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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Doppeltransporte.. ja oder nein?
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 Betreff des Beitrags: Doppeltransporte.. ja oder nein?
BeitragVerfasst: 02.07.07, 16:54 
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Registriert: 02.07.07, 16:44
Beiträge: 1
hallo kollegen vielleicht kann mir der eine oder andere von euch weiterhelfen..

hatte letztes woe dienst (RTW) und bekam von unserer leitstelle einen doppeltransport aufgespielt (krankentransport/rückfahrt dialyse), ich verneinte über den funk und sagte daß wir die fahrten machen aber hintereinander und keine zwei patienten auf einmal transportieren. kennt jemand rechtliche grundlagen welche doppeltransporte untersagen oder ist das ganze leigitim, wie wird das bei euch gehandhabt??

danke für jedes statement !!!

(..ich brauch wahrscheinlich nicht zu erwähnen wie es uns die restliche schicht ergangen ist, ein götterblitz nach dem anderen....)

grüsse ;)


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BeitragVerfasst: 02.07.07, 18:22 
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Registriert: 09.02.05, 09:26
Beiträge: 74
Auf dem KTW machen wir schon mal des öfteren Doppeltransporte. Auf dem RTW kann ich ja gar keinen Doppeltransport machen, da mir schlicht das Transportgerät für den zweiten Patienten fehlt!
Gruß
Bambi


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BeitragVerfasst: 02.07.07, 18:58 
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Registriert: 13.01.05, 20:07
Beiträge: 194
Wohnort: Hamburg
Hallo,

hier meine Ansicht zu dem Thema.

Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Mehrfachtransport,
wenn man davon ausgeht, dass es keine medizinische Kontra-
indikation gibt (Infektion, kritischer Pat, o. Ä.).

Aus meiner Sicht wird es kritisch, wenn diese Transporte mit
den entsprechenden Kostenträgern abgerechnet werden.
Sollte jeder Transport wie ein Einzeltransport abgerechnet werden,
kommt bei mir der Verdacht des Abrechnungsbetruges auf.

Bei uns (nichtöffentlicher Rettungsdienst) sind die Entgelte mit den
Kostenträgern vertraglich vereinbart. In den entsprechenden Ver-
trägen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Mehrfach-
transport nicht gewollt, und damit nicht abrechenbar ist.

So kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kostenträger im Fall des
öffentlichen RDs dies anders sehen.

Gruß


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BeitragVerfasst: 02.07.07, 22:10 
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Registriert: 24.10.06, 23:04
Beiträge: 24
diese art der transporte ist bei uns auch gang und gäbe.
jedoch muss ich für mich erst abwägen ob nicht ein patient medizinische betreuung während dem transport braucht. ist dies der fall wird natürlich einzeln transportiert.

wenn der transport das einzige ist, warum dann kein doppeltransport!

mit dem RTW: angenommen du hast 2 patienten, beide haben "nichts" und sie werden mit nem stiffneck in die nächste klinik transportiert. da setzt ich lieber einen auf den betreuersitz als dafür nen 2. rtw zu bestellen. insofern hier auch gegeben


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BeitragVerfasst: 02.07.07, 22:28 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Anmerkung: Gesetzliche Grundlage ist wie so oft SGB V. Richtlinie Krankentransport

§6 regelt Krankentransporte: Dort ist von Mehrpersonentransporten keine Rede. §7 regelt Krankenfahrten, also eigentlich Mietwagen. Dort wird der Arzt sogar zur Verordnung von Sammelfahrten verpflichtet.

Die Grenze ist wie so oft sicher irgendwo dazwischen. Infektiöse Patienten scheiden da ganz klar aus. Zwei Dialyse Patienten kann man aber durchaus verantworten so zu transportieren. Die KK haben in der Regel für solche Transporte auch eigene Tarife mit dem Betreiber des Krankentransportes ausgehandelt. Üblich sind meines Wissens nach so um die 60% des Einzeltarifs, so dass sich solch ein Transport auch für den Betreiber durchaus rechnet.

Wenn es aus meiner Sicht begründete Zweifel gibt, die es unmöglich machen zwei Patienten gleichzeitig zu transportieren, würde ich dies der Leitstelle am Telefon freundlichst begründen. Glaube auch nicht dass es dann ein Problem gibt. Sich bockig auf die Hinterläufe stellen bringt sicher gar nix.
Und schlussendlich hat ein Arzt auf einem DOKUMENT (dem TP-Schein) bestätigt, dass er keine medizinischen Einwände gegen einen Sammeltransport hat.

Auch auf dem RTW habe ich in Ausnahmefällen schon Doppeltransporte durchgeführt. Eine Sprunggelenksdistorsion und eine Kopfplatzwunde kann man m.E. auch verantworten ohne gleich ein Großaufgebot an Rettungskräften nachzuziehen. Und bevor ich im ländlichen Bereich daruf warte, dass mir der Efeu den Fuss hochwächst, transportiere ich lieber zwei Patienten ins drei Minuten entfernte Krankenhaus.

Gruß,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.07.07, 06:54 
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Interessierter

Registriert: 17.05.06, 08:30
Beiträge: 6
Wohnort: Timmendorfer Strand
wenn mann das alles unter dem aspekt der schweigepflicht sieht kann mann da schonmal ins schleudern kommen. unsere leitstelle setzt uns hier udn da auch einmal doppeltransporta an welche wir meistens verneinen bzw. wie oben schon erwähnt nacheinander fahren .. aber naja danach heißt es eben meist keine pause und gondeln, gondeln, gondeln :wink:
Lg densen

_________________
*better hated for the way you are, than loved for the way your not* achja von wegen notkompetenz, was fürn schmu entweder ich bin kompetent oder nich grrrrrr !!!!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.07.07, 20:05 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
@ densen et al

Ehrlich gesagt erscheinen mir die Gründe wegen derer ein Doppeltransport gegenüber der Leitstelle abgelehnt wird eher dünn. Auch die heilige Schweigepflicht ist hier eher ein "Deckmäntelchen".
Wir sollen den KTW-Patienten befördern und nicht mit ihm seine Diagnose, die er in der Arztpraxis erhalten hat erörtern.

Die "Rache der Leitstelle" versuche ich mal aus deren Sichtweise darzustellen. Um den Einsatz und die Effizienz der Fahrzeuge zu steigern, weist die Leitstelle den Transport zweier Patienten in einen 30km entfernten Ort an. Ihr weigert Euch, also seit Ihr mindestens zwei Stunden gebunden. Logischerweise stauen sich die anderen Einsätze an. Wundert es da, wenn man sich hinterher den Hintern wund rollt? Mich wundert es nicht.

Sie dürfen davon ausgehen, dass Ihnen die Leitstelle die Einsätze so zuteilt, dass sie rechtlich unbedenklich (auch im Rahmen der Verträge mit dem Kostenträger) durchzuführen sind.
Wenn Ihr Arbeitsvertrag so gestrickt ist, dass Sie die Weisungen der Leistelle zu befolgen haben, was regelmäßig der Fall sein dürfte, sieht es im Ernstfall auch arbeitsrechtlich dünn für Sie aus.

Zudem darf der Arbeitgeber und nicht zuletzt jeder Bürger der seinen Anteil am Gesundheitswesen trägt erwarten, dass auch Rettungsassistenten ein Mindestmaß an Ökonomie bei ihrer Arbeit beachten.

Gruß,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags: Wir nehmen es manchmal zu genau...
BeitragVerfasst: 05.07.07, 11:52 
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Registriert: 29.06.05, 07:52
Beiträge: 27
Wohnort: Ostwestfalen-Lippe
Ich möchte in das selbe Horn stoßen, wie Kollege Eichhorn:
Mir drängt sich immer wieder das Gefühl auf, dass sich der Rettungsdienst häufig zu ernst - provokativ: auch zu wichtig - nimmt (nicht auf einzelne hier schreibende Personen abgezielt, sondern auf die Berufsgruppe "Rettungsdienstler"!).
Alle Gründe für einen Doppeltransport sind genannt und nur zu unterstreichen.
Ökonomie, Disposition, usw.
Der schlaue Rettungsdienstträger / -anbieter hat solche Transporte in seiner Gebührenordnung vorgesehen (Aufteilung der Kosten, besonderen Aufschlag, usw...). Von daher kann es rechtlich keine Einwände geben.
Schweigepflicht: Zum Einen sitzen Patienten in einer Krankenhauscafeteria, -lobby, Wartezimmer, Krankenzimmer, usw. auch zusammen. Würde man das Konstrukt aufbauen, müsste man dafür sorgen, daß in Gebäuden, in denen Patienten und Gesundheitsfachkräfte aufhältig sind, alle Patienten von einander getrennt bleiben.
Zum Anderen - aber das geht ein Wenig am Thema vorbei - unterstreicht diese Auffassung meinen Eindruck, dass gerade Rettungsdienstler häufig rechtliche Probleme erkennen, wo objektiv keine sind. Das zieht sich durch alle Tätigkeiten des RS / RA, vor Allem bei dem leidigen Thema "Notkompetenz".


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.07.07, 17:03 
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Registriert: 03.06.07, 22:37
Beiträge: 28
Wohnort: Großraum Stuttgart
Bei uns finden in der Notfallrettung Doppel-/ Sammeltransporte nur statt, wenn z.B. beim VU beide Patienten nur leicht verletzt sind und keine weitere Versorgung unterwegs zu erwarten ist (und wenn kein anderer RTW/KTW in adäquater Zeit verfügbar ist).
Im Krankentransport sind solche Transporte sehr viel eher die Regel.
Wir führen bei uns im Landkreis oft Transporte von zwei kleinen Krankenhäuser der Grundversorgung zum CT/MRT oder in andere Ambulanzen in eine der beiden großen Kliniken durch.
Wenn ein Patient liegend, der andere mit Tragestuhl angemeldet ist, werden oft beide gleichzeitig transportiert - kein Problem.
Auch Verlegungen in die Reha im eigenen oder dem Nachbarlandkreis werden so durchgeführt. Das wird bei der Anmeldung mit der Station abgesprochen und in aller Regel akzeptiert. Gelegentliche Ausnahmen sind "schwieriger Patient", viel Gepäck oder zwei Begleitpersonen. Aber sonst spricht nichts dagegen - im Gegenteil, es macht das Ganze wirtschaftlicher.
Und abrechnungstechnisch ist das Ganze völlig legal: Gemäß der mit den Kostenträgern im Bereichsausschuß getroffenen Vereinbarung werden beide Patienten voll abgerechnet.
So gesehen ist es auch völlig egal, ob der Arzt "Sammeltransport" anordnet oder nicht - es kostet immer gleich. Hintergrund dafür: Die Organisation des Krankentransports ist nicht Aufgabe des Arztes sondern der Rettungsleitstelle. Demzufolge kann der Arzt auf dem Transportschein zwar dokumentieren, dass der Patient zusammen mit einem anderen transportiert werden kann, er kann es aber nicht anweisen.
Mit den Fahrzeugbesatzungen gibt es übrigens in der Regel keine Probleme - die Leitstelle weist an, der KTW transportiert.
Und wenns, aus welchen Gründen auch immer, mal nicht geht, meldet sich die Besatzung und man findet eine andere Lösung.
"Highlight" sind zur Zeit zwei MRSA-Dialysepatienten, die gemeinsam gefahren werden.
In Absprache mit der Dialyse und dem behandelnden Arzt spricht nix dagegen, da das Krankheitsbild identisch ist. Und solange dies so ist, bleiben sie "Zwillinge".
Hilft uns in der Leitstelle natürlich enorm, denn der Transport fällt in die Hauptkampfzeit am Vormittag, da sind wir für jede Entlastung dankbar.


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BeitragVerfasst: 19.07.07, 14:17 
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Registriert: 29.11.06, 13:04
Beiträge: 20
Im Krankentransport ist es bei uns ganz normal, z.b. bei Dialysen 2 Patienten zu transportieren, es gibt von den Kostenträger dafür feste Sätze und damit auch keine Abrechnungsprobleme. Die Patienten freut es oft auch, da sie sich ja aus der Dialyse kennen und daher auch gerne zusammen fahren.
Was RTW- Transporte anbelangt, wie oft kommt es vor, dass man z.b. zu einem VU gerufen wird mit einem Verletzten (Einsatzmeldung). Vor Ort stellt es sich dann aber so heraus, dass der verletzte Fahrer leicht verletzt ist, aber der Beifahrer nun nach ein paar Minuten auch leichte Schmerzen z.b. im HWS Bereich spürt. Warum sollte man den Beifahrer nun nicht mit HWS-Stützkragen versehen im sitzen transportieren?
Anderes Beispiel die lieben Nachtdienste am Wochenende: Schlägerei; zwei Patienten müssen genäht werden, auch in diesem Fall (solange keine schweren Verletzungen vorliegen) reicht ein RTW doch aus.


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