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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Kleines Fallbeispiel:
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 Betreff des Beitrags: Kleines Fallbeispiel:
BeitragVerfasst: 24.05.08, 20:36 
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Hallo zusammen, hab da mal ein kleines Rätsel für euch.


Alarmierung durch RLST gegen 02:30Uhr, Verd. a. HI. ohne NEF (da im Einsatz) kommt aber nach


RTW kommt an, schönes Reihenhaus, nette Lage. Eine Frau öffnet die Tür, sieht ziehmlich besorgt aus, bringt uns ins Wohnzimmer zu ihrem Mann und ihrem Sohn...

Anamnese ergibt folgendes:
- Pat. (der Ehemann) klagte über leichte schmerzen im Brustkorb die in den linken Arm ausschweifen, Übelkeit und allg. Unwohlsein
- keine Vorerkrankungen, geht regelmäßig zum Arzt
- wenig Streß
- hatte den Tag frei und hat das Zimmer seiner Tochter renoviert (unter anderem sehr schwer dabei gehoben)
- RR 140/90
- BZ 92
- SpO2 94
- EKG unaff. Sinusrhythmus
- Pat wird beim Aufsetzen etwas schwindelig
- sonst normal gegessen und getrunken nichts außergewöhnliches

Pat. in RTW und NEF entgegen der trotz der Stabilität des Pat noch vorbei kam.

Auf der Fahrt klagte Pat plötzlich über stärkere Übelkeit und ein komisches Gefühl in der Brust, verdrehte kurz darauf die Augen nach oben links, der Tonus verkrampfte und EKG zeigte für ca. 20 sek. eine Null-Linie. Danach wachte der Pat wieder auf als wäre nichts gewesen. RR bei 110/90, EKG wieder unauff. Sinusrhythmus.

Was könnte der Pat. haben?
Der NA ließ ein Medikament verabreichen, welches könnte es gewesen sein und wann ließ er es verabreichen?


Viel Spass beim grübeln.

Ich denke mal für die erfahrenen Kollegen ist dies keine große Herausforderung :wink:

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BeitragVerfasst: 24.05.08, 21:32 
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Wann kommt die Auflösung?! :)


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BeitragVerfasst: 24.05.08, 21:54 
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Ratatouille88 hat geschrieben:
Wann kommt die Auflösung?! :)



Mal gucken :D

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BeitragVerfasst: 24.05.08, 22:08 
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Hallo Maira,
Zitat:
RR 140/90
- BZ 92
- SpO2 94
- EKG unaff. Sinusrhythmus

EKG der Extremitäten oder Standard unauffällig? Auswertung erfolgte durch EKG-Gerät?
RR bei Schwindelanfall? Dabei EKG noch unverändert?

Klingt oberflächlich betrachtet nach MAS-Anfall, könnte aber auch in Richtung Petit-Mal gehen.
MfG Franko


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BeitragVerfasst: 24.05.08, 22:24 
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Nabend,

Zitat:
EKG der Extremitäten oder Standard unauffällig? Auswertung erfolgte durch EKG-Gerät?
RR bei Schwindelanfall? Dabei EKG noch unverändert?


12 Kanal komplett unauffällig. Auswertung durch RTW-Personal, NA und EKG-Gerät. Bei Schwindelanfall keinerlei für uns messbare Veränderungen!



MAS-Anfall geht schon in eine gute Richtung


MfG

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BeitragVerfasst: 25.05.08, 09:52 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
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Hallo Franko !

Franko hat geschrieben:
Dabei EKG noch unverändert?




Maria hat geschrieben:
und EKG zeigte für ca. 20 sek. eine Null-Linie



20 Sekunden werden wohl zu kurz sein, um den RR Abfall, außer bei invasiver Überwchung, dokumentieren zu können.

Interessanter Fallbericht.

mfG

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
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BeitragVerfasst: 25.05.08, 20:34 
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20 Sekunden lang eine Nullinie?

da spricht doch dann einiges für eine kardiale Erkrankung - z.B. Sick Sinus mit Sinusarrest.

Ich würde bei vorbestehender Symptomatik die rechtsventrikulären Ableitungen schreiben und nach einem Rechtsherz-Infarkt fahnden.

Bei so lange andauernder Asystolie ist jederzeit mit dem "plötzlichen Herztod" zu rechnen.
Konsequenz bei weiterhin im Stromkurvenverlauf unauffälligem EKG:
Transport auf die nächste internistische Intensivstation, Schrittmacherbereitschaft, Reanimationsbereitschaft, keinerlei "Pause" im EKG-Monitoring gestatten.

Kann eine Intoxikation vorliegen?
Keinerlei Medikamentenanamnese? (Digitalis? versehentlich Maiglöckchen statt Bärwurz?)
Nierenerkrankungen?
Durchfall? (Ich denke an Elektrolytentgleisungen)

meine notärztliche Therapie bei symptomatischer Bradykardie:
erstens Atropin 0,5-2 mg
zweitens Orciprenalin 0,5 mg
drittens Suprarenin 1:10 verdünnt in 1ml Schritten
viertens externer Schrittmacher

neugierige Grüße vom
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 25.05.08, 21:00 
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Hallo Land-Ei,

wie gesagt, keine Vorerkrankungen, daher auch keine einnahme irgendwelcher Medikamente und außer der Übelkeit und dem allg. Unwohlsein auch keine weiteren Symptome.


Mit dem Sinusarrest hast du aber voll in´s Schwarze getroffen... Ein Sinusarrest bei dem kein untergeordneter Erregungsbilder eingesprungen ist. Der Krampf kam durch die O2-Unterversorgung des Hirns.
Pat. (wie du so schön beschrieben hast) mit vorbereitung auf Intubation und Rea und unter dauerhaftem Monitoring auf die nächste ITS.

Einige Tage später erfuhr ich, dass der Pat. einen Schrittmacher bekommen hat und der Sinusarrest auf Grund einer Elektrolytentgleisung stattgefunden haben soll.


Was die Medikamentengabe des NA angeht sollte ich vllt. auflösen, da das Ganze etwas sehr irreführend ist, und ich denke, diese Wahl hätte kaum ein anderer Arzt getroffen. Aber es liegt an euch :wink:


MfG, Maira

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BeitragVerfasst: 25.05.08, 21:12 
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Maira hat geschrieben:
Was die Medikamentengabe des NA angeht sollte ich vllt. auflösen, da das Ganze etwas sehr irreführend ist, und ich denke, diese Wahl hätte kaum ein anderer Arzt getroffen. Aber es liegt an euch :wink:

Hallo Maira,
etwa Diazepam? zur Beruhigung des Notarztes :wink:
Mir fällt zu meiner Liste wenig ein,
aber Magnesium wäre noch denkbar (wobei das eigentlich nur bei vorzeitigen Wehen und Torsade des pointes gegeben wird)


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BeitragVerfasst: 25.05.08, 21:16 
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weder noch :wink:

soll ich auflösen damit du ne ruhige nacht hast? :)


MfG, Maira

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BeitragVerfasst: 25.05.08, 21:54 
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Wohnort: Bayern
Maira hat geschrieben:
weder noch :wink:

soll ich auflösen damit du ne ruhige nacht hast? :)


MfG, Maira

bitte bitte bitte!


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BeitragVerfasst: 25.05.08, 21:57 
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Der NA ließ während des "Schwindelanfalls" kurz vor dem Sinusarrest 2 Hübe Nitro verabreichen. :o

Aber frag mich nicht warum :!:


Gruß Maira


(Nachtrag: Evtl. das Nitro zu Diagnostischen zwecken?! Auch wenn ich es in diesem Falle für unangebracht halte.)

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BeitragVerfasst: 28.05.08, 14:04 
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Nitro ist doch ein Vorlast- bzw. Blutdrucksenker. Vielleicht wollte der NA damit verhindern dass der Druckrezeptor zum Hirn hin, der Carotissinus, auch noch eine Drucksteigerung meldet und der ohnehin schon angeschlagene Sinus am Herz entgültig aus dem Tritt kommt!? Wäre jetzt mal so mein Verdacht.

Vielleicht können unsere Herren/ Damen Doktores hier im Forum vielleicht ein oder zwei Sätze dazu schreiben?

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Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.


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BeitragVerfasst: 28.05.08, 22:14 
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Allerdings gab er es ja vor dem Sinusarrest, und da das EKG vollkommen unauffällig gewesen ist...
Könnte Nitro bei einem Sick-Sinus auch einen Sinusarrest hervorgerufen haben?

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BeitragVerfasst: 29.05.08, 12:48 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
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Hallo !

Nur zweite kurze Kommentare aus meiner Sicht zu diesem sehr schönen Fallbeispiel.

maira hat geschrieben:
Der NA ließ während des "Schwindelanfalls" kurz vor dem Sinusarrest 2 Hübe Nitro verabreichen.

Aber frag mich nicht warum


Als Antwort darf ich die Anamnese aus dem Erstposting zitieren:

maira hat geschrieben:
Anamnese ergibt folgendes:
- Pat. (der Ehemann) klagte über leichte schmerzen im Brustkorb die in den linken Arm ausschweifen,


Land-Ei hat geschrieben:
meine notärztliche Therapie bei symptomatischer Bradykardie:
erstens Atropin 0,5-2 mg
zweitens Orciprenalin 0,5 mg
drittens Suprarenin 1:10 verdünnt in 1ml Schritten
viertens externer Schrittmacher


Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen, lediglich das Orciprenalin nicht mehr in den Guidelines erwähnt wird, wohl wegen dem potentiellen RR-Abfall durch die fehlende Vaskonstriktion.

Aber :

Land-Ei hat geschrieben:
etwa Diazepam? zur Beruhigung des Notarztes


***gggggg*** find ich super

liebe Grüße

Erbschwendtner

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