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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Schocklage bei RR220?
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 Betreff des Beitrags: Schocklage bei RR220?
BeitragVerfasst: 02.12.06, 10:58 
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Registriert: 05.04.06, 08:31
Beiträge: 28
Wohnort: Bayern bald woanders
Hallo eine Kollegin von mir ist vor kurzer Zeit auf der Arbeit zusammengebrochen, sie hatte einen systolischen Druck von 220 und war kurzzeitlich Bewusstlos,es wurde Schocklage durchgeführt und der Notarzt verständigt,was meint ihr dazu?

Der Kollegin gehts schon wieder besser


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BeitragVerfasst: 02.12.06, 15:00 
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Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Hallo,

Bei Bewußtlosigkeit wäre eine stabile Seitenlage angebracht.
Bei RR 220 syst. kann man eingentlich nicht gerade von Schock sprechen. Bei ansprechbaren Patienten ist sitzende Lagerung bzw. Oberkörper-hoch-Lagerung meist für die Patienten angenehmer.

Warum fragen Sie?

Grüße,
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 02.12.06, 19:02 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo Rettungssani !

Ihrem Nick und Profil entnehme ich, daß Sie eiine Rettungssanitäterausbildung absolvieret haben.

In Ihrem anderen Beitrag diskutieren Sie, ob Sie in Notkompetenz handeln können, wenn "höher" (aus rechtlicher Sicht) qualifiziertes Personal anwesend ist.

Den Fall den Sie hier diskutieren, stellt einen absoluten Notfall dar: "hyapertensiv emergency" mit Bewußtlosigkeit - V.a. intrakranielle Blutung.

Hier gibt es in der Ausbildung klare Richtlinien zur Lagerung und Versorgung.
Bevor ich an Notkompetenzen denke, muß ich meine Basics beherrschen und umsetzen.

Ich denke, es ist wichtig, die DInge, die man gelernt hat umzusetzen, bevor man darauf aufbauende Dinge umsetzen will.

Ihr

Dr. Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 03.12.06, 09:55 
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Registriert: 05.04.06, 08:31
Beiträge: 28
Wohnort: Bayern bald woanders
es ist mir durchaus bewusst das zuerst dinge wie lagerung und sicherung der vitalfunktionen darzustellen sind,nur das ist genau der punkt wenn du als rs daneben stehst und zusehen musst wie eine schocklage durchgeführt wird und nichts zu melden hast ist es schon irgenwie komisch oder?


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BeitragVerfasst: 03.12.06, 18:30 
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Registriert: 23.02.06, 19:29
Beiträge: 80
Wohnort: NRW
Zitat:
es ist mir durchaus bewusst das zuerst dinge wie lagerung und sicherung der vitalfunktionen darzustellen sind,nur das ist genau der punkt wenn du als rs daneben stehst und zusehen musst wie eine schocklage durchgeführt wird und nichts zu melden hast ist es schon irgenwie komisch oder?


Wieso nichts mehr zu melden hat? Wer hat denn die Schocklagerung durchgeführt? Die Kollegen auf der Arbeit oder die vom RD?

_________________
You can run, but you can not hide! ;)


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BeitragVerfasst: 05.12.06, 09:12 
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Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Hallo,

mich würde mal eher der gesamte Ablauf interessieren. Bei vielen Bürgern (auch medizinischen Fachkräften) ist bei einer Synkope der Drang vorhanden spontan die Beine hoch zu lagern. Als erste Maßnahme ja auch nicht unbedingt verkehrt wenn man von einer hypotension als häufigste Ursache ausgeht. Ebenso ist es verständlich das bei länger anhaltender Bewustlosigkeit ein Arzt gerufen wird.
Von Fachpersonal würde ich allerdings erwarten das es nach dem RR Messen die Lagerung anpasst. In diesem Fall Oberkörper hoch gelagert bzw. bei anhaltender Bewustlosigkeit eine stabile Seitenlage.
Jeder Beteiligte hat die Pflicht sich bei eiem Notfall einzubringen wenn er der Meinung ist das der Patient falsch behandelt wird. Ist man der medizinisch geringer qualifizierte so muss man dies diplomatisch und dezent versuchen und mit Argumenten überzeugen die von "das ist schwachsinn was du da machst, weil..." abweichen.

mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 09.05.08, 23:19 
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Interessierter

Registriert: 08.05.08, 18:45
Beiträge: 9
Wohnort: Rhein-Neckar/Pfalz
Grundregel Nr. 1: Vor dem Patient wird nicht diskutiert oder gar gestritten. Allerdings ist das wirklich eine beschissene Situation. Ich (RS) hatte auch einen Kollegen (RA, mir also weisungsbefugt), der bei einer hypertensiven Krise meine korrekte Lagerung gegen den Willen der Patientin (Verstärkung der Schmerzen) in eine Schocklage änderte. Ich habe mir auf die Zunge gebissen und während des Transports dann versucht, eine einigermaßen angemessene Lagerung wiederherzustellen. Hinterher haben wir uns heftig, fast körperlich, gestritten, das Verhältnis war von da an feindselig und zerrüttet.
Nach einem zweiten solchen Vorfall bei einem kardiogenen Schock bin ich zum Leiter der Rettungswache und habe gesagt, daß ich mit dem betreffenden RA nicht mehr zusammen fahre. Punkt aus, und er hat es so hingenommen und dem Kollegen eindringlich ins Gewissen geredet.


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BeitragVerfasst: 09.05.08, 23:47 
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Registriert: 15.07.07, 18:45
Beiträge: 262
Wohnort: Duisburg
Meiner Erfahrung nach reagieren die meisten Ärzte ganz versöhnlich wenn man seine Kritik in etwa so formuliert: "Was halten Sie davon wenn wir mal ne Flachlagerung/ stabile Seitenlage etc. versuchen weil der Druck was hoch ist" oder so ähnlich. Damit stellt man den Arzt nicht bloss, diskutiert nicht vorm Patienten und ist trotzdem als "Anwalt" des Patienten in erscheinung getreten.

Sollte die Fehlbehandlung fortgesetzt werden muss man natürlich energischer einschreiten. Ein konkretes Beispiel:

Loveparade in Berlin vor einigen Jahren. Ein Patient wurde in die UHS mit AP Beschwerden gebracht und hatte einen Druck von 60/ nicht messbar. Der NA wies 3 (!) Hübe Nitro an. Und ließ sich auch nicht davon abbringen so dass er vom Abschnittsleiter aus dem Zelt geworfen und der Polizei übergeben wurde. Fazit: Man kann nicht nur, man MUSS sich für den Patienten einsetzen wenn er falsch behandelt wird.

_________________
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