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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Kosten eines Rettungseinsatzes
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 Betreff des Beitrags: Kosten eines Rettungseinsatzes
BeitragVerfasst: 11.08.08, 13:12 
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Hallo,
ich bin zur Zeit in ein Forschungsprojekt in Aachen zum Thema Telemedizin im Rettungswesen involviert. Zur wirtschaftlichen Bewertung unseres neu entwickelten Systems benötigen wir Informationen zu den derzeitigen Kosten eines Rettungseinsatzes. Am besten wäre sogar eine Sortierung nach Posten: z.B.
Einsatz Rettungsfahrzeug X Euro;
Notarztpauschale Y Euro;
gelegter Zugang Z Euro; usw.

Ist es überhaupt möglich an diese Informationen zu kommen, oder ist das aus Datensicherheitsgründen icht zulässig.

Ich habe leider keine Erfahrung auf diesem Gebiet und benötige daher dringend Input. Auch hilfreiche Internetadressen oder sonstige Verweise sind gerne Willkommen.
Vielen Dank!


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BeitragVerfasst: 11.08.08, 13:17 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Die Gebührensatzung für den Rettungsdienst erhalten Sie oftmals auf den Webseiten der Gemeinden als PDF-Dokument. Sonst lässt sich das sicher durch einen Anruf beim Ordnungsamt herausfinden. Die Gebühren sind kein Geheimnis.

Viel Erfolg für Ihr Projekt, halten Sie uns auf dem Laufenden !

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 12.08.08, 09:08 
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Beiträge: 2
Vielen Dank für die schnelle Antwort! Die Gebührenordnungen weisen in der Tat viele nützliche Informationen zu den Kosten eines Rettungseinsatzes!

Um noch einige Informationen zu unserem Forschungsprojekt zu geben:

Unser Institut (Institut für Unternehmenskybernetik e.V.) arbeitet als Teil eines interdisziplinären Konsortiums an einem Projekt zur Entwiklung eines telemedizinischen
Rettungsassistenzsystems mit dem Namen Med-on-@ix. Das Forschungsprojekt verfolgt die Steigerung von Qualität und Effizienz von Rettungseinsätzen bei gleichzeitiger Kostenreduktion. Ziel ist die Entwicklung eines umfassenden Systems zur Übertragung von Bildern, Messwerten und Daten im Notfall-Einsatz. In einem notfallmedizinischen Kompetenzzentrum werden die Informationen zusammengefasst, bewertet und ergänzt. Diese Notarzt-Zentrale erstellt dann einen Behandlungsplan und unterstützt die Einsatzkräfte vor Ort bei der leitliniengerechten Therapie.
An diesem Projekt sind das Aachener Kommunikationsunternehmen P3 Solutions GmbH, der Medizingerätehersteller Philips Medizin Systeme GmbH, der Lehrstuhl für
Anästhesiologie des Universitätsklinikums Aachen und der Lehrstuhl für
Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen beteiligt.

Vielen Dank für ihr Interesse.


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BeitragVerfasst: 12.08.08, 23:58 
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Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Hallo david08,

keine Bild/Ton-Übertragung kann den Gesamteindruck vor Ort jemals so komplex erfassen, wie es möglich ist, wenn man selbst vor Ort ist. Einen Patienten und seinen momentanen Zustand beurteilt man nicht nur durch "Meßwerte", sondern mit Fühlen, Umgebung sehen, Hautfarbe sehen, Haut fühlen, Puls fühlen, Auskultieren, riechen, also allen Sinnen. Ein Blick in die Wohnung verrät etwas über Verwahrlosung, Rauch- und Trink-Gewohnheiten, Hygiene und so weiter. Das sind alles Daten, die man in Sekunden als Mensch vor Ort erfaßt, die aber nie via Datenteleport übertragen werden.

Pardon, ich sags mal ganz krass und provokant:
Immer wenn im deutschen Gesundheitswesen von "Qualität" und "Kompetenz" und "Sicherung" etc. geredet wird, will man eigentlich nur eines: "SPAREN". Es fehlt nur noch die Politikerfloskel: "soziale Gerechtigkeit".

Rettungsdienst ist personalintensiv. Das ist der Hauptposten der Ausgaben.
Will man effektiv sparen, dann schraubt man die Bezahlung der RA s noch weiter herunter als bisher schon (siehe Tarifvertrag Öffentlicher Dienst). Da hilft eigentlich nur, den Anteil der ehrenamtlichen Helfer hoch zu halten. Hat eigentlich schon mal einer nachgedacht, daß er nicht ehrenamtlich fürs Rote Kreuz fährt, sondern für die Krankenkassen??
Der zweite große Part sind die Geräte und Fahrzeuge. Das führt dann dahin, daß es NEFs auf Polo-Basis gibt. Viel Vergnügen beim Crash.
Der kleinste Part sind die Verbrauchsmaterialien. Die liegen im Schnitt gemittelt um 15-20 € pro Einsatz, wobei ein Polytrauma oder eine prähospitale Lyse die ganze Statistik verfälscht...
Wo will man sparen? Die Fixkosten bleiben gleich bzw. gehen hoch (Sprit). Man kann also eigentlich nur am Personal und damit an der Qualität sparen.

Ich bin mal frech und sage:
Es klingt bei Ihnen alles nach:
wir lassen den Notarzt zu Hause, dann wird alles billiger, weil dann der Kollege des "Kompetenzzentrums" alles sieht und die Rettungsassistenten alleine läßt, aber alles delegiert. Dann habe ich hochtechnologisch gesagt: Ich biete Qualität, schaut euch diese Technik an, aber in Wirklichkeit schraube ich diese Qualität herunter.

Möchten Sie als Polytrauma nicht auch lieber von einem qualifizierten Notarzt, z.B. Anästhesisten narkotisiert werden, als "qualitätsgesichert" vom Paramedic?

Eine fundierte Datenübertragung mit allem PiPaPo kostet Geld, aber das will man doch einsparen. Wie will man jeden RTW, auch "Ersatz-RTW", etc mit so etwas ausrüsten, wenn noch nicht einmal alle Funklöcher Deutschlands gestopft sind?
Sinnvoller ist es, dies Geld für die Ausbildung und den Lohn des Personals auszugeben. Mit Arbeitszufriedenheit gewinnt man zufriedenes und gutes Personal.

Sie sprechen ein System an mit "notfallmedizinischem Kompetenzzentrum" am anderen Ende der Leitung. Solch ein Zentrum ist eigentlich nur an einem Klinikum der Maximalversorung zu realisieren. Dabei müßte aber z.B. ein Notfallmediziner mindestens 20-30 Rettungswachen abdecken. Ist das überhaupt bei "gleichzeitigen" Einsätzen möglich? Dieser Arzt stünde für den Klinik-Betrieb nicht mehr zur Verfügung. Wie sieht es mit der Haftung bei Kunstfehlern durch die RAs aus? Wie sieht es rechtlich aus? Nachgewiesenermaßen werden Patienten durch Paramedics viel häufiger fehlintubiert als durch Ärzte.

Eigentlich kann nur die Kombination von Notarzt vor Ort und kompetentem Ansprechpartner in der Klinik in besonderen (eher seltenen) Fällen zu einer Qualitätssteigerung führen. Voraussetzung dafür ist eine fundierte Ausbildung der Notärzte (und der Rettungsassistenten) und eine anständige Bezahlung des ärztlichen und nichtärztlichen Personals.

Qualität kostet Geld.

Will man Qualität, muß man diese auch bezahlen wollen.

Ich hoffe, ich habe Sie nicht verärgert,

viele Grüße,
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 18.08.08, 00:21 
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Beiträge: 277
Land-Ei, du hast mir ein Bisschen aus der Seele gesprochen. :D

Ich habe nicht nur Verständniss für Kostenreduktion sondern bin sogar ein sehr großer Freund davon. Aber Kostenreduktion bzw. Kostenoptimierung bedeutet meistens, dass man nicht einsehen kann/darf/möchte, dass es Kosten gibt, die man nicht senken kann.

Darf ich fragen wer der Auftraggeber dieses Projekts ist ??


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BeitragVerfasst: 19.08.08, 01:06 
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Beiträge: 28
Wohnort: Großraum Stuttgart
Dieses Forschungsprojekt tauchte vor einiger Zeit auch in einem anderen Forum auf.
Weder dort noch hier kann ich darin einen großen Nutzen für den Patienten sehen.
Wenn es beim Einsatz tatsächlich so ablaufen sollte wie von David08 beschrieben, gibt es eher zeitliche Verzögerungen. Die Daten müssen erfasst und übertragen werden, dann erfolgt die Auswertung, evtl. Rückfragen, damit der "Tele-Mediziner" seinen Behandlungsplan erstellen kann. Wie schnell ist das möglich?
Ausser den Basismaßnahmen kann die Besatzung nichts am Patient machen, mögliche Maßnahmen könnten ja mit dem Behandlungsplan des Tele-Mediziners kollidieren und sind auch schon deshalb fragwürdig, weil in diesem Moment ja gar nicht geklärt ist, wer für die Behandlung verantwortlich ist.
Und das ist dann schon das nächste Problem, das ausgiebig diskutiert werden muss
Zitat:
Diese Notarzt-Zentrale erstellt dann einen Behandlungsplan und unterstützt die Einsatzkräfte vor Ort bei der leitliniengerechten Therapie.

Ist der Plan verbindlich oder gibts nur Empfehlungen? Was passiert, wenn die erhoffte Wirkung nicht eintritt oder sich der Zustand des Patienten sogar verschlechtert?
Wen hat der Staatsanwalt dann am Wickel - die RTW-Besatzung oder den Tele-Mediziner?
Ich denke, hier wird ein falscher Weg genommen. So ein Projekt ist sinnvoll als Unterstützung für Notärzte vor Ort wenn sie bei speziellen Notfällen Unterstützung brauchen, nicht für eine normale RTW-Besatzung.
Für so ein (verfeinertes) Telemetrieprojekt brauchts kein neues Forschungsprojekt, da genügt es, die Erfahrungswerte der Kliniken, die dies bereits anwenden zu erfassen, auszuwerten und organisatorisch zu optimieren.
Das ist im Übrigen auch billiger und wirtschaftlicher


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BeitragVerfasst: 19.08.08, 19:47 
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Mal ne ganz gemeine Frage an den Thread-Ersteller:

Was ist, wenn man beim Patienten die ersten Daten eingegben hat, und auf eine Antwort wartet, und der Zustand sich aber verschlechtert? Wie schnell kannl man/frau dann die eingegebenen Daten korrigieren?

Zudem finde ich es höchst brisant aufgrund ein paar Daten wie Ersteindruck, RR, Puls und EKG eine Diagnose und auch Arbeitsrichtlinie zu stellen, aber den Pat nie zu sehen bekommt.


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BeitragVerfasst: 20.08.08, 21:08 
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Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Dafür ist ja medizinisch ausgebildetes Personal vor Ort, die eben aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten anders entscheiden können und ggf. auch müssen halt auf Basis ihrer Ausbildung und ihres Wissens. Selbst der beste Algorhythmus soll einen nicht dazu verleiten das eigene Hirn auszuschalten.

_________________
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