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medizin-forum.de • Thema anzeigen - genervte sanitäter.. usw?
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 Betreff des Beitrags: genervte sanitäter.. usw?
BeitragVerfasst: 21.11.04, 20:45 
Hallo!
Neulich auf einer Party war ein Mädel, die,wie man so schön sagt, "zu tief ins Glas geschaut" hatte. Sie hatte Probleme beim Atmen und da sie unter Astma leidet,wussten wir nicht,ob sie nun wegen dem Asthma Atemprobleme hat,oder weil sie besoffen ist hyperverntiliert. Wir haben den Notarzt gerufen und(vielleicht) den fehler gemacht,schon am Telefon zu sagen,dass sie etwas viel getrunken hat. Jedenfalls kam der Notarzt schon genervt hier an und war auch die ganze Zeit nur patzig.. Ist das Normal? Und warum ist das so?Ich konnte es in dem Moment nicht nachvollziehen und es hat mich einfach nur wütend gemacht.

Außerdem ist uns aufgefallen,das die Sanitäter die gewartet haben (und dämliche Sprüche abgelassen haben) zwar in der Whg immer rumgeguckt haben,aber nie uns (die paar letzten Leute die noch da waren) angeguckt haben,wirklich nie,immer dran vorbei,hat das einen Grund?Intressiert mich mal!

Wir haben uns ziemlich allein gelassen gefühlt. Obwohl ich mittlerweile etwas verstehen kann,warum die Männer genervt waren,so welche Einsätze haben sie bestimmt genug am Abend und man ist an dem Zustand selber schuld. Nur wie geschrieben,in dem Moment haben wir uns etwas verarscht gefühlt.
Hätten wir denn nicht den Rettungswagen rufen sollen?

Das wollte ich nur mal los werden,vielleicht antwortet mir jemand auf die Fragen!
Lg


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BeitragVerfasst: 21.11.04, 20:58 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Lieber Gast,

naja, wirklich eine leicht pikante Frage und einen teil der Antwort lieferst du ja auch schon direkt mit.

Zitat:
Obwohl ich mittlerweile etwas verstehen kann,warum die Männer genervt waren,so welche Einsätze haben sie bestimmt genug am Abend...


Trotzdem wäre natürlich im Sinne des Patienten und auch der Anrufer (die im Übrigen völlig korrekt gehandelt haben) ein etwas professionelleres Auftreten wünschenswert.
Zumal ich davon ausgehe, das besagter Notfallort nicht zur "Stammkundschaft" (die gibt es nämlich auch :-) ) gehört. Es gibt sicher auch nur wenige Kollegen, die auf Partys dem Teufelszeug Alkohol ganz entsagen.
Ich denke, du weißt was ich dir sagen will....

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.11.04, 21:15 
Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Sicher,die Antwort kann ich mir theoretisch selber geben,jedenfalls mittlerweile. In dem Moment fühlten wir uns echt nur verarscht und wollten nur,dass ihr geholfen wird und keine doofen Sprüche uns anhören müssen.
Und zur "Stammkundschaft" gehören wir kein bisschen,es war das erste (und hoffentlich letzte) mal.

Und wie ist das mit dem "nicht angucken"?Hat das nichts zu sagen?Das wäre nochmal intressant!


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BeitragVerfasst: 21.11.04, 21:20 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Hallo Gast,

schön, nochmal ein feedback zu bekommen.
Mir war vollkommen klar, das Ihr nicht zur "Stammkundschaft" gehört.

Zitat:
Und wie ist das mit dem "nicht angucken"?Hat das nichts zu sagen?Das wäre nochmal intressant!


Schwierig hier eine Erklärung abzugeben. Peinlich berührt? Verlegen? Mit der Verhaltensweise des Notarztes nicht ganz einverstanden? "Interessante" Wohnumgebung? Junge Kollegen und junge Partygäste :-) ?
Nein darauf fällt mir jetzt wirklich nix ein. Sorry

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 21.11.04, 21:28 
oder einfach arrogant? ;)
War jedenfalls nur auffällig!
Danke für die Antworten!


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BeitragVerfasst: 21.11.04, 21:33 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Zitat:
oder einfach arrogant?


Das lasse ich jetzt so stehen. Viel Spaß noch im DMF.

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.11.04, 09:22 
Hallo !

Deine Reaktion ist voll verständlich, allerdings sind auch die Einsatzkräfte emotionell vorbelastet.

Nur kurz mein letzter Einsatz als Notarzt:

Einsatzmeldung: "Brustschmerz - Bewußtseinsstörung"

Bei Eintreffen: schwer alkoholisierte Jugendgruppe, einer liegt am Boden - " bewußtlos ", nach entsprechendem Schmerzreiz wacht er auf und jammert über Schmerzen nach mehrmaligem Erbrechen im Brustkorb. --> EKG o.B.

Kann alles passieren, erster Ausrutscher usw.

Warum hat es mich so genervt:

Er hat einen schönes T-Shirt angehabt:

" SAUFEN BIS DER NOTARZT KOMMT !"

Es ist kein Freibrief für die Notärzte und Sanitäter, aber wir sind halt auch nur Menschen.

mfG

G@st :oops:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.11.04, 14:37 
Solche T-Shirts sind im wahrsten Sinne zum kotzen ;)!
Wir drumherum (waren ja nur noch zu 5.) waren zwar auch betrunken,aber in dem Moment vor Schreck wieder "nüchtern".

Ich finde die Frage,ruf ich jetzt den Notarzt oder nicht ist total schwierig,wenn es nicht eindeutig ist. Einerseits gilt ja sicher,besser einmal zuviel,als zu wenig. Aber man will auch nicht ´n genervten Notarzt dahaben,weil man sich eben geirrt hat.

Vor ein paae Monaten hatte ich das Problem,das eine ältere Frau auf dem Fußweg gestürzt ist,ich habe ihr aufgeholfen (alle anderen sind vorbei gelaufen,wie immer :evil: ),sie schien irgendwie verwirrt,ist einfach weiter gelaufen,ohne mich wahrzunehmen. Ich hab sie so gehen lassen,habe mich aber natürlich gefragt,hinterher laufen?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.11.04, 15:15 
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DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Gast !

Gast hat geschrieben:
Ich finde die Frage,ruf ich jetzt den Notarzt oder nicht ist total schwierig,wenn es nicht eindeutig ist. Einerseits gilt ja sicher,besser einmal zuviel,als zu wenig. Aber man will auch nicht ´n genervten Notarzt dahaben,weil man sich eben geirrt hat.


Nimm das alles mal nicht so persönlich! Auch Notärzte und Rettungsdienstler sind nur Menschen und reagieren eben manchmal auch nur menschlich! Sieh es einfach als Zeichen einer vielleicht vorherrschenden Überlastung an und bezieht das Verhalten nicht zu sehr auf Euch! Vielleicht lag auch die RTW-Besatzung mit dem Notarzt im Klinsch oder oder oder ....

Aus diesem Verhalten zu schlußfolgern, zukünftig auf einen vielleicht lebensrettenden Notruf zu verzichten, wäre mit Abstand die schlechteste Konsequenz! Immer dann, wenn Du der Meinung bist, hier müssen und können Rettungsprofis ans Werk treten, bist Du gefordert diese Hilfe auch zu organisieren. Und wenn man sich doch geiirt haben sollte und es sich als eine Fehleinschätzung der Lage herausstellt, ist dies auch kein Problem! Dafür gibt es den Rettungsdienst nun mal und niemand darf und sollte Dir daraus dann einen Vorwurf machen!
Bleib so engagiert, wie Du bist und handle auch zukünftig instinktiv richtig! Es gibt genug Leute, die das wegschauen bis zur Perfektion trainiert haben und meinen, damit niemandem auf die Füße treten zu wollen! Hier gibt es eine klare Rechtssprechung, die es im Gesetzestext unter "unterlassener Hilfeleistung" nachzulesen gibt! Das scheint vielen Menschen nicht wirklich klar zu sein!

Herzliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.11.04, 22:13 
Gunnar Piltz hat geschrieben:
Aus diesem Verhalten zu schlußfolgern, zukünftig auf einen vielleicht lebensrettenden Notruf zu verzichten, wäre mit Abstand die schlechteste Konsequenz! Herzliche Grüße


Das werde ich ganz sicher nicht tun. Ich bin nicht zu feige zum hingucken,sondern zu feige zum weggucken ;)!
Es ist einfach nur Sche... wenn man irgendwelchen Leuten hinterher brüllen muss,dass sie mit helfen!


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BeitragVerfasst: 24.11.04, 03:46 
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DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Gast!

Gast hat geschrieben:
Es ist einfach nur Sche... wenn man irgendwelchen Leuten hinterher brüllen muss,dass sie mit helfen!

Das ist eine der großen Tragödien unserer modernen Gesellschaft. Es fehlt den Leuten an Engagement und Motivation, sich für ihre Mitmenschen zu interessieren oder gar in einer Notlage zu helfen. Dabei könnte das alles doch so einfach sein! Niemand muß heute mehr die Verletzten auf der Straße aufsammeln und in eigener häuslicher Umgebung wieder gesund pflegen. Es reicht ein kostenfreier Anruf und häufig auch nur ein paar tröstende Worte und selbst das ist für viele scheinbar schon zu viel verlangt! Wir leben in einer Ellenbogengesellschaft und hier ist sich jeder selbst der Nächste. Wenn nicht eigene wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, nimmt man die Umwelt am besten gar nicht erst wahr! Auch ich finde es zum k...
Um so wichtiger ist es, daß Menschen wieder auf Menschen zu gehen können und da muß häufig nur Einer mal den Anfang machen! Und da Du ja anscheinend zu der Gruppe gehörst, die nicht wegschauen kann und auch nicht wegschauen will, stehst Du ein Stück weit über der Gesellschaft. Handle auch weiterhin so engagiert und beziehe die unbeteiligten Zuschauer in diese Hilfe mit ein! Zeige Ihnen einen anderen Weg im Umgang mit Menschen in Not! Dein Weg ist der richtige!

Herzliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.11.04, 08:32 
Anonymous hat geschrieben:
Ich finde die Frage,ruf ich jetzt den Notarzt oder nicht ist total schwierig...

Da hab ich selbst (trotz Ausbildung) ohne die richtigen Geräte (Blutdruckmessgerät, Blutzuckermessgerät) bei Grenzfällen oft Probleme.
Besonders wenn ich selbst mal etwas getrunken hab und darum die Situation nicht so richtig einschätzen kann (Gerade bei Kumpels).
Rufe dann auch im Zweifelsfall lieber mal schnell die Kollegen an, bevor da die betrunkene Person am Ende noch bleibende Schäden davon trägt.
Der Schlaf (OK - Ruhephase) der Kollegen ist nicht so wichtig wie die Gesundheit des Menschen.
Auch wenn ich eine gewisse schlechte Laune verstehen kann.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.11.04, 13:46 
Vielleicht fehlts den Menschen an aufklärung. Ich weiß noch,dass ich das erste Mal,als ich den Notarzt rufen musste,mich fast nicht getraut habe,weil ich gar nicht gewusst habe,was ich sagen soll!
Irgendwie find ich es recht "spassig" die Menschen die absichtlich weggucken anzubrüllen.


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 Betreff des Beitrags: Notarzt ja - nein ?
BeitragVerfasst: 26.11.04, 15:40 
Hallo !

Du musst ja nicht entscheiden, ob der Notarzt kommt.

Im Zweifelsfall rufst Du den Notruf 112

Dort sitzt ein erfahrener Disponent, der durch gezielte Fragen hilft, daß Du die Informationen richtig übermittelst und entscheidet dann, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt und wie er dir am Telefon weiterhelfen kann.

mfG

g@st


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.11.04, 15:43 
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DMF-Mitglied

Registriert: 07.10.04, 02:38
Beiträge: 33
Wohnort: Nahe Karlsruhe
Wobei aber auch schon gesagt sein muß, daß es wohl selten einen Berufszweig in D gibt, in dem es sich die MA leisten können, genervt, mißmutig, gelangweilt usw aufzutreten. Ich stelle mir das jetzt mal grade vor am Bankschalter, in einem Lokal, o.ä. Selbst über eine Toilettenfrau, die einem unfreundlicherweise nicht mal "auf Wiedersehen" hinterherruft regt man sich teilweise auf. Dann frag ich mich, warum ist das oft so in Sachen RD? Sicherlich kann man nciht alle über einen Kamm scheren, aber ich bin schon lange genug dabei, als HA, EA, und jetzt als FKP auf einer Intensivstation, und habe das weiß Gott schon viele, viele Situationen erlebt, bei denen ich mich einmischen mußte (so sehr ich das vor einem Pat. auch hasse), wen z.B. um 4 Uhr nachts der RA die Oma anbrüllt, nur weil sie jetzt nach 80 mg Lasix ihr Lungenödem hat auf den RTW-Boden laufen lassen. Immerhin werden die wenigsten Omas sich diese Uhrzeit für ihr Ödem freiwillig aussuchen.
Selbst in der Klinik, wo es auch um 4 Uhr nachts nicht immer spaßig ist, kann ich es mir nciht erlauben, einen Pat. wegen sowas "anzumachen". Da könnte ich mir gleich für den nächsten Tag einen Termin beim Chef geben lassen.

Gruß Jupp


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