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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Berufsaussichten
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 Betreff des Beitrags: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 12.05.17, 08:04 
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Tja, die Assizeit ist fast vorbei und bei mir nach sich noch mehr Ernüchterung breit als ich gedacht hätte. Ich denk mir wirklich nur noch: Und wie jetzt weiter? Macht alles noch weit weniger Spass als gedacht, zu viele Patienten, dauernd irgendwelcher Mist den man nebenher machen muss und Überstunden oder die Mittagspause durch telefonieren. Und mit der eigentlichen Arbeit kann ich mich auch immer weniger anfreunden.
Dabei muss ich an die Zukunft denken. Wo will ich nach der Assizeit hin? Ich habe wenig Lust mich auf etwas zu spezialisieren, was mir keinen Spass macht. Ich möchte sicher auch nie eine eigene Praxis aufmachen, das wäre ja noch mehr des Gleichen. Sich mit dieser Arbeitseinstellung anstellen lassen ist allerdings auch Mist.
Tja, wohin nun? Forschung? Ist leicht gesagt, würde ich aber nicht als realistische Perspektive einschätzen. Ich habe so keine Erfahrungen, die mir auf dem Gebiet nützen würden und vor den Behandlungskursen der Uni graut mir nur.
Industrie? Ich bin ein extrem schlechter Verkäufer und kann niemandem was aufschwatzen. Ich bekomme nicht Mal Füllungen an den Mann.
Medizinjournalismus? Die Aussicht ersteinmal zehn weitere Jahre oder so kaum etwas zu verdienen, wenn überhaupt, lässt sich mit meiner Familienplanung nicht in Aussicht bringen.
Gibt es denn noch Wege, die ich übersehen habe?


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 12.05.17, 13:23 
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DMF-Moderator

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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
"Sich mit dieser Arbeitseinstellung anstellen lassen ist allerdings auch Mist."- so ist es. Die Ernüchterung kommt m.E. etwas zu spät, immerhin haben Sie jetzt schon etliche Jahre incl. Studium auf dem Buckel. Wenn man sich nicht rechtzeitig orientieren kann, wie soll es dann quasi auf den letzten Drücker klappen? Vielleicht haben ja andere Leser Ihres Beitrages etwaige Vorschläge, die für Sie nützlich sein könnten. Ich bin jedenfalls immer wieder erstaunt, wie blauäugig manche mit ihrem Studium beginnen und dann erst relativ spät erkennen, dass ihre Vorstellungen doch falsch waren.
In der Humanmedizin gibt es eine Anzahl von alternativen Möglichkeiten, wenn man keine Praxis ausüben möchte und/oder als angestellter Klinikarzt tätig sein will. In der Zahnmedizin wird es sicher etwas schwieriger werden.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 12.05.17, 17:03 
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Beiträge: 2
Blauäugigkeit? Naja, sprechen Sie für sich selbst, wie Sie meinen. Daran lag es gewiss nicht. Das Studium war gewiss um Längen schlimmer, als die Arbeit selbst - die Arbeit selbst dauert nur insgesamt länger. Da werden Dinge, die man im Studium locker weggesteckt hat, wesentlich drückender. Man kann viele Dinge eben erst im Beruf erkennen, vor allem wegen der allgemeinen Schönfärberei der werten Kollegen, wenn man versucht sich ausgiebig zu orientieren.
Ich weiß, Sie sind hier Mod, aber ein sinnvoller Beitrag war dieses "selbst schuld, Pech gehabt" nicht wirklich, oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 12.05.17, 19:56 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10538
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo, ( eine Anrede der Höflichkeit halber sollte schon angebracht sein),
meine Meinung ist unabhängig von der Tätigkeit als Moderator. " Selbst schuld, Pech gehabt"- das habe in dieser Form in keinster Weise so formuliert und auch nicht unterschwellig andeuten wollen.
"Blauäugigkeit? Naja, sprechen Sie für sich selbst, wie Sie meinen"- wie soll ich dies verstehen. Für mich trifft Blauäugigkeit nicht zu, ich habe ab dem Physikum gewußt, dass ich Gynäkologe werden möchte ( Famulaturen, Nachtdienste als Student etc.) und würde dieses Fach nochmals wählen, immerhin waren es über 30 erfüllende Berufsjahre. Auch die ehrenamtliche 10jährige Tätigkeit in diesem Forum möchte ich nicht missen, auch wenn es immer wieder viel Zeit kostet.
Die Blauäugigkeit bezog sich nicht unbedingt auf Sie persönlich, ich habe während meiner Tätigkeit als Vertragsarzt der Bundeswehr ( nach der Pensionierung) immer wieder Rekruten erlebt, die Medizin studieren wollen, aber völlig unbedarft sind bzgl. der auf sie zukommenden Aufgaben im Studium und in der danach folgenden Zeit als Assistenzarzt.
"Macht alles noch weit weniger Spass als gedacht, zu viele Patienten, dauernd irgendwelcher Mist den man nebenher machen muss und Überstunden oder die Mittagspause durch telefonieren. Und mit der eigentlichen Arbeit kann ich mich auch immer weniger anfreunden."- das war eigentlich der Anlass meines Beitrages und ich wiederhole mich gern- wie kann man erst gegen Ende der Ausbildungszeit feststellen, dass einem die Arbeit in keiner Weise " Spass" macht? Ich jedenfalls stelle mir diese Frage- mit Verlaub.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 15.05.17, 15:39 
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DMF-Mitglied

Registriert: 08.01.12, 11:46
Beiträge: 63
Hallo drusba,

ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken über Deine berufliche Zukunft machst.
Ich finde es, im Gegensatz zu Dr. Fischer, auch nicht außergewöhnlich, dass ein Mensch im Alter von 25 - 30 Jahren andere Ansichten und Gewichtungen hat als 18jährige und gestehe Dir durchaus eine diesbezügliche Weiterentwicklung zu.
Parolen ala "...wie kann man nur..." oder "...ich habe früher..." sind bei so einem Thema wenig zielführend und gehen komplett am eigentlichen Thema ("Berufsaussichten") vorbei.
Es ist zwar schön, wenn ein Moderator zugibt, von der eigentlichen Materie ("... bei Zahnärzten") keine Ahnung zu haben, aber dann sollte man ohne Kenntnis des warum und wieso es zum Studium etc. kam, sich vielleicht doch (um es höflich zu formulieren) etwas zurückhalten und vielleicht das tun, was man von einem Moderator erwartet, nämlich den Beitrag ins richtige Forum zu verschieben, denn mit zahnmedizinischen Fragestellungen hat das hier nun wirklich nichts zu tun :-)

Zum eigentlichen Thema. Wenn Du Dir ein Berufsleben in Praxis/Klinik nicht vorstellen kannst und Industrie/Vertrieb nicht in Frage kommen, wäre vielleicht eine Tätigkeit als Zahnarzt im öffentlichen Gesundheitswesen (Info) oder als Sanitätsoffizier (Info) eine interessante Alternative. In beiden Fällen steht die Behandlertätigkeit nicht mehr im Vordergrund, sondern es kommen administrative + organisatorische Tätigkeiten sowie Wissensvermittlung, Gutachten etc. hinzu. Das Gehalt richtet sich nach entspr. Tarifverträgen / Besoldungsordnungen und ist ok, dazu kommen Sozialleistungen, von denen Du als Sebstständiger nur träumen wird und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie / work - life - balance ist bei diesen großen Behörden kein Problem.
Ich hoffe etwas geholfen zu haben.


Viele Grüsse, DJane


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufsaussichten
BeitragVerfasst: 15.05.17, 16:18 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10538
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
" In beiden Fällen steht die Behandlertätigkeit nicht mehr im Vordergrund, sondern es kommen administrative + organisatorische Tätigkeiten ..."- das stimmt so absolut nicht.
Ich habe tageweise nach der Berentung 4 Jahre lang in einem Bundeswehrfachsanitätszentrum gearbeitet, diesem war auch eine Abteilung für Zahnmedizin unterstellt. Der dortige Oberfeldzahnarzt hatte reichlich zu tun und wir hatten beim gemeinsamen Mittagessen Zeit, uns hierüber zu unterhalten. Seine Tätigkeit unterscheidet sich in nichts von der eines niedergelassenen Zahnarztes. Anders - wenn Sie-DJane- administrative Arbeit ansprechen, sieht es nur dann aus, wenn man in einem Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung arbeitet bzw. dorthin versetzt wurde.
Dann hat man in der Tat mit der praktischen Zahnmedizin nicht mehr viel zu tun. Ich hatte ferner kurz Einblick in ein Sanitätsversorgungszentrum bei einer Hubschrauberstaffel, dort waren zwei Zahnärzte permanent beschäftigt.
"Vereinbarkeit von Arbeit und Familie / work - life - balance ist bei diesen großen Behörden kein Problem"- dies trifft aber auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr nicht zu. Auch die im Ausland stationierten Ärzte benötigen eine zahnmedizinische Betreuung. Diesen Link habe ich kopiert:

"Dabei ist ihre Hauptaufgabe die Einsatzverwendungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten aus zahnärztlicher Sicht wiederherzustellen bzw. zu sichern und zu erhalten. Darüber hinaus sind Begutachtungen und Befundungen im Rahmen der Einstellungs- und Tauglichkeitsuntersuchungen ein weiterer wichtiger Teil der Tätigkeit eines Zahnarztes der Bundeswehr. Diese Zahnärzte sind aber nicht nur im Inland tätig, sondern behandeln Ihre Patienten auch im Auslandseinsatz, getreu der Maxime des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, die vorsieht, den Soldaten im Falle einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Verwundung eine Versorgung zu Teil werden zu lassen, die im Ergebnis dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht. Dieser Anspruch gilt für das gesamte Spektrum medizinischer Versorgungsleistungen, also auch für den zahnärztlichen Bereich. So gehören bei allen Einsätzen oder Übungen im Ausland ab einer gewissen Größe und Zeitdauer auch immer Zahnärzte zur sanitätsdienstlichen Komponente. Dies gilt für die Einsätze der Bundeswehr beispielsweise in Afghanistan und dem Kosovo genauso wie für die Einsätze der Marine an Bord von seegehenden Einheiten. Durchschnittlich sind gleichzeitig meist 10- 12 Zahnärzte im Einsatz "- also nicht unbedingt so familienfreundlich- aber dafür sind die Einsätze sehr gut dotiert, gehen aber über mehrere Monate.

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Grüße Dr. Fischer
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