Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Was tun bei geschädigtem UK-Nerv nach OP?
Aktuelle Zeit: 11.12.17, 07:13

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 10 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 15.03.16, 20:59 
Offline
noch neu hier

Registriert: 15.03.16, 20:51
Beiträge: 3
Lieber Experte,

vor 2 Jahren habe ich (34) mich einer Unterkiefervorverlagerung (UKVV) unterzogen. Nach der OP war der Unterkiefer und die Unterlippe zunächst taub. Soweit so normal. Allerdings hat sich das gefühl in der Unterlippe und in einem Quadrat von den Mundwinkeln abwärts bis zum Kinn nie erholt. Es ist deutlich zu viel Gefühl auf dem Nerv.

Heißt: Eine Flasche die zum Mund geführt wird, fühlt sich an der Oberlippe normal an, an der Unterlippe deutlich kälter. Jeder Kuss schmerzt, an manchen Tagen brennt und schmerzt die Unterlippe einfach so.

Der Chirurg sagt, er hätte den Nerv nicht durchtrennt. 2 Neurologen wussten keinen Rat, einer wollte Epilepsie-Medikation verschreiben, der andere wusste gar nicht weiter.

Da es wirklich lokal um Unterlippe und den Bereich darunter geht, kann ich mir vorstellen dass es um die Punkte gehen könnte, an denen der Nerv aus dem Knochen tritt (das ist doch genau da vorn oder?)

Meine Fragen:

- Welche Diagnostik kann Klarheit bringen (kann man z.B. in einem MRT den Verlauf des Nervs sehen, also ob er z.B. eingeklemmt wurde oder doch verletzt ist? Dazu gibt es unterschiedliche Aussagen von Ärzten

- Zu welchem Arzt gehe ich überhaupt wenn nicht zu meinem Kieferchirurg, der das Problem offenbar verusacht hat? Kann ich in eine andere Klinik mit ambulanter Kiefer-OP-Station gehen?

- Ich habe ja unterschrieben, dass es Risiken gibt. Gibt es dennoch rechtliche Möglichkeiten, einen Behanldungsfehler nachzuweisen? Immerhin ist es bisher eine massive Einschränkung, da es jeden Tag Schmerzen gibt.

Besten Dank
​berliner34


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.16, 06:19 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3246
Wohnort: Friesland
berliner34 hat geschrieben:
- Ich habe ja unterschrieben, dass es Risiken gibt. Gibt es dennoch rechtliche Möglichkeiten, einen Behanldungsfehler nachzuweisen?

Sie müssen nachweisen, daß der Arzt einen Fehler gemacht hat und genau durch diesen Fehler Ihre Beschwerden aufgetreten sind. Bei Komplikationen, die auch bei völlig korrekter Arbeitsweise auftreten können, ist dies erfahrungsgemäß sehr schwierig. Sie sollten dazu auf jeden Fall einen Anwalt für Arzthaftungsrecht und einen versierten medizinischen Gutachter engagieren. Wenn kein Behandlungsfehler nachgewiesen werden kann, tragen Sie natürlich die Kosten.
Vorab können Sie sich schon einmal an die Schlichtungsstelle der Ärztekammer wenden, deren Gutachten kostenlos sind.

Was die Behandlung angeht, können Sie sich an einen Kieferchirurgen, einen Neurologen oder auch einen Schmerztherapeuten wenden.

_________________
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 16.03.16, 14:53 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
außer die vorgeschlagene Antiepileptika gibt es keine andere Behandlung. Man kann nur abwarten und hoffen der Nerv erholt sich. Nervenschädigung ist eine bekannte Risiko bei solchen OPs. Hat meistens nichts mit einen Fehler zu tun. MRT nützt wenig, da man ja weiß, dass der Nerv beschädigt ist - kein Informationsgewinn.

Gruß
Muppet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.06.16, 22:31 
Offline
noch neu hier

Registriert: 15.03.16, 20:51
Beiträge: 3
Hallo zusammen

Vor zwei Jahren wurde ich am Unterkiefer operiert. Es handelte sich um eine UKVV im Rahmen einer KFO Behandlung. Ich bin Anfang 30.. Seitdem schmerzt nun jede Berührung der Unterlippe, küssen, trinken, essen sind ohne Schmerzen nicht mehr möglich. Es ist eine Art brennen, das Fremdheitsgefuhl ist seit der OP immer da. Es gibt nun ein 3D Röntgenbild dass zeigt, dass die 2 Schrauben nicht im Nerv stecken, jedoch recht nah dran sind. Der nee wurde laut Chirurg bei der OP nicht verletzt. Meine Fragen sind:

1. Kann eine Materialentfernung das Problem beheben?

2. Welche weiteren Diagnoseverfahren gibt es? (Nerv testen, warum überträgt er offenbar Signale falsch?)

3.. Wo finde ich wirklich einen Spezialisten für einen Geschädigten UK Nerv. Also jemanden der sowohl neurologisch als auch in Sachen Kiefer ausgebildet ist. Die Besuche der Einzeldisziplinen brachte bisher keine Erkenntnis. Kann man die Röntgenbilder irgendwo hochladen in der Hoffnung, dass Experten sie sich ansehe? Gibt es so ein Portal in dem schwierige Fälle medizinisch begutachtet werden?

Ich frage das auch weil ich überlege so ein Portal zu erstellen. Also wo medizinische Probleme weltweit geteilt werden können um einen Arzt zu finden, der genau dieses eine Problem schonmal gelöst hat. Am Ende geht es ja "nur" um Kommunikation. Eine Art Datenbank

Viele Grüße und danke
Berliner34


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.06.16, 23:20 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3246
Wohnort: Friesland
Bitte keine verwirrenden Mehrfachthreads zur gleichen Fragestellung!

_________________
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 06.06.16, 09:22 
Offline
noch neu hier

Registriert: 15.03.16, 20:51
Beiträge: 3
Dann nochmal klarer gefragt:

1. Können zu nah am Nerv liegende Schrauben diese Art Beschwerden verursachen?

2. Wo finde ich einen Spezialisten für genau einen solchen Fall (Neurologen und Chirurgen haben bis jetzt keine Lösung finden können)

Danke und Gruß
Berliner34


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 19.06.16, 14:06 
Offline
Interessierter

Registriert: 18.06.16, 12:34
Beiträge: 8
Hier würde ich selber mal suchen nach den betroffenen Nerven, die involviert sein könnten: Nervus trigeminus, N. lingualis, N. buccalis und N. mandibularis, Danach von MKG-Chirurgen zu MKG-Chirurgen reisen, bis ich einen gefunden hätte, den es interessiert. Es ist erfahrungsgemäß schwierig in einem solchen Fall einen zu finden, der bereit ist, sich daran zu wagen, nach dem Motto "lieber die Finger davon lassen als sie daran zu verbrennen".

Wenn keiner bereit ist, dann um Überweisung in eine Universitätsklinik mit Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie-Abteilung bitten.

Müssen die Schrauben denn drin bleiben? Bei einer Bekannten, bei der sowohl Ober- als auch Unterkiefer verlagert wurden, wurden die Schrauben nach einem Jahr entfernt (in einer Uni-Klinik).


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 19.06.16, 17:20 
Offline
Interessierter

Registriert: 31.03.14, 21:17
Beiträge: 18
Scharlatan hat geschrieben:
Hier würde ich selber mal suchen nach den betroffenen Nerven, die involviert sein könnten: Nervus trigeminus, N. lingualis, N. buccalis und N. mandibularis, Danach von MKG-Chirurgen zu MKG-Chirurgen reisen, bis ich einen gefunden hätte, den es interessiert. Es ist erfahrungsgemäß schwierig in einem solchen Fall einen zu finden, der bereit ist, sich daran zu wagen, nach dem Motto "lieber die Finger davon lassen als sie daran zu verbrennen".


Diese Reise habe ich schon hinter mir ;) Alle sagen, dass so vom 3D Bild her nichts zu sehen ist, woran man erkennen könnte, dass der Nerv verletzt würde (dann wäre er ja auch ehr taub). Alle - selbst Ü60 Professoren - sagen, so was hätten sie noch nie gehabt, dass "zu viel Gefühl" auf dem Nerv ist -.-

Zitat:
Müssen die Schrauben denn drin bleiben? Bei einer Bekannten, bei der sowohl Ober- als auch Unterkiefer verlagert wurden, wurden die Schrauben nach einem Jahr entfernt (in einer Uni-Klinik).


Nein, müssen nicht drin bleiben - ist halt wieder eine OP mit allen Risiken. Wenn das aber eine Möglichkeit ist, dass der Nerv sich beruhigt, nehme ich die gern wahr demnächst.

Danke und Gruß


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 20.06.16, 10:25 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
wie sieht es mit ein Nerv-Blutgefäß Kontakt aus. Ist ein häufige Ursache.
Gruß
Muppet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 21.06.16, 12:27 
Offline
Interessierter

Registriert: 18.06.16, 12:34
Beiträge: 8
hallo JensPla und Berliner 34.

Seid ihr nun eine Person oder sind das zwei Personen mit dem gleichen Problem. Ist etwas verwirrend...

So ganz unerfahren in der Sache bin ich nicht. Hätte ein ähnliches Problem, das nach mehreren großen Knochenblocktransplantationen aus dem UK, die in den OB transplantiert wurden, entständen ist. Zunächst war der untere 4. Quadrant taub. Merkwürdigerweise schmerzte es, Berührung mit der Hand verursachte eine Art "Elektroschock", die Lippe eisig kalt und Berührung schmerzhaft.

Wenn du etwas Ähnliches spürst, würde ich es eher als "Gefühlsstörung" definieren. Mit einer Aussage "deutlich zu viel Gefühl auf dem Nerv zu haben", lockst du die Untersucher eher auf die falsche Fährte. Ärzte sind keine Hellseher.

Wenn die Sympomen als eisige Kälte, unangenehmes elektrisches Kribblen, ein gewisses Taubheitsgefühl (der Grad der Taubheit lässt sich gut durch eine Nadelprobe an verschienenen Stellen im Gesicht feststellen), dann schätze ich, dass der Nerv etwas abbekommen hat, nicht aber zerstört wurde. Was für Information liefern die 3D-Bildern denn in Bezug auf die Nerven? Und wer hat die Aufnahmen interpretiert? Das ist so eine Sache, denn garantiert werden die Interpretationen von mehreren Ü60 Professoren unterschiedlich ausfallen. Viele können es schlicht und einfach nicht,.

Wenn die Schrauben in Nervnähe sitzen, könntest du sie ja entfernen lassen. Mit einem Schlag werden die Probleme nicht zu beseitigen sein, aber nach einigen Monaten könnte sich eine Besserung einstellen. Ist mit Risiken verbunden, aber dennoch eine "Bagatell-OP".

Mein Taubheitsgefühl war bis drei Monate nach der OP richtig präsent, danach wurde es allmählich und sehr langsam besser. Nach einem Jahr wurde es deutlich erträglicher. Heute, drei Jahre später, habe ich noch einen minimalen Rest, mit dem ich gut Leben kann. Die Schrauben im Oberkiefer wurden 8 Monate nach dem großen Eingriff entfernt (sie hatten jedoch nichts mit der Gefühlsstörung im UK zu tun).


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 10 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!