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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Fallbericht Aspiration –„geglückte“ Rea ?
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BeitragVerfasst: 06.01.05, 15:15 
Hallo Doc in Not !

Habe deinen interesannten Artikel gelesen. Auch den von Grisu112. Vielleicht kannst Du ja einen Kommentar dazu abgeben.

Grisu122 mißt den Pupillen praktisch keinen Stellenwert bei, du machst ja davon deine weiteren Entscheidungen abhängig.

mfG

g@st


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 Betreff des Beitrags: An meine Ärztin in Not
BeitragVerfasst: 08.01.05, 22:07 
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Registriert: 20.12.04, 11:53
Beiträge: 91
Hallo doc-in-not !

Habe lange gebraucht um nach dem Urlaub alle Post aufzuarbeiten und dann diese interessanten Postings zu lesen.

Habe sie zum Anlass genommen zwei Beiträge zu posten, zum Thema Reanimation (Prognose und Pupillen)

Heute sitze ich nun da um auf deine direkte Frage zu diesem konkreten Fall zu schreiben.

Einen 60 a Mann, der bisher gut kontaktfähig und selbstständig war, neurologische Alkoholschäden in der Anamnese.

Bei Eintreffen terminale hypoxische Bradycardie.

Beatmung und Intubation: massive Aspiration.

Ich hätte in bei der Schilderung auch reanimiert.

Da noch Herzaktionen vorhanden waren, wäre ich von einer noch kürzeren Hypoxiezeit ausgegeangen und hätte nicht schon nach 8 min den Abbruch überlegt.

Nach meiner Erfahrung (über mich und mein Reanimationsverhalten) hätte ich mir bei diesem Patienten ein 20 min Limit gesetzt und bis dahin das volle Programm abgespult.

Wieso Zeitlimit ?

Nun ja, ich versuche mir möglichst rasch ein Bild über die Situation zu machen:
1.) Reanimation ja - nein ?
2.) Reanimation wie lange ?
3.) Warum reanimiere ich ?

Das klingt vielleicht jetzt etwas kompliziert für den Einsatz, macht (zumindest mir) das Leben einfacher.

Frage 1 muß man entscheiden, hilft halt nichts.

Frage 2 wenn ich mir ein Bild der Gesamtsituation (inklusive Frage 3) gemacht habe, entscheide ich mich für eine Reanimationsdauer (siehe Arbeiten von Weaver und Abramson in meinem posting Kriterien für eine Reanimation http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=7684 )
In dieser Zeit konzentriere ich mich auf die Reanimation, mit Erreichen des Zeitlimits, evaluiere ich die Situation neu und entscheide mich für (oder selten) gegen den Abbruch der Rea.

Frage 3 Manchmal gibt es ja auch Gründe für primär völlig aussichtlose Reanimationen.
Z.B. SIDS mit gesicherter langer Hypoxie, Reanimation nur für die Eltern, damit sie wissen alles wurde versucht. Es hilft dem Kind nicht, manchmal aber den Eltern.

liebe Grüße

Grisu112 :lol:

_________________
Schöne Grüße von

Grisu

(dem kleinen Rettungsdrachen)


Zuletzt geändert von grisu112 am 11.01.05, 20:01, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.01.05, 18:59 
Hallo doc-in-not!
In Anbetracht der Tatsache, dass in der Situation vor Ort selten sicher entschieden werden kann welche Prognose der Patient hat, hätte ich sicher auch die Maximaltherapie gefahren. Zumal das auslösende Ereignis eine rel. leicht zu beherrschende Aspiration war.
Sicher wünscht man sich nachher-wenn die Prognose sich klarer darstellt- oft man hätte erst garnicht mit der Rea begonnen...aber das ist halt einer der unabänderlich frustranen Aspekte dieses Berufes.
Ich weiß grad nicht mehr von wem die Frage mit den "sichnichtverändernden Pupillen" kam...dazu eine kleine Anekdote:
Patient in den 60ern wird mit Zn. Rea auf der Intensiv aufgenommen.
Zustand körperlich soweit stabil aber eben mit demselben "Pupillensyndrom".
Nach 24 Stunden reagiert der Patient auf Schmerzreize aber nicht auf Ansprache und es ist noch immer keine Lichtreaktion der Pupillen zu erkennen...
Kurze Zeit später stellt sich heraus (im Rahmen meiner Augenpflege...) das der Patient beidseitig Augenprothesen trägt :oops:
Am nächsten Tag kommen die Angehörigen (die erst jetzt von der Polizei ermittelt werden konnten) auf die Station und teilen uns mit das der Patient zu allem Elend auch noch Gehörlos ist :oops: :oops:
Ich vermute mal das Du mittlerweile erfahren hättest wenn dein Patient Glasaugen gehabt hätte...aber es lohnt sich sowas bei nicht reagierenden Pupillen "im Auge zu behalten" :wink:
Ansonsten vielen Dank für die ansprechenden und interessant aufgearbeiteten Fallbeispiele. Weiter so!
FKP-Watcher


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BeitragVerfasst: 11.01.05, 19:44 
Hallo Watcher,

das mit Augenprothesen und gehörlos ist ja hammerhart... werd wohl ab sofort auch vorsichtig auf die Augäpfel klopfen ! Mein Patient hatte zum Glück echte Augen !

Tja, der Patient hat zwar überlebt, hat noch nicht mal eine Aspirationstherapie entwickelt (das ist echt ein Wunder bei mindestens einer Tasse Hühnerfrikasse in der Lunge !), ist aber geistig nicht wieder aufgeklart. Neurologe diagnostizierte apallisches Syndrom leider. Patient ist tracheotomiert auf Normalstation, wird ernährt über PEG, sonst keine medikamentöse Therapie mehr. Traurig, aber ich denke, er hätte eine Chance gehabt !

Vielen Dank für Euer Interesse und Euren Zuspruch !

doc-in-not :wink:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.05, 20:53 
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DMF-Mitglied

Registriert: 12.10.04, 16:22
Beiträge: 3329
doc-in-not hat geschrieben:
Aspirationstherapie


äh...?! was? Sollte es Aspirationspneumonie heißen?! :roll: :wink:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.05, 20:57 
Martin Stadler hat geschrieben:
doc-in-not hat geschrieben:
Aspirationstherapie


äh...?! was? Sollte es Aspirationspneumonie heißen?! :roll: :wink:


Oh Martin Stadler, Sie haben Ihre Augen aber wirklich überall :shock: ! Klar, war ein Schreibfehler- danke !

Gruß von doc-in-not


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.05, 11:38 
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DMF-Mitglied

Registriert: 20.12.04, 11:53
Beiträge: 91
:lol:

Gerade die kleinen Fehler machen die Dikussionen unterhaltsam!

Ich kann mich doch da an jemanden erinnern, der hat statt Rea Reha geschrieben,...

Gruß

Grisu

_________________
Schöne Grüße von

Grisu

(dem kleinen Rettungsdrachen)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.05, 12:21 
grisu112 hat geschrieben:
:lol:

Gerade die kleinen Fehler machen die Dikussionen unterhaltsam!

Ich kann mich doch da an jemanden erinnern, der hat statt Rea Reha geschrieben,...

Gruß

Grisu


Lach, naja, Freud`sche Fehlleistung ? Gerade diese beiden Begriffe liegen im Praktischen ja doch leider oft sehr dicht zusammen...

Watcher, das mit den Glasaugen gehört eigentlich in den neuen Thread "Skurriles und Unglaublches !

Gruß von doc-in-not :wink:


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