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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Wann Kassenarzt und wann RTW ?
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 Betreff des Beitrags: Wann Kassenarzt und wann RTW ?
BeitragVerfasst: 29.05.07, 14:40 
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Guten Tag ! Ich bin Zivi und bin bei einer Hilfsorganisation im Hausnotruf beschäftigt. Ausbildung : Rettungssanitäter Grundlehrgang also Rettungshelfer. Folgendes war :
Ich bin zu einer älteren Dame gerufen worden weil sie nicht aus dem Bett kam. Sie lag im Bett und konnte nicht alleine aufstehen. Zuerst habe ich sie aufgerichtet und dann sind wir aufgestanden. Stehen konnte sie. Aber sie konnte nur sehr sehr langsam gehen weil sie die Beine nicht hochbekam. Sie sagte sie sei vor etwa einer Woche auf die Lendenwirbelsäule gestürzt. Der Hausarzt wußte davon, hat jedoch nichts gemacht.

Beim stehen habe sie keine Schmerzen aber das Aufrichten und Hinsetzen tut ihr weh.
Da das kein Zustand ist, habe ich beschlossen, dass sie ins Krankenhaus kommt. Sie war damit auch einverstanden. Also habe ich den Kassenärztlichen Notdienst angerufen, damit der eine Einweisung und einen Transportschein ausstellt und natürlich auch die Dame untersucht.
Am Telefon fragte mich die Zentralistin warum ich keinen Rettungswagen rufe, schließlich wird wohl geröngt werden. Ich sagte, dass die Dame nicht vital bedroht ist und das kein akuter Notfall sei. "Aha" bekam ich als Antwort. Der Arzt kam 20 Minuten später. Er hat sie eingewiesen und einen Transportschein für ein Taxi/Mietwagen ausgestellt. Also einen uqualifizierten Transport. Das hat mich bestätigt, dass ein RTW falsch gewesen wäre.
ABER : Ein RA den ich fragte, was er rufen würde sagte : "Einen RTW natürlich. Das geht schneller und ist billiger. Du sparst Wartezeit auf den Arzt, Wartezeit auf den Mietwagen und bezahlst einmal den Arzt, die Patientin bezahlt Notfallgebühr und der Mietwagen kostet auch."

Was denn nun ??


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BeitragVerfasst: 29.05.07, 14:49 
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Hallo Max,

natürlich ist es schwer Stellung zu beziehen, wenn man nicht selbst dabeigewesen ist. Ich entnehme Ihrer Schilderung aber, dass Sie korrekt, bedacht und umsichtig gehandelt haben. Ein RTW dient dem Transport von Notfallpatienten, aber das wissen Sie als RS ja selbst. Beim Sturz vor einer Woche und ohne vitale Bedrohung kann ich keine Indikation für einen RTW-Transport (womöglich Anfahrt mit Sonderrechten) erkennen. Eine Notwendigkeit zur Röntendiagnostik beinhaltet NICHT den Transport dorthin mit dem RTW *kopfschüttel*
Zum RA: Schneller ja, aber billiger? Je nach Kommune und Leistungserbringer kostet ein RTW schnell mal 500 Euro. Liegendmietwagen gibt es für ein Zehntel des Preises und der diensthabende Arzt kann uch nicht viel mehr abrechnen.

FAZIT: Recht so, weiter so !

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Erik Eichhorn
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BeitragVerfasst: 29.05.07, 15:09 
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Interessierter

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Danke für die schnelle Antwort. Ein RTW kostet hier so etwa 200-250 Euro habe ich mir sagen lassen. Vom Preis des Kassenarztes habe ich absolut keine Vorstelleung.
Auch wenn mir das System etwas umständlich und tatsächlich zeitraubend erscheint, kann ich es meiner Meinung nach nicht "einfach so" ignorieren. Allerdings wäre eine schnelle Abarbeitung des Einsatzes auch im Sinne der Patientin. Aber ich habe ja eine Antwort bekommen. :D


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 Betreff des Beitrags: Richtig gemacht
BeitragVerfasst: 30.05.07, 14:04 
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BeitragVerfasst: 31.05.07, 17:14 
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Hallo. Ich würde auch sagen: richtig gehandelt. Zu diskutieren bleibt nur, ob man nicht einen schonenden Transport mittels Schaufeltrage (aus dem Bett raus) und in einer Vakuummatratze bevorzugen sollte? Dies wäre eine Indikation zur Alarmierung eines KTW.
Aus ihrem Artikel geht hervor, dass die Dame vor ca. 1 Woche auf die Lendenwirbelsäule gestürzt sei.
Frage: Inwiefern ist eine Immobilisation der Wirbelsäule nach eine Woche noch sinnvoll?


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BeitragVerfasst: 31.05.07, 17:18 
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Bleibt ein wesentliches Problem: Einen KTW kann man nicht alarmieren, ein KTW wird verordnet und das macht der Onkel Doktor :-) Wenn der der Meinung ist, dass ein Mietwagen ausreicht, denke ich ist das okay, oder?

Gruß,

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Erik Eichhorn
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DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.05.07, 18:45 
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Hui.....ganz schön schnelle Antwort. DANKE :)

Die Patienten ist in diesem Fall vital nicht gefährdet und ein Mietwagen / Taxi scheint mir auch gefühlsmäßig auszureichen. Ich möchte aber dennoch nochmal auf meine Frage hinweisen, weil mich das sehr interessiert:

Zitat:
Frage: Inwiefern ist eine Immobilisation der Wirbelsäule nach eine Woche noch sinnvoll?
[/list][/list]


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.06.07, 21:38 
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...mmhh...warum antwortet keiner :( .....Ist die Frage zu leicht....?
kurzes Fallbsp.:
- Notfallgeschehen: Mann, Sturz von LKW-Ladefläche (3m Höhe)
- Notfallsituation bei Eintreffen des RTW: Patient Schmerzen im rechten Knöchel, sitzend auf Bank, ca. 70 m entfernt von Unfallort (laufend zur Bank gekommen); vital Parameter alle im grünen Bereich; kein Kopf-, Rückenschmerz, Schwindel etc.

Frage: weiteres Vorgehen? speziel Stif-neck ja / nein, Vakuummatratze ja / nein?

Für jede Antwort bin ich dankbar


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 Betreff des Beitrags: Mehr Details
BeitragVerfasst: 08.06.07, 06:29 
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Hi nebel,

Gelöscht. Wenden Sie sich an die Herren Flaccus und Eichhorn, die haben immer eine Antwort und handfeste Beweise zur Hand.

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Zuletzt geändert von -AP- am 09.06.07, 06:53, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08.06.07, 06:41 
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Vorsicht, vorsicht.....

Bitte langsam mit den jungen Pferden lieber AP ! "Repuniert" wird gar nicht und reponiert wird nur vom Arzt und auch das mit größter Vorsicht und präklinisch sollte das auch nur bei massiven Fehlstellungen sowie Verlust von Durchblutung und Sensibilität erfolgen. Mit Repositionsversuchen können Sie großen Schaden anrichten und die Verletzungen deutlich verschlimmern.
Für Stifneck und und Vakuummatratze sehe ich bei einem misslungenen Sprung (danach hörte es sich hier an) von der Ladefläche keine rechte Indikation.

Gruß,

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Erik Eichhorn
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 Betreff des Beitrags: Hm wurde vom Ärztlichen...
BeitragVerfasst: 08.06.07, 09:31 
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.06.07, 13:19 
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Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag!

Einrenken durch einen RA? Ich sehe das ähnlich kritisch, wie Erik.

Aber wenn Ihr ärztlicher Leiter bei einem Strafverfahren hinter Ihnen steht...

Wohlgemerkt: Das Feststellen von fehlender Durchblutung ist oft nicht einfach. Und wenn man dann bei falscher Indikation auch noch falsch reponiert (wo will der RA das auch lernen? Viele Notärzte - mich eingeschlossen! - können das ja kaum), hat man evtl. ein echtes Problem.

Gruß
Dr. A. Flaccus

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Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.06.07, 14:24 
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Beiträge: 19
Jeder Patient hat das recht auf Schmerzfreiheit. (soweit man es mit Medikamenten hinbekommt!!) Ein RA darf keine Schmerzmittel geben(zumindestens bei uns). Also Doktor her und was gegen die Schmerzen geben, und wenn dieser gleich da ist darf er auch reponieren, wenn nötig. Ich werd den Teufel tun und nen "großen" Bruch reponieren.
Und als Pat. würde Ich den RA. was erzählen wenn er nen "großen" Bruch anfangen will zu reponieren ohne Schmerzmittel und ohne Doktor.
SCHUSTER BLEIB BEI DEINEN LEISTEN!


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 Betreff des Beitrags: Naja
BeitragVerfasst: 08.06.07, 16:22 
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 Betreff des Beitrags: Rechtlich
BeitragVerfasst: 08.06.07, 16:37 
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