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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Apendizitiszeichen bei Schwangeren
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 Betreff des Beitrags: Apendizitiszeichen bei Schwangeren
BeitragVerfasst: 28.08.07, 01:50 
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Hallo Community,

In einer Krimiserie auf Vox (The District) wurde eine Schwangere mit "Senkwehen" in ein KrHs eingeliefert und die aufnehmende Ärztin hat nach dem Blinddarm gefragt, ob er noch drin sei und ob dieser vielleicht entzündet sein könnte.

Darauf hin habe ich schwer gebrühtet was ich als eintreffendes RD Personal machen würde (außer das bei mir obligatorische dumme Gesicht *g*) um eine mögliche Apendizitis auszuschließen bzw. die Möglichkeit begründet einzuräumen.

Außer dem Temperaturunterschied und dem Manöver mit dem anziehen des rechten Knies stehen die anderen Möglichkeit doch nicht zur Verfügung. Oder doch? Lanz - Zeichen, Blumbergzeichen und Kontralateraler Loslassschmerz fallen ja eigentlich flach, wenn sich ein Schwangerenbauch ausgebildet hat.

Spielen wir es mal durch:

Einsatz RTW, Schwangere im 9ten Monat mit Schmerzen im rechten Unterbauch gut zu lokalisieren. Blinddarm ist noch drin. Wehen kämen aber auch in Frage.
Wirds ne Storchenfahrt oder ein etwas eiliger Transport?

Feuer frei für die Antworten. 8)

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BeitragVerfasst: 28.08.07, 17:34 
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Hallo Zusammen,

meines Wissens äußert sich eine Appendizitis bei Schwangeren nicht anders als bei Nichtschwangeren. Bedingt durch die Organverlgerungen, die durch den stets größer werdenden Uterus verursacht sind, wären aber schon veränderte Schmerzlokalisationen möglich. Wie weit davon die Klassiker McBorney, Lanz, Knie anwinkeln etc. betroffen sind, weis ich nicht, zumal eh´viele Appendixe (ich meine es waren sogar über 50% in einer Studie) untypisch anmelden. Bei jungen Schwangeren die bisher nicht Appendektomiert wurden, ist eine Häufigkeit der Appendizitis (im 4- 7 Monat?) festzustellen.
Wehenartige Schmerzen fallen aber durch die Regelmäßigkeit ihrer Erscheinung auf und sind auch seitengleich. Im Zweifelfall würde ich aber die Patientin in die Gyn. bringen um den Muttermund untersuchen zu lassen und somit festzustellen ob die Geburt bereits begonnen hat.

Hoffe ich konnte etwas weiterhelfen.

LG

Uwe

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Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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BeitragVerfasst: 28.08.07, 21:39 
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Naja, bedingt...

Die Symptomatik von Wehen ist mir bekannt, das ein Apendix auch untypisch sein kann ebenfalls. Worauf ich hinauswollte war die Frage ob die "Klassiker" noch funktionieren und wie weit sie verschoben sind, wenn sie noch funzen sollten.

Ich meine der Grundsatz, Schwangere immer zuerst in die Gyn macht ja Sinn und ich würde es ja auch so machen. Mir ging es jetzt bei der Frage weniger um einen Praxistipp als mehr um ein fiktives Planspiel. Wie häufig kommt schon die oben beschriebene Symptomatik vor...

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BeitragVerfasst: 28.08.07, 21:52 
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Man könnte ja auch per Schnelltest die Leukozytenzahl bestimmen?!

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 Betreff des Beitrags: Re: ..
BeitragVerfasst: 28.08.07, 22:38 
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Imzadi hat geschrieben:
Man könnte ja auch per Schnelltest die Leukozytenzahl bestimmen?!


sowas habe ich noch nie gesehen im RD.
Wäre mal interesant zu wissen, ob solche Schnelltests im RD denn Sinn machen.


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BeitragVerfasst: 30.08.07, 02:23 
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Bisher hab ich das auch (leider) noch nicht gesehen. Aber da mancherorts schon begründet Diskutiert wird präklinisch BGAs einzuführen kann ich mir vorstellen das solche Leuko Schnelltests vielleicht auch bald gebräuchlich sein könnten. Geräte dafür sind in Blutspendezentralen ja im alltäglichen Gebrauch und der Test ähnlich durchzuführen ist wie n BZ Test. Also, warum nicht? Ich fürchte aber dass es am Kosten/ Nutzenfaktor scheitern wird, da ein Leukotest nicht so Zeitkritisch ist wie ein BZ Test.

Cool, danke. An die Leukos habe ich gar nicht gedacht. Hätten wir also drei klinische Zeichen...

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BeitragVerfasst: 30.08.07, 18:49 
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Bitte, gern geschehen :wink:

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BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:14 
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Hallo !

Ja wenn das so einfach wäre ....

Das mit den Leukos (in erster Linie reden wir von Neutrophilen) ist so eine Geschichte, schon mal was von Streßleukozytose gehört. Und Rettungsdienst-Kontakt _ Einsatz bedeutet doch häufig ausreichenden Streß.

Link zu einer guten Erklärung

Also was sagt eine Leukozytenbestimmung ìm Rettungsdienst aus ?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus so einer Bestimmung präklinisch ?

Übrigens wird auf der Blubank ein Schnelltest auf Hämatokrit vor Konservenentmahme gemacht, Leukos sind mir neu (als Schnelltest)


mfG

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
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BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:17 
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Hmm...und wie wäre es mit Temperatur-Messungen?

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BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:34 
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Hallo zusammen,
ist schon eine spannende Frage. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es hierbei um die einigermaßen sichere Diagnose unter den Bedingungen des Rettungsdienstes. Aber welche Konsequenzen für die Patientin würden resultieren?
Eine schwangere Patientin mit Abdominalschmerz sollte doch sowieso in der Klinik untersucht werden. Dort stehen dann diagnostische und therapeutische Mittel zur Verfügung, welche wir im RD nicht oder kaum haben. Also unter Beachtung der Begleitumstände ohne Zeitverzug sofortige Klinikvorstellung. In der Dokumentation sollte bei Verdacht auf Appendizitis dies auch eine Erwähnung finden.

Schönen Abend zusammen
Frank


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BeitragVerfasst: 30.08.07, 21:42 
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@ Franko: Klar, stimmt ja auch und an den Konsequenzen unserer Arbeit ändert es nüscht. Aber warum nicht mal ein kleines Gedankenspiel. Wen es nicht interessiert liest einfach nicht mit, ich finde es aber spannend darüber zu spekulieren was man machen könnte bzw. seine Verdachtsdiagnose entsprechend zu erhärten.
Letzten endes "landed" die Patienten eh immer im KrHs auf der Gyn. Aber wie meinte einer meiner Ausbilder immer so schön: "man kann nie zuviel wissen!"

@ imzadi: Die Temp Messung haben wir bereits weiter oben berücksichtigt, so kam ich ja auf die drei klinischen Zeichen --> Temp Unterschied, rechtes Bein anwinkeln und nun die Leukozahl

Ich hake mal beim nächsten mal Blutspenden nach... Mitte nächster Woche weiß ich da also mehr.

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 Betreff des Beitrags: ...
BeitragVerfasst: 31.08.07, 07:19 
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Ach soooo :oops: das hatte ich wohl glatt überlesen :wink:

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BeitragVerfasst: 31.08.07, 14:26 
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Macht ja nix :wink:

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BeitragVerfasst: 31.08.07, 14:54 
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ich sehe grade, das auch gefragt wurde, wie häufig soetwas überhaupt vokommen könnte..

Ich meine, das die Natur es zu fast 99% vorgesehen hat, das soetwas eher nicht passiert.
Das ist aber nur mal eine Idee von mir :wink:

Aber mal was anderes: WENN es der Blinddarm wäre UND die hochschwangere darunter dann starke Wehen bekäme, wie wäre dann das Procedere?!

DAS stelle ich mir brenzlig vor...

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BeitragVerfasst: 31.08.07, 15:49 
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Hmmm, gute Frage.

Ich spekuliere dass eine Not Sectio gemacht würde bei der gleichzeitig die Apendizitis behoben würde. Sofern das ungeborene lebensfähig ist. Aber da wir ja vom letzten Schwangerschaftsdrittel ausgehen dürfte das der Fall sein. Zumal wenn es die tatsächlichen Geburtswehen sind.

Hmmm, oder... was wohl auch möglich wäre: Schwangere kriegt ne PDA, ein Team kümmert sich um die Geburt und ein weiteres Team bereitet die OP wegen der Apendizitis vor, die beginnt sobald das Kind auf der Welt ist. Wobei das ja eher auf ein Glückspiel hinausläuft dass das Kind eher auf der Welt ist als der Apendix perforiert ist...

Zum Glück ist dies ja der Statistisch unmögliche Fall. Interessant ist es aber auf alle Fälle.

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