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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Rettunskräften die Arbeit erleichtern
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BeitragVerfasst: 23.01.09, 20:00 
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Rettungskräfte und Polizei wissen häufig nicht, wie sie die Angehörigen eines Unfallopfers erreichen können und welche Personen sie im Notfall informieren sollen. Handy-Nutzer können sie dabei ganz einfach unterstützen. Wer in seinem Handy unter dem Kürzel "IN" Kontaktpersonen für den Notfall speichert, erleichtert Rettungskräften die Arbeit.

Die im Notfall anzusprechende Personen werden unter der Abkürzung "IN" (im Notfall) in der Adressliste des Mobilfunkgeräts abgespeichert, wie zum Beispiel "IN-Ehepartner" oder "IN-Eltern". Das erspart den Helfern die zeitraubende Suche nach Ansprechpartnern, zumal die meisten Menschen in Deutschland keine entsprechenden Papiere bei sich tragen, ein Handy jedoch meist in der Tasche haben. Lebensrettende Informationen können auf diese Weise schneller eingeholt werden und die Angehörigen werden zeitnah informiert. Natürlich sollten die Kontaktpersonen darüber informiert sein, dass sie als Notfall-Ansprechpartner im Handy gespeichert sind. IN wird hierzulande dem englischsprachigen ICE (in case of emergency) vorgezogen und geht auf die Initiative des Briten Bob Brotchie zurück. Das System bewährte sich nach den Terroranschlägen in London. Mittlerweile hat es sich in ganz Europa etabliert . Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.imnotfall.de.


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BeitragVerfasst: 25.01.09, 11:12 
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Ehrlich gesagt sehe ich in diesen IN-Speicherungen in Handys keinen großen Nutzen für Rettungskräfte. Vor Ort bleibt bei Unfallopfern keine Zeit, um sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Da geht der Patient vor.
Wer es damit einfacher haben kann, sind Polizei und Krankenhäuser. Aber diese haben auch danach viel mehr Zeit, um sich mit diesen Dingen zu befassen.
Bestimmte Patientengruppen, wie zb. Diabetiker, Allergiker oder die einen Herzschrittmacher besitzen, wissen, daß sie Ihre Papiere immer dabei habem sollten, damit Ihnen im Notfall schneller geholfen werden kann.


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BeitragVerfasst: 25.01.09, 17:41 
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Ich habe noch in keinem Handy hier irgend einen ICE Eintrag gefunden. hmmmm habe aber auch nicht gerade viele durchforsted um ehrlich zu sein... werde das mal erfragen wie es bei uns ausschaut. Was fast jeder chronisch kranke Patient hier hat ist ein Armband oder Anhänger (Medic Alert) auf dem die relevante Diagnose als Abkürzung steht z.B. IDD (insulin dependant diabetes) und eine Telefonnummer unter der eine 24h hotline zu erreichen ist die Auskunft über spezielle Medikationen geben kann zu diesem Patienten oder erweiterte Informationen zu dem Krankheitsbild falls es etwas exotisches ist. So ein medical bracelet sticht sofort ins Auge da sie standartisiert sind und bis ich bei irgendwelchen Blackberrys und co.Kg die Tastensperre gelöst habe bin ich meist schon im KH.... Bei Großschadenslagen kann es natürlich anders aussehen, aber ich bezweifel den Nutzen.


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BeitragVerfasst: 26.01.09, 14:01 
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Also ein IN oder ICE kann sicherlich nicht schaden.. aber ob es so sehr hilft wie erwartet?
um ehrlich zu sein, ich habe auch noch keinen entprechenden Eintrag gefunden (aber auch noch nicht gesucht). Im Normalfall (so oft braucht man das ja auch nicht, schließlich sind selbst wenn die Pat. bewusstlos/nicht mehr adäquat antwortend ist, meist Freunde/Bekannte in der Nähe) sucht man nach Einträgen wie "Eltern", "Schwester/Bruder" oder mit dem gleichen Nachnamen...
Denke wenn sich eine ähnlich starke und effektive Lobby wie bei der Notrufsäule in den 80ern (Björn-Steiger-Stiftung) entwickelt, dann kann auch aus der IN/ICE Nummer etwas werden... aber ob das wirklich passiert?

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BeitragVerfasst: 26.01.09, 16:26 
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Ich unterstehe mich, in einem Handy eines Patienten zu "blättern".

Inzwischen ist die Handyvielfalt derart umfangreich, daß eine intuitive Bedienung nur noch im Ausnahmefall möglich ist.

Anhand eines in der Regel vorhandenen Ausweises kann die Polizei durchaus Angehörige ausfindig machen, dafür muß man nicht in den persönlichen Angelegenheiten des Patienten herumschnüffeln.


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BeitragVerfasst: 26.01.09, 17:31 
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Coza hat geschrieben:
Ich unterstehe mich, in einem Handy eines Patienten zu "blättern".

Inzwischen ist die Handyvielfalt derart umfangreich, daß eine intuitive Bedienung nur noch im Ausnahmefall möglich ist.

Anhand eines in der Regel vorhandenen Ausweises kann die Polizei durchaus Angehörige ausfindig machen, dafür muß man nicht in den persönlichen Angelegenheiten des Patienten herumschnüffeln.


:roll:
Allso man kann es mit der "Pietät" auch übertreiben.
Wenn ich das Handy eines Pat. anfasse, dann hat er entweder deutlich größere Probleme als das ich mir nichtssagende Namen in seinem Telefonbuch angucke oder er ist so betrunken das er es nicht anders verdient hat. Jedes mal eine Personenauskunft über die Kollegen von der Polizei zu machen ist eindeutig übertrieben/unnötig.
(und auch nicht ganz unkompliziert, weil zeitaufwendig)

Und was die intuitive bedienung angeht, mag ja sein das ich ein Kind der IT- und Technikgeneration bin, aber so kompliziert ist das üblicherweise nicht... :roll:

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BeitragVerfasst: 26.01.09, 17:59 
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Ich gebe zu, ich bin etwas altmodisch, als ich Notarzt wurde, gab es noch nicht einmal ausreichend Festnetzanschlüsse, und diese auch nur mit Wählscheibe. Also kein Kind der IT-Generation. Aber immerhin kann ich inzwischen Beiträge in Foren schreiben ;).

Wenn Sie mich als Unfallopfer auffinden, dann finden Sie allerdings auch nur ein ausgeschaltetes Handy und wissen meine PIN nicht, es sei denn, ich bin gerade im LNA-Dienst.

Immerhin habe ich in 25 Jahren Notarztdienst die Angehörigen immer ausfindig gemacht, wenn ich es für notwendig erachtet habe, auch ohne IN. Bei der in der Regel vor Ort anwesenden Polizei genügen ein Funkspruch und vielleicht 3 Minuten Wartezeit.

Bei "nur" Betrunkenen benötige ich in der Regel keine Angehörigen, da fällt der Apfel oft nicht weit vom Birnbaum ;). Diese Spezies Patienten investiert ihr Geld bekanntermaßen nicht gerade in IT, sind also auch eher ohne Handy.

Sicher würde auch ich bei einem Schwerstverletzten in Ermangelung anderer Möglichkeiten mal einen RA oder RS auf das Handy des Patienten zugreifen lassen. Nur denke ich nicht, daß die nichtssagenden Abkürzung "IN" hierfür ein gängiger Standard wird.


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BeitragVerfasst: 26.01.09, 20:18 
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Ich denke im UK hat sich das medic Alert auch nur so gut durchgesetzt weil es aufgrund des nicht vorhandenden Meldegsetzes auch keine Personalausweise und keine Ausweispflicht im Inland gibt. Es sind immer nur die Touries die einem die ID-Card unter die Nase halten und die Krankenkassenkarte *g* Wie gesagt ICE oder auch IN sagen mir (und nach Nachfrage) auch meinen Kollegen nichts. Ich halte auch das System des MedicAlters für sinnvoller da es Notfallspezifisch ist und umgehend alle notwendigen Informationen liefert. Abgesehen davon habe ich schon wirklich hünsche Schmuckstücke von denen gesehen. ich teile Coza's Bedenken bezüglich der Verfügbarkeit und des zeitlichen Aufwandes. Katastrophenmedizinisch und zur Identifikaton mag es eine nettes tool sein aber auch da greift das medic altert.


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BeitragVerfasst: 27.01.09, 09:49 
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Naja, während einer Großschadenslage haben die Helfer und Führungskräft andere Sorgen als irgendwelche Handys nach solchen Einträgen zu durchforsten. Das "darf" nachher das KrHs machen oder der Suchdienst. Vielleicht ja noch unterbeschäftigte Kräfte (gibt es sowas!?) auf einen BTP...
Also zumindest ich habe während einer solchen Lage anderes zu tun, unter anderem mir Kräfte zu schießen die defakto in einer solchen Lage nicht da sind --> stichwort Mängelverwaltung.

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BeitragVerfasst: 27.01.09, 12:47 
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Demnächst (irgendwann) gibt es ja eh die elektronische Gesundheitskarte.
Spätestens dann haben wir ein Äquivalent zu den Medic Alerts...
wenn wir dann auch noch die geeigneten Lesegeräte bekommen..
(ist aber eh meist nicht so wichtig - wie hier schon beschreiben - denn meist braucht erst das KH einen "Angehörigen")
Für mich persönlich ist das mit den Telefonnummern der Eltern/Partner nur interessant wenn der Pat. volltrunken ist und er besser in die Obhut der Angehörigen als eines KHs gehört.
Damit kann man sich und dem aufnehmenden Personal nämlich einiges an Stress und den Krankenkassen einiges an unnötigen Kosten ersparen.
Handelt es sich um einen Unfall dann sind Pat.relevante Daten meist primär unwichtig - Blutgruppe etc. muss so oder so (selbst wenn der Pat. einen Blutspendeausweis dabei hat) via Kreuzblut neu ermittelt werden und wenn der Pat. verstorben ist, dann sind die Kollegen in grün/blau zuständig...

@Coza
Das erinnert mich an meine Eltern, für die ist ein Handy auch nur da um jemanden erreichen zu können.. aber nicht um erreichbar zu sein :D

Was Betrunkene und Handys angeht, mag sein das das regional unterschiedlich ist, aber hier bei uns haben selbst die Junkies meist ein Mobiltelefon.. ka ob das mittlerweile vom Amt bezahlt wird, aber es sieht fast so aus.... :?:
Ist das bei euch anders?

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BeitragVerfasst: 27.01.09, 13:28 
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In den "blühenden Landschaften" ist das Gratishandy für Alkoholiker trotz Soli-Zuschlag noch nicht angekommen ;).


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BeitragVerfasst: 27.01.09, 16:55 
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VK-Retter hat geschrieben:
Handelt es sich um einen Unfall dann sind Pat.relevante Daten meist primär unwichtig


Auch, wenn der Patient - wie mein Mann - keine Milz mehr hat (damit ist ein Blutverlust für ihn ja angeblich noch gefährlicher als für jemanden mit Milz)? - Das geht aus nichts hervor, das er bei sich führt. Er hat zwar eine Riesennarbe am Bauch und einen Behindertenausweis (den er manchmal auch daheim lässt), aber das ausgerechnet die Milz fehlt, ist weder aus dem einen noch aus dem anderen erkennbar.

Bin nur neugierig...


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BeitragVerfasst: 27.01.09, 17:17 
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Hallo Renate!

Das kann ja, wenn er das möchte, zukünftig auf der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegt werden. Besser ist sicher, wenn er Blutverluste umgeht, also nicht in Unfälle verwickelt wird ;).


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BeitragVerfasst: 28.01.09, 02:14 
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Hallo Renate,

für den Rettungsdienst macht das fast keinen Unterschied, da jeder Patient der blutet so versorgt werden muss damit er möglichst schnell nimmer blutet und das verlorene Volumen, also die generell verlorene Flüssigkeit, ersetzt kriegt.
Patienten ohne Milz haben eine höhere Blutungsneigung. Das stimmt. Dadurch steigt zum Beispiel auch die Gefahr innerer Blutungen nach Unfällen. Trotzdem wird die Fahrt zum KrHs dadurch nicht kürzer, oder das Durchkommen durch den Verkehr schneller.
Ein Patient bei dem die Möglichkeit innerer Blutungen besteht muss, ob mit oder ohne Milz, auf dem kürzesten und schnellsten Weg ins KrHs da man "draußen auf der Straße" eh nichts tun kann.
Die fehlende Milz wird dann erst in der Notaufnahme interessant wenn die weitere Behandlung festgelegt wird. Hier könnte es in der Tat nützlich sein wenn das RD Personal dazu ne Info hat und sie bei der Übergabe direkt weitergeben kann. Ihr Mann sollte also schon seinen Ausweis dabei haben weil es die weitere Behandlung erleichtern würde.

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BeitragVerfasst: 28.01.09, 12:09 
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Coza hat geschrieben:
Besser ist sicher, wenn er Blutverluste umgeht, also nicht in Unfälle verwickelt wird ;).


Guter Tipp! So in etwa sieht auch sein eigener Vorsorgeplan aus... :D
Übrigens - meine Organe sind zwar noch vollzählig, aber ich habe ähnliche Pläne. :)

Danke auch an Izzy für die Info!


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