Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verkürzung des Wehr-/Zivildienstes
Aktuelle Zeit: 20.10.17, 06:45

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Verkürzung des Wehr-/Zivildienstes
BeitragVerfasst: 04.11.09, 11:20 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 25.01.06, 00:38
Beiträge: 131
Der Wehr-/Zivildienst wird ja nun auf 6 Monate verkürzt. Gerade für den Rettungsdienst und die Pflege stellt das gewaltige Probleme da. Wie seht Ihr diesen Schritt der Regierung? Wie bereitet Ihr, Eure Wache, Euer Kreisverband etc. euch darauf vor?

_________________
Jedes Ding ist Gift, allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.11.09, 11:25 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.04.08, 13:13
Beiträge: 1472
Der Arbeitgeber meines Mannes wird betroffen sein. Genaues wissen wir noch nicht, aber wir sehen momentan eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
Dienste einstellen - sprich: weniger verschiedene Leistungen anbieten
und/oder
mehr geringfügig Beschäftigte einstellen.

Aber vielleicht hat ja noch jemand andere, bessere Ideen...?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.11.09, 12:45 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 27.02.06, 11:39
Beiträge: 299
Wohnort: Reutlingen (D Ba-Wü)
Zumeist wird ja mit FSJlern gearbeitet, die sind billiger und länger da. Soziale Ausbeutung war es schon immer :/

_________________
Lehrrettungsassistent / ILS-Disponent / QMB
"Gut gemeint" ist nicht gut genug.
Skype: m.bela77


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.11.09, 02:12 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 03.06.07, 22:37
Beiträge: 28
Wohnort: Großraum Stuttgart
Speziell auf unseren Bereich Rettungsdienst oder besser Krankentransport sehe ich keine größeren Probleme zu kommen.
Schon seit geraumer Zeit wurde der Anteil der Zivis am Personal reduziert, dafür werden die FSJler mehr.
Zwischenzeitlich fahren weit mehr FSJler und einige Hauptamtliche (z. B. mit Zeitverträgen nach FSJ) im Krankentransport als Zivis, im Rettungsdienst fahren überwiegend Hauptamtliche und einige ausgesuchte FSJler.
Aktueller Stand ist, dass es zukünftig bei uns keine Zivis mehr im Bereich Krankentransport geben wird. Man wird die Werbung für das FSJ intensivieren und den einen oder anderen hauptamtlichen RS einstellen. Bewerbungen aus dem FSJ-Bereich und dem Arbeitsmarkt gibt es genügend. Personelle Engpässe oder Einschränkungen beim Krankentransport erwarte ich eigentlich nicht.
Und ob sie wollen oder nicht - die Krankenkassen werden die durch den Wegfall der Zivis entstehenden höheren Personalkosten übernehmen müssen.
Diese weitere Verkürzung war m. E. absehbar und man hat sich bei uns erfreulicherweise rechtzeitig darauf eingestellt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.11.09, 02:45 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 05.03.07, 19:16
Beiträge: 1738
Wohnort: Hannover
Grundsätzlich finde ich den Schritt nicht schlecht. Unser Sozialsystem sollte nicht auf billigen Hilfskräften aufgebaut sein.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.11.09, 12:57 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.04.08, 13:13
Beiträge: 1472
Adromir hat geschrieben:
Unser Sozialsystem sollte nicht auf billigen Hilfskräften aufgebaut sein.
Das ist soweit richtig. Aber ich finde den Zivildienst trotzdem aus mehreren Gründen gut:

1. Ursprünglich wurde er eingerichtet, um jungen Männern, die aus Gewissensgründen nicht zum Militär wollten, eine Alternative zu geben. Eine Alternative, die im Verteidigungsfall eben auch nützlich wäre - man hätte sie dann in den Lazaretten eingesetzt. Heute verweigern viele ja eher aus Faulheit, weil sie glauben, Zivildienst wäre einfacher. Das ist so nicht im Sinne des Erfinders.

2. Viele junge Menschen (auch Mädchen/Frauen) können sich nicht vorstellen, wie es ist körperlich und/oder geistig schwerstbehindert zu sein. Für diese ist der Zivildienst durchaus lehrreich. Das FSJ ist, wie der Name schon sagt, freiwillig und wer sich dazu meldet hat oft wenigstens schon einmal eine vage Ahnung.

3. Schon heute betrachten viele Leute Vollzeit-Pflege als ein "Privileg der Reichen", viele pflegen ihre Angehörigen selbst und daheim, obwohl sie damit völlig überfordert sind, einfach, weil sie sich professionelle Hilfe nicht leisten können (oder glauben, es sich nicht leisten zu können). Die Qualität dieser Pflege ist gelegentlich noch geringer als die in dem schlechtesten Pflegeheim. Ohne die Zivis wird die Pflege noch teurer und die Situation verschärft sich. Im "besten" Fall werden noch mehr Leute von illegalen Schwarzarbeitern aus Osteuropa betreut. Ob das aber volkswirtschaftlich besser ist, lassen wir mal dahingestellt (abgesehen davon, dass nicht alle dieser Schwarzarbeiter gleich gut qualifiziert sind - es gibt sehr gute, aber auch andere. Und wer schützt die guten unter diesen Schwarzarbeitern vor Ausbeutung?)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.11.09, 17:09 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 05.03.07, 19:16
Beiträge: 1738
Wohnort: Hannover
ad 1) Da ich die Wehrpflicht als Zwangsdienst ablehne, ist die Notwendigkeit eines sozialen Zwangsdienst für mich auch nicht automatisch ersichtlich.

ad 2) Der Zivildienst hat keinen "erzieherischen" Auftrag, warum sollte er dafür eingesetzt werden, jungen Menschen durch zwang "eine wertvolle Erfahrung zu machen.

ad 3) Wir könnten auch ein verpflichtendes mechanisches Jahr einführen. Ziel ist es, vermehrt Billigkräfte in die Autoproduktion zu bekommen, damit sich jeder ein Auto leisten kann ;) Nein, mal Spass beiseite. Es die Verpflichtung des Sozialstaates eine adäquate und qualitative Pflege für jederman zu gewährleisten Dies kann aber nicht erreicht werden, wenn immer mehr Aufgaben durch zwangsverpflichtete Billigräfte erfüllt werden. Schön das wir Zivis haben, die in Pflegeheimen haben, dafür die Arbeitsmarktsituation für qualifizierte Pflegekräfte immer schwieriger wird und zugleich die Arbeitssituation immer prekärer, weil immer weniger examinierte Pflegekräfte pro Patient eingesetzt werden.

Und zu guter letzt: Frustration und Überforderung sind mit die wichtigsten Auslöser für gefährliche Plege bzw. sogar aktive Gewalt in der Pflege. Wollen sie wirklich Menschen zu einem Dienst in der Pflege zwingen, wo diese Dinge dann zu erwarten sind?
Und was ist das auch für ein Signal an die Pflegebedüftigen? Das sie uns letztendlich nur das Gehalt von Billigkräften gut genug sind.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!