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medizin-forum.de • Thema anzeigen - diabet. Ketoazidose ?
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 Betreff des Beitrags: diabet. Ketoazidose ?
BeitragVerfasst: 03.05.08, 18:05 
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Registriert: 03.05.08, 17:53
Beiträge: 1
Hallo Zusammen,

ich bin Rettungssanitäterin im Ehrenamt ,versuche mich ständig auf dem Laufenden zu
halten und absolviere regelmäßig Praktikas im Retttungsdienst.
Letztes Wochenende hatte ich jedoch einen Patienten der bei mir Fragen aufwirft:

Der Patient mit bekanter Diabetes wurde von Besuchern des Festes bewußtlos aufgefunden.Als wir eintrafen saß der Mann ansprechbar,klar orientiert auf einer Parbank. Er hatte eingenässt ,ihm war leicht übel,Atmung unauffällig
Gcs 15, RR 160/90, Frequenz 90, Bz 270

Nach seinen Angaben hatte er bereits 5 Bier getrunken.
Nun frage ich mich die ganze Zeit, Alkohol senkt doch eigentlich den Bz.
Was war da los?War es eine beginnende diabetische Ketoazidose?

Viele Grüße
Aiska


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.05.08, 11:29 
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Registriert: 25.05.06, 16:06
Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
hallo Aiska,
Ihre vielen Fragen kann man gar nicht so einfach beantworten.
Aus notärztlicher Sicht ist der BZ um 270 mg/dl höchstwahrscheinlich nicht die Ursache der kurzen Bewußtlosigkeit.
Der Blutzuckerspiegel ist zwar deutlich erhöht, jedoch in dieser Höhe keine rettungsdienstlich relevante akute Gefahr.
Eine Ketoazidose kann man präklinisch ohne Laborwerte nur vermuten, meist sind es aber junge Typ I Diabetiker, haben meistens noch höhere Zuckerwerte und eine deutlich beschleunigte Atemfrequenz (Kußmaul-Atmung).
Alkohol senkt den Blutzuckerspiegel tatsächlich, aber wir wissen ja auch nicht den Ausgangswert.
Zurück zum Patienten:
war es der typische Typ II Diabetiker mit Übergewicht, "Bierbauch", "Schweinshaxe auf dem Teller" und weitere "Noncompliance" bezüglich seines empfohlenen Lebenswandels? Der einen HbA1c Wert (Blutzuckerlagzeitwert) im zweistelligen Bereich hat (normal unter 6,5), und dessen BZ-Werte immer um 300 sind?
Der gehört zum "high risk" Patientenklientel. An sich kann dieser Patient vieles erlitten haben, was prinzipiell auch lebensbedrohlich sein kann:
einen zerebralen Krampfanfall (dazu würde das Einnässen passen, hat wer den Beginn seiner Bewußtlosigkeit beobachtet?)
er kann mit seinen Bierchen (meistens ist es viel mehr, als der Patient zugibt) im Alkoholrausch auch nur eingeschlafen sein, und wurde jetzt geweckt.
Er kann auch eine Synkope erlitten haben, einen (nicht ganz typischen, aber deswegen für Diabetiker doch wieder typischen) Herzinfarkt, irgendwelche Rhythmusstörungen, einen Schlaganfall, eine transitorisch ischämische Attacke, eine kleine hypertone Hirnblutung, die langsam immer größer wird.
Je länger man über diesen Patienten nachdenkt, desto mehr Fragen wirft er auf und desto mehr bedrohliche Gefahren werden offensichtlich.
Fazit für den Sanitätsdienst:
"schwarzen Peter" weitergeben, also die Verantwortung über ihn weitergeben und den Patienten z.B. ins Krankenhaus einweisen.
Viele Grüße,
Land-Ei


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