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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Druckregulierung SHT
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 Betreff des Beitrags: Druckregulierung SHT
BeitragVerfasst: 10.03.09, 12:57 
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Registriert: 09.03.09, 19:40
Beiträge: 9
Wohnort: Berlin
Hallo alle zusammen.

Im Rahmen meiner Ausbildung ist eine Frage aufgekommen, die keiner so richtig zufriedenstellend beantworten konnte; bei der Suche nach Antworten stieß ich auf dieses Forum und dachte, ich frag einfach mal nach.

Also: bei intrakraniellen Raumforderungen (Ödem, Blutung, etc.) soll doch der RR erstmal nich gesenkt werden, weil sonst der Perfusionsdruck (der ja durch den Volumenzuwachs schon erniedrigt ist) noch weiter fällt, richtig?

Aber bis wohin werden denn die Drücke toleriert? Ich mein, irgendwann "zieht" doch der MAP den ICP seinerseits auch wieder hoch, oder?

Gleiche Fragestellung quasi beim Apoplex.

Gruß und danke für die Hilfe :D


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.03.09, 17:11 
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Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Hallo Zweistein :-)
Du hast vollkommen recht. Bei Patienten mit den von dir genannten Krankheitsbildern oder Verletzungsmustern werden Blutdrücke toleriert, die sonst präklinisch gesenkt würden. Ebenso hat dies natürlich Grenzen, wie von dir vermutet. In welchem bereich diese Grenzen liegen solltest du den aktuellen Richtlinien entnehmen.
Für den Apoplex http://www.dgn.org/images/stories/dgn/l ... ap_023.pdf findest du zB unter diesem link die aktuelle (2008) Leitlinie.
Bei Hypertonie als Vorerkrankung wird ein Richtwert von 180/105 mmhg angegeben, ohne diese Vorerkrankung 160-180/90-100 mmhg. Werte über 220/120 mmhg sollten auf jeden Fall gesenkt werden, allerdings nicht unter die oben genannten Grenzen. Für die "trauma" Leitlinien kannst du sicher selbst fündig werden.
bei all diesen leitlinien ist der klinische Verstand nicht auszuschalten. Ein Patient mit dem Verdacht auf einen Apoplex der einen Blutdruck von 240/140 mmhg präsentiert und dessen Blutdruck man auf 200/105 senkt kann auf diese Maßnahme durchaus mit einer Verschlechterung reagieren (GCS Abfall). Der Begleitende Notarzt (Deutschland) wird diese Zeichen sicher richtig deuten und durch sachte Volumengabe den notwendigen Blutdruck wieder herzustellen.
Wir senken in England präklinisch den Blutdruck nur wenn es durch eine lange Fahrzeit in eine geeignete Einrichtung notwendig ist. bei kurzen Fahrzeiten wird dies den behandelnden Neurologen überlassen. In Deutschland trifft diese Entscheidung der Notarzt vor Ort. Sollte nur ein RTW vor Ort sein muss der behandelnde RA entscheiden was dem patienten mehr nutzt. Eine Transportverzögerung und folgende Blutdrucksenkung oder ein rascher Transport zur definitiven Versorgung.

Der Grund der Blutdrucksenkung ist nicht der das ein steigender Blutdruck den ICP weiter erhöht, sondern das die Blutungsgefahr steigt. Gerade bei ischämischen Schlaganfällen ist es eine Komplikation mit eher schlechterem outcome.


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