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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Burn Out im Rettungsdienst? Was kann man tun?
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BeitragVerfasst: 05.06.07, 06:56 
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Interessierter

Registriert: 04.06.07, 08:47
Beiträge: 5
Wohnort: Bergisch Gladbach
Mein Freund ist Lehrrettungsassistent seit über 10 Jahren in diesem Job tätig.

Seit ca. 4 Wochen verhält er sich sehr komisch. Nach Internetsurche bin ich auf das "Burn-Out-Syndrom" gestoßen. Die aufgezeigten Verhaltensmuster stimmen ziemlich überein. Ich habe auch gelesen, dass dieses Syndrom vermehrt in den "Heilberufen" auftritt. Nach direkter Ansprache bekam ich nur als Antwort "klar kenn ich die Symtome, trifft auf mich aber nicht zu".

Was kann ich tun? Wenn es so weitergeht geht unsere Beziehung den Bach runter. Als Partner muss man ja schon viel Verständnis für die Arbeitszeiten und anschl. Ruhezeiten aufbringen., hinzu kamen auch noch finanzielle Probleme. Hab ich alles mitgemacht, war immer für ihn da. Aber diese Gleichgültigkeit mir gegenüber macht mich fertig. Er kann mich nicht mehr in den Arm nehmen, oder anderweitig Zuneigung zeigen.

Er ist lustlos, interessiert sich für gar nichts mehr, hat Schlafprobleme. Er beschreibt sich selbst, als Aussenstehenden, der keine Kraft hat in das Geschehen um ihn herum einzugreifen, alles geht an ihm vorbei. Ich kann ihn nicht mal aus der Reserve locken.

Kann man sich auch an die Seelsorge der Feuerwachen wenden, kennen die sich mit so etwas aus? Kann ich noch was tun? Ich weiß nicht wie lange ich noch Verständnis aufbringen kann. Es macht mich fertig.

Bitte helft mir.

Gruß coockie


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 Betreff des Beitrags: Cool bleiben
BeitragVerfasst: 05.06.07, 12:40 
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DMF-Mitglied

Registriert: 30.05.07, 08:55
Beiträge: 21
Wohnort: Erde leider
Hallo Cookie,

ich würde keine vorschnellen Diagnosen stellen. Die "Veränderungen" können auf alles und nichts hindeuten. Es kommt häufig vor dass Einsatzkräfte einfach mal ausgebrannt sind (spreche aus Erfahrung) aber gleich von einem Burnoutsyndrom zu reden?

Ich kann dir nur einen Tip geben. Reden, reden und nochmal reden. Kann nur Vermutungen anstellen, aber evtl. hatte er einen psychisch stark belastenden Einsatz. Mir hilft nach soetwas das Gespräch mit meiner Frau. Vielleicht ist es auch etwas ganz anderes. Aber bitte versuch es in einem Gespräch herauszufinden und schockier ihn nicht mit deiner Vermutung/Diagnose.

Natürlich gibt es für Rettungskräfte Anlaufstellen (AGS, KIT etc.). Nur ist es leider immernoch so, dass die Hemmschwelle diese aufzusuchen enorm ist. Diesen Schritt muss er auf jeden Fall sofern erforderlich selbst machen.

Ich kann nur nochmals raten. Rede mit ihm. Versuch herauszufinden was es ist und such dir dann entsprechenden Rat.

Kopf hoch und kämpfen

Es grüßt
-AP-

_________________
Schlaumeier Latein
Extra Bavariam nulla vita, et si vita, non est ita!


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 Betreff des Beitrags: es ist soo anstrengend
BeitragVerfasst: 05.06.07, 13:07 
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Interessierter

Registriert: 04.06.07, 08:47
Beiträge: 5
Wohnort: Bergisch Gladbach
Hallo AP,

danke für Deine Antwort.
Ich denke, ich bin nicht vorschnell, ich will nur einen Namen dafür haben. Er kann mir selbst nicht erklären was ist. Wir reden aber drehen uns dabei im Kreis.

Er hatte Urlaub, fast 5 Wochen (wir waren auch weg), ein Einsatz kann es von daher nicht sein. Das haben wir auch schon durchgemacht, er hat sich dann für 2-3 Tage abgekapselt und dann war wieder gut.

Er kann mir selbst nicht sagen was los ist oder was er will. Er könnte mehr dozieren, will er aber auch nicht, er will auch gerne weiter NEF fahren.

Was mir so zusetzt, dass er mir gegenüber so teilnahmslos, gleichgültig ist. Er sitzt wenn er frei hat, den ganzen Tag auf einem Platz vorm Fernseher, und starrt vor sich hin. Von heute auf morgen keine Zuneigung mehr zeigt. Wir hatten, meine ich, eine funktionierende Beziehung, ich habe alles akzeptiert, keinen Druck gemacht, wegen der Schichtdienste und so. Ich leide wie Hund, er weiß dass auch, aber er tut nichts dagegen.

Wo kann ich mir Rat suchen? Ich will ja helfen, habe aber bald keine Kraft mehr.


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 Betreff des Beitrags: dann wirds schwierig
BeitragVerfasst: 05.06.07, 13:25 
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DMF-Mitglied

Registriert: 30.05.07, 08:55
Beiträge: 21
Wohnort: Erde leider
Hi coockie,

Vielleicht hilft dir ein Tipp in Richtung "systematisch an die Sache rangehen".
Du musst versuchen herauszufinden ob die Situation/Verhaltensänderung in Richtung deiner Vermutung geht, oder ob sich irgendetwas an eurer Beziehung geändert hat. Dann weisst du schon mal in welche Richtung es geht.

Szenario 1 bzw. deine Vermutung = professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Szenario 2 = selbst in Angriff nehmen.

Du schreibst: <<...ich habe alles akzeptiert, keinen Druck gemacht,...>>

Da dich das ganze offensichtlich stark belastet solltest du an der Stelle vielleicht umdenken. Das ist nur eine unqualifizierte Vermutung von mir, aber vielleicht platzt der Knoten ja wenn du das nicht einfach hinnimmst.

Es wird wohl fast unmöglich sein, einen gezielten Ratschlag zu geben...

_________________
Schlaumeier Latein
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 Betreff des Beitrags: Systematisch
BeitragVerfasst: 06.06.07, 07:10 
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Interessierter

Registriert: 04.06.07, 08:47
Beiträge: 5
Wohnort: Bergisch Gladbach
Hallo AP,

Aktueller Stand: Er war gestern beim psychologischen Dienst der Feuerwehr. Der meinte er hätte kein Burn-Out Syndrom, dann würde er anders reagieren. Es soll aber noch eine zweite Person zu Rate gezogen werden, die sich besser damit auskennt. So weit so gut.

Am Abend hat er sich mit einem Kumpel + Kollegen getroffen, und auch mit ihm darüber gesprochen. Der war der Meinung, dass er wohl schon länger (auch vor unserem Urlaub) ein seltsames Verhalten an den Tag legt. Da hatte sich sein Verhalten mir gegenüber noch nicht gezeigt. Fakt.

Wir hatten gestern wieder eine Diskussion deswegen, da hat er mir dass alles erzählt. Er sagt er weiß nur, wann er zur Arbeit muss, dass er sie ausführt, darüber hinaus ist sein Kopf leer!

Von daher glaube ich nicht, dass die Ursache in unserer Beziehung liegt. Er will sich nicht von mir trennen, könnte es aber verstehen wenn ich mich trennen will, unter den Umständen. Er kann aber nicht sagen ob er mich noch liebt (er hatte nie Probleme damit seine Gefühle zu äußern).

Ich weiß nicht wie lange ich diese Gefühlskälte noch durchhalte.

Gruß Coockie


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.06.07, 00:14 
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noch neu hier

Registriert: 14.03.07, 16:09
Beiträge: 4
Hey cookie !

Ich mache mit meiner Freundin zur Zeit auch eine harte Zeit durch, sie hat Depressionen und so wie Du es bei Deinem Freund beschreibst von wegen keine Gefühle mehr zeigen können und Sprüche wie "ich weiß nicht ob ich Dich noch liebe" - genau das selbe höre ich auch !

Aber lass Dich davon nicht unterkriegen, siehs als Bewährungsprobe eurer Beziehung ! :o)

Will Dir mit diesem Post eigentlich nur sagen das Du net allein mit solchen Problemen bist !

Beste Grüße!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 05.07.07, 20:15 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 02.07.06, 12:42
Beiträge: 252
Wohnort: Verden
Hallo cookie,

mit dem Thema "Burn out" beschäftigen sich auch die aktuellen Ausgaben der Zeitschriften Rettungsdienst (7 / 2007) und Rettungsmagazin (4 / 2007) mit jeweils einen Beitrag.

Liebe Grüße
Frank


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