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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ab wann wird ein Schmerzmittelentzug empfohlen?
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BeitragVerfasst: 16.08.16, 17:39 
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DMF-Mitglied

Registriert: 16.11.14, 13:31
Beiträge: 58
Hallo Dr. Gahbler,

ich lese immer wieder einmal, das Schmerzpatienten empfohlen wird,
einen Schmerzmittelentzug zu machen oder sogar machen müssen!

Ich bin mit Mitte 30 Jahren Schmerzpatient geworden.
Jetzt bin ich 10 Jahre Schmerzpatient, nehme immer noch Fentany Plaster
und bin nun bei 75 Mikrgr. angelangt. 75 Mikrgr. seit 4 Jahren.
Ich habe nie Missbrauch mit den Opiaten betrieben, allerdings sind Opiate
nötig, weil ich 3 schmerzhafte/schwerwiegende chronische Erkrankungen habe.

Mein Gesundsheitzustand wird sich nicht verbessern, eher verschlechter.

Wann wird einem Schmerzpatient ein Entzug empfohlen?
Muss jeder Schmerzpatient irgendeinmal damit rechnen, das er zum Entzug muss?

Die Frage interessiert mich!
Da ich noch relativ jung war, als ich Schmerzpatient geworden bin,
und es leider auch noch lange bleiben werde.....

Danke!


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BeitragVerfasst: 16.08.16, 20:00 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2034
Hallo cerebellum,

aus meiner Sicht gibt ein "muss" - wenn man überhaupt davon sprechen will - nur, wenn das Schmerzmittel nicht indikationsgemäß genutzt wird. Also wenn man Schmerzmittel nimmt, obwohl man auch ohne dies Mittel keine Schmerzen hat. Wobei man aus meiner Sicht einem gut eingestellten Patienten, bei dem es auch einen hinreichenden Grund für die Schmerzen gibt und dieser nicht behebbar ist, nicht einen Auslassversuch zumuten muss. In einem solchen Fall würde ich von meiner Seite nicht die Initiative ergreifen, um etwas an der Dosis zu ändern.
In anderen Fällen, wo man sich über die Wirkung und Notwendigkeit nicht sicher ist, kann es gute Gründe für einen Auslassversuch bzw. eine Dosisreduktion geben. Wenn dann erneut starke Schmerzen auftreten, besteht auch hier m.E. keine Indikation für einen Entzug. Wenn ohne Schmerzmittel auch keine erneuten Schmerzen auftreten, besteht natürlich keine Indikation für eine fortgesetzte Gabe von Schmerzmittel.
Treten beeinträchtigende Nebenwirkungen unter der Gabe von Schmerzmitteln auf, muss man das natürlich anders beurteilen.
Ich denke, dass die Überprüfung der Indikation und der Dosis und dann ggf. eine Dosisreduktion und/oder ein Absetzen immer individuell entschieden werden müssen. Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel.
Da muss der behandelnde Arzt mit dem Patienten überlegen und entscheiden.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen

MfG W.Gahbler

----------------------


Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:

1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.

2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!

_________________

aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon
/Dr. U. Stosberg-Lindert
http://www.schmerzkreis.net


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BeitragVerfasst: 28.12.16, 19:30 
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Interessierter

Registriert: 22.02.15, 19:55
Beiträge: 13
Sollte man beim Arzt nachfragen

_________________
Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.


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