Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Irritationen nach tiefer Sedierung normal?
Aktuelle Zeit: 29.06.17, 10:28

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 19.10.12, 17:26 
Offline
noch neu hier

Registriert: 19.10.12, 16:51
Beiträge: 1
Meine Lebensgefährtin (43 Jahre) wurde vor 21 Tagen aufgrund der Diagnose schwerste beidseitige Lungenentzündung sediert ("künstliches Koma"). Ein Bakeriologe des Klinikums wurde vom Stationsarzt mit den Worten "Ich habe noch nie eine so befallene Lunge gesehen." zitiert. (Zuvor wurden von verschiedenen Ärzten ausschließlich Schmerzmittel bzw. nichts verschrieben.) Ihr Zustand galt lange als kritisch, ein Breitbandantibiotikum erwies sich Gott-sei-Dank als wirksam, desweiteren wurde ein Ablauf gelegt, um Eier, Blut etc aus der Lunge abzuleiten. Man erwähnte hier bereits einen möglichen Luftröhrenschnitt sowie einen denkbaren Eingriff, um Flüssigkeit aus der Lunge abzupumpen. Zehn Tage später konnte ich mich jedoch mit ihr unterhalten. Sie hat selbsttätig geatmet und fragte schon nach Büchern. Es hieß, die Heilung könne jetzt beginnen, doch sie erlitt einen Rückschlag in Form von einer "Entzündung in der Entzündung". Sie wurde erneut tief sediert. In den folgenden Tagen wurde in den Rippen eingedrungen, um das Abpumpen der Flüssigkeit zu ermöglichen, sowie der Luftröhrenschnitt durchgeführt. Heute sind wir erneut 10 Tage weiter (22. Tag nach Aufnahme auf der Intensivstation), ich konnte mich heute erstmals wieder mit meiner Lebenmsgefährtin unterhalten, sie atmet nun wieder ohne Hilfe eines Beatmungsgerätes. (Leider war heute kein Stationsarzt für mich verfügbar.)

Nicht alle ihre Aussagen waren für mich nachvollziehbar. "Wieso geht es Dir so gut?", "Wir wissen beide, was das heißt.", "Die Welt geht nicht in den nächsten dreißig Minuten unter." oder "Du siehst aus wie ein Kellner.", "Das erkläre ich Dir, wenn es Dir besser geht." usw. Etwa 75 % der Aussagen waren für mich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Darüber hinaus wirkte sie sehr ablehnend und grantig. Sie bat mich auch ziemlich schnell wieder zu gehen, da das alles zu anstrengend für sie sei.

Ich vermute, das sind Reaktionen bzw. ist ein Verhalten, die nicht unbedingt persönlich zu nehmen sind und an die sie sich auch nicht unbedingt wird erinnern können. Das Verhalten entsprach nicht dem, was meine Lebensgefährtin üblicherweise an den Tag legt.

Kann jemand meine Theorie bestätigen?

Des Weiteren stellen sich die behandelnden Ärzte die Frage, warum ein so relativ junger Mensch, der aufgrund seiner ansonsten guten Konstitution (sie brauchte z.B. in den letzten Tagen des künstlichen Komas keine kreislaufstabilisierenden Medikamente) dies alles überstehen konnte, so heftig auf den Erreger reagiert hat. (Der Erreger war übrigens zumindest nach 20 Tagen noch nicht 100ig identifiziert.) Man hat diverse Untersuchungen vorgenommen, aber keine Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung gefunden. (Zum Glück.) Um so rätselhafter erscheint die Reaktion auf den Virus. Meine persönliche Erklärung "Streß" (in den letzten 18 Monaten hatte sie beruflich bedingt kaum Zeit für sich selbst) finden einige der Ärzte offenbar nicht überzeugend.

Hat jemand einen anderen möglichen Erklärungsansatz? (Alkohol scheidet aus.)

Vielen Dank.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 19.11.12, 00:16 
Offline
Interessierter

Registriert: 29.12.04, 13:04
Beiträge: 17
Ihre Lebensgefährtin, hat zwei Phasen intensiver Sedierung durchgemacht. Da ist es quasi "normal", dass sie jetzt, so wie Sie es beschreiben, ein sog. Durchgangssyndrom hat und teilweise unterbewusst Wahrgenommenes und Reales miteinander vermischt und ein misstrauisches Verhalten u.U. auch latent agressives Verhalten zeigt. Aus der praktischen Erfahrung heraus, klingt das dann alles recht zusammenhanglos und verwirrt.
Der Zustand kann einige Tage anhalten und auch tageszeitbedingt wieder zu Rückfällen führen. Häufig sind die Patienten nachts dann wieder "durcheinander".

Warum, das so ist weiss man schlussendlich nicht genau. Sicherlich spielen die Narkosemedikamente, die sie zur Sedierung erhalten hat eine grosse Rolle. Und falls Alkohol oder auch Medikamente eine Rolle gespielt hätten, müsste der "Entzug" in der Zeit der Beatmung und Sedierung abgeschlossen gewesen sein.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!