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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Medizinischer Sauerstoff vs. Sauerstoff für Höhenatmung
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BeitragVerfasst: 27.05.06, 12:49 
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Interessierter

Registriert: 27.05.06, 12:40
Beiträge: 5
Ich habe eine technische Frage:

Kann mir jemand den Unterschied zwischen med. Sauerstoff und Sauerstoff für Höhenatmung (wie er z.B. in Flugzeuge für Piloten, Flugbegleiter etc. verwendet wird) erläutern?

Fällt der Sauerstoff für Höhenatmung auch unter das Arzneimittelgesetz? Darf ich solchen Sauerstoff am Patienten anwenden?


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BeitragVerfasst: 01.06.06, 21:29 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.06, 14:33
Beiträge: 23
Wohnort: Gelsenkirchen
Hallo,

sorry, dass eine Antwort so lange gedauert hat, aber ich hab erst mal einige Stationen bei Linde-Gas durchlaufen, bis ich jemanden bei Linde Therapeutics gefunden habe, der mir mehr zu deiner Frage sagen konnte.

Also, folgendes war in Erfahrung zu bringen:

Medizinischer Sauerstoff unterliegt wie bekannt dem Arzneimittelgesetz. Dabei werden von den Herstellern hohe logistische Voraussetzungen gefordert hinsichtlich der Produktion und Dokumentation des Sauerstoffs. Das fängt an bei der Art der Befüllung der Druckgasflasche und endet mit der Tatsache, dass zu jeder Flasche ein "Beipackzettel" angehängt werden muss.

Rein technisch unterscheidet sich der medizinische Sauerstoff natürlich nicht sehr von anderen Arten des Sauerstoffs in Druckgasflaschen. Aber die staatliche Überwachung und die damit verbundenen Dokumentations- und Sorgfaltspflichten unterscheiden diese Arten von Sauerstoff dann doch erheblich.

Im Notfall wäre im Übrigen die Anwendung von Sauerstoff für die Höhenatmung bei einem Notfallpatienten durchaus denkbar, sofern nicht medizinischer Sauerstoff erreichbar ist. Schaden kann der Sauerstoff auf jeden Fall eher nicht und die Maßnahme dürfte im Zweifel durch den rechtfertigenden Notstand gedeckt sein. Man kann ja schlecht einem beatmunspflichtigen Patienten Sauerstoff vorenthalten, in welcher Form er auch immer vorrätig ist.

Ich hoffe, etwas geholfen zu haben!

Gruß

Mike

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BeitragVerfasst: 02.06.06, 10:46 
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Interessierter

Registriert: 27.05.06, 12:40
Beiträge: 5
Hallo Mike,

danke für die Antwort.

Es stellt sich bei mir aber noch folgende Frage:
Wenn man mit einem Linienflugzeug einen Patienten transportiert (Stretcher) und bei der Airline im Vorfeld Sauerstoff bestellt den der Patient inhallieren soll, kann es doch eigentlich nicht sein, dass man etwas anderes als medizinischen Sauerstoff zur Verfügung gestellt bekommt.

Die Flaschen werden ja in der Kabine gelagert und da zählt das Argument (Sauerstoff für Höhenatmung verfügt über eine geringere Feuchtigkeit um das Vereisen zu verhindern) wohl kaum. Denn wenn ich in der Kabine Gefahr laufen sollte das mein Sauerstoff vereist, dann habe ich in der Kabine noch ganz andere Probleme.

Somit verstößt die Airline doch klar gegen das Arzneimittelgesetz, wenn sie keinen medizinischen Sauerstoff einsetzt.
Oder sehe ich das falsch?

Gruß
Marcus


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BeitragVerfasst: 02.06.06, 12:23 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Lieber Inspektork,

vielleicht füttern Sie uns noch ein wenig mit Infos, was der spezielle Hintergrund Ihrer Frage ist. Kam es zu einem konkreten Vorfall oder Erleben, beschäftigen Sie sich beruflich mit Ambulanzflügen ?

Dann fällt es den Forenteilnehmern sicher leichter die richtigen Infos für Sie zusammenzustellen.

Gruß,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 06.06.06, 08:19 
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Interessierter

Registriert: 27.05.06, 12:40
Beiträge: 5
Ja, es kam zu einem konkreten Vorfall.

Ich begleite hin und wieder solche Stretcher-Flüge/Ambulanzflüge.

Die Airline hat uns "nur" Sauerstoff für Höhneatmung zur Verfügung gestellt.
Meine Frage ist halt, ob das so zulässig ist, bzw. falls nein, ich als Anwender sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss.


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BeitragVerfasst: 06.06.06, 08:57 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.06, 14:33
Beiträge: 23
Wohnort: Gelsenkirchen
Hallo,

also, da es sich bei dem Sauerstoff für die Höhenatmung lt. Aussage eines Herstellers (Fa. Linde) ja definitiv nicht um ein Arzneimittel handelt, kann die geplante, also quasi elektive Anwendung bei einem Patienten nicht zulässig sein und ist mit Hinweis auf AMG und MPG abzulehnen. Beide Gesetze sehen auch für den Anwender strafrechtliche Konsequenzen bei Anwendung entgegen der Herstellerangaben vor.

Somit Finger weg! Notfalls müsste man eigentlich den Transport ablehnen.
Bist du eigentlich Arzt oder Rettungsassistent? Wäre für die Frage der Verantwortung mitbestimmend.

Gruß

Mike

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BeitragVerfasst: 06.06.06, 09:26 
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Interessierter

Registriert: 27.05.06, 12:40
Beiträge: 5
Hallo Mike,

ich selber bin Rettungsassistent und habe mir soetwas schon gedacht.
Vielleicht gibt es für die Airlines aber eine Art Ausnahmegenehmigung durch das Luftfahrtbundesamt. Schließlich ist ja Sauerstoff in der Kabine als "gefährliches Gut" zu deklarieren.


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BeitragVerfasst: 07.06.06, 01:22 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.06, 14:33
Beiträge: 23
Wohnort: Gelsenkirchen
Nun, wäre mir neu wenn es da eine Ausnahmegenehmigung geben würde. Würde auch keinen Sinn machen aus meiner Sicht. Schließlich tragen Skymarshals auch echte Waffen und keine Spielzeugpistolen, nur weil echte Waffen verboten sind normalerweise.

Ne ne, noch gilt in deutschen Flugzeugen das AMG und das MPG. Die Kollegen des ADAC führen auch med. Sauerstoff mit, die Kollegen der Medevacs der Bundeswehr auch. Das dürfte kein Grund sein.

Zumal Sauerstoff ja so gesehen Sauerstoff ist. Egal was drauf steht (also sicherheitstechnisch). Als Medikament macht es aber dennoch einen deutlichen Untertschied.

Mike

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