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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Frage an Rettungsdienstler und/oder Doc´s
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BeitragVerfasst: 25.01.05, 21:50 
Hallo,

ich habe mal eine Frage zu dem was mir heute passiert ist und möchte gerne wissen, ob solche Fälle bei Euch auch schon mal vorkommen, oder ob ich da "aus der Reihe tanze".

Ich (38J.) habe eine posttraumatische Belastungsstörung und bin in Behandlung, hatte auch schon Klinikaufenthalte. Mit unter, besonders Abends habe ich schlimme Flashbacks. Doch das ist nicht das Problem, ich schaue, das ich möglichst keine Auslöser (trigger) begegne. Dann komm ich schon klar.
Doch heute hatte ich das erste mal einen FB in der Öffendlichkeit, in der Bank. Da war plötzlich dieser Geruch, diese Situation und dann war´s auch schon passiert, die Vergangenheit hatte mich gepackt und ich brach zusammen, hatte einen schweren Flashback, war nicht mehr ansprechbar. Es wurde wohl ein Arzt aus dem Nebengebäude geholt, nach 15 min war ich wieder im Hier und Jetzt, bekam einen Weinkrampf und es ging mir einfach sehr schlecht (psychisch). Der Doc ging wieder, er meinte nur, ich solle den Blutdruck prüfen lassen er sei mit 170/100 zu hoch gewesen. Mir war das alles wahnsinnig peinlich und ich habe auch nicht sagen können, was wirklich war.
Ich durfte dann ins Nebenzimmer, wo ich meine Schwester anrief, die dann kam und mich heim brachte, da ich unfähig zum Auto fahren war.

Das alles macht mich sehr nachdenklich, hätte der Doc anders reagieren müssen/sollen? Ich fühlte mich sehr hilflos und auch sehr schlecht.
Hattet Ihr solch einen Fall schon mal? Was macht Ihr dann?

Ich würde mich freuen, wenn ich eine Antwort bekommen würde.

Vielen Dank, mit freundlichen Grüssen
Anke


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 09:39 
Hallo Anke,
danke für deine Schilderung.
Leider bist du wohl einem ausgesprochenen Somatiker begegnet der sich ausschliesslich darum kümmert wie`s um deine Vitalparameter bestellt ist...es wäre menschlich wünschenswert und angemessener gewesen wenn er sich um dich als GANZEN Menschen gekümmert hätte. Insofern: Tststs!
Andererseits: Vieleicht wars ein Chirurg der grad noch einen Kunden auf dem Tisch hatte oder einer der sich aus anderen Gründen um die Vitalparameter seiner Stammkundschaft kümmern musste?
Der Hinweis auf den Blutdruck (der der Situation durchaus angemessen war) spricht vieleicht eher für die Somatikerthese-Schade eigentlich! (Definitiv kein Aushängeschild der Medizinmannszunft!

In dem Zusammenhang fällt mir noch ein altes Fallbeispiel ein. Mal sehen ob ich`s noch zusammenbekommen...
VU auf BAB: ca. 30jährige Frau gegen LKW
LKW-Fahrer schwer verletzt>>Kkh
Junge Frau äußerlich unverletzt aber extrem unruhig. Schreit, weint und wirkt zeitweise desorientiert. Erhält von Notdoc insgesamt 2 Amp. Diazepam ohne bzw. mit geringer Wirkung(eher das Gegenteil). Wehrt sich stark gegen den Transport im NAW und schimpft weiter. Schlägt zt um sich. Im NAW eine weitere Amp. Diazepam (wird langsam ruhiger)und Abfahrt.
Wohin mit der Frau und was ist eure Diagnose?
Watcher

By the way: Ist nicht mein Fall gewesen...wenn ich also irgendwas elektrisches erwähnt haben sollte...ich kann das alles nicht lückenlos beweisen :wink:


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 10:06 
Hallo Anke,

wir erleben im Rettungsdienst sehr häufig Patienten mit psychischen Ausnahmezustände, wie Sie es geschildert haben. Psychischer Ausnahmezustand ist hier ein Überbegriff, der den Symptomenkomplex beschreibt und nicht die Ursache dafür, warum die Symptome auftreten.

Meist können wir die Ursache gar nicht klären, allenfalls den Auslöser dieser Ausnahmezustände mutmaßen, wie z.B. ein heftiger Ehestreit, Überbelastung am Arbeitsplatz ect.. So wie Sie es schildern, konnten Sie sich in und nach der Flash-Back-Situation ja nicht äußern, dass eine posttraumatische Belastungsstörung ursächlich zugrunde liegt.

Der Rettungsdienst wird daher vor Ort erst rein symptombezogen behandeln. Zunächst würden wir versuchen, körperliche Ursachen des Zustandes auszuschließen. Es würde also eine kurze körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung und evtl. auch Bestimmung des Blutzuckers gemacht und das Herz auf Rhythmusstörungen untersucht (evtl. kleines EKG am Monitor).

Wenn keine körperlichen Störungen erkennbar sind, aber vielleicht eine zu schnelle Atmung (Hyperventilation), die Symptome wie Angst, Schwindel, Kribbeln in Armen/ Beinen ect. bis hin zu kurzer Bewusstlosigkeit auslöst, würden wir eine Hyperventilationsmaske oder Rückatmung über eine Plastiktüte einsetzen. Bei extremer Erregung vielleicht noch ein Beruhigungsmittel spritzen, z.B. etwas Valium.
Dazu kommt natürlich –soweit möglich- ein Gespräch und beruhigendes Einwirken auf den Patienten, wobei wir auch versuchen, herauszufinden, was diesen Ausnahmezustand verursacht haben könnte.

In der Weiterversorgung gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten. Ich denke, dass viele Rettungsdienstler und Notärzte Sie in die nächste Klinik mitnehmen würden, auch wenn Sie sich mittlerweile wieder beruhigt haben.

Wobei sich die Frage stellt, was in einer Klinik dann eigentlich für Sie getan werden kann ? Das ist meines Erachtens eigentlich sehr wenig, denn im Normalfall ist in der Klinik kein ausgebildeter Psychologe oder Psychiater greifbar, der die Situation sofort mit Ihnen nachbearbeiten könnte. Sie würden vermutlich einige Stunden in der Klinik bleiben (was Patienten teilweise gut tut, weil sie sich da „sicher“ fühlen), bis Freunde oder Angehörige Sie abholen können oder Sie sich wieder so gut fühlen, dass Sie selbst heimgehen können. Weitere Therapiemaßnahmen würden dann ambulant stattfinden.
Ich persönlich hätte als Notarzt vor Ort vermutlich genauso gehandelt, wie der hinzugerufene Arzt bei Ihnen. Ich hätte Sie –nachdem Sie sich wieder etwas beruhigt hatten- in der Obhut vertrauenswürdiger Laienhelfer gelassen, nachdem ich persönlich dafür gesorgt hätte, dass ein Freund oder Angehöriger kommt und sich weiter um Sie kümmert. Wenn Sie mir gesagt hätte, dass Sie in Psychotherapeutischer Behandlung sind, hätte ich versucht, Ihren Therapeuten zu erreichen und mit ihm zu besprechen, was man noch für Sie tun kann.

Verstehen Sie mich bitte richtig, ich möchte mit meinen Ausführungen auf keinen Fall sagen, dass Sie sozusagen „nicht krank genug für ein Krankenhaus“ waren. Sie sind krank und Ihre Belastungsstörung ist ein ernstes und behandlungsbedürftiges Krankheitsbild. Die Flashbacks sind in Ihrem Erleben schrecklich und gehen sicherlich mit großer Angst einher, stellen aber gleichzeitig für Ihren Körper keine reelle Gefahr dar.

Wenn Sie nun jedes Mal erleben, dass Sie in einem solchen Zustand von Rettungsdienst oder Notarzt versorgt und in eine Klinik gebracht werden müssen, dürften die Flashbacks in Ihrer Vorstellung noch furchterregender und entsetzlicher werden und Sie werden sich Ihnen noch mehr hilflos ausgeliefert fühlen. Ich denke nicht, dass damit Ihr Problem, mit den Flashbacks umzugehen, kleiner wird –eher sogar größer ?
Vielleicht auch mal andersherum gefragt, was hätte Ihrem Empfinden nach der herbeigerufenen Arzt noch für Sie tun können, wie hätte er oder andere Helfer Ihnen die Situation erleichtern können ? Aus Ihrer Frage klingt so ein bisschen das Gefühl, dass Sie sich vielleicht eine andere Behandlung durch diesen Arzt erwartet hätten und es würde mich interessieren, wie er anders oder besser hätte handeln können, wodurch Sie sich besser gefühlt hätten ? Daraus könnten wir alle hier nämlich auch lernen !

Das Obige war nun meine persönliche Meinung und ich bin kein Psychiater/ Psychologe. Wahrscheinlich werdn Sie hier von Kollegen noch ganz andere, vielleicht sogar widersprüchliche Meinungen hören.

Ich hielte es für sehr sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem Therapeuten besprechen bzw. erarbeiten, was für Sie persönlich beim Auftreten von Flashbacks mit anschließendem psychischen Ausnahmezustand die beste Hilfe und Therapie wäre.

Vielleicht wäre es auch von Nutzen –wenn Sie selbst in dieser Situation sich nicht mehr dazu äußern können- eine vorbereitete Karte mit für Laien verständlichen Informationen zu Ihrer Erkrankung, Anweisungen für mögliche Hilfe und evtl. der Telefonnummer von Angehörigen und dem Therapeuten bei sich zu haben ?

Ich wünsche Ihnen alles Gute !

Mit freundlichem Gruß ! doc-in-not :wink:

PS. Watcher, ich denk noch nach... Stromunfall ??? Frau noch „geladen“ ??? grins* :lol:


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 10:10 
@Watcher: hab grad nochmal nachgedacht ! Ich fände es gut, wenn DU Dein LKW-Fallbeispiel als Extra-Thread aufmachen würdest, denn es ist interessant und da werden sich hoffentlich viele Fach-Leute äußern.

Wäre schade, wenn sich die Antworten dann hier mit Ankes Frage vermischen würden, die ja ganz anders lautet.

Magst nochmal rumkopieren ?

Danke ! doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 11:00 
*Wegen Verletzung der Mediquette gelöscht*


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 11:18 
Lieber Gast...
leider kann ich deine Einschätzung der Äußerungen von Doc-in-Not überhaupt nicht teilen. Sie ist SEHR intensiv auf dioe beschriebene Problematik eingegangen und hat wirklich hilfreiche Tips rausgehauen!
Wenn du deine Kritik an den -von Anke beschriebenen- Doc gerichtet hättest wären wir einer Meinung.
So wirkt dein Statement einfach nur frustriert. Warum eigentlich?
@D.i.N: Ich werds kopieren und `nen eigenen Thread machen! Ist mir nur grade wieder eingefallen aber ich geb dir recht: Das würde die Wichtige Fragestellung von Anke verwässern...Sorry for that!
Watcher


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 12:52 
Anonymous hat geschrieben:
*Wegen Verletzung der Mediquette gelöscht*


Hallo Gast,

ich bin gerne bereit, mich mit Kritik oder anderen Meinungen auseinanderzusetzen - dann aber bitte sachlich und mit Argumenten, nicht mit wüsten Beschimpfungen.

Danke ! doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 14:10 
Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Vorhin hat mich der Arzt angerufen, der mich gestern "versorgt" hatte. Er braucht noch eine Überweisung...
Er meinte dann noch, ob ich solche "Anfälle" öfters in die Wege leite... Fakt ist, dass er mich als Simulant abstempelt und ich gestern mit meinem Gefühl nicht ganz verkehrt lag. Ich fühlte mich einfach nicht ernst genommen und ruppig behandelt.
Nach einer sehr schlechten Nacht, geht es mir heute etwas besser, so dass ich das alles nochmal "überdenken" kann.

Ja, was hätte ich mir gewünscht, was hätte anders laufen können?
Von mir aus gesehen, befand ich mich in (psychischer) Not, bekam von der Umgebung nix mit, war in der Vergangenheit einfach "gefangen". Ein Zustand, der mir (leider) nicht fremd ist. Doch Zuhause ist alles anders, als wie gestern in der Öffendlichkeit.
Klar, seh ich ein, dass da der Notarzt, das Rettungsdienstpersonal nicht allzuviel machen kann.
Doch diese Menschen können wenigstens ein Gefühl von Wärme oder "Geborgenheit" vermitteln. Ich fühlte mich unendlich hilflos und allein in mitten der vielen Schaulustigen die aussen rum standen. Der Doc war nur ruppig und massig unfreundlich sowie unmenschlich. Als ich wieder zu mir kam, knallte er mir den Blutdruckwert an den Kopf und fragte nach meinen Namen, dann war er weg.
Ich hätte das ja ok gefunden, wenn er noch da geblieben wäre, bis meine Schwester kam, oder veranlasst hätte, dass ich ins Hinterzimmer komm. Aber da war nix.
Auch wäre ein Mittel zur Beruhigung nicht schlecht gewesen. Das ich Asthmaprobleme hatte, hat er wohl gar nicht gemerkt. Ich habe recht schweres Asthma und wärend oder nach einem FB habe ich zum Teil recht heftige Beschwerden.
Von mir aus kam leider nicht viel, ich war sehr verschlossen und hatte eigendlich "nur" grosse Angst und Unruhe.
Erst meine Schwester bemerkte meine Atemnot und half mir mit dem Spray.

Hm, ich denke, der Umgang mit psychisch Kranken ist im allgemeinen nicht einfach. Diese Sachen stehen nicht im Lehrbuch und jeder reagiert unterschiedlich.
Ich z.B. bekomme Panik, wenn der Kontakt zu Nah ist, körperliche Nähe geht so gut wie überhaupt nicht. Das sollte, wenn möglich, respektiert werden.
Ich finde, es ist einfach wichtig, das die Pat. beruhigt werden, das man ihnen zuhört, hektig vermeidet und Schaulustige entfernt. Das man Sicherheit vermittelt, einfach erst mal da ist.
Ja, Krankenhaus... nicht umbedingt der richtige Ort. Denke auch, dass es mehr bringt, wenn man dann jemend informiert, der damit umgehen kann, der den Pat gut kennt, wo einfach Vertrauen da ist. Jedoch ist es sicher gut, wenn solange jemand noch vor Ort ist. Ein Gespräch mit der Therapeutin/Therapeuten wäre wünschenswert.

Das sind jetzt mal so meine Vorstellungen, weiss nicht, ob ich damit verkehrt liege.

Vielen Dank erst mal,

Anke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.01.05, 14:32 
Hallo Anke,
du liegst damit überhaupt nicht falsch sondern goldrichtig!
So wie du das gerne gehabt hättest, hätte es laufen können...und sollen. Aber...
es gibt einfach Leute (im med.Bereich wie auch in anderen Bereichen) denen jede Form von Menschlichkeit massiv verlorengegangen ist (Leider). Die Frage nach der Überweisung muss ich nicht weiter kommentieren...das spricht für sich :evil: (Allerdings stellt sich mir die Frage ob er die Überweisung bekommen sollte... :wink: )
Möglicherweise wäre in einem solchen Fall der Notfallseelsorger die richtige Adresse gewesen und vieleicht hätte ein RD`ler diesen auch verständigt?
Watcher


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.01.05, 15:08 
Hallo Anke,

vielen Dank, dass Sie uns die wohl erst gestern erlebte, schlimme Situation nochmals so ausführlich schildern !

Ich hatte in Ihrem ersten Posting noch nicht realisiert, wie unmöglich sich der herbeigerufene Arzt Ihnen gegenüber verhalten hat ! Glauben Sie mir, dass sich ein Kollege von mir so unmenschlich und unärztlich verhalten kann und Sie damit in Ihrer Würde so sehr verletzte, das konnte ich mir bis zu Ihrer zweiten, genaueren Schilderung gar nicht vorstellen ! Und die heutige Frage um Überweisung mit anschließenden Vorwürfen an Sie setzt dem ganzen noch die Krone auf ! Das ist nicht zu entschuldigen und tut mir sehr leid für Sie, ich schäme mich für diesen Kollegen ! Ich hoffe, dass Ihnen so etwas nie mehr widerfährt !

Es ist eigentlich auch nicht so üblich, dass in solchen Fällen ein niedergelassener Arzt dazu gerufen wird. Welche Fachrichtung war der eigentlich ?

Normalerweise hätte die Bank den Rettungsdienst rufen sollen und ich denke, von den allermeisten Rettungsdienst-Kollegen wäre Ihnen die Behandlung zuteil geworden, die Sie so wunderbar plastisch geschildert haben und sich gewünscht hätten !

Ich halte Ihr Posting auch für ganz immens wichtig, um uns RD`lern und NA (wieder) vor Augen zu führen, wie wichtig eine psychische und menschliche Versorgung von Patienten ist. Und wie belastend von Patienten Schaulustige empfunden werden !

Anke, ich hoffe, dass Sie die gestrige Situation verarbeiten können ! Daß Sie deswegen jetzt nicht öffentliche Orte meiden, aus Angst, dass wieder so etwas passiert. Es ist normal, verständlich und nachvollziehbar, dass Sie in dieser Flash-Back-Situation und auch danach nur sehr schwer selbst Auskunft geben können, welche Erkrankung Ihre Symptomatik verursacht hat. Es wäre aber eine große Hilfe für Rettungsdienst und Notarzt, wenn dennoch Informationen verfügbar wären, da wir dann die Situation besser einschätzen und Ihnen gezielter helfen können !

Ich möchte Ihnen nochmals nahe legen, Angaben zu Ihrer Erkrankung (auch dem Asthma !), der Tel.nr. Ihres Therapeuten, evtl. der psychiatrischen Klinik, in der Sie bereits behandelt wurden und die Telefon-Nummern erreichbarer Angehöriger zu notieren. Auf einer Karte, die Sie bei sich tragen und vorzeigen können, auch wenn Ihnen das Sprechen nicht möglich ist. Bitte schreiben Sie auch auf die Karte, wie Sie es uns so eindrucksvoll geschildert haben, dass Sie sich ein Gefühl von Wärme und Sicherheit wünschen, Ihnen die Entfernung von Schaulustigen wichtig ist und Sie nicht gerne berührt werden !

Ich bin mir sicher, dass alle Helfer –auch Laien- mit diesen Informationen das Ihrem Wunsch entsprechend Beste für Sie unternehmen werden !

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Doc-in-not


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BeitragVerfasst: 26.01.05, 21:06 
Hallo nochmal,

und vielen lieben Dank für die netten und hilfreichen Postings.

Ich habe heute Nachmittag die Überweisung in den Briefkasten geworfen. Es ist Internist...ich möchte da keinen Ärger bekommen, darum hab ich sie halt abgegeben.

Ich weiss nicht, ob der Notfallseelsorger der geeigenete Mensch ist, den man rufen könnte, ich würde da nix mit anfangen können, aber eine Möglichkeit ist es schon...

Meine Erfahrung mit Rettungsdienstlern und Notarzt sind sehr gut. Ich hatte mal einen schlimmen Asthmaanfall beim Frisör und die haben sich so toll verhalten und neben den vielen Medikamenten, hat mir das auch schon sehr geholfen. Ich hätte mir gestern echt gewünscht, dass der RTW gekommen wäre, doch das lag nicht an mir. Ich bin mir sicher, dass alles anders gelaufen wäre.

Ja, Ängste sind jetzt noch mehr da, doch ich werde daran arbeiten und es mit meiner Therapeutin besprechen. Jedoch werde ich gewisse Situationen in Zukunft meiden, der gestrige Tag hat Spuren hinterlassen.

Jedoch hilft mir das Schreiben darüber doch sehr. Vor kurzem wäre selbst das unmöglich gewesen.

Das mit der Karte für den Notfall, werde ich machen, doch wo deponiere ich die dann?

Vielen Dank für alles
Anke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.01.05, 22:54 
Anke- hat geschrieben:
Hallo nochmal,

und vielen lieben Dank für die netten und hilfreichen Postings.


Liebe Anke,.

auch ich möchte mich bedanken - für Ihre Offenheit und Ihren Mut, mit dem Sie uns trotz dieses schlimmen und belastenden Erlebnisses Ihre Gefühle in der Situation berichtet haben ! Sie können sicher sein, daß auch wir daraus gelernt haben ! Hier lesen sehr viele Leute aus dem Rettungsdienst "still" mit ohne zu antworten

Zitat:
Meine Erfahrung mit Rettungsdienstlern und Notarzt sind sehr gut. Ich hatte mal einen schlimmen Asthmaanfall beim Frisör und die haben sich so toll verhalten und neben den vielen Medikamenten, hat mir das auch schon sehr geholfen. Ich hätte mir gestern echt gewünscht, dass der RTW gekommen wäre, doch das lag nicht an mir. Ich bin mir sicher, dass alles anders gelaufen wäre.


Ich denke, es war eine große Ausnahme, daß in Ihrem Fall gestern ein niedergelassener Arzt geholt wurde. War auch keine gute Idee dieser Bank, finde ich. Im Normalfall wird der Rettungsdienst gerufen und hier freut es mich natürlich, daß Sie mit uns schon gute Erfahrungen gemacht haben !

Zu Ihrer Frage mit der "Notfall-Karte". Ich kam eigentlich auf die Idee zu diesem Vorschlag, weil Sie schilderten, daß Sie sich in diesen Belastungssituationen nicht mehr äußern können.
Ich habe für meinen Vater solche Karten gemacht habe. Er hat einen M.Alzheimer und kann sich in Aufregungssituationen nicht mehr sprachlich ausdrücken. Er geht sehr gerne spazieren, hatte aber große Angst, daß er vielleicht nicht mehr nach Hause findet und wollte deshalb auch nicht mehr spazierengehen. Jetzt hat er eine Karte in jeder Jacke, auf der Name, Adresse und Tel.nr. meiner Mutter stehen und ein kurzer Text, daß er nicht heimfindet und nicht richtig sprechen kann. Mit der Bitte, ihn nach Hause zu begleiten oder seine Frau anzurufen. Diese Karte kann er vorzeigen und bekommt sicherlich nette Hilfe, auch wenn er nicht sprechen kann. Seit er diese Karten hat, geht er wieder sehr gerne spazieren und hat sich noch kein einziges Mal verlaufen.

Wo Sie die Karte deponieren, hängt ein bißchen davon ab, ob Sie sich noch in der Lage sehen, diese Karte im Notfall selbst heraus zu ziehen und jemandem zu zeigen, oder ob Sie dazu auch nicht mehr in der Lage sind. Wenn Sie die Karte noch selbst zeigen können, dann können Sie ja selbst überlegen, wo Sie sie aufbewahren wollen.

Wenn Sie darauf angewiesen sind, daß jemand anderes die Karte ohne Ihr Zutun findet, dann sollten Sie sie in Ihrer Brieftasche, bei Ihren Papieren aufbewahren. Wenn wir einen nicht kontaktierbaren Patienten vorfinden, versuchen wir, seine Personalien zu klären (auch um evtl. über die Polizei Angehörige ausfindig zu machen) und werden zunächst nach Brieftasche / Geldbeutel o.ä. suchen, in dem sich Ausweispapiere befinden könnten. Dazu sehen wir bei Damen zunächst in die Handtasche - wnn sie eine dabeihaben- sonst suchen wir in den Taschen der Bekleidung.

Machen Sie sich so eine Notfallkarte - sie gibt Ihnen Sicherheit ! Und ich hoffe und wünsche Ihnen, daß sie die Karte nie mehr brauchen werden !!!

Einen herzlichen Gruß ! doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 01.02.05, 20:03 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 27.01.05, 21:12
Beiträge: 20
Hallo,

leider hat es mich nochmal voll erwischt, hatte einen sehr schweren und auch langen FB...
Diesmal in einem kleinen Laden, was genau der Auslöser war weiss ich (noch) nicht. Jedoch lief diesmal alles anders. Im Laden war ein Rettungsdienstler privat auch am Einkaufen, er erzählte mir hinterher, dass er erstmal alle weggeschickt hätte und da ich anscheinend gekrampft habe und eben nicht mehr (auch nicht auf Schmerzreiz) reagiert habe, hat er den NAW und RTW gerufen, die wohl auch sehr schnell da waren. Viel weiss ich nimmer, habe Diazepam bekommen und alles lief sehr ruhig ab. Alle waren sehr nett und kümmerten sich sehr. Nach einiger Zeit fand ich auch meine Sprache wieder und konnte erklären was los war, was mir sehr schwer fiel. Da ich eben noch wegen dem Asthma Probleme hatte, brachten sie mich ins KH, was auch ok war. Ich musste mich erst mal sortieren und von der Luft ging es eben doch recht schlecht. Von dort konnte ich dann auch meine Therapeutin anrufen, die dann auch zu mir kam. Am Abend ging es mir wieder soweit gut, dass ich heim konnte.

Werde mich erst mal nicht in die Stadt trauen...

Ich bin sehr dankbar, wie diese Menschen sich um mich gekümmert haben, mich ernst nahmen und einfach Zeit für mich hatten. Es war für mich ein sehr schlimmer Erlebniss und alles andere als Vorteilhaft für meine Ängst, doch die Versorgung hinterher lief optimal und das wiegt alles wieder ein klein bisschen auf.
Möchte auch noch anbringen, dass ein krampfender Patient nicht umbedingt eine Schädelverletzung oder eine Epilepsie oder sonst was haben muss. Auch ein psychischer Ausnahmezustand kan wohl dazu führen. Aber das ist Euch ja sicher allen bekannt :)

Herliche Grüsse und Danke
Anke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.02.05, 07:49 
Hallo Anke,

es tut mir leid, daß Sie schon wieder einen schweren Flash-Back erlebt haben. Ich bin natürlich sehr froh, daß Sie diesmal eine rettungsmedizinische und ärztliche Behandlung bekommen haben, wie wir sie ja schon in den vorangegangenen Postings als "normal" bespochen hatten. Der Rettungsassistent, der privat im Laden war hat das ja wirklich toll gemacht !

Zu Ihrer sinnvollen Anmerkung

Anke- hat geschrieben:
Möchte auch noch anbringen, dass ein krampfender Patient nicht umbedingt eine Schädelverletzung oder eine Epilepsie oder sonst was haben muss. Auch ein psychischer Ausnahmezustand kan wohl dazu führen. Aber das ist Euch ja sicher allen bekannt :)


Es dürfte den meisten von uns bekannt sein... aber man denkt nicht immer dran :wink: daher Dank für den Hinweis. Krampfäquivalente können sogar schon bei einer schweren orthostatischen Dysregulation (starker Blutdruckabfall mit Bewußtseinsverlust) auftreten, man sieht sie bei schweren Hyperventilationen (eher tetanisch) und auch als sog. psychogene Krampfanfälle, die grand-mal-Anfällen täuschend ähnlich sehen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin, daß Sie den Weg aus den Flash-Backs (mit Hilfe der Flash-Backs ? - wie wir in der PN besprochen hatten) zurück in ein normales Leben ohne Vermeidung der Öffentlichkeit finden.

Einen herzlichen Gruß ! doc-in-not


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.02.05, 17:10 
Hallo Anke,

denken Sie denn nicht daran, sich ursächlich einmal behandeln zu lassen? Sonst bleibt doch immer wieder die Angst solche flashbacks in der Öffentlichkeit zu haben.
Denken Sie nicht einmal an eine Psychotherapie? Sicherlich kann Ihnen geholfen werden. Das kann nicht immer der Notarzt sein, der Ihnen hilft.


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