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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Pupillenreaktion
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 Betreff des Beitrags: Pupillenreaktion
BeitragVerfasst: 15.01.05, 19:08 
Hallo!
Ich weiß, dass hier Laienfragen unerwünscht sind, bin aber irgendwie heimatlos, da ich nicht weiß, in welches Forum ich mit meiner Frage gehöre. Daher schreibe ich sie doch hierher und warte, wohin sie verschoben wird :wink: .
Ich habe hier schon mehrmals gelesen, dass ein Notarzt bei Bewusstlosigkeit (??) oder Kreislaufstillstand über seine weiteren Maßnahmen unter anderem aufgrund der Pupillenreaktion des Patienten entscheidet . Da ich selbst eine Anisokorie habe, das heißt meine Pupillen sehr unterschiedlich auf Lichteinfall reagieren, würde mich interessieren, ob daraus ein Notarzt eventuell falsche Schlüsse ziehen und vielleicht auch falsche Maßnahmen ergreifen könnte?? Ist eine Anisokorie häufig bzw. denkt jeder Notarzt an diese Möglichkeit?

Sorry für den falschen Ort meiner Frage und danke im Voraus für eine eventuelle Antwort!
ein heimatloser Gast


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.01.05, 10:35 
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DMF-Mitglied

Registriert: 20.12.04, 11:53
Beiträge: 91
Hallo Heimatloser !

Eine gewisse Anisokorie (Bis 2 mm laut Augenärzte ist normal) wird öfter beobachtet.

Bei Reanimationen ist die Pupillenreaktion kein wirkliches Kriterium, siehe auch folgenden Beitrag:

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=7682

Ich hoffe der Link funktioniert.

Bei Trauma oder Neuro-Notfällen ist die Pupillenreaktion ein Teil der Gesamtbeurteilung.

1.) Ist der Patient ansprechbar ?
2.) Wenn ja, was ist passiert ?
Welche Beschwerden, Schmerzen haben Sie ?
Können Sie alles bewegen ?
usw.
3.) Klinische Untersuchung - Bewegungen , Verletzungszeichen, Neuro Status, Pupillenreaktion ?

2.) Wenn bewußtlos, Tiefe der Bewußtlosigkeit
Somnolenz - Sopor - Koma
3.) Verletzungszeichen, Unfallhergang
4.) Klinische Untersuchung , Neuro Status, Pupillenreaktion.


Bei ausgeprägter Anisokorie kann einen das schon auf die falsche Fährte locken, aber bei gründlicher Untersuchung, wird eine Anisokorie, die nicht zu den übrigen Befunden passt, auch mal als Falschbefund gewertet werden und keine Konsequenzen nach sich ziehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort gedient und unnötige Ängste ausgeräumt zu haben

Gruß

Grisu112

_________________
Schöne Grüße von

Grisu

(dem kleinen Rettungsdrachen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Pupillenreaktion
BeitragVerfasst: 16.01.05, 10:57 
Anonymous hat geschrieben:
Hallo!
Ich weiß, dass hier Laienfragen unerwünscht sind, bin aber irgendwie heimatlos, da ich nicht weiß, in welches Forum ich mit meiner Frage gehöre. Daher schreibe ich sie doch hierher und warte, wohin sie verschoben wird :wink: .
Ich habe hier schon mehrmals gelesen, dass ein Notarzt bei Bewusstlosigkeit (??) oder Kreislaufstillstand über seine weiteren Maßnahmen unter anderem aufgrund der Pupillenreaktion des Patienten entscheidet . Da ich selbst eine Anisokorie habe, das heißt meine Pupillen sehr unterschiedlich auf Lichteinfall reagieren, würde mich interessieren, ob daraus ein Notarzt eventuell falsche Schlüsse ziehen und vielleicht auch falsche Maßnahmen ergreifen könnte?? Ist eine Anisokorie häufig bzw. denkt jeder Notarzt an diese Möglichkeit?

Sorry für den falschen Ort meiner Frage und danke im Voraus für eine eventuelle Antwort!
ein heimatloser Gast


Hallo lieber Gast,

nein, Laienfragen zum Thema Notfall- und Rettungsmedizin sind hier nicht unerwünscht, es ist nur teilweise schwierig, wenn in Fachdiskussionen Laien mitmischen und Mißverständnisse auftreten :? .

Ich denke, Sie sind mit Ihrer Frage und Sorge hier auch genau richtig und haben Ihre "Heimat" bei uns gefunden - hoffe, daß unser Moderator das auch so sieht ?

Ist die Anisokorie bei Ihnen angeboren oder durch eine Augen-OP entstanden ? Eine OP-bedingte Pupillenveränderung kann man nämlich meist gut erkennen.

Eine angeborene Anisokorie ist nicht so häufig, aber als Notarzt frage ich Patienten bzw.Angehörige normalerweise schon, ob es bekannt ist.

Patienten mit Anisokorie rate ich daher immer, das möglichst allen Angehörigen und auch Arbeitskollegen eindringlich zu sagen (wiederholt, damit es nicht in Vergessenheit gerät !), damit diese das möglichst von sich aus im Notfall dem Arzt mitteilen, also nicht erst, wenn sie danach gefragt werden. Auch bei Ihrem Hausarzt sollte es auf Ihrer Patientenkarte vermerkt sein (möglichst vorne drauf in rot, damit es ins Auge fällt). Fragen Sei einfach immer mal wieder die Angehörigen/ Kollegen : " was sollst Du dem Notarzt sagen, wenn ich es selbst nicht mehr kann ?" Dann klappt das auch !

Sie haben wahrscheinlich die Threads über Abbruch einer Reanimation im Bezug auf Pupillen gelesen. Wir haben da diskutiert und es ist vielleicht auch etwas mißverständlich bei Ihnen angekommen. Natürlich würde kein Arzt nur deshalb (z.B. bei Bewußtlosigkeit) nicht behandeln oder reanimieren, nur weil eine Pupillendifferenz vorliegt. Wir machen das nicht nur von einem Blick auf die Pupillen abhängig, sondern dem Verlauf der Pupillenreaktion und von vielen anderen Faktoren und Sympomen, die mit den Pupillen überhaupt nichts zu tun haben. Ich kann Sie diesbezüglich also beruhigen !

Es kann natürlich bei Ihnen eher mal passieren, daß man aufgrund der Pupillendifferenz eine neurologische Symptomatik vermutet, die sie gar nicht haben, z.B. einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung. Dies bedeutet aber auf keinen Fall, daß dann nicht behandelt wird - im Gegenteil, es wird sogar mehr Diagnostik gemacht, als vielleicht erforderlich wäre (neurol. Untersuchung und CT), was Ihnen aber nicht schaden würde. Dies können Sie sehr schön an dem Fallbeispiel "prima vista" von Grisu nachvollziehen, bei dem der Patient eine schon lange bestehende Anisokorie und Schielstellung der Augen (Strabismus) hatte.

Also bitte nicht beunruhigt sein, sondern Ihre Umgebung informieren !

Ich hoffe, ich konnte Sie etwa aufklären und beruhigen ? Wenn Sie noch Fragen haben, dann stellen Sie diese bitte gerne !

Mit freundlichem Gruß ! doc-in-not :wink:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.01.05, 14:58 
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!! Sie haben mir sehr viel weitergeholfen.

Nein, ich hab noch nie eine Augen-OP gehabt, aufgefallen ist die Anisokorie vor ca. 15 Jahren, damals wurde auch ein Schädel-CT gemacht. Ich glaube schon, dass sie bei mir ziemlich ausgeprägt ist.
Danke für den Hinweis, dass man Verwandte bzw. seine Umgebung informieren sollte, ich glaube kaum, dass es in meinem Fall irgend jemand weiß. Und diejenigen, die es bemerkt haben (Kinder), weil der Unterschied zwischen den Pupillen manchmal (meist abends) doch sehr groß ist, hätten sicher nicht gewusst, dass das im Notfall eventuell von Bedeutung sein kann.

Nochmals vielen Dank!
ein nun beruhigter Gast


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