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medizin-forum.de • Thema anzeigen - na durch rtw besatzung abbestellt
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 Betreff des Beitrags: na durch rtw besatzung abbestellt
BeitragVerfasst: 19.11.08, 19:50 
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hallo,

ich hab mal ne grundsätzliche frage.

kann eine rtw besatzung einen notarzt der auf anfahrt zum einsatzort ist, abbestellen ?

da ich aus bayern bin, gibt es eine regelung gemäss bayrdg ?

vielen dank :lol:


gruss
rtwfahrer


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BeitragVerfasst: 19.11.08, 20:09 
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Hallo rtwfahrer,

prinzipiell ist diese Moeglichkeit vorhanden. Die Leitstelle entscheidet einen Notarzt zur Einsatzstelle zu entsenden, aufgrund der Information die sie meist durch Laien erfragen kann.

Kommt der RTW deutich vor dem NEF vor Ort an und erkennt schnell, das es sich nicht um einen NEF indizierten Einsatz handelt, kann sie dieses der Leitstelle mitteilen. Man kann auch direkt ueber Funk Ruecksprache mit dem NEF halten und diesem einen Einsatzabbruch nahe legen.

Prinzipiell ist nun fachkundiges Personal vor Ort, das entscheiden kann, ob fuer dieses Einsatz der Notartz erforderlich ist oder nicht. Im Umkehrschluß entscheiden ja die RTW Kollegen auch, ob sie anhand der Situation einen Notarzt brauchen und fordern ihn nach. So sollten sie auch in der Lage sein, einen abbestellen zu koennen.

Wichtig ist nur, das man sich sicher ist, keinen zu benoetigen und nicht faelschlicher Weise einen Notarzt abbestellt.

Ich habe sicherlich auch schon einige Male das NEF abbestellt, da es meist eindeutig nicht indiziiert war. Teilweise lag auch noch eine einsatztaktische Begruendung vor, das man wusste, die Leitstelle brauchte ein NEF fuer einen weiteren dringenderen Notfall und unser Patiente brauchte keinen, bzw. ich konnte die Situation sehr gut alleine handeln. Dann habe ich das NEF abbestellt. Ansonsten habe ich es durchfahren lassen, da ich ja auch meine Zeit brauche, Informationen vom Patienten zu sammeln, um dann eine Entscheidung treffen zu koennen.
Anders verhaelt es sich bei RTHs. Wenn hier ein NEF moeglicherweise vor Ort ist, jedenfalls eindeutiger Weise kein Einsatz fuer einen Notarzt vorliegt, sollte sicherlich der RTH abbestellt werden, um einsatzbereit zu sein. Weiterhin ist auch jede Landung ausserhalb einer eindeutigen Landezone, eine Gefaerdung, die nicht um jeden Preis erzwungen werden sollte.
Hier muss ich jedoch sagen, dass manchmal die Kollegen des RTHs nicht den Anweisungen des vor Ort befindlichen Personals (RA/NA) gefolgt sind, sondern trotzdem gelandet sind. Prinzipiell ist es nicht zulaessig, da die Einsatzleitung immer noch bei dem Personal vor Ort liegt und nicht automatisch auf dir RTH Besatzung uebergeht, sollten sie alarmiert werden. Es ist ja schließlich nichts anderes als ein fliegender NAW, hat also keine Sonderberechtigungen in dieser Hinsicht.

Hoffe deiner Frage eine gute Antwort geliefert zu haben.

Lieben Gruß, Sascha

_________________
Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)


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BeitragVerfasst: 20.11.08, 02:29 
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Ich hab das NEF nie abbestellt, sondern eher durchgegeben.."verhaltende Fahrweise"...
Der Arzt ist alamiert, soll er den Einsatz abwickeln. Vieleicht kann er einen Transport sogar verhindern und der Patient verbleibt in der häuslichen Umgebung. Ein NEF abbestellen können kannst du auf jeden Fall. Fragt sich nur warum?


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BeitragVerfasst: 20.11.08, 12:37 
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ich habe noch nie erlebt, dass ein Notarzt dann nicht anfährt. Schliesslich ist er eh schon aufgestanden / hat seine Tätigkeit unterbrochen, also fährt er auch. Vermutlich auch mit dem Hintergrund, dass er dann abrechnen kann ;)


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BeitragVerfasst: 20.11.08, 15:51 
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Wohnort: Duisburg
Da die NEFs bei uns so schnell am Einsatzort sind ergibt sich praktisch gar nicht die "Chance" den Arzt wieder abzubestellen, man trifft im regelfall mit dem Arzt zusammen am Einsatzort ein; manchmal ist der Doc sogar schneller. Abbestellungen sind bei uns daher auch eher die große Ausnahme. Was öfters Vorkommt ist dass man am Einsatzort feststellt dass es doch nichts für den Arzt ist und der sich dann wieder zügig verabschiedet um wieder frei zu sein.

_________________
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BeitragVerfasst: 22.11.08, 20:20 
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Prinzipiell ja!

Wir fahren mit dem NAW oft bis zu 25 min zum Einsatzort (ländliches Gebiet), der RTW ist oft viel früher vor Ort, warum also auf den NA warten, wenn offensichtlich "Fehlalarm".

Im Zweifelsfall gibt es immer noch de Möglichkeit der Rücksprache, oder einem Treffen auf halber Strecke.

mfG

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 24.11.08, 17:25 
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Beiträge: 275
Wohnort: Köln/Magdeburg
Also bei uns ist es usus, dass die RTW-Besatzung das NEF abbestellt wenn keine NA-Indikation vorliegt....
..wüsste auch nicht warum das nicht gehen/funktionieren sollte.
Und unsere NAs fahren dann nur in den seltesten Fällen doch durch (da sorgen schon die NEF-Fahrer für *g*)
(aso, ich bin/fahre in NRW)

der VK-Retter

_________________
Quid pro quo?


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BeitragVerfasst: 30.11.08, 06:53 
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Zitat:
Ich hab das NEF nie abbestellt, sondern eher durchgegeben.."verhaltende Fahrweise"...
Der Arzt ist alamiert, soll er den Einsatz abwickeln. Vieleicht kann er einen Transport sogar verhindern und der Patient verbleibt in der häuslichen Umgebung. Ein NEF abbestellen können kannst du auf jeden Fall. Fragt sich nur warum?


Diese Rückmeldungen wie "verhaltene Anfahrt" oder, noch schlimmer "fahren sie auf Sicherheit" sind die dümmsten Sprüche am Funk und gehen mir gewaltig auf den Geist.
Wesentlich sonnvoller ist es, wenn der RTW eine qualifizierte Rückmeldung an die RLS macht: kurze Lage, Einschätzung " NA nicht erforderlich / nicht zwingend erforderlich" und die Leitstelle kann entscheiden, ob das NEF abdreht oder weiter anfährt. Ist das NEF schon unmittelbar vor der Einsatzstelle wird es meistens vollends anfahren, braucht es noch länger, dreht es ab.
Die Frage "warum?" ist auch einfach zu beantworten. Vor allem in Bereichen wie unserem, wo es für einen Flächenlandkreis nur 2 NEFs gibt ist es nicht sinnvoll, das NEF unnötig weiter fahren zu lassen, denn oft genug passiert es, dass genau dann das NEF am anderen Ende seines Einsatzbereiches benötigt wird.


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BeitragVerfasst: 30.11.08, 11:24 
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schwabenretter hat geschrieben:
Zitat:
Ich hab das NEF nie abbestellt, sondern eher durchgegeben.."verhaltende Fahrweise"...
Der Arzt ist alamiert, soll er den Einsatz abwickeln. Vieleicht kann er einen Transport sogar verhindern und der Patient verbleibt in der häuslichen Umgebung. Ein NEF abbestellen können kannst du auf jeden Fall. Fragt sich nur warum?


Diese Rückmeldungen wie "verhaltene Anfahrt" oder, noch schlimmer "fahren sie auf Sicherheit" sind die dümmsten Sprüche am Funk und gehen mir gewaltig auf den Geist.
Wesentlich sonnvoller ist es, wenn der RTW eine qualifizierte Rückmeldung an die RLS macht: kurze Lage, Einschätzung " NA nicht erforderlich / nicht zwingend erforderlich" und die Leitstelle kann entscheiden, ob das NEF abdreht oder weiter anfährt. Ist das NEF schon unmittelbar vor der Einsatzstelle wird es meistens vollends anfahren, braucht es noch länger, dreht es ab.
Die Frage "warum?" ist auch einfach zu beantworten. Vor allem in Bereichen wie unserem, wo es für einen Flächenlandkreis nur 2 NEFs gibt ist es nicht sinnvoll, das NEF unnötig weiter fahren zu lassen, denn oft genug passiert es, dass genau dann das NEF am anderen Ende seines Einsatzbereiches benötigt wird.


Bei mir entscheidet die Leitstelle schonmal gar nichts, sie ist nämlich nicht vor Ort. Durch den Hinweis "verhaltende Fahrweise" wissen alle Beteiligten das das NEF nicht nötig ist und die Leitstelle kann eine Anfrage stellen. Dies geschah bei uns sowieso bei jedem Paralleleinsatz. Die Leistelle stellt eine Anfrage an den RTW das sie einen anderen Einsatz für das NEF hätte und wir hatten zu entscheiden ob wir das NEF abgeben. In Zeiten von Gutachten und Geldspaarpolitik müssen förmlich Paralleleinsätze produziert werden um die Streichung von Standorten zu verhindern, aber jeder handelt wie er mag.
Ich persönlich bin froh diese Probleme nicht mehr zu haben, leider gibt es auch bei uns Ambulancen ohne Paramedic die dann ein Fahrzeug anfordern müssen und die gleiche dämliche Problematik ergibt sich erneut. Damit müssenwir wohl leider leben.


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BeitragVerfasst: 09.12.08, 01:44 
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@ fa7x110:
Zitat:
Bei mir entscheidet die Leitstelle schonmal gar nichts, sie ist nämlich nicht vor Ort.

Aber sie weiss auf Grund deiner Meldung, dass das NEF nicht erforderlich ist. Und da hat sie nach unserem Rettungsdienstgesetz einfach das Recht, das NEF anzuweisen, die Anfahrt abzubrechen. In der Regel wird das nach Rücksprache mit dem NEF entschieden, je nach Einsatzlage kann aber auch einmal einfach auf das gesetzliche Weisungsrecht zurück gegriffen werden.

Zitat:
Durch den Hinweis "verhaltende Fahrweise" wissen alle Beteiligten das das NEF nicht nötig ist

Warum soll es dann noch anfahren? Just for fun, weil es sonst keine Daseinsberechtigung hat?

Zitat:
In Zeiten von Gutachten und Geldspaarpolitik müssen förmlich Paralleleinsätze produziert werden um die Streichung von Standorten zu verhindern

Da sieht die Realität in weiten Teilen Deutschlands doch ganz anders aus! Bei uns werden Gutachten gefertigt die mehr Notarzt-Standorte fordern, nicht weniger. Die Streichung eines NA-Standortes ist im Moment ein heisses Eisen, da tun sich die Krankenkassen und Politiker schwer damit.


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BeitragVerfasst: 10.12.08, 07:20 
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Ich wei snicht ob sich die Lage mitlerweile gebessert hat, doch als ich meinem Bereich meinen Hut nahm, lief alles auf streichen streichen streichen hinaus.
Warum sollte ich denn die Verantwortung übernehmen ein NEF abzubestellen? Wenn der Disponent entschieden hat das eines mit ausrücken soll habe ich es immer durchfahren lassen. Inmanchen Fällen gerade weil eigendlich nicht einmal ein Notfall vorliegt. Die rechtliche Absicherung für eigenverantwortliche Entscheidungen ist in Deutschland nunmal leider äußerst schlecht, gerade wenn es darum geht einen Patienten nicht zu transportieren. Mit NEF vO war eien Versorgung immer einfacher zu gestallten. In England gibt es zum Glück keine Transportpflicht und ich kann ohne Probleme entscheiden ob ein Patient ins KH muss, sich kurzfristig an seinen HA wenden soll oder einfach auch alleien ins KH gehen kann. Ich hatte es in den letzten jahren in D nunmal satt als dummer Barfußmediziner dargestellt zu werden der dann aber trotzdem auf eigene Verantwortung Maßnahmen ergreifen soll, entscheidungen fällen und den Kopf hinhalten soll. Null rechtliche Absicherung aber immer das Patientenwohl im Auge. Nene, da muss man auch mal auf stur schallten. Ärzte tun dies doch auch, streiken behandeln nur "Notfälle" wobei sie selbst entscheiden wer einer ist oder nicht, wo ist da der Patient? Man muss schon zusehen das die eigenen Interessen nicht auf der Strecke bleien auch wenn der Patient eventuell kurzfristig drunter leidenmuss. Den Schuh muss sich dann die Politik anziehen nicht die Retter. Zum Glück zogen wir damals mit den Ärzten an einem Strang. Sie standen hinter uns wenn wir das NEF durchfahren ließen.
In England stehen wir nun vor ähnlichen Problemen. Die neue Hilfsfrist wurde als alleiniger Leistungsparameter herangezogen und nun richten sich alle Resourcen daran diese Ziele zu erreichen. Das führt zu streichungen von Rettungsawachen und RTW und es werden community Paramedics eingerichtet, sozusagen first-responder die versorgen aber nicht transportieren können. Der Vorteil, die Hilfsfrist ist eingehalten, das der Patient nicht transportiert werden kann ist dabei nebensächlich. Auch hier bildet sich langsam eien Welle des Widerstandes im Personalbereich. Es ist äußerst unbefriedigend wenn du bei einem STEMI Patient vO bist, mit einem PKW, ihm die üblichem Medies zukommen lässt und dich dann für eine Lyse entscheiden musst da der RTW noch ne Stunde braucht um zu transportieren und ich dadurch nicht weis ob ich rechtzeitig für ne PTCA ins KH komme. Darfst ne Stunde im Wohnzimmer neben demPatienten sitzen und jegliche reperfusionsarrhythmien ausbaden nur weil jemand den nahen RTW gestrichen hat vor 4 Monaten....
Irgendwie muss man sich wehren auch wenn es kurzfristig zum Nachteil wird. Das langsfristige Ziel ist das wichtige.
Ich stimme dir allerdings zu Schwabenretter das alles andere als optimal ist!


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BeitragVerfasst: 10.12.08, 09:39 
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Guten Morgen liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr interessant was in den letzten Beitraegen so geschrieben wurde. Nun ich moechte einmal etwas in die Runde werfen, zu diesem Thema und schauen was passiert.

Wie waere es, wenn die Leitstelle gar keinen Notarzt iniitial mehr in die Einsatzmaske mehr uebernimmt. Bei Notaerztemangel und Fehleinsaetzen koennte es doch hier gerade zu einer Entlastung und zielgenauen Einsaetzen kommen.

Egal welche Einsatzmeldung durch den Laien in der Leitstelle ankommt, erstmal faehrt nur ein RTW raus um die Lage zu checken, die Kollegen sollten hier eine timeperiod von ca. 15 min alleine ueberbruecken koennen, bis ein nachgefordertes NEF eintrifft, oder den Patienten eigenstaendig therapieren koennen, solange es ihre Fachkompetenz hergibt....

Was sagt ihr??? ;)
Mehr Informationen dazu spaeter nach einer kurzen Diskussion.

Lieben Gruß

Sascha

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Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)


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BeitragVerfasst: 10.12.08, 14:37 
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Hallo Sascha

dies ist sicher ein schöner Gedanke aber leider sehe ich diesen nur mit einer grundlegenden Kompetenzbildung einhergehend sinnvoll umzusetzen. Es gibt sicher eine große Anzahl an qualifizierten und kompetenten RAs, aber leider auch immer noch eine große Anzahl an übergeleiteten und desinteresierten Kollegen. Sollte so eine Kombination auf einem RTW mit einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert sein können gerade die von dir genannten 15 Minuten den Tod des Patienten zur Folge haben. Man sollte das Ei nicht vor der henne legen sondern über die nächsten 10 Jahre hinweg die Qualifikation udn Kompetenzen auf einen ausreichenden Stand bringen und danach über mehr Eigenverantwortlichkeit für alle nachdenken. Bis dahin wird es leider nur Insellösungen geben.


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BeitragVerfasst: 10.12.08, 23:34 
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Grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass eine qualifizierte RTW-Besatzung in der Lage sein muss, den Patienten auch ohne NA vernünftig zu versorgen und die Zeit bis zum Eintreffen eines NEFS zu überbrücken.
Ganz unabhängig von der Einsatzmeldung würde ich die Entscheidung pro oder contra NEF aber nicht treffen wollen. Es gibt einfach ein paar Stichworte, wo es ohne nicht geht und wo die Zeit auch zu kostbar ist um auf eine Rückmeldung zu warten.
Es kommt immer wieder vor, dass parallel Notfälle gemeldet werden, die zumindest grenzwertig zur NA-Indikation sind. Meistens genau dann, wenn nur eines unserer beiden NEF im Landkreis zur Verfügung steht.
Wenn dann die fraglichen Einsatzorte weit auseinander liegen, kann es durchaus passieren, dass das NEF an der Wache bleibt und die RTWs unter Hinweis auf die Situation um eine schnelle Rückmeldung gebeten werden.
Das funktioniert ganz gut und geht ja so etwa in die Richtung der Einsatztaktik, die S_Steingrobe beschreibt.
Als Regeltaktik kann ich mir eine solche Vorgehensweise allerdings nicht vorstellen. Da wären vorher einige rechtliche und ausbildungsmäßige Hürden zu nehmen.


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BeitragVerfasst: 11.12.08, 00:35 
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Beiträge: 299
Wohnort: Reutlingen (D Ba-Wü)
Jetzt würde mich doch interessieren was Großraum Stuttgart genau heisst :)

Ich arbeite ja auch auf einer Leitstelle und bin oft in der Situation, daß die NAs entweder abgemeldet sind (2 ländliche NAW-Standorte), was bei Tag (geeignetes Flugwetter) mit 3 RTHs im Umkreis nicht so dramatisch ist oder aber unser NEF mal wieder durch den Landkreis tingelt. Wir haben noch die Möglichkeit eine 2.NA Gruppe zu alarmieren, was auch nicht immer beantwortet wird. Fakt hier ist also, dass zum einen oftmals RAs Notfälle schon heute komplett ohne NA versorgen können müssen oder ich aber mit meinem NEF gut haushalten muß. Also auch bei uns kommt es vor, daß ich mal nen NA trotz wahrscheinlicher Indikation zurückhalte, allerdings kommt es hierbei auf die Kolleginnen und Kollegen des RTWs an, weil hier sind doch sehr große Spannen an (erweiterten) Kompetenzen. Keine zufriedenstellende Lösung, aber was kann man machen ausser laut zu sagen was man davon hält.

Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen...

Brauche ich keinen NA an der Einsatzstelle, dann weiß ich der Kollege auf der Leitstelle ist evtl froh drüber, dass ich den NA abbestelle und er ihm somit wieder zur Verfügung steht.

Der NA wird aufgrund der ersten Verdachtsdiagnose des Disponenten bzw. eines Stichwortes des NA-Einsatzkataloges alarmiert. Ich wüßte nicht was dagegen sprechen sollte, daß wenn qualifiziertes Rettungsfachpersonal vor Ort eine bessere Einschätzung der Lage als der Disponent mit seinen beschränkten Mitteln erhält, das Team den NA abdrehen läßt. Doof wärs nur wenn man wenig später einen NA wieder nachfordert, wobei man hier immer den Patienten in den Vordergrund stellen muß. Sicher peinlich aber wenn ein NA erforderlich ist, dann muß er nachgefordert werden.

Grüße

Markus

_________________
Lehrrettungsassistent / ILS-Disponent / QMB
"Gut gemeint" ist nicht gut genug.
Skype: m.bela77


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