Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Bewusstlosigkeit
Aktuelle Zeit: 21.10.17, 10:03

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.08.07, 22:58 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 02.11.05, 14:31
Beiträge: 26
Wohnort: Wien (Austria)
Franko hat geschrieben:
Schütteln an den Schultern, Reiben des Sternums oder Kneifen in die Nasenscheidewand ist doch m.E. nach in den Steigerungsstufen legitim.


Lieber Frank,

bitte sagen Sie mir, wer Ihnen diese Legitimation gibt? Erklaeren Sie mir doch was Ihnen das als Rettungsassistent bringt? Was waere als naechster Schritt legitim? Dem Patienten nach der Nasenscheidewand vielleicht mal mit dem Feuerzeug ein wenig die Zehen anbrutzeln? Dafuer gibt es keinen Grund weil das Ergebnis eines solchen Tests das Handeln des Rettungsassistenten in keiner weise beinflusst. Schon ein bewusstseinseingetruebter Patient ist vom Rettunsassistenten in die prophylaktische stabile Seitenlage zu lagern! Also wozu das ganze? Der Notarzt muss sowieso her... und was dieser dann am Patienten fuer Untersuchungen anstellt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Was Ihre Aeusserung bezueglich des ERC betrifft, bitte ich Sie, sich in Zukunft vorher genauer zu informieren, bevor Sie Dinge in Erinnerung rufen, die schlichtwegs falsch sind! Die Beurteilung von kritisch kranken Patienten, inklusive Bewusstseinsbeurteilung und neurologischer Untersuchung ist im aktuellen "Advanced Life Support"-Manual (5th Edition) des ERC in Deutsch auf den Seiten 11-29 genauest detailiert beschrieben. Das ERC ist nicht der "Reanimationsclub" von nebenan, sondern die Dachorganisation fuer Reanimations UND Notfallmedizin in ganz Europa.

Sollten Sie Interesse an dem Skript haben, schreiben Sie mir bitte eine PN, ich schicke es Ihnen gerne als PDF weiter!

Einen schoenen Abend noch und Gruss aus Washington, (mal als Erklaerung dafuer, dass ich muehsamerweise keine Umlaute verwenden kann mit dieser Schrott-Tastatur :wink: )

_________________
Ben Thal
ERC ALS Instructor / Notfallsanitäter ÖRK


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.08.07, 20:24 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Liebe Diskutanten,

ist es nicht wieder herrlich über welche Kleinigkeiten wir uns hier wieder ausufernd unterhalten können. :-) Aus einer harmlosen Anfrage und einer noch harmloseren Antwort wächst sich ein Monster-Thread zusammen. Ich bin beeindruckt....

Ganz im Ernst. Die Arbeit des ERC und der Versuch gewisse Handlungsabläufe zu standardisieren in allen Ehren. Aber es gehört auch zum Standard der Untersuchung durch einen Rettungsassistenten zwischen "mag nicht mit mir reden", "somnolent", "soporös" und "komatös" zu unterscheiden.
Durch blosses Schütteln an den Schultern mag ich mir darüber kein Urteil erlauben. Wir reden hier sicherlich auch von völlig unterschiedlichen Patienten. Eine ältere Dame im Pflegeheim schüttele ich auch nur vorsichtig an den Schultern oder setze einen Schmerzreiz durch einen Kniff an der Haut.
Nachts um drei Uhr am Bahnhof muss ich beim 30-jährigen Bürger auf dem Gehweg auch mal beherzter zugreifen um mir ein Urteil über seinen Bewusstseinszustand bilden zu können. Dabei ist es nicht mein Ziel ihn dazu zu bewegen zum Auto zu gehen, sondern seine vitale Bedrohung einzuschätzen. Ab einem gewissen Promille-Spiegel ist ihm die Schüttelei egal, dass heisst aber noch lange nicht, dass er vital bedroht sein muss, oder?
Alle anderen Diskussionen, die zum "Anwärmen der Fusszehen" führen sind meiner Meinung nach Polemik und haben in einem FACHforum nichts verloren.

Zurück an den Verhandlungstisch und weiter vortreffliches diskutieren !!!

In diesem Sinne, Euer

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.08.07, 13:15 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Einen Patienten durch einen Schmerzreiz dazu zu bewegen wach zu werden und selber zum Auto/Zelt/ EH Raum what ever zu gehen ist strafbar -> Körperverletzung; wie bereits vorher erwähnt. Davon habe ich auch nie gesprochen...
Aber dieser Schmerzreiz ist so heftig und scheint eine so enorme Wirkung auf das Bewußtsein zu haben dass es oft dazu geführt hat einen augenscheinlich Sonolenten oder gar Komatösen Patienten nach Prüfung des Bewußtsein durch eben einen solchen Schmerzreiz wieder wach gemacht hat und der Patient selbständig gehen konnte (wie erwähnt Karneval, C2, keine anderen Ursachen).
Den Schmerzreiz gezielt zum erwecken einzusetzten sei jetzt mal der Ärzteschaft vorbehalten. Dies habe ich schon mehrfach beobachtet wobei ich mich da nach der juristischen Absicherung frage; aber die Herren Doktores haben eh mehr Befugnisse.
Irgendwie drifte ich jetzt ins OT, sorry.

Ich habe mir angewöhnt einenm Patienten der auf den ersten Blick bewußtlos ist folgendermaßen zu begegnen:

- > Ansprechen (laut)
- > An der Schulter leicht rütteln (soweit ja noch nach Richtlinien)
- > Leicht an die Wangeln tätscheln (mit Handrücken)
- > über den Wimpernkranz streichen (Lidschlußreflex)
- > Schmerzreiz

Das ganze dauert weniger als 5 sec und gibt mir eine adäquate Aussage über die tiefe der Bewußtlosigkeit. Der Chefarzt während meines Praktikums hat sich die Mühe gemacht mir während eine längeren OP ein wenig was zu Bewußtsein, Bewußtlosigkeit etc. zu erklären. Obigem Algorhythmus liegt die Überlegung zugrunde das die Reflexe je näher sie am Auge liegen umso später ausfallen.
Wenn der Lidschlußreflex nicht mehr auslösbar ist, befindet sich (nach Aussage "meines" Docs) der Patient bereits im Stadium zwischen soporös und komatös. Und DANN benötige ich eine Aussage über die tiefe der Bewußtlosigkeit eben durch die Abwehrreaktion auf den Schmerzreiz.
Ich persönlich fahre sehr gut mit diesem Algorhythmus und würde jetzt gerne wissen was Ihr davon haltet.

_________________
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.08.07, 13:55 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 09.02.05, 09:26
Beiträge: 74
Izzy hat geschrieben:
Einen Patienten durch einen Schmerzreiz dazu zu bewegen wach zu werden und selber zum Auto/Zelt/ EH Raum what ever zu gehen ist strafbar -> Körperverletzung; ...

Sagt wer?
Die Überprüfung des Bewusstseinszustandes (worunter für mich klar das setzen eines Schmerzreizes gehört) ist bei einem bewusstlosen Patienten doch keine Körperverlezung!?
Sagt mir bitte mal jemand woraus man hier eine Körperverletzung basteln könnte?

Wenn überhaupt dann sehe ich hier § 225 StGB "Mißhandlung von Schutzbefohlenen" - aber auch das wird hier nicht greifen, da man davon ausgehen kann es läge im Interesse der bewusstlosen Person die Bewusstlosigkeit zu prüfen um ihn einer optimalen Behandlung zuführen zu können!?

Übrigens ist die beste Behandlung eines Bewusstlosen nicht das Aufheben der Bewusstlosigkeit (gefolgt von der Seitenlage)?

Gruß
Bambi


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.08.07, 22:04 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Gutes Argument, aber der Schmerzreiz ist trotzdem ein diagnostisches und kein therapeutisches Mittel.

Selbstverständlich gilt: ein wacher Patient ist ein guter Patient. Keine Frage, aber die körperliche Unversehrtheit (wozu auch Schmerzfreiheit gehört) ist ja das höchste Rechtsgut eines Individuums. Inwieweit das jetzt juristisch genau gehandhabt wird müsste ich mal an geeigneter Stelle nachfragen.
Meines Wissens ist es nur zulässig um die tiefe der Bewußtlosigkeit zu überprüfen und nicht um dieselber entgegen zu wirken.

Ich frage mal nach, immerhin haben wir einen angehenden (oder is er inzwischen fertig, weiß ich nicht genau) Staatsanwalt in der Einsatzeinheit. Der dürfte da eine adäquate Aussage zu machen können, schließlich ist er außerdem noch ein sehr erfahrener RS.

_________________
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.08.07, 16:27 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag!

Bei dieser Fragestellung muß man ein wenig differenzieren:

1. Was muß der RTW wissen ?

Die zentrale Frage ist hier: Brauche ich einen Arzt zum Transport ?

Bei Atemstörungen und neurologischen Zusatzsymptomen ist das schnell beantwortet. Aber was ist mit dem 1,8 o/oo - Jugendlichen, der einfach nur so daliegt ? Kein Bild, kein Ton, Sättigung gut, Blutdruck gut - aber "nicht erweckbar", formal also bewußtlos!

Wie weit darf man also gehen, um diese Bewußtlosigkeit "auszutesten" ?

Rütteln ? Kneifen ?
Ich denke, die Diagnostik des RTW-Teams sollte keine sichtbaren/spürbaren Schäden am Pat. hinterlassen (Blaue Flecken, Nasenbluten, Schleudertrauma...). Alles andere ist juristisch wohl kaum haltbar...

Im Zweifel: Notarzt dazu. Wozu gibt es die denn auch...? :wink:

2. Was muß der Notarzt wissen ?

Für den Notarzt stellen sich vor Ort ganz andere Fragen:

    - neurochirurgische Versorgung ?
    - Intensivbett ?
    - Beatmungsplatz ?
    - Großer Bahnhof mit Voranmeldung ?
    - weitere Transportwege wg. Schwerpunktkrankenhaus/fehlendem Beatmungsbett ?

Man bedenke, daß viele Autoren die Intubationsgrenze bei GCS 7 bis 8 setzen.

Kein Augenöffnen: 1 Punkt
Keine verbale Antwort: 1 Punkt
...
jetzt muß der Schmerzreiz die Antwort bringen, dann schaffen wir vielleicht noch die 8 Punkte! :wink:

Und damit will ich mich hier als "Sternumreiber" outen. Das hat schon so manchen Notfallpatienten vor dem Tubus bewahrt. Die Augen öffnen sich weit und auch verbal hab´ ich schon mehrfach gehört: "Ej - das tut sch... weh! Aufhören!" . :arrow: GCS 15, NEF ist wieder frei...

Aber: Man muß sehr genau wissen, bei welchen Pat. man welche Maßnahme ergreift. Der Arzt kann sich ggfs. mit o.g. Liste rechtfertigen. Für das RTW - Team sehe ich keine guten Argumente.

Gruß

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.08.07, 09:57 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Sehr geehrter Kollege !

Danke für diese schöne Ausführung.

Inhaltlich bin ich ganz auf Ihrer Seite, wobei ich auch zu den "Rubblern" gehöre.

Zitat:
Ich denke, die Diagnostik des RTW-Teams sollte keine sichtbaren/spürbaren Schäden am Pat. hinterlassen (Blaue Flecken, Nasenbluten, Schleudertrauma...). Alles andere ist juristisch wohl kaum haltbar...


Also Rubbeln ohne Spuren ist für das RTW Team okay ?

mit lieben Grüßen

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Zuletzt geändert von Dr. Ch. Erbschwendtner am 26.08.07, 07:48, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.08.07, 21:46 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Dr. Ch. Erbschwendtner hat geschrieben:
...
Also Rubbeln ohne Spuren ist für das RTW Team okay ?
...


Hmm, geht das denn ohne Sichtbare Folgen? Also eine Rötung die ein paar Tage bleibt kann doch nicht vermieden werden. Oder mach ich was falsch? *grübel*

_________________
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.08.07, 18:16 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 09.02.05, 09:26
Beiträge: 74
Hallo an die Herren Doktoren.

Ich bin auch der Meinung man sollte nicht jeden RDH alle erdenklichen Maßnahmen durchführen lassen aber das hier?...

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:
Man bedenke, daß viele Autoren die Intubationsgrenze bei GCS 7 bis 8 setzen.

Kein Augenöffnen: 1 Punkt
Keine verbale Antwort: 1 Punkt
...
jetzt muß der Schmerzreiz die Antwort bringen, dann schaffen wir vielleicht noch die 8 Punkte! :wink:

Und damit will ich mich hier als "Sternumreiber" outen. Das hat schon so manchen Notfallpatienten vor dem Tubus bewahrt. Die Augen öffnen sich weit und auch verbal hab´ ich schon mehrfach gehört: "Ej - das tut sch... weh! Aufhören!" . :arrow: GCS 15, NEF ist wieder frei...


Nicht nur NEF. Bei so was hißt es dann oft sogar: "RTW wieder einsatzklar. Patient läuft nach Hause". Dieser Einsatz ist wohl (fast) schlechtestmöglich gelaufen. Man setzt das NEF dem Risiko einer Einsatzfahrt aus und bindet den Notarzt. Und das um den Notarzt den Patienten kneifen / rubbeln zu lassen?

Wollen Sie das als Ärzte wirklich. Wenn ich für so etwas einen Doc anfordern würde, dann würden die mir was pfeifen!

Gruß
Bambi


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.08.07, 18:27 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Moin!

Zitat:
Wollen Sie das als Ärzte wirklich.


Klare Antwort: Ja.:!:

Wenn einer vorher soweit "weg" war, dann sollte die Entscheidung über den weiteren Verbleib sehr wohl ein Arzt treffen. Und niemand sonst.
Das ist auch besser für die RTW-Besatzung, so rein vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet.

Die anderen Gründe für das Vorgehen hab´ ich ja erläutert.

Gruß

A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.08.07, 21:04 
Offline
Interessierter

Registriert: 15.08.07, 23:52
Beiträge: 19
Wohnort: Greifswald/Parchim
Ein bischen Sarkasmus wird ja wohl auch in einem Fachforum noch erlaubt sein aber egal dann nicht.

Zur Notarztindikation zurück. Mal eine kleine Frage an die Ärzte. Ein Kreis verfügt über sieben RTW's zwei NEF's, ein Notarzt ist mit einem RTW mit einem Herzinfarkt auf dem Weg zu einer Klinik außerhalb des Funkbereichs. Ich habe einen Patienten mit einer 'Bewusstlosigkeit unklarer Genese' (ist eine Bewusstlosigkeit präklinisch nicht immer unklarer Genese). Nach Aussage der Angehörigen passiert das öffter, ohne das je irgendwelche Folgeschäden aufgetreten sind (Pat. wurde zwar beim Hausarzt damit vorgestellt, der konnte jedoch auch nicht weiterhelfen, eine Weiterverlegung bzw. -behandlung wurde vom Pat. abgelehnt), der einzige Unterschied jetzt, länger anhaltend. Alle anderen Parameter sind i.O. (12 EKG, O², RR, BZ, Temp.), ZNA ist 5 Minuten Fahrt entfernt. Wir entscheiden uns für einen Transport ohne Notarzt ins Klinikum. (evtl. Narkolepsie)

Ist das jetzt wirklich so verwerflich??? Wie gesagt uns steht im gesamten Einzugsbereich nur noch ein Notarzt zur Verfügung und bis der RTH da ist sind wir zweimal im Krankenhaus.

_________________
Alles Entstandene ist auch der Vergänglichkeit unterworfen!


Zuletzt geändert von besorgter_rettass am 27.08.07, 21:57, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.08.07, 22:34 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 02.07.06, 12:42
Beiträge: 252
Wohnort: Verden
Lieber besorgter_rettass,

jeder von uns ärgert sich, wenn mal wieder der Leitstellendisponent uns zu 100. mal zu Herrn X. schickt, der mal wieder sternhagelvoll und nicht ansprechbar in der Wohnung liegt. Dieser Teil von ihrem Posting ist nicht nur Beleidigend, und damit meine ich nicht nur den alkoholkranken Patienten, sondern auch dessen Umfeld (Familie, Kollegen,Freunde, etc.). Es gehört meines Erachtens nach nicht in dieses Forum. Aber über die Foren - Übersicht können sie auch in den Brennpunkt Alkohol gelangen.

besorgter_rettass hat geschrieben:
Ein schlechter Mensch vielleicht nicht gerade aber ein grunddähmlicher! Ob nun krank, schwer krank oder schwerst krank, dieser Mensch hast sich selbst in diese Lage gebracht, wissend und vorsätzlich. Ich glaube kaum das es irgend eine Art von angeborener oder vererbter Form von Alkoholsucht gibt. Zitat: "Ich schwöre Herr Doktor die Flasche gehört meinem Freund, ich hab sie nur ausgetrunken lal hicks" Mal davon abgesehen, dass solche Leute andere Menschen gefärden aber im Falle eines Falles den Alkohol als Ausrede nehmen. Jedes 10jährige Kind weis was passiert wenn man Alkohol trinkt.
Meine Empfehlung zur Vorgehensweise bei Alkoholabhängigkeit: Frühdefibrilierung (obwohl kann das nicht zum abfackeln des Patienten führen, bei den ganzen Ethanol Verdunstungen?) :twisted:


Ich habe nicht vor hier als moralischer Besserwisser oder Verteidiger der Schnapsleichen aufzutreten. Aber einen Vorteil habe ich: Auf der eine Seite habe ich die Sicht des RS, auf der anderen die von dem Sohn eiines dieser grunddämlichen Typen, der inzwischen trocken ist und...

Wie gesagt, es gehört nicht hierher, sondern in den Brennpunkt Alkohol.

In diesem Sinne, einen schönen Abend
Frank


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.07, 09:35 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag!

Zitat:
Die Ausweichmöglichkeiten sind beim gezielten Schmerzreiz des Sterum wesentlich vielversprechender.


Aha. Interessante Erkenntnis. Ich kann sie nur nicht nachvollziehen. :(

Zitat:
So und die generelle Notarztindikation bei Bewusstseinsstörung bzw. Bewusstlosigkeit kenne ich auch nicht (gibt es meines Wissens auch nicht).


Ich zitiere mal beispielhaft aus dem bayrischen Indikationskatalog für Notärzte:

"Z 1 Bewusstseinsstörungen
Z 2 Atemstörungen
Z 3 Kreislaufstörungen
Z 4 Starke Schmerzen
Z 5 Akute Lähmung"

Uns RD-Mitarbeitern sollte doch klar sein, daß hier akute Ereignisse gemeint sind. Ist "Alzheimer" akut ?

Zitat:
Problem, son NEF in freier Wildbahn ist Stellenweise ziemlich rar und daher würde ich mich bei einem vital stabilen Patienten, mit Bewusstlosigkeit unklarer Genese aber Unauffälligkeit der restlichen Diagnostik zum Transport ins nächste Krankenhaus aber ohne ärztlichen Beistand entscheiden. Vorausgesetzt der Zustand ändert sich nicht.


Stellt jetzt die "Verfügbarkeit" des NEF eine Einschränkung bei der NA-Indikation dar? Gerade bei "unklarer Genese" :!: sollte doch noch viel eher ein NA dazukommen, oder ? (Entscheidung über Zielklinik).

Insgesamt haben mich die Ausführungen für einen (besorgten) Rettass. etwas enttäuscht. Ich hätte - gerade bei der Diskussion in einem FACH-Forum - etwas mehr Differenzierung erwartet. Der letzte Satz in dem Beitrag gehört eigentlich gelöscht! Vielleicht mach das der Autor schnell selbst ?

Gruß

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.07, 10:13 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Liebe Rett-Med-User,

ich bin ehrlich gesagt enttäuscht, welche Wende eine eigentlich sachlich geführte Diskussion nehmen muss.
Dr. Alfred Flaccus hat geschrieben:
Insgesamt haben mich die Ausführungen für einen (besorgten) Rettass. etwas enttäuscht. Ich hätte - gerade bei der Diskussion in einem FACH-Forum - etwas mehr Differenzierung erwartet. Der letzte Satz in dem Beitrag gehört eigentlich gelöscht! Vielleicht mach das der Autor schnell selbst ?


Damit kann ich Dir lieber Alfred nur zustimmen ! Ich bin erschüttert und betone hier nochmals, dass wir solche Äusserungen in einem FACH-Forum wie Rett-Med nicht dulden wollen und werden. Einem "besorgten" RA traue ich mehr Feingefühl bei seiner Wortwahl und Ausdrucksweise zu.
Ich lasse es an dieser Stelle als "mahnendes Beispiel" stehen.
In Zukunft werde ich derartige Passagen und ggf. ganze Postings kommentarlos löschen.

Ich hatte gehofft, derartige Massnahmen NIE ergreifen zu müssen.

Traurige Grüße,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.07, 12:55 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Ich weiß ja nicht wie es den anderen "Rettern" hier geht, aber ich habe absolut keine Skrupel nen NA nachzufordern wenn ich der Meinung bin das dies Not tut. WO der NA herkommt ist dann nicht mehr mein Problem sondern das der Leistelle. Und wenn er ne Schraube kommen lässt - als NA Zubringer - weil gerade kein Nef frei ist dann lässt er halt ne Schraube kommen. Wofür haben wir dieses Notarzt System denn sonst? Und wofür sind WIR als RD Personal den (hoffentlich) so gründlich ausgebildet wenn nicht für die adäquate beurteilung ob denn ein NA von nöten ist. Wenn ich mich mit Kennung meldete wurde ich nie gefragt warum ich n NA brauche sondern lediglich welches Einsatzstichwort der Disponent ihm auf den Melder schicken soll.

Mag sein dass ich ein wenig verwöhnt bin weil in Düsseldorf recht viele Nefs verfügbar und auch zwei Christophs in direkter Nähe stationiert sind ebenso wie überörtliche Hilfe aus anderen Landkreisen auch usus ist (Florian Mettmann hilft schon mal mit nem Nef aus wenn es in Düsseldorf knapp ist ebenso wie umgekehrt). Aber auch bei der Landrettung sollte die Verfügbarkeit oder die Bindung bei BEWUSSTLOSIGKEIT eines Nefs niemals Überlegungsgrundlage des Teams vor Ort sein.

Ich stimme zu, dass wenn ein vormals eingetrübter Patient nach nem Schmerzreiz wieder wach sein sollte man das Nef abbestellen und ohne Arztbegleitung ins nächste zuständige KrHS fahren kann. Allerdings ist dies unter Umständen auch nicht unproblematisch aus juristischer Sicht. Wie sich das der Wahl der Zielklinik ohne Arzt verhält müsste mal ein Landretter erzählen, da wir von Häusern der Maximalversorgung regelrecht umzingelt sind und die Zuständigkeit nach Strassen geordnet ist. (Würde mich eh interessieren wie unterschiedlich die Arbeit in der Stadt und auf dem Land ist, aber das führt jetzt zu sehr ins OT)

Schockiert von der Äußerung bezüglich der Alkoholkranken bin ich allerdings auch. Natürlich ist es lästig zum zigsten mal zu ein und demselben aus dem Grund Alkohol zu fahren. Die Hintergründe dieser Krankheit gehören hier auch nicht hin, aber was hier hingehört ist vielleicht nochmal die Erinnerung das wir als RD Personal eben für sämtliche Krankheiten die ein schnelles Eingreifen nötig machen da sind. Salop gesagt: Ne Schnappsleiche die in der eigenen Wohnung Bewußtlos liegt ist in der gleichen Gefahr wie ein Diabetiker im Hypoglykämischem Koma. Beide könnten aspirieren und schwere Schäden bis zum Tod davon tragen. Die Ursachen mögen sich unterscheiden, aber die Folgen und damit auch unser Eingreifen sind bei beiden mehr oder weniger gleich und ein Urteil steht uns einfach nicht zu, auch wenn durch Selbstverschulden unser eingreifen Nötig wird.

_________________
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!