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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Probleme und Schwierigkeiten im Rettungsdienst
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BeitragVerfasst: 06.05.08, 09:03 
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Hallo,
ich arbeite mich derzeit in das Thema Rettungsdienst ein, weil ich mit einigen rettungswachen zusammenarbeiten werde. Um einen möglichst guten Start zu haben und gut vorbereitet zu sein, würde es mich interessieren, welche Schwierigkeiten und Probleme der Rettungsdienst im allgemeinen mit sich bringt und wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.
Bisher habe ich bereits gelesen, dass die Arbeits-/Bereitschaftszeiten immer wieder ein schwieriges Thema sind. Was könnt ihr noch berichten? Mein Ziel ist es, die Arbeit der Leute zu erleichtern und daher würde mich mal interessieren was da so abläuft.

Und eine ganz konkrete Frage habe ich. Nach einem Rettungseinsatz muss üblicherweise eine Nachbereitung stattfinden - RTW reinigen, Medikamente nachfüllen etc. - wie funktioniert dass, wenn eigentlich gleich ein neuer Einsatz rufen könnte? Ist die Übergabe des RTW von einer Schicht zur anderen tatsächlich so detailiert wie vorgeschrieben oder baut ihr eher auf Vertrauen?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet und einige Dinge schreibt und erklärt. Ich möchte den Beruf und den Arbeitstag im Rettungsdienst besser verstehen können.

Gruß
Roadrunner

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BeitragVerfasst: 06.05.08, 11:09 
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So eine Situation hatten wir mal beim Katastrophenschutz.

Wir kamen gerade von einem Sanitätsdienst, wo wir auch diverse Verletzungen behandeln mussten. Diverses wurde verbraucht und musste nachgefüllt werden.

Als wir am Fahrzeughof ankamen, läutete gleich der Pieper mit einem Verflegungeinsatz, wo unser Auto auch gebraucht wurde.

Da wir nich wirklich in Eile waren, und auch schon Einsatzkräfte vor Ort waren, konnten wir noch in ruhe auffüllen und uns dann zum Einsatzort begeben.

Wie es beim Rettungsdienst aussieht weiß ich leider nicht :oops: :P

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BeitragVerfasst: 06.05.08, 13:08 
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Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Hallo:
bei jedem Schichtwechsel wir bei uns der RTW komplett nach Liste "gecheckt".
Die Trage wird nach jedem Einsatz noch im Krankenhaus wieder "startklar" geamcht, wenn der RTW z.B. nach "Meningitis"-Fahrt oder nach Polytrauma-Versorgung nicht mehr einsatzklar ist, dann wird er von der Leitstelle auch solange nicht geschickt (höchstens "vorab", wenns brennt.
nach einem "Durchschnittseinsatz" muß man nicht so viel auffüllen, daß man nicht einsatzklar wäre. Die Medikamente bei uns sind einmal komplett im Koffer und einmal komplett im RTW-Schrank.

Das mieseste am Rettungsdienst ist das "drumherum".
Die Angst wegen EU-Ausschreibung den Arbeitsplatz zu verlieren, Zeitverträge, Dumpinglöhne, Budgetierungen und Kürzungs/Sparmaßnahmen und die ständige Nichtanerkennung von Überstunden - eigentlich wie so typisch im med.Dienstleistungsbetrieb. Immer mehr steigende Bürokratisierung.
Außerdem das "Einstellen als RS", aber "Eingesetzt werden als RA" (nach der RA-Ausbildung, um wenigstens eine Arbeitsstelle zu haben.

Viele Grüße,
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 07.05.08, 10:08 
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Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Je nachdem wer vorher drauf gesessen hat oder von wem ich das Auto kriege check ich es auch schon mal dreifach... So hab ich z. B. mal einen Tausch KTW vom Desinfektor der BF erhalten wo ich beim durchschauen Kompressen mit Ablaufdatum 1996 in den Fingern hatte (die erwähnte Schicht war vorletztes Jahr...).

Was mir auf den Sack geht ist dass die Disponenten oft den Eindruck erwecken dass sie die Stadt nicht kennen und nicht wissen wo sie welches Auto haben. Da wird man von Nord nach Süd geschickt und trifft ein anderes Fahrzeug in der Gegenrichtung, wo sich bei einer kleveren Disponierung doch enorm Zeit und Geld sparen ließe.
Ein Beweis dafür, dass die Jungs in der Leitstelle oft die Stadt nicht kennen ist, wenn sie bei der Standortabfrage oft Minuten brauchen wenn man ihnen eine nicht ganz so große oder gebräuchliche Strasse nennt bis sie einem dann erzählen was sie eigentlich wollten. Hier besteht meiner Meinung nach ganz großer Nachholbedarf.

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BeitragVerfasst: 07.05.08, 11:50 
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Wohnort: Rostock
Hallo,
das mit den Existenzängsten kann ich nachvollziehen, da offensichtlich ja auch ne Menge RA/RS Arbeit suchen. Bei uns sind die Leute fest angestellt - das ist schonmal enspannender, wenn auch nicht unbedingt sicher.

Pasiert das öfter, dass abgelaufene Medikamente im RTW/KTW rumliegen? Wie überprüft ihr, dass das Fahrzeug richtig desinfiziert wurde (insbesondere nach einem Infektionstransport?

Das mit den Disponenten muss doch wohl auch nicht passieren in einer Zeit, in der man im Internet nachschauen kann, wo sich jeder befindet *confused

Wie ist es bei euch it psychologischer Betreuung nach besonders schweren Einsätzen? Wie macht ihr den Job körperlich mit (ist ja schon anstrengend!)?

Kennt ihr euch eigentlich in den gängigen Vorschriften aus? Und erreicht ihr den Einsatzort regelmäßig in max 15 Min?

So, nun genug gefragt

Danke für die ANtworten

Roadrunner

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BeitragVerfasst: 07.05.08, 16:46 
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Beiträge: 364
Wohnort: Schwarzwald
Zitat:
Pasiert das öfter, dass abgelaufene Medikamente im RTW/KTW rumliegen? Wie überprüft ihr, dass das Fahrzeug richtig desinfiziert wurde (insbesondere nach einem Infektionstransport?

ein Kurz-Check erfolgt zu Beginn einer Schicht, eine ausführliche Kontrolle aller Sachbestände wird einmal im Monat durchgeführt. Ich habe ganz selten mal etwas abgelaufenes im RTW gefunden, und dann warens max 2 Monate.
Desiniziert wird selbst. Dazu gibt es Listen, was bei welcher infektiösen Krankheiten an Desi-Mittel und Konzentration genommen werden muss. Bei unklarheiten kann ein Desinfektor angesprochen werden

Zitat:
Das mit den Disponenten muss doch wohl auch nicht passieren in einer Zeit, in der man im Internet nachschauen kann, wo sich jeder befindet *confused

Unseres Disponenten kennen ihr Einsatzgebiet.
Aber GPS gibt es noch nicht auf allen RD-Fahrzeugen in D. Und sowas wird auch Zukunftsmusik bleiben.


Zitat:
Kennt ihr euch eigentlich in den gängigen Vorschriften aus?

Dies ist eine Mindestanforderung an das RD-Personal

Zitat:
Und erreicht ihr den Einsatzort regelmäßig in max 15 Min?

Die HIlfsfristen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Was verstehst du unter regelmäßig?


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BeitragVerfasst: 07.05.08, 20:41 
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Roadrunner54 hat geschrieben:
Hallo,
Pasiert das öfter, dass abgelaufene Medikamente im RTW/KTW rumliegen?


Die Verfalldaten der Medikamente werden vierteljährlich überprüft, die Ampullen, die nicht mehr lange halten, werden markiert, so daß sie zuerst verbraucht werden.

Roadrunner54 hat geschrieben:
Wie überprüft ihr, dass das Fahrzeug richtig desinfiziert wurde (insbesondere nach einem Infektionstransport?


Es wird nach den gültigen Hygienerichtlinien standardisiert desinfiziert.

Roadrunner54 hat geschrieben:
Das mit den Disponenten muss doch wohl auch nicht passieren in einer Zeit, in der man im Internet nachschauen kann, wo sich jeder befindet *confused


sorry, die RTW-Standorte werden nicht via GPS überwacht - man muß doch sparen im gesundheitswesen. Unsere NEFs habens seit ein paar Wochen drauf, aber das ist recht fehlerbehaftet. Die leitstelle sieht manchmal die NEFs wild durch die gegend fahren, obwohl sie zu hause sind... Technik :roll:

Roadrunner54 hat geschrieben:
Wie ist es bei euch it psychologischer Betreuung nach besonders schweren Einsätzen?

Da gibts eine jedem bekannte Anlaufstelle. Nach größeren belastenden Einsätzen sitzen wir oft noch beieinander und gehen den Einsatz nochmal durch. Aber es sind auch die "kleinen" Einsätze, die einen ausbrennen lassen können...

Roadrunner54 hat geschrieben:
Wie macht ihr den Job körperlich mit (ist ja schon anstrengend!)?


Die Bandscheiben werden überlastet, was die BGen aber nicht anerkennen.

Roadrunner54 hat geschrieben:
Kennt ihr euch eigentlich in den gängigen Vorschriften aus? Und erreicht ihr den Einsatzort regelmäßig in max 15 Min?


Die Vorschriften muß man kennen.
Die länderweit verschiedene Hilfsfrist kann man nicht "Herausfahgren", die RTWs müssen so plaziert sein, daß man innerhalb der vorgegebenen Zeit am Einsatz sein kann. Das schließt auch "Funkabrufplätze" ein, um ein "leeres" Gebiet abzudecken. Das ist Sache der Leitstelle. Wir sind weder Rallye-Fahrer noch Formel 1 erprobt.


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