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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erste Hilfe bei Bewußtlosigkeit
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 Betreff des Beitrags: Erste Hilfe bei Bewußtlosigkeit
BeitragVerfasst: 15.10.07, 09:54 
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Hallo !
Bei einer Familienfeier am Wochenende wurde diskutiert , wie man im nachfolgenden Fall Erste Hilfe leisten kann .Und ob es sich im vorliegenden Fall um eine Bewußtlosigkeit handelt oder etwas anderes .
Nun zum Fall :
Es gibt eine harmlose und nicht agressive Rangelei unter Geschwistern .Der große Bruder ( 17 ) nimmt die kleine Schwester ( 13 ) in den Schwitzkasten um sie ins Planschbecken zu schmeißen . Die Stimmung ist heiter und niemand hat das Gefühl es handelt sich um etwas ernstes ( auch das Mädchen im Schwitzkasten lacht ) .Dann hat der Bruder das Gefühl , seine Schwester macht sich extra schwer und er läßt sie los .Das Mädchen fällt auf den Boden und liegt auf der Seite . Es hört sich an , als würde sie lachen .Der Bruder spricht sie an , ob sie sich weh getan hat , aber sie reagiert nicht .Immer noch hört es sich an , als lache sie . Er dreht sie um und merkt das sie nicht ansprechbar ist . Jetzt merken auch die Eltern , das etwas nicht stimmt .Der Vater hebt sie hoch , aber sie reagiert nicht .Er legt sie wieder hin und plötzlich ist sie still und liegt da wie tot . Die Mutter reißt die Tochter in Panik hoch und nach einem Augenblick ist das Mädchen wieder bei Bewußtsein .
Nach den Angaben des Mädchens hatte es nicht das Gefühl , es bekäme im Schwitzkasten keine Luft . Plötzlich sei ihr schwarz vor Augen geworden .
Nun meine Frage : Wie reagiert man richtig und wie sollte die Erste Hilfe aussehen .Im Kreis der Diskusion wurde erwähnt , das wäre keine harmlose Ohnmacht gewesen .Rückenlage und Beine hoch hätten in diesem Fall keine Wirkung .
Wer kann uns sagen wie man richtig reagiert hätte . :?:


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BeitragVerfasst: 15.10.07, 10:41 
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Am wahrscheinlichsten kommt es im geschilderten Fall zur Kompression der beiden großen Halsarterien, die das Gehirn mit Blut versorgen. Dazu reicht ein relativ geringer Druck von ca. 5 kg aus. Das Gehirn schaltet dann wegen Sauerstoffmangel sozusagen ab. Es kann dabei zu kleineren Krampfanfällen kommen, die evtl. sogar als Lautäusserungen gedeutet werden.
Sobald die Schwester flach liegt und das Gehirn wieder durchblutet wird, ist die Ohmacht eigentlich sofort vorbei. Solange Bewusstlosigkeit besteht, ist die stabile Seitenlage die einzig richtige Massnahme. Wenn nach einer solchen Rangelei die Bewusstlosigkeit länger als eine Minute anhält, sollten sie den Notarzt verständigen.

Gruß,

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Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Hilfe bei Bewußtlosigkeit
BeitragVerfasst: 15.10.07, 13:37 
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tammi123 hat geschrieben:
...
Rückenlage und Beine hoch hätten in diesem Fall keine Wirkung .


Niemals bei Bewußtlosigkeit Rücken- und/oder Schocklage. IMMER die Stabile Seitenlage. Wenn man jetzt als Laienhelfer nicht mehr weiß wie die geht weil der letzte EH Kurs schon zu lange her ist reicht es vollkommen aus wenn der Mund der tiefste Punkt des Körpers ist und der Kopf überstreckt worden ist, es muss ja nicht schön aussehen, nur zweckmäßig sein. :wink:

Des weiteren wäre noch wichtig ein WÄRMEERHALT. Auch im Sommer! Also Decke drupp. Und ansonsten gucken das der Patient Atmet. Tut er das nicht beatment. Ggf. Wiederbeleben.

Der Notruf versteht sich hierbei von selbst.

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BeitragVerfasst: 16.10.07, 09:37 
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Danke für eure Antworten . Wieso ist die Schocklage falsch ? Als ich vor ein paar Jahren in einem Krankenhausflur umgekippt bin , fand ich mich beim Aufwachen auf dem Rücken liegend und mit den Beinen nach oben wieder .( Erste Hilfe leistete eine Krankenschwester ).
Ich verfüge über keine medizinische Ausbildung und habe vor Jahren mal einen EH-Kurs gemacht ( Führerschein ) also bitte für den Laien erklären .

Ich glaube , ich werde mal beim roten Kreuz vorbei schauen und den Kurs auffrischen !! Meine 14 jährige Tochter werde ich dann gleich mitnehmen .

Nochmal Danke für eure Info`s :roll:


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BeitragVerfasst: 16.10.07, 17:14 
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Hallo!

tammi123 hat geschrieben:
Wieso ist die Schocklage falsch ?

Es kann möglich sein, dass das die Bewusstlosigkeit nicht durch Blutmangel im Gehirn entsteht, sondern durch akute Erkrankung des Herzens. Durch die Hochlagerung der Beine (das Blut aus den Beinen fließt in Richtung Herz) würde das Herz zusätzlich belastet werden, was natürlich nicht gut wäre.

Falls der Patient in dieser Lager erbricht, kann das Erbrochene in die Lunge laufen (man kann daran ersticken). Dies soll durch die Seitenlage verhindert werden.

Zitat:
Ich glaube , ich werde mal beim roten Kreuz vorbei schauen und den Kurs auffrischen !! Meine 14 jährige Tochter werde ich dann gleich mitnehmen .

Kann man nur empfehlen! Die Kurse werden übrigens auch von allen anderen Hilfsorganisationen (Arbeiter Samariter Bund, Johanniter Unfallhilfe, usw...) angeboten.


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BeitragVerfasst: 17.10.07, 06:30 
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Ergänzend zu meinem Vorredner:

Die Krankenschwester kann aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung abschätzen ob es sinnvoller ist einen Patienten anders als in der stabilen Seitenlage zu lagern. Ein Laie kann dies nicht, daher gilt für Laienhelfer immer: Bewußtlose Person kommt immer und ohne Ausnahme in die stabile Seitenlage.

Zum EH Kurs:
Alle Hilfsorganisationen bieten solche Kurse an, ich würde allerdings zum 2 Tägigen Erste Hilfe Kurs und nicht zum 1 Tägigen Lebensrettende Sofortmaßnamen Kurs raten. Hat man mehr von.
Finger weg von privten Anbietern. Es mag einige gute geben, aber bei den meisten ist es nur murks was die ausbilden.
Je nach Region bieten auch Krankenhäuser sowas manchmal an.

_________________
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BeitragVerfasst: 17.10.07, 11:03 
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Danke nochmal fürs Aufklären .
Den Kurs werden wir beim roten Kreuz machen , da die Tante meines Mannes dort aktiv ist .Außerdem sind die hier vor Ort und ich weiß das wir dort in guten Händen sind .Andere Organisationen sind sicher auch zu empfehlen ( Arbeiter Samariter Bund, Johanniter Unfallhilfe, usw...) .
Von privaten Anbietern halte ich auch nichts !
Auf jeden Fall weiß ich jetzt für den Notfall erstmal Bescheid .Ich will nicht hoffen , das ich in so eine Situation mit meinen Kindern komme . Ich fürchte , das ich total in Panik gerate wenn es meine Kinder erwischt . Bei " fremden " ist das was anderes , da hat man emotionalen Abstand .


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BeitragVerfasst: 17.10.07, 14:13 
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Was gibt`s denn da für private Anbieter von denen ihr sprecht?


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BeitragVerfasst: 28.11.07, 17:36 
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Zitat:
Zum EH Kurs:
Alle Hilfsorganisationen bieten solche Kurse an, ich würde allerdings zum 2 Tägigen Erste Hilfe Kurs und nicht zum 1 Tägigen Lebensrettende Sofortmaßnamen Kurs raten. Hat man mehr von.
Finger weg von privten Anbietern. Es mag einige gute geben, aber bei den meisten ist es nur murks was die ausbilden.
Je nach Region bieten auch Krankenhäuser sowas manchmal an.



Diese Behauptung über "Private " ist schlichtweg eine unverschämte und unqualifizierte Aussage, die ich hier auch keinen Fall so hinnehmen möchte.

Private unterliegen strengeren Auflagen als die Hilfsorganisationen in denen oft minderqualifizierte und unmotivierte "Honorarkräfte" gelangweilt ihren "Stoff runterrasseln" und einen grossteil der Kurszeit damit verbringen sich selbst zu beweihräuchern mit ihren tollen eigenen Rettungsdiensterfahrungnen, welche aber für die Teilnehmer nicht interressant sind.

Bei den "Privaten" handelt es sich um Unternehmen, welche meistens beabsichtigen Ihren Mitarbeitern einen gesicherten Arbeitsplatz zu bieten, was eine ständige Qualitätskontrolle erfordert
Die Privaten sehen sich als Dienstleister am Kunden ( Kursteilnehmer), dies wird schon am Ambiente in privaten Unternehmen sichtbar.
Hier wird so gut wie nie in einem chaotischem Raum einer Bereitschaft mit nem alten Overheadprojektor und veralteten Folien gearbeitet, oder nur mit einer Maske und etwas Kutasept die HLW mit 20 Teilnehmern durchgeführt.

Ich habe im Jahr 2005 mit einem Kollegen ein solches Unternehmen gegründet, welches sehr gut läuft und zahlreiche Kunden betreut vom "Privatteilnehmer" über Hilfsorganisationen wie Feuerwehren, DLRG etc. bis hin zu namhaften Grosskonzernen.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen das die Privaten Anbieter als einzige streng überwacht werden und in der Regel auch staatlich und berufgsgenossenschaftlich anerkannt sind.

Dieses Urteil über die Hilfsorganisationen kann ich mir durchaus erlauben, da ich langjährig hauptamtlich bei einer solchen war und es ehrenamtlich immer noch bei einer anderen bin.


www.erstehilfe-kurse.de


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BeitragVerfasst: 28.11.07, 17:46 
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Zitat:
Diese Behauptung über "Private " ist schlichtweg eine unverschämte und unqualifizierte Aussage, die ich hier auch keinen Fall so hinnehmen möchte.

Private unterliegen strengeren Auflagen als die Hilfsorganisationen in denen oft minderqualifizierte und unmotivierte "Honorarkräfte" gelangweilt ihren "Stoff runterrasseln" und einen grossteil der Kurszeit damit verbringen sich selbst zu beweihräuchern mit ihren tollen eigenen Rettungsdiensterfahrungnen, welche aber für die Teilnehmer nicht interressant sind.


Sehr geehrter EH-Lehrer,

können wir uns darauf einigen, dass Sie den Ton, den Sie sich wünschen auch selbst auf Rett-Med nutzen.
Die Diskussion Privat <-> Hilfsorganisation haben wir schon einige Mal erörtert. Auch ich kenne beide Seiten und weiß, dass es bei Beiden die berühmten Schwarzen Schafe gibt. Bei beiden gibt es gute und weniger gute Ausbilder, manche neigen etwas dazu sich selbst als den "Rettungshelden" zu verkaufen und es gibt Räume im Keller und welche im Dachgeschoß mit vielen Fenstern.

Gruß,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 28.11.07, 17:51 
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Registriert: 28.11.07, 16:58
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Es war nicht meine Absicht jemanden persönlich anzugreifen, allerdings, ist einen solche Aussage für mich mit einigen Emotionen verbunden, da wir von der Gündung bis zum heutigen Stand viel haben entbehren müssen und dieser Werdegang kein zuckerschlecken war.

Sollte ich mich im Ton vergriffen haben, so war dies nicht gewollt!!!

Gruß

EH Lehrer


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