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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Gegenanzeigen von medizinischem O2
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 Betreff des Beitrags: Gegenanzeigen von medizinischem O2
BeitragVerfasst: 27.04.06, 14:15 
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Registriert: 25.04.06, 17:05
Beiträge: 11
Hallo zusammen,

könnt ihr mir bitte "oberflächlich für einen Laien" erklären warum man bei:

- Fieber
- Fettsucht Patienten
- Vergiftung mit Substanzen, die die Atemtätigkeit herabsetzen
- Störung der Atemkontrolle im Zentralnervensystem
- gleichzeitiger ACTH (was ist das??) oder Glukokortikoid-Behandlung
- Patienten im hohen Alter

eine Sauerstoffgabe nur unter Vorsicht durchgeführt werden darf?

Vielen Dank. Philipp

P.S.: Habe das gleiche im Anästhesie Threat gepostet, hoffe, dass das keine Probleme bereitet. Vielleicht gibt es hier ja mehr "Profis" in diesem Bereich

Gruß


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.04.06, 07:51 
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Beiträge: 277
Guten Morgen,

ich würde ein und das selbe Thema nur einmal im entsprechenden Topic posten. Denn wer sich dafür interessiert guckt dort nach. Wer sich nicht dafürinteressiert wird dir nicht antworten, sondern den Moderator bitten den Thread zu verschieben. :)

Ganz wichtig ist noch die O2-Gabe bei Asthmatikern. Das ist wirklich wichtig. Dazu habe ich aber schon verschiedene Meinungen gehört, deshalb äußere ich mich hier nicht dazu.

Ich will dir keinen Mist erzählen.

EDIT : Du hast doch schon einen O2-Thread eröffnet, da hättest du diese Frage doch problemlos stellen können. :)


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BeitragVerfasst: 28.04.06, 19:38 
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Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Hallo Phil,

wirkliche Kontraindikationen (Gründe ein Medikament absolut nicht zu verabreichen) sind bei Sauerstoff äußerst rar, man muss schon lange suchen um überhaupt welche zu finden (Paraquatvergiftungen z.B.).
Vorsicht ist bei jeder Medikamentengabe angebracht, da es das perfekte Medikament nicht gibt und jedes Medikament unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) hat und jeder Patient auf ein Pharmakon unterschiedlich reagieren kann.
Ich werde trotzdem den Versuch wagen zu einigen von dir angesprochenen Gründen etwas allgemeines zu sagen.


Fieber hat einen negativen Einfluss auf die Neigung einen cerebralen Krampfanfall zu bekommen, vorallem bei Kleinkindern. Das Gehrin wird also anfälliger für einen Krampfanfall --> Schlecht. Sauerstoff hat als Nebenwirkung eine vergleichbare Wirkung man kann also annehmen das sich in diesem Fall die unerwünschten Wirkungen addieren --> noch schlechter. Dies würde mich in keinster Weise davon abhalten einem Patienten mit Atemnot aufgrund einer Infektion z.B. einer Pneumonie (Lungenentzündung) Sauerstoff zukommen zu lassen. Bekommt der Patient einen Krampfanfall wird er entsprechend behandelt, verzichte ich auf die Sauerstoffgabe handel ich fahrlässig und mache mich der Unterlassung schuldig.

Patienten im hohen alter sind die Menschengruppe die am häufigsten Sauerstoff bekommt, manche sogar als Heimsauerstoffgerät ohne fachaufsicht, ist mir nicht bekannt welchen Einfluss das haben sollte.

Bei Patienten mit "Fettsucht" sieht es ähnlich aus.

Bei einem Patienten dessen Atemtätigkeit herabgesetzt ist, oder das Atemzentrum in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist Sauerstoff absolut notwendig und dieser Patient hat immer jedes Quentchen Aufmerksamkeit des Behandelnden Personals.

ACTH (Adrenokorticotropes Hormon) wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und regt die Nebennierenrinde an gewisse Hormone (Kortikoide) zu produzieren und freizusetzen. (rest unter Google). Hier kommt es wohl eher darauf an, welche Grunderkrankung vorliegt und mit ACTH bzw. direkt mit Kortikoiden therapiert wird. Auch hier ist eine wahre Kontraindikation trotz einer Atemnot nicht vorhanden.

Ich hoffe deine Fragen beantwortet zu haben.

@Marc Was deien Aussage betrifft bezüglichden Asthmatikern..... du hast dich geäußert, also mach es doch richtig, es scheint dir ja so wichtig zu sein das du es "offtopic" ansprichst. Jeder Patient mit einer ausgeprägten Dyspnoe braucht "wirklich wichtig" Sauerstoff, Asthmatiker oder ein Patient mit cardialem Lungenödem... wirklich egal.

Mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 29.04.06, 10:22 
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Registriert: 01.02.06, 16:45
Beiträge: 277
Hallo,

ich meinte nicht, dass die O2 Gabe bei Asthmatiker wichtig ist (auch wenn sie das ist), sondern dass man bei solchen Patienten mit der O2 Zufuhr aufhört, sobald die Zyanose vorbei ist. Das war Meinung 1.

Meinung 2 sagt, dass Astmatiker genauso ununterbrochen (sofern nötig) O2 kriegen wieder jeder andere Pat. mit Atemstörungen.

Meinung 3 sagt, dass man die Zyanose nicht vollständig bekämpft sondern in einem kleinen Rahmen weiterbestehen läßt. Schließlich haben Asthmatiker eine Veränderte "Messung" des O2 Gehalts.

Da ich noch keinen Asthmapat. versorgt habe (Die Pollenzeit beginnt erst) und nicht weiß welche der 3 Meinungen die richtige ist, habe ich erstmal nichts gesagt.


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BeitragVerfasst: 29.04.06, 19:25 
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Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
@Marc

Das hat weniger mit "Meinung" als mit Fakten zu tun und auch nicht mit der Messung von O2 Gehalt.
Was leider immer wieder durcheinander gebracht wird ist eine Veränderung des primären Atemantriebs vom CO2 zum O2 bei Patienten mit einer chronischen pulmonalen Globalinsuffiziens (Erniedrigung des O2 Partialdrucks (Teilinsuffizens) UND Erhöhung des CO2 Partialdrucks (Globalinsuffiziens) über mehere Jahre, z.B. COPD, Lungenemphysem und eben nicht der Asthamtiker (Anfallsleiden).
Solche Patienten können auch hoch doesiert und lange O2 bekommen, allerdins muss ihr Atemantrieb überwacht und evtl. zur kontrollierten Atmung angeleitet werden.
Hoffe das klärts.

back to Topic^^ falls Phil nochmal hereinschaut.

Mfg Marcus


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 Betreff des Beitrags: Sauerstoffgabe und Asthma
BeitragVerfasst: 29.04.06, 19:38 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo !

Um es in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen.

Man muß zwischen Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) unterscheiden, wobei ersters bei langem und schwerem Verlauf in zweiteres übergehen kann.

Eine fortgeschrittene COPD führt über eine Reduktion der Lungenoberfläche (=Emphysem) zu einer Abnahme der CO2 Abatmung.
Kurzfristiger pCO2 Anstieg erhöht den Atemantrieb (Atemzentrum - erster Steuerkreis).
bei länger bestehendem hohen pCO2 Spiegel, muß der Körper dies kompensieren.
HCO3- Ausscheidung über die Niere steigern und Regulation der Atmung über den pO2, also den Blutsauerstoffgehalt.

Gibt man diesem Patienten (zuviel) Sauerstoff, steigt der pO2 so weit an, daß der zentrale Atemantrieb gebremst wird, damit kann der Patient noch weniger CO2 abatmen.
Der pCO2 steigt an, damit wird mehr H2CO3 gebildet, in weiterer Folge steigt daher die H+ Konzentration und der pH fällt. Der Patient wird azidotisch.

Ein lebensbedrohlicher Zustand.

mit freundlichen Grüßen

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.04.06, 00:26 
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Registriert: 28.01.06, 00:06
Beiträge: 591
Wohnort: CH
Hallo Phil

In Anbhängigkeit vom O2 Partialdruck wirkt Sauerstoff toxisch oder auch nicht. Je höher der Partialdruck, desto toxischer die Wirkung von Sauerstoff.
Es gibt eine neurologische und eine Pulmonale Sauerstofftoxizität. Und ich gehe in weiter geschriebenem von 100% Sauerstoff aus.

Daltonsches Gesetz: In Gemischen von Gasen setzt sich der Gesamtdruck p aus den Partialdrucken der einzelnen Komponenten zusammen
Der Partialdruck einer Komponente entspricht dem Druck, den diese Komponente alleine im gleichen Volumen ausüben würde.

Fieber - Es kommt zu einer Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve und der Sauerstoffpartialdruck nimmt zu. (Allerdings kann ich mir fast nicht vorstellen, dass dies so toxisch sein kann)
Adipositas - erhöhter Metabolismus, erhöhte CO2 Produktion, 5% aller Adipösen haben dieses Adipositas- Hypoventilationssyndrom ( Pickwicksyndrom).....Anstieg vom PCO2..und das wiederum gibt eine Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve und daraus resultiert sekundär der Anstieg des Sauerstoffpartialdruckes.
Vergiftung mit Substanzen, welche den Atemantrieb herabsetzen - Gilt das gleich wie oben, Hypoventilation....Anstieg vom PCO2......Rechstverschiebung...Anstieg des Sauerstoffpartialdruckes
ACTH ....Hormon aus dem Hypophysenvorderlappen, welches die Ausschüttung von Kortisol aus der NNR beeinflusst.....Zuviel ACTH....Hyperkortisoloismus.....Stammfettsucht.....daraus resultierende mögliche insuffiziente Atmung mit Anstieg vom PCO2....wiederum dann Rechtsverschiebung....Anstieg vom Sauerstoffpartialdruck
Das gilt für alle Cortisonpräperate
Patienten im hohen Alter - Der Sauerstoffpartialdruck ist bei älteren Menschen auf Grund der Abnahme der Atemleistung und Atemreserven erhöht weil der PCO2 steigt mit Abnahme der Atmeleistung.

Ich hoffe das ganze tönt irgendwie halbwegs logisch......der PCO2 hat einen entscheidenden Einfluss auf dass Partialdruckverhalten vom Sauerstoff. Aber den Rest der Physik muss Dir ein MedStudent erklären. Besser bekomm ich das nicht hin.

VG
tricolor


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 12:48 
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Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Wir befinden uns hier in einem Forum für Rettungsmedizin. Wenn eine Frage gestellt wird rechne ich sie in dieses Fachgebiet mit ein. Ein Patient der durch die von dir (@tricolor) genannten Faktoren durch die Gabe von Sauerstoff in den toxoischen Bereich des Sauerstoffpartialdruckes kommen würde (wo immer der liegt? jenseits der 150mmHg?) bekommt von mir präklinisch sicher keinen. Die Patienten die Sauerstoff hochdosiert bekommen befinden sich doch sicher eher unter der Marke von 80mmHg. Wenn es in der Frage von Phil um eine generelle Vorsicht mit Sauerstoff ging und nicht wann bei einem Patienten mit ausgeprägter Zyanose mit Vorsicht bei der Gabe von Sauerstoff zu Werke zu gehen ist, habe ich die Frage falsch verstanden.

Mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 16:18 
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Registriert: 01.02.06, 16:45
Beiträge: 277
Danke, für die Klärungen. Ich hatte wohl was durcheinander gebracht :D


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