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medizin-forum.de • Thema anzeigen - canabis oder methadon anstatt hydromorphon?
Aktuelle Zeit: 17.08.17, 02:57

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BeitragVerfasst: 11.08.17, 08:58 
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Beiträge: 3
Ich bin 67, männlich. Seit 10 Jahren Schmerzpatient mit Rückenschmerzen, auch mehrfach ohne Erfolg operiert. Schmerzen im Liegen besonders stark, deshalb Schlafprobleme. Anfangs 20mg oxycodon tagsüber, nachts 40 mg, gesteigert bis 80mg. Seit 3 Jahren hydromorphon, inzwischen tagsüber 16mg, nachts 24mg (retard.), deutlich bessere Wirkung als oxycodon, aber in letzter Zeit nachlassend. Nebenwirkung insbes. Verstopfung, dagegen Makrogol. Umstellungsprobleme beim Medikamentenwechsel hatte ich nicht.

Da ich die hydromorphon-Dosis nicht erhöhen möchte, habe ich meinen Therapeuten auf Canabis angesprochen, dieser hat Methadon als Alternative erwähnt, noch keine Entscheidung.

Gegen Methadon habe ich gefühlsmäßig Bedenken, habe einiges bezüglich Nebenwirkungen (u. a. Umstellungsprobleme, Schläfrigkeit, Gewöhnung, Verstopfung) gelesen. Zu canabis eigentlich "nur gutes".

Hat jemand Erfahrung mit Methadon bzw. Canabis als Schmerzmittel, welche Dosierung wäre im Vergleich zu Hydromorphon vergleichbar? Was müsste besonders beachtet werden?

Vielen Dank, Rok


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BeitragVerfasst: 11.08.17, 19:03 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2023
Hallo rok,

Cannabis bzw. THC ist als reines Schmerzmittel eher von mittlerer Wirkstärke. Also weder mit Oxycodon noch Hydromorphon noch Methadon bzw. L-Methadon vergleichbar. Man kann es grundsätzlich mit einem Opioid z.B. eine der drei o.g. Substanzen kombinieren. Wieviel die einzelnen Patienten davon profitieren ist individuell sehr unterschiedlich. Ich setze Cannabis bzw. THC allein gegen Schmerzen praktisch nicht ein.
Methadon bzw. L-Methadon ist ein Opioid vergleichbar dem Oxycodon oder Hydromorphon. Auch hier gibt individuell sehr unterschiedliche Wirksamkeit und auch Nebenwirkungen. Das muss man im Grunde bei jedem "ausprobieren". Eine Kombination dieser stark wirksamen Opioide ist pharmakologisch nicht sinvoll. Die erforderliche Dosis zu finden ist bei Methadon bzw. L-Methadon am schwierigsten. Mit einiger Erfahrung klappt es aber meist ganz gut.
Was für Sie individuell am besten erscheint, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Er hat die Erfahrung, wie Sie auf welche Substanzen bisher angesprochen haben. "Wundermittel" sind all die Substanzen aber sicher nicht.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
----------------------
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
_________________
aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon/Dr.U.Stosberg-Lindert
http://www.schmerzkreis.net


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BeitragVerfasst: 12.08.17, 09:20 
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Registriert: 11.08.17, 08:20
Beiträge: 3
[quote="Winfried Gahbler"] : "Hallo rok,
Methadon bzw. L-Methadon ist ein Opioid vergleichbar dem Oxycodon oder Hydromorphon. Auch hier gibt individuell sehr unterschiedliche Wirksamkeit und auch Nebenwirkungen. Das muss man im Grunde bei jedem "ausprobieren". Eine Kombination dieser stark wirksamen Opioide ist pharmakologisch nicht sinvoll. Die erforderliche Dosis zu finden ist bei Methadon bzw. L-Methadon am schwierigsten."

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Vielen Dank für die Info, zu der ich noch etwas nachfrage: beim damaligen Wechsel von Oxycodon auf Hydromorphon hatte ich keine "Umstellungserscheinungen" (allerdings bei Hydromorphon, neben Verstopfungsneigung - dagegen Makrogol - , auch heute noch gelegentlich Brechreiz und manchmal "Schwitzen"). Könnten beim Wechsel zu Methadon "Umstellungs- bzw. Entzugserscheinungen" auftreten, ggf. welcher Art? Wenn man eine bessere analgetische Wirkung erreichen möchte, ist es dann sinnvoller auf ein anderes Medikament zu wechseln oder die Dosis des bisherigen Medikamentes zu erhöhen? (Gesichtspunkt "Entwöhnung/Abhängigkeit").

Vielen Dank, Rok


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BeitragVerfasst: 12.08.17, 18:19 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2023
Hallo Rok,

bei jedem Opioid-Wechsel kann es zu Problemen kommen (geringere Schmerzminderung, andere oder stärkere Nebenwirkungen). Es muss natürlich nicht sein. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, das ist individuell höchst unterschiedlich und überhaupt nicht vorhersehbar. Das sage ich meinen Patienten auch so. Es bleibt nur der Weg, des Probierens und Schauen.
Wobei ich sagen muss, dass ich höchst selten wirklich gravierende Umstellungsprobleme gesehen habe. Aus meiner Erfahrung ist das nicht häufig. Geringere Probleme gibt es dagegen öfter.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
----------------------
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1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
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BeitragVerfasst: 12.08.17, 20:23 
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Registriert: 11.08.17, 08:20
Beiträge: 3
Vielen Dank - mal sehen worauf es hinausläuft...


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