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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Emetophobie
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 Betreff des Beitrags: Emetophobie
BeitragVerfasst: 30.08.07, 02:54 
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Hallo Community,

Auch wenn die Überschrift es anders vermuten lässt gehört der Thread nicht in den Bereich Psychologie etc.
Es geht um eine Bekannte von mir, die eben unter dieser Angststörung leidet. Die Symptome äußern sich in panischem Verhalten und großem psychischen Stress wenn es darum geht dass entweder sie selbst oder andere sich übergeben könnten. Auch wenn das jetzt sehr exotisch klingt, ist diese Phobie nicht so selten wie man es ursrpünglich vielleicht vermuten möchte.
Diese Bekannte träumt davon entweder als RA ober vielleicht sogar als Notärztin zu arbeiten. Allerdings hemmt sie diese Phobie daran in diese Richtung zu gehen, da sie befürchtet das praktisch jeder einsatz mit kotzenden Patienten zu tun haben könnte und sie dann nicht zu gebrauchen wäre.
Meiner persönlichen Erfahrung nach kommt dies aber eher selten vor, aber ich bin weder das Maß der Dinge noch sind die Erfahrungen eines Einzelnen sehr Repräsentativ.
Ich möchte also gerne von Euch, sowohl RD Personal als auch NAs, wissen wie oft Ihr nen Patienten habt der Euch vor die Füße "würfelt". Einmal pro Schicht, einmal im Monat, einmal im Jahr? Kann man generalisieren ob es eher bei Stadt- oder eher bei Landrettung vorkommt?
Und abschließend, was haltet Ihr von Menschen die sich in diesem Bereich (z.T. halt nur ehrenamtlich) engagieren die unter einer Phobie leiden die sie hemmen könnte? Ihr ist die Verantwortung im übrigen sehr gut bewußt weshalb sie die Ausbildung zu einem der beiden Berufsbilder auch nicht begonnen hat.

Meine persönliche Meinung dazu behalte ich erstmal vor um unvoreingenomme Antworten zu erhalten.

P.S. : Die Therapie eine solchen Angststörung ist genauso individuell schwierig wie jede andere z. B. Klaustrophobie. Abgesehen davon das dieses angststörung noch recht unbekannt und gute Therapeuten dafür eben selten sind.

_________________
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.08.07, 06:03 
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Beiträge: 296
Wohnort: Nordbayern
Hallo,

ich selbst leide unter Emetophobie (schon seit vielen Jahren) und genau das war und ist immer ein Grund, mich nicht hauptamtlich im RD zu engagieren. Ich arbeite ehrenamtlich bei der DLRG, da ist das kein Hindernis. Aber im RD sieht es glaub ich anders aus. Mich würde auch mal von erfahrenen NA`s oder RA`s interessieren, wie oft kotzende Patienten vorkommen.

Katja


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 Betreff des Beitrags: Re: Emetophobie
BeitragVerfasst: 30.08.07, 09:15 
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Beiträge: 74
Izzy hat geschrieben:
[...]Die Symptome äußern sich in panischem Verhalten und großem psychischen Stress wenn es darum geht dass entweder sie selbst oder andere sich übergeben könnten. [...]

Ich denke auch wenn es nicht so oft im Rettungsdienst vorkommen sollte ist eine Person welche dann mit panischem Verhalten reagiert eher ungeeignet. Was mache ich denn mit einer Notärztin, die auf einmal bei dem kritischen Patienten nicht mehr zu gebrauchen ist? Ob das dann oft vorkommt oder nicht spielt für mich erst einmal keine Rolle. Wenn auch nur wenige Patienten darunter leiden bzw dadurch die optimale Behandlung vorenthalten bekommen sehe ich das als Problem an.
Zu der Frage wie oft kommt es vor: Bei uns (wenn man von 7 Schichten ausgeht - 5 unter der Woche und zwei am Wochenende - jeweils 12 Stunden Dienste ca 10 Einsätze pro Dienst - ländliche Region) würde ich schätzen an Tagschichten einmal in 7 Schichten. Bei Nachtschichten einmal in den 5 Schichten unter der Woche und zusätzlich ein bis zweimal in den Schichten am Wochenende.
Gruß
Bambi


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.08.07, 16:23 
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Registriert: 25.05.06, 16:06
Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Bambi hat geschrieben:
Ich denke auch wenn es nicht so oft im Rettungsdienst vorkommen sollte ist eine Person welche dann mit panischem Verhalten reagiert eher ungeeignet. Was mache ich denn mit einer Notärztin, die auf einmal bei dem kritischen Patienten nicht mehr zu gebrauchen ist? Ob das dann oft vorkommt oder nicht spielt für mich erst einmal keine Rolle. Wenn auch nur wenige Patienten darunter leiden bzw dadurch die optimale Behandlung vorenthalten bekommen sehe ich das als Problem an.
Gruß
Bambi

Ich schließe mich Bambi an.
Egal, wie selten oder wie oft es vorkommt, wenn der patient erbricht, sollte der RA / der RS / der NA einsatzklar sein, um den Patienten z.B. vor einer Aspiration schützen zu können und bei erbrechenden Patienten nicht plötzlich handlungsunfähig werden. Solange diese Phobie nicht überwunden ist, ist sie meiner Meinung nach nicht als Teamverantwortliche einsetzbar.

Wie oft kommt es bei meinen Patienten vor? Ich habe nicht nachgezählt, aber beim letzten Plattenparty-Nachtdienst warens von 3 Alkoholintoxikierten 2....

Grüße,
Land-Ei


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.08.07, 18:08 
Schließe mich den Vorrednern an. Sehr interessant auch de Bericht von warrior-of-light! Ich muß gestehen, ich wußte bis dato nicht, daß es eine solche Phobie überhaupt gibt! :shock:

Ich schätze, so bei jedem 8-10. Notarzteinsatz würgt oder erbricht der Patient bzw. es ist kurz davor. Insofern ist jemand mit Emetophobie als Notarzt m.E. nicht tragbar. Auch beim Intubieren kann jederzeit Erbrechen auftreten und wenn der NA dann das Laryngoskop wegschmeißt, will ich mir die Folgen nicht ausmalen.

Mir selbst wird leicht schlecht, wenn ich andere k... sehe oder ich es rieche, fange dann manchmal auch an, zu würgen, aber kann trotzdem arbeiten. Wie geht es den anderen RD`lern denn damit?

Gruß von doc-in-not


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:17 
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Registriert: 28.03.07, 05:27
Beiträge: 52
Wohnort: Gera
Hallo zusammen,
ist bei mir echt Tagesformabhängig. An manchen Tagen absolut null Problem, an anderen wiederum reicht das Würgen des Patienten und ich brauch kurz frische Luft. Ich denke aber das sich dafür niemand schämen sollte. Phobische Zustände hingegen sind absolut Kontraproduktiv.
so long
Frank


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:55 
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Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Wenn es bei Patienten vorkommt - was bei mir sehr großen Seltenheitswert hat - wird mir unter umständen auch ein wenig blümerant, aber mit ein wenig selbstbeherrschung kann ich ganz normal weiterarbeiten.
Ich hüpfe allerdings beiseite wenn mir ein Patient sein Mittagessen vor die Füße würfeln will, aber das kann mir wohl niemand verübeln. Bei Vitalbedrohten Patienten ignoriere ich solche Umstände allerdings vollkommen, umziehen kann ich mich hinterher immer noch nachdem wir den Patienten abgeliefert haben...

Ich bin jetzt doch überrascht das es offenbar so häufig vorkommt das Patienten sich erbrechen müssen, ich bin da von anderen Voraussetzungen ausgegangen, aber ich gehöre auch zu den Leuten die Ruhe anziehen (ich wurde schon öfters als "weißes wölkchen" bezeichnet).

Natürlich ist bei solchen Voraussetzungen ein Phobiker nicht auf einem Verantwortlichen Posten zu gebrauchen. Aber sie arbeitet dran und sucht auch nach Therapiemöglichkeiten. Ich denke dass wenn sie erst die Phobie überwunden hat kann aus ihr eine sehr gute RA oder vielleicht sogar NA werden.

Ich danke für Eure Angaben und Unterstützung.

_________________
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.08.07, 06:20 
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Registriert: 28.08.06, 05:54
Beiträge: 296
Wohnort: Nordbayern
Für alle die es evtl. interessiert. Es gibt darüber eine sehr interessante Homepage:

www.emetophobie.de


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.05.08, 22:37 
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Interessierter

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Beiträge: 9
Wohnort: Rhein-Neckar/Pfalz
Wundert mich etwas, daß das bei einigen doch recht häufig vorkommt. Ich kann meine kotzenden Pat. an einer Hand abzählen (pro Jahr gerechnet).


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