinen Beitrag!

Ich muss ehrlich sein - für uns alle ist das eine enorme Belastung. Eine emotionale Belastung und ja, ich denke auch das wir restlos überfordert sind.
Wir sind nicht jeden Tag alle da. Mein Bruder wohnt weiter weg und kann nur am Wochenende runter kommen. Wir sind alle Vollzeit Berufstätig und haben Kinder - aber ein, zwei Personen sind am Tag immer da.

Wir versuchen uns auszutauschen und die Info´s untereinander weiterzugeben. Und manchmal ja, sind wir auch einfach schlecht abgesprochen. Wahrscheinlich hast Du Recht, dass die Situation bei so einer großen Familie auf einer Intensivstation kritisch gesehen wird.

Ich versuche da einen Rhytmus rein zu bekommen.

Vielen Dank für deine lieben Wünsche.


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BeitragVerfasst: 19.04.13, 21:20 
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Registriert: 07.04.13, 22:20
Beiträge: 11
hallo infantil!

ich schreibe dir hier als krankenpflegerin auf einer intensivstation, also entschuldige, falls ich zu sachlich antworten sollte und ich kann natürlich nur meine persönliche einstellung hier darstellen.

ich empfinde es immer als angenehm, wenn ich weiß, wer unter den angehörigen die "hauptansprechperson" ist und habe auch das gefühl, dass es den familien gut tut.
ihr scheint schon den weg gefunden zu haben, dass ihr euch viel untereinander austauscht, das ist sehr wichtig, denn nichts führt zu mehr unmut auf beiden seiten, wenn informationen verloren gehen oder ständig wieder von vorne angefangen werden muss. macht das weiter so!

auf den meisten intensivstationen gibt es besuchszeiten, versucht euch an diese zu halten oder sprecht es mit den kollegen auf der station ab, ausnahmeregelungen sind fast immer realisierbar und werden auch bereitwillig freigeschaufelt, man muss nur darüber sprechen! nichts ist ärgerlicher wie sätze wie "ach, jetzt klingelt familie müller-meier-schmidt schon wieder während der übergabe!", obwohl vielleicht einfach unkenntnis herrscht.
besuch ist in jedem fall erwünscht, auch täglich! oftmals ist es jedoch gut, sich abzuwechseln und nicht mit mehr als 2 personen gleichzeitig "am bett" zu sein.

fühlt euch nicht unerwünscht, wenn ihr zu visitenzeiten, zu pflegemaßnahmen (vielleicht auch am mitpatienten), bei aufnahmen, herausgebeten werdet oder ihr längere zeit vor der tür warten müsst - das hat nichts mit euch persönlich zu tun! manchmal ist es schlichtweg nicht anders machbar und auch für das personal nicht befriedigend.

vielleicht habt ihr eine pflegeperson zu der ihr besonders vertrauen habt, die eure mutter vielleicht häufiger betreut - sprecht mit ihr darüber und fragt sie, oftmals erklärt das pflegepersonal etwas lebensnaher als die lieben akademiker (ohne ihnen zu nahe treten zu wollen)

ich wünsche euch alles gute und viel kraft!

_________________
Neuling auf der Intensivstation


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BeitragVerfasst: 19.04.13, 22:21 
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Registriert: 24.04.06, 21:03
Beiträge: 89
~mariko~ hat geschrieben:
hallo infantil!
also entschuldige, falls ich zu sachlich antworten sollte

Als unbeteiligter Mitleser, der zur "Sache" leider nicht viel weiterhelfen kann, bedanke ich mich bei mariko. Ich habe selten - vielleicht nie - einen so wohltuenden, guten Beitrag gelesen wie diesen.

An infantil vielleicht nur den Rat: Sprecht Euch ab, teilt Euch ein. Es geht nicht nur darum, wer sich in der Koma-Phase die meisten Besuchsstunden anrechnen lassen kann. Auf die Zeit danach kommt es genauso an - mindestens.

Gruß von
Gerhard

_________________
Besuche bereiten immer Freude - wenn nicht beim Kommen, dann beim Gehen!


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BeitragVerfasst: 19.04.13, 23:10 
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Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
hier etwas von die anderen Seite (ich lag schon 4 mal auf der Intensiv). Mehrere kurze Besuche sind leichter als längere Besuche zu verkraften. Auf die Intensiv ist es immer laut, man schlaft total schlecht und unbequem (wie man dort wieder gesund werden sollte, ist mir bis heute rätselhaft). Man ist schwer krank und wird sehr schnell überfordert und müde.

Ich weiß aber nicht wie viel deine Mutter schon mitkriegt.

Im bewussten Zustand, habe ich es so geregelt: halbe bis einen Stunde am Bett, dann war ich komplett erschöpft, wenig Besuch pro Tag (mit ein paar Stunden Pause dazwischen), max 2 Personen auf einmal.Man wird von die viele Eindrucke schlicht weg überfordert.

Wähle 1-2 Personen, um mit die Ärzte zu reden, es spart wiederholte Fragen, und die gewählte Ansprechspartner werden über das Verlauf mehr verstehen. Viele Bruchstücke von mehrere Leute kann schnell zu Missverständnisse führen. Die eine oder zwei Personen fassen dann alles zusammen und
gibt es dann weiter.

Alles Gute
Muppet


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BeitragVerfasst: 25.04.13, 21:50 
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Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
Hallo mariko,

wow vielen lieben Dank für deinen super Beitrag!
Der hat mir wahnsinnig gut getan und vor allem hat er mir weitergeholfen.

Wir versuchen uns abzusprechen, damit das betreuende Personal nicht alles zwanzig mal wiederholen muss. Das klappt auch meistens ganz gut. Wir haben untereinander so eine Telefonkette eingerichtet und die Infos werden dann abends weitergegeben.

Auch bei den Besuchsterminen wechseln wir uns ab - ich mache zum Beispiel Dauernachtschicht und fahre lieber gegen frühen Nachmittag hin - mein Vater gegen abend usw. Das klappt auch gut - wir versuchen die Besuche kurz zu halten und halten uns strikt an die Besuchszeiten. Wir möchten da auch niemanden die Arbeit erschweren oder bei Visiten, Verbandswechseln, Übergaben usw. im Weg stehen.

Das Personal leistet ganz tolle Arbeit und da sind richtig super Leute dabei, die einen jeden Tag auf´s Neue Mut machen. Das was ICH bisher gesehen habe, würde mich innerlich kaputt machen und ich habe einen sehr großen Respekt vor Eurer Arbeit. Hut ab!!!


~mariko~ hat geschrieben:
hallo infantil!

ich schreibe dir hier als krankenpflegerin auf einer intensivstation, also entschuldige, falls ich zu sachlich antworten sollte und ich kann natürlich nur meine persönliche einstellung hier darstellen.

ich empfinde es immer als angenehm, wenn ich weiß, wer unter den angehörigen die "hauptansprechperson" ist und habe auch das gefühl, dass es den familien gut tut.
ihr scheint schon den weg gefunden zu haben, dass ihr euch viel untereinander austauscht, das ist sehr wichtig, denn nichts führt zu mehr unmut auf beiden seiten, wenn informationen verloren gehen oder ständig wieder von vorne angefangen werden muss. macht das weiter so!

auf den meisten intensivstationen gibt es besuchszeiten, versucht euch an diese zu halten oder sprecht es mit den kollegen auf der station ab, ausnahmeregelungen sind fast immer realisierbar und werden auch bereitwillig freigeschaufelt, man muss nur darüber sprechen! nichts ist ärgerlicher wie sätze wie "ach, jetzt klingelt familie müller-meier-schmidt schon wieder während der übergabe!", obwohl vielleicht einfach unkenntnis herrscht.
besuch ist in jedem fall erwünscht, auch täglich! oftmals ist es jedoch gut, sich abzuwechseln und nicht mit mehr als 2 personen gleichzeitig "am bett" zu sein.

fühlt euch nicht unerwünscht, wenn ihr zu visitenzeiten, zu pflegemaßnahmen (vielleicht auch am mitpatienten), bei aufnahmen, herausgebeten werdet oder ihr längere zeit vor der tür warten müsst - das hat nichts mit euch persönlich zu tun! manchmal ist es schlichtweg nicht anders machbar und auch für das personal nicht befriedigend.

vielleicht habt ihr eine pflegeperson zu der ihr besonders vertrauen habt, die eure mutter vielleicht häufiger betreut - sprecht mit ihr darüber und fragt sie, oftmals erklärt das pflegepersonal etwas lebensnaher als die lieben akademiker (ohne ihnen zu nahe treten zu wollen)

ich wünsche euch alles gute und viel kraft!


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BeitragVerfasst: 25.04.13, 21:52 
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Interessierter

Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
GS hat geschrieben:
~mariko~ hat geschrieben:
hallo infantil!
also entschuldige, falls ich zu sachlich antworten sollte

Als unbeteiligter Mitleser, der zur "Sache" leider nicht viel weiterhelfen kann, bedanke ich mich bei mariko. Ich habe selten - vielleicht nie - einen so wohltuenden, guten Beitrag gelesen wie diesen.

An infantil vielleicht nur den Rat: Sprecht Euch ab, teilt Euch ein. Es geht nicht nur darum, wer sich in der Koma-Phase die meisten Besuchsstunden anrechnen lassen kann. Auf die Zeit danach kommt es genauso an - mindestens.

Gruß von
Gerhard


Hallo Gerhard,

danke für deinen Beitrag!

Ich glaube da sind wir ganz gut organisiert :D Momentan packen wir meinem Vater unter die Arme (Haushalt, Wäsche waschen, kochen usw. ) da er etwas unbeholfen ist und suchen schon nach Möglichkeiten um meine Mutter optimal begleiten zu können, wenn Sie auf eine andere Station verlegt wird.


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BeitragVerfasst: 25.04.13, 21:54 
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Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
Muppet hat geschrieben:
Hallo,
hier etwas von die anderen Seite (ich lag schon 4 mal auf der Intensiv). Mehrere kurze Besuche sind leichter als längere Besuche zu verkraften. Auf die Intensiv ist es immer laut, man schlaft total schlecht und unbequem (wie man dort wieder gesund werden sollte, ist mir bis heute rätselhaft). Man ist schwer krank und wird sehr schnell überfordert und müde.

Ich weiß aber nicht wie viel deine Mutter schon mitkriegt.

Im bewussten Zustand, habe ich es so geregelt: halbe bis einen Stunde am Bett, dann war ich komplett erschöpft, wenig Besuch pro Tag (mit ein paar Stunden Pause dazwischen), max 2 Personen auf einmal.Man wird von die viele Eindrucke schlicht weg überfordert.

Wähle 1-2 Personen, um mit die Ärzte zu reden, es spart wiederholte Fragen, und die gewählte Ansprechspartner werden über das Verlauf mehr verstehen. Viele Bruchstücke von mehrere Leute kann schnell zu Missverständnisse führen. Die eine oder zwei Personen fassen dann alles zusammen und
gibt es dann weiter.

Alles Gute
Muppet


Hallo Muppet,

vielen Dank für die Info. Das war mir so gar nicht bewusst. Ich denke mir, dass die Besuche auch anstrengend sind für meine Mutter, aber den Rest habe ich nicht bedacht. Wahrscheinlich hast Du Recht und es wäre besser, wenn am Tag dann maximal zwei Leute dorthin fahren um Sie nicht zu überfordern. Ich werde das in der Familie mal ansprechen. Danke


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BeitragVerfasst: 27.04.13, 16:45 
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Registriert: 07.04.13, 22:20
Beiträge: 11
Zitat:
Wir versuchen uns abzusprechen, damit das betreuende Personal nicht alles zwanzig mal wiederholen muss. Das klappt auch meistens ganz gut. Wir haben untereinander so eine Telefonkette eingerichtet und die Infos werden dann abends weitergegeben.


das klingt nach einer idealen lösung! ich drücke euch ganz doll die daumen, dass ihr das weiter so toll hinbekommt.


Zitat:
Das Personal leistet ganz tolle Arbeit und da sind richtig super Leute dabei, die einen jeden Tag auf´s Neue Mut machen. Das was ICH bisher gesehen habe, würde mich innerlich kaputt machen und ich habe einen sehr großen Respekt vor Eurer Arbeit. Hut ab!!!


freut mich, dass die kollegen vor ort euch eine stütze sind. so soll es sein.

ich wünsche euch wirklich von herzen alles gute und sollten noch fragen auftauchen, scheinst du sowohl beim personal dort als auch auf jeden fall hier im forum ansprechpartner zu haben.

_________________
Neuling auf der Intensivstation


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BeitragVerfasst: 30.04.13, 19:20 
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Registriert: 15.04.13, 19:40
Beiträge: 17
~mariko~ hat geschrieben:
Zitat:
Wir versuchen uns abzusprechen, damit das betreuende Personal nicht alles zwanzig mal wiederholen muss. Das klappt auch meistens ganz gut. Wir haben untereinander so eine Telefonkette eingerichtet und die Infos werden dann abends weitergegeben.


das klingt nach einer idealen lösung! ich drücke euch ganz doll die daumen, dass ihr das weiter so toll hinbekommt.


Zitat:
Das Personal leistet ganz tolle Arbeit und da sind richtig super Leute dabei, die einen jeden Tag auf´s Neue Mut machen. Das was ICH bisher gesehen habe, würde mich innerlich kaputt machen und ich habe einen sehr großen Respekt vor Eurer Arbeit. Hut ab!!!


freut mich, dass die kollegen vor ort euch eine stütze sind. so soll es sein.

ich wünsche euch wirklich von herzen alles gute und sollten noch fragen auftauchen, scheinst du sowohl beim personal dort als auch auf jeden fall hier im forum ansprechpartner zu haben.



Hallo mariko,

vielen vielen Dank - das ist ein ganz tolles Forum und ich habe schon viel für mich mitgenommen!
Die letzten Tage waren ein Wechselbad der Gefühle!

Midazolam wurde abgesetzt, meine Mutter langsam aus dem künstlichen Koma geholt. Nach drei Tagen wurde der Tubus gezogen und Sie kam mehr und mehr zu Bewusstsein. Die Ärzte waren zufrieden und zuversichtlich. Dann der Rückschlag - die Atmung machte nicht so mit, wie gewünscht. Meine Mutter kam ohne Sauerstoffmaske nicht aus. Der Abszess auf dem Rücken verheilt nicht und musste heute nochmal operiert werden.

Die OP ist gut gelaufen, allerdings haben Sie heute festgestellt, dass Sie sich mit dem Krankenhauskeim angesteckt hat und liegt nun unter Quarantäne! Wieder im Koma ... :(


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