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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Unfall mit Dienstfahrzeug
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 Betreff des Beitrags: Unfall mit Dienstfahrzeug
BeitragVerfasst: 16.08.07, 11:40 
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Tag zusammen !!!
Wie wird bei euch nach Unfällen mit Dienstfahrzeugen (also RTW, KTW, NEF) verfahren? Wie sind die Autos versichert. Sind sie es überhaupt? Ich habe nämlich mal gehört das Blaulichtfahrzeuge nicht versichert werden können wegen der höhen Prämien.
Werden die Fahrer grundsätzlich in Regress genommen oder nur bei Vorsatz? Werden Fahrverbote verhängt, werden Abmahnungen ausgesprochen ?

Wenn Personenschaden verursacht wurde wird das wohl auch zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen haben. Mir geht es hier aber in erster Linie um die Vorgänge und Maßnahmen innerhalb der Wache.


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 13:19 
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Hallo_Max_,

die wahrscheinlich wichtigste Antwort für dich: Jedes in Deutschland zugelassene Kraftfahrzeug muss eine Kfz - Haftpflichtversicherung haben, ansonsten darf es nicht zugelassen werden (Vorlage der Doppelkarte bei der Zulassungsstelle).

Regressnahme ist möglich bei Vorsatz / grober Fahrlässigkeit. Disziplinarische Massnahmen können bei vorsätzlicher Tat selbstverständlich durch eine Dienststelle bei dem Mitarbeiter durchgeführt werden. Dabei geht die Bandbreite je nach Schweregrad von einer einfachen Ermahnung bis Kündigung.


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 13:28 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
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Wenn ich mich recht an meine Zeit beim THW erinnere, sind Fahrzeuge des Bundes NICHT im klassischen Sinne haftpflichtversichert. Schäden werden aus einem Finanzpool (Schadenausgleich) getilgt, der aber wirtschaftlich nicht wie eine Versicherung aufgebaut ist, weil es keine Beitragszahler gibt.
Bei einem Unfall bekommt der Gegner aber seine Anspürche genau wie bei einem "zivilen" Fahrzeug.

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 13:35 
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Beiträge: 252
Wohnort: Verden
Moin Erik,

demnach sind 4 - Trage - KTW als Bundesfahrzeuge ebenso versicherungstechnisch zu behandeln wie THW - Fahrzeuge. Aber die Fahrzeuge des regulären RD sind in den meisten Fällen keine Behörden - KFZ sondern "private" Fahrzeuge von Hios und Privatunternehmern und unterliegen somit der Haftpflichtversicherungspflicht.

Gruß
Frank


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 16:33 
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Beiträge: 144
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hallo,

selbstverständlich sind bei uns sind alle Fahrzeuge haftplichtversichert.
Nachdem eine Blaulichtfahrt ein 8 fach höheres Unfallrisiko hat wie eine Nicht-Einsatzfahrt, sind die Prämien ein wenig höher, was sich vor allem in den "VOLLKASKOPRÄMIEN" niederschlägt. Und da wird oft gespart, so daß ein NEF oder ein RTW nicht unbedingt vollkaskoversichert ist. Das kommt bei uns auf die finanzielle Situation des Betreibers an.
Das kann dann jeder Betreiber für sich selbst durchrechnen, wieviel VOLLKASKO-Risiko er selber tragen will, bzw. wie hoch die Selbstbeteiligung sein soll, oder ob überhaupt jeder Blechschaden über die Versicherung geregelt werden soll.

Grundsätzlich wird jeder Unfall, auch Bagatellen bei uns von der Polizei aufgenommen.
Bei wirklich grober Fahrlässigkeit könnte ich mir vorstellen, daß der Fahrer in irgendeinerweise "Abbitte" tun muß, das kam aber meines Wissens bei uns bisher nicht vor. (z.B. NEF rammt geschlossenes Garagentor oder ähnliches). Es gab bei uns einmal die Diskussion um "ehrenamtliche Dienste ableisten", was aber wieder verworfen wurde. Jeder Unfallhergang wird analysiert und nach der Ursache geforscht, um ähnliches zu vermeiden. Es wurde einem Notarzt schon ein Sicherheitstraining auferlegt, ansonsten hätte er das Fahrzeug nicht mehr bekommen (oder mit Fahrer, aber dieser Kollege will unbedingt immer selber fahren :roll: )
Eine Abmahnung ist mir bisher nicht bekannt, ich könnte es mir aber bei wiederholt rowdyhaftem Fahrverhalten vorstellen.

Viele Grüße vom
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 18:35 
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Interessierter

Registriert: 07.04.07, 19:30
Beiträge: 5
Danke für die bisherigen Antworten :D

Erik Eichhorn hat geschrieben:
Wenn ich mich recht an meine Zeit beim THW erinnere, sind Fahrzeuge des Bundes NICHT im klassischen Sinne haftpflichtversichert. Schäden werden aus einem Finanzpool (Schadenausgleich) getilgt, der aber wirtschaftlich nicht wie eine Versicherung aufgebaut ist, weil es keine Beitragszahler gibt.
Bei einem Unfall bekommt der Gegner aber seine Anspürche genau wie bei einem "zivilen" Fahrzeug.


Was hat es damit genau auf sich? Wer zahlt in diesen "Topf" ein, hat jede Organisation ihren eigenen oder gibt einen Topf für alle Orgs? Ein RTW einer HiOrd ist doch kein Fahrzeug des Bundes, oder?

Die Beitragszahler sind doch die Nuter dieses Schadenausgleichs, also müßten sie doch eigentlich auch einzahlen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.08.07, 19:12 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Weil noch so viele Nachfragen kamen: Ich meinte ausdrücklich nur Fahrzeuge des Bundes ! Fahrzeuge des Regelrettungsdienstes sind idR entweder bei den kreisfreien Städten, dem Landkreis oder der HiOrg selbst versichert.

Hiermal exemplarisch die Fz - DA THW

§3 (2) hat geschrieben:
Die Fahrzeuge der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk werden nicht versichert. Die Bundesrepublik Deutschland tritt für Schäden Dritter wie eine Haftpflichtversicherung ein.


Andere Quellen habe ich auf die Schnelle nicht finden können. Bin zur Zeit etwas eingespannt.

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 16.08.07, 20:47 
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Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Meine Wissens - worauf ich jetzt aber keine Gewähr gebe - sind auch bei uns die Bundesfahrzeuge über den Bund bzw. bei dem Bund versichert. Die "privat" also von der Organisation angeschafften Fahrzeuge sind auch von der Organisation versichert (keine Ahnung welcher Anbieter das bei uns ist) und die Fahrzeuge die im Auftrag der Feuerwehr von uns gefahren werden und Feuerwehreigentum sind, sind auch als solches über die Behörde "Feuerwehr" versichert.

So haben wir nicht nur drei "Arten" von Fahrzeugen in der Halle stehen sondern auch im Prinzip drei KFZ Versicherungen.

Wie es sich mit dem Versicherungsschutz bei SoSi Fahrten steht kann ich mal meinen ZF fragen, der könnte mir da ne Antwort drauf geben.

_________________
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BeitragVerfasst: 17.08.07, 22:19 
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Registriert: 02.07.06, 12:42
Beiträge: 252
Wohnort: Verden
Nach ein wenig herumgestöber beim BBK habe ich jetzt den Link gefunden welche 9 Fahrzeugtypen der Bund den Feuerwehren und HiOs zür Verfügung stellt. Die Fahrzeuge werden vom Bund finanziert und bleiben dessen Eigentum. Somit sind sie beim Bund auch versichert.

http://www.bbk.bund.de/cln_027/nn_398890/DE/02__Themen/11__Zivilschutztechnik/01__EinsFahrzAusstatt/EinsFahrzAusstatt__node.html__nnn=true


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