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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Beatmungsbeutel für Ersthilfer geeignet?
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BeitragVerfasst: 07.06.06, 11:50 
Hallo,

was halten die hier mitlesenden "Rettungsdienstler" von der Mitführung eines Beatmungsbeutels als Ersthilfeausstattung für Laienhelfer?

Grund der Diskussion ist der, dass es (leider) immer noch viele Helfer gibt, deren Hemmschwelle für die direkte Beatmung zu hoch ist und damit letztlich -außer vieleicht hilflosem Dastehen und den Notarzt rufen- überhaupt nicht helfen.

Nun würde ein Ambu-Beutel zwar die Hemmschwelle verringern, jedoch ist die Handhabung für Ungeübte nicht gerade leicht. Zum einen muß die Maske ja ordentlich angedrückt werden, zum anderen müssen die Luftwege freigehalten werden, was letztlich am Güdel-Tubus nicht vorbeiführt - und dann sollte ja auch noch die Luftmenge richtig bemessen sein.

Die Frage ist also, ob man -bevor der Helfer gar nichts tut- lieber die Bedienrisiken eines Beatmungsgbeutels in Kauf nimmt?

Wie ist überhaupt die Rechtslage, das ein Ersthelfer eine Maske verwenden darf?

Gruß,
Watson007


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 12:00 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Zitat:
Hallo,
was halten die hier mitlesenden "Rettungsdienstler" von der Mitführung eines Beatmungsbeutels als Ersthilfeausstattung für Laienhelfer?


Klare Antwort von mir: NIX.
Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass selbst Rettungsdienstler Probleme haben, einen Beatmungsbeutel richtig zu bedienen. Meist wissen sie es gar nicht. Ich hatte ein für mich einschneidendes Erlebnis bei einem Praktikum in der Anästhesie. Wie wahrscheinlich viele andere freute ich mich, mal wieder ein bißchen Praxis beim Intubieren und im Umgang mit der Larynxmaske zu sammeln. Der nette Anästhesist (ehrlich!!) lies mich aber statt dessen einen ganzen Tag beuteln, damit ich darin Übung finde. *grummel* Mir haben die Hände weh getan, und ich habe innerlich geflucht, musste mir aber eingestehen, dass ich meine Kenntnisse und Fertigkeiten völlig überschätzt hatte. Patienten lassen sich mit Rea-Dummys eben gar nicht vergleichen. Voll-bärtige Stiere sind wirklich schwierig mit Maske zu beatmen.

Zurück zum Thema: Für Laien mit Ekel empfehle ich die Taschenbeatmungsfolien mit eingebauten Filter. Sie schützen vor Infektion und Flüssigkeiten und lassen sich dennoch genauso handhaben, wie es den Bürgern beim EH-Kurs beigebracht wird. Sie lassen sich bei einigen Herstellern beinahe als Cent-Artikel beziehen, sind mit Werbung bedruckbar und fanden bei unseren EH-Kursen immer reißenden Absatz.

Gruß,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 13:51 
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Beiträge: 21
Hi!

Also finde das ehrlich gesagt auch eine schlechte Idee - genau aus den Gründen die schon genannt wurden. Was es aber neben den Taschenbeatmungsfolien noch gibt, sind zwar die Masken wie auch beim Beatmungsbeutel allerdings ohne den Beutel, d.h. es muss noch immer selbst beatmet werden. Wißt ihr was ich meine? Kostepunkt um die 6-9 Euro. Auch eine Alternative aber ich denke für denj Ersthelfer reicht diese Folie mit Filter als Schlüsselanhänger.

Durch eine Beatmung mit dem Beutel kann es bei falscher Anwendung sehr schnell passieren, dass dir der Mageninhalt entgegenkommt und dies auf Grund von Aspiration dem patienten weiter schadet.
:arrow: einfache, aber sehr wichtige und bedeutende Erste Hilfe mit einfachen Mittel ist am besten

Gruß,

David


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 14:02 
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Beiträge: 144
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Hallo Watson007,

der Umgang mit dem Beatmungsbeutel/Maske muß geübt sein, sonst ist es für den Patienten zu gefährlich, einmal die Magenüberblähung mit Aspiration/Perforation und zum anderen ist es für den Geübten schon manchmal schwer, die Maske "dicht" zu kriegen.

Ich würde so etwas nicht empfehlen.

Wenn der Ekel zu groß ist, darf der Laie ja sogar ohne Beatmung nur Herzdruckmassage durchführen, bevor er gar nichts macht.

Ich habe für den Fall der Fälle eine Taschenbeatmungsfolie am Haustürschlüssel hängen, die den Ekelfaktor doch deutlich minimieren kann.

Das sollte auch beim Laien ausreichen.

Rechtslage?
Ist es denn verboten, einen Ambubeutel zu benutzen? Wenn man ihn benutzt, sollte man aber ihn auch bedienen können - Aber ob man auf einem Ambubeutel auch eine Einweisung nach MPG benötigt???

:?:

Viele Grüße vom
Land-Ei


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 16:27 
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Beiträge: 277
Ich bin auch dagegen. Die Risiken sind einfach zu hoch. Ein Laienhelfer wird rein instinktiv den Beatmungsbeutel "ausdrücken", der Pat Aspiriert oder wird Hyperventiliert.Oder vielleicht bekommt der Helfer nicht einmal die Maske dicht.

....das Fachpersonal ist auch nicht perfekt aber das weiß wie es mit eventuellen Komplikationen umzugehen hat und weiß die eigenen Fehler effektiv zu korrigieren.


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 16:28 
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Beiträge: 21
Also dass man geübt sein sollte ist gar keine frage - aber kann man als Ersthelfer dafür belangt werden, wenn man eine Person mit einem Beatmungsbeutel beatmet und das zu einer Aspiration führt? Weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber eine Einweisung nach MPG braucht man denke ich nicht


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 17:11 
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Beiträge: 144
Wohnort: Bayern
Hallo David GB,

Wenn der Ersthelfer ein Laienhelfer ist, kann er für (fahrlässige) Fehler in der Laienhilfe nicht belangt werden.
Hintergrund ist, daß Strafe bei Laienhelfern dazu führt, daß niemand mehr hilft.

Wenn ich allerdings ein fachliches Hilfsmittel mitführe und benutze, aber den Umgang nicht beherrsche, muß ich mir vielleicht grobe Fahrlässigkeit evtentuell mit billigender Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung vorwerfen lassen.

Gibt es denn einen Juristen hier?

Warum führe ich den Ambubeutel mit mir, wenn ich ihn nicht benutzen kann? Nur für den Ekelfaktor gibt es andere Möglichkeiten.

Viele Grüße,

Land-Ei


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 19:30 
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Registriert: 25.08.05, 15:36
Beiträge: 21
@Land-Ei:
Klingt logisch und volle Zustimmung meinerseits - wäre aber interessant zu wissen, ob unsere Ansichten auch im Gesetz widergespiegelt werden :)

Gruß,

David


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 20:44 
David GB. hat geschrieben:
@Land-Ei:
Klingt logisch und volle Zustimmung meinerseits - wäre aber interessant zu wissen, ob unsere Ansichten auch im Gesetz widergespiegelt werden :)

Gruß,

David


Ja, das wäre wirklich interessant. Danke erst mal allen für die schon rege Diskussion!

Gruß,
Watson007


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BeitragVerfasst: 08.06.06, 17:37 
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Beiträge: 61
Wohnort: Windeck
Also um die Sache mal juristisch zu beleuchten:

Nein für denAmbu-Beutel ist keine Einweisung nach MPG erforderlich, da dies kein Gerät im weiteren Sinne ist. Es ist ein Hilfsmittel. Wenn man dafür eine MPG Einweisung bräuchte dann auch für ein Verbandpäckchen... :D

Was passiert wenn ein Laienhelfer einen Ambubeutel benutzt und dem Pat. damit schadet?

Gar nix. Die einzige Strafe für Laienhelfer ist die unterlassene Hilfeleistung. Anders sieht es aber aus sobald der Anwender einen San A Schein hat. In dem Falle ist er mit dem Umgangmit dem Anbubeutel mehr oder weniger vertraut und damit kein Laienhelfer mehr.

Alles in allem würd ich sagen wer damit umgehen kann soll ihn haben und benutzen aber bei Laien: Lasst die Finger davon. Selbst ich habe nur eine Taschenbeatmunsmaske... Und die geht erfahrungsgemäß genau so gut.


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BeitragVerfasst: 13.06.06, 10:28 
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Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hallo miteinander,

ich denke, es ist klar, in welche Richtung diese Frage beantwortet wird .
BA-Folie ist ok, wie gelesen gibt es diese vom ADAC - bis zu den Hillsorganisationen.
Wie ich gehört habe, wird diese Methode wohl auch bei Ersthelfer-Lehrgängen angeregt.
Sonnige Grüße Glaxina


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