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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Thrombose - Lungenembolie - künstliches Koma - was nun?
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BeitragVerfasst: 21.03.13, 13:05 
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Beiträge: 6
Hallo,

meine Oma (83) ist am Freitag zusammengebrochen, Grund war eine fortgeschrittene Thrombose (die sie nicht behandeln ließ) und eine darauf folgende Lungenembolie. Sie wurde übers Wochenende gekühlt, das CT von Montag zeigt eine ausgeprägte Schwellung im Großhirn, Stammhirn und Kleinhirn sind weitgehend unverletzt. NSE-Wert (leider weiß ich nicht welche Einheit ist 180). Sie liegt noch immer im künstlichen Koma.

Die Ärzte sagen, der Gesetzgeber schreibt nun vor, dass die Schwellung zurückgehen muss und sie dann aus dem künstlichen Koma erwachen "darf". Die Aussichten seien aber sehr schlecht und die Prognose apallisches Syndrom bzw persistent vegetative State.

Der Fall ist nun so, dass sie eine Patientenverfügung hat, die klar sagt, dass sie kein Leben ohne Bewusstsein, keine künstliche Beatmung und Ernährung wünscht. Trotzdem dürfen wir wohl nichts tun, so lange sie nicht aufgewacht ist und überprüft werden kann, was "vom Menschen noch übrig ist" (Originalton der Ärztin).

Kann jemand weiterhelfen, was wir tun können, ob dieser Ablauf tatsächlich so vorgeschrieben ist? Es erscheint uns grausam, sie erst erwachen zu lassen, obwohl die Aussichten eigentlich klar sagen, dass genau der Fall eintreten wird, den sie in der PV ausgeschlossen hat. Wir möchten ihr gern Leid ersparen, befürchten aber, dass sie die Intensivstation nun als Schwerstpflegefall verlassen wird anstatt dass man sie sterben lässt, so wie sie es sich schriftliche gewünscht hat.

Grüße
Ysawa


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BeitragVerfasst: 21.03.13, 14:56 
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Registriert: 15.09.04, 09:49
Beiträge: 7270
Wohnort: Bad Nauheim
Wenn die Patientenverfügung wirklich eindeutig ist, sollten Sie sich an einen Anwalt oder ggf. direkt an das Betreuungsgericht wenden. Natürlich wäre es vollkommen unzulässig, wenn genau das Gegenteil passiert, was vom Patienten verfügt wurde. Die Rechtslage ist auf Ihrer Seite.

_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.medizin-forum.de


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BeitragVerfasst: 25.03.13, 10:05 
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Interessierter

Registriert: 21.03.13, 12:56
Beiträge: 6
Hallo,

danke für die Antwort. Ein zweites CT-Bild hat nun eine weitere Schwellung ergeben. Die Patientenverfügung greift nun. Allerdings möchte das Krankenhaus die Beatmung nicht einstellen und hat auch die Ernährung vorerst fortgesetzt (mittlerweile aber nur noch Flüssigkeit). Wir müssen nun abwarten.

Ysawa


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BeitragVerfasst: 26.03.13, 20:01 
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Interessierter

Registriert: 21.03.13, 12:56
Beiträge: 6
Hallo nochmal,

ich brauche Rat, die Situation spitzt sich ins Unerträgliche.

Meine Oma stirbt immer noch - angeschlossen an Maschinen, die sie niemals wollte. Alle ANgehörigen quälen sich tagein, tagaus, die SItuation ist eine Farce, keiner versteht sie mehr. Aber zu den Fakten:

Das KH weigert sich, Beatmung und Ernährung einzustellen - mit dem Argument "Wir lassen ja keinen verdursten und verhungern und ersticken" - und das, obwohl die Aussage vor einigen Tagen war, dass ein bewusstes Leben niemals mehr möglich sein wird und sie stark sediert ist. Wir haben wieder und wieder betont, dass es unser Wille ist, dass der PV gefolgt wird. In einem Gespräch heute hat sich allerdings ergeben, dass zumindest ein Teil der Ärzte diese nie gelesen hat. Für uns ist das abslut unfassbar.

Nun verstößt es angeblich gegen KH-Richtlinien, Beatmung und Ernährung einzustellen. Aber ist es nicht das, was die PV verlangt, wenn dort steht "keinerlei intensivmedizinische Versorgung, die mein Leben verlängert"? WIr wurden nun vertröstet auf Donnerstag, weil morgen erst einmal eine "Besprechung des Falles im Kollegium" ansteht. WIr sind hilflos, was können wir tun??? Der Gipfel ist, dass morgen ein erneutes CT-Bild angefertigt werden wird. Obwohl es eigentlich schon hieß "WIr lassen sie nun sterben". Warum tut man das? Was bringt das? Von den Ärzten erhielten wir keine befriedigende Antwort.

Wir kennen unsere Oma, sie hätte das NIEMALS gewollt. Unsere Angst ist nun, dass sie durch die anhaltenden Maßnahmen ins natürliche Koma oder Wachkoma rutscht und als Schwerstpflegefall die Station verlässt. DAS entpsircht aber eindeutigst ihrem Willen.

Die Ärzte argumentieren mit Ethik (was eine Anmaßung ist in meinen Augen) - Womit können wir argumentieren? Wir haben Angst, dass sie sich nun etwas zurechtlegen, dass sie sie doch am Leben erhalten und wir keine Chance mehr haben, ihr ein Leben ohne Bewusstsein zu ersparen. Ist es unsere einzige Chance, mit einem Anwalt zu kommen?

Viele Grüße
Ysawa


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BeitragVerfasst: 27.03.13, 08:00 
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Registriert: 15.09.04, 09:49
Beiträge: 7270
Wohnort: Bad Nauheim
Nochmals: Wenden Sie sich eilig an das zuständige Betreuungsgericht. Die haben für solche eiligen Fälle oftmals einen eigenen Dienst.

_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.medizin-forum.de


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BeitragVerfasst: 27.03.13, 16:21 
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Interessierter

Registriert: 21.03.13, 12:56
Beiträge: 6
Hallo,

ja, das ist nun anscheinend der letzte Weg. Ich hatte gehofft, dass uns dies erspart bleibt, die Situation raubt weiß Gott genug Kraft.

Heute hat sie angefangen, wieder selbst zu atmen.

Grüße
Ysawa


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BeitragVerfasst: 27.03.13, 20:25 
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Interessierter

Registriert: 21.03.13, 12:56
Beiträge: 6
Hallo nochmal,

weiß jemand, ob es rein rechtlich überhaupt möglich ist/wäre, die Beatmung während des künstlichen Komas oder einer anderen künstlichen Sedierung einzustellen? Soweit ich verstehe, ist bei künstlicher Sedierung ja die Atmung quasi "ausgeschaltet" und das Abschalten würde somit unmittelbar zum Tod führen.

Danke im Voraus
Ysawa


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