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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Richtig gehandelt?
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 Betreff des Beitrags: Richtig gehandelt?
BeitragVerfasst: 24.04.06, 14:38 
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Beiträge: 23
Wohnort: Bremen
Hallo,
ich möchte euch etwas über meinen Bekannten (damals 15 ,heute 17) erzählen, der einen Unfall hatte und dann eure Meinung wissen. Er war in einem Ostercamp im Ausland, plötzlich fiel ein Bauziegel von einem ca. 4m hohen Dach und traf ihn am Rücken (er bückte sich gerade wollte einen Schuh zubinden und dabei fiel ihm dieser Stein auf den Rücken :shock: ). Er ging zu Boden , schlug dabei mit dem Kopf auf den Boden auf und war ungefähr eine Minute bewusstlos. Er hatte eine kleine Platzwunde am Kopf, ihm war schwindelig, übel und hatte auch ein bisschen Kopfschmerzen, wusste aber wo er war, wie er heißt.... Er hatte blaue Flecken am Rücken und er tat ihm natürlich auch weh (der Stein hat die Wirbelsäule aber um eine gute halbe Handbreite verfehlt). Ein bisschen Blut floß aus einem Ohr. Er war 3 Nächte auf der Krankenstation des Camps (mit Arzt), aber was mich wundert-er war nicht im Krankenhaus! Man stellte fest, dass er eine leichte Gehirnerschütterung hatte und halt die blauen Flecken. Das Blut aus dem Ohr stellte sich heraus, kam von einem kleinen Stein, der in den Gehörgang "gestoßen" wurde.... Er hat keine bleibenden Schäden zurückbehalten, aber ich frage mich, ob der Arzt richtig gehandelt hat , weil er ihn nicht ins Krankenhaus gebracht hat, er ja schon die Symtome einer Gehirnerschütterung hatte und evtl. Verletzungen der Wirbelsäule

Was meint ihr?

Gruß
Nuna


Zuletzt geändert von Nuna am 24.04.06, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24.04.06, 15:58 
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Beiträge: 277
Hallo,

sowas per "Ferndiagnose" üder das Internet zu "bewerten" ist sehr schwierig. Schließlich war von uns hier keiner vor Ort oder gar unmittelbardabei.

Aber drüber sprechen, ist kein Problem...... :)

Meine Meinung : Wenn er einem Arzt im Camp vorgestellt und von ihm auch behandelt und sogar auf der Campstation aufgenommen und auch wieder entlassen wurde, würde ich davon ausgehen, dass er wieder gesund ist.

Natürlich sind Ärzte ebenso wenig unfehlbar, wie alle andere Menschen. Aber unter`m Strich wurde deinem Bekannten von qualifiziertem Personal geholfen. Und wenn dieses es nicht für nötig erachtet hat, deinen Bekannten in ein Krankenhaus zu verlegen wird es dafür seine Gründe gehabt haben.

Wie war die Campstation denn ausgestattet ??


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BeitragVerfasst: 24.04.06, 17:10 
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Wohnort: Bremen
Hi,
die Station war soweit er mitbekommen hat gut ausgestattet. Hatten wohl ne Sauerstoffmaske und auch einen Defibrillator, also im Notfall wären wohl erstmal alle Mittel vorhanden. Naja der Arzt wird seine Gründe gehabt haben, aber ganz überzeugt bin ich nicht ... :)


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BeitragVerfasst: 24.04.06, 22:36 
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Registriert: 01.02.06, 16:45
Beiträge: 277
Warum nicht ?? :)

Er trägt die Verantwortung für sein Handeln.......

Beispiel : Auch wenn ich keine Lust habe, zum Auto zu gehen um die Sauerstofflasche zu holen. Bevor der Zustand des Pat sich verschlechtert und ich das ausbaden darf, bewege ich lieber meinen Hintern. NATÜRLICH gehe ich in erste Linie los, um das Leid des Pat. zu lindern und um meine Arbeit vernünftig zu machen.

Das ist nicht zynisch zu verstehen aber hätte dein Bekannter operiert werden sollen ?? Oder meinst du, es wäre ihm auf einem Monitorplatz im "richtigen" Krankenhaus besser ergangen ?? Wenn man mit blauen Flecken und einer leichten Gehirnerschütterung auf einen Monitorplatz kommt, wird man dann als Schlaganfallpatient gleich begraben ??

Hat dein Bekannter denn Medikamente (z.B. Schmerzmittel) bekommen ??

Ich betone nochmal, die Situation nicht zu kennen und alles was ich hier schreibe, beruht auf MEINER Vorstellung der Situation.

Wie hättest du dir denn die Versorgung, Betreuung deines Bekannten gewünscht/vorgestellt ?? :)


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BeitragVerfasst: 26.04.06, 19:36 
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Beiträge: 227
*wenn ich auch mal was sagen darf*

ich denke auch, dass dein Bekannter in einem "normalen" krankenhaus keine "bessere" medizinische Behandlung bekommen hätte, als auf der Campstation. Dort war ja auch die ganze Zeit ein ARzt anwesend... In einem Krankenhaus wäre wahrscheinlich nicht anders gehandelt worden.
Auch bei einer gehirnerschütterung wird meistens "nur" beobachtet (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) und genau DAS hat der Arzt im Camp ja auch gemacht oder?

Was wäre denn, deiner Meinung nach, im KH anders gelaufen als im camp?

so seh ich das ganze :-)

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BeitragVerfasst: 26.04.06, 21:44 
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Wohnort: Bremen
Hmm also Schmerzmittel hat er nicht bekommen.
Keine Ahnung , was ich an "der Stelle des Arztes" gemacht hätte....ich glaub ich hab da ein bisserl überreagiert :roll:


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BeitragVerfasst: 26.04.06, 22:19 
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Beiträge: 59
Wohnort: NRW
da müsste schon ein arzt was dazu sagen, denn was sollen wir alles dazu sagen? ich wüsste nicht warum er ins kh hätter transportiert werden. Wenn dein bekannter gut beobachtet wurde u auch untersucht, mit einer leichten gehirnerschütterung... solang die GCS nicht schlecht war ist es doch auch zT die hauptsache, oder?

Ich geh mal davon aus dass der arzt sich es schon gut überlegt hat u alles abgewägt hat.
Wenn´s notwendig gewesen wäre, dann hätte er ihn ins kh bringen lassen.


Zuletzt geändert von papaya am 27.04.06, 00:22, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 26.04.06, 22:57 
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Ein wenig mehr Vertrauen in das anwesende Fachpersonal ist angebracht denke ich. Hättest du die gleichen Zweifel gehegt, wenn die Geschichte in einem Ostercamp in Deutschland passiert wäre?

Einfach basierend auf den Informationen die Du uns hast zukommen lassen:
Wirbelsäule --> keine neurologischen Auffälligkeiten, kein palpatorischer Befund,
keine übermäßigen Schmerzen --> kein Röntgen notwendig
Schädel --> siehe Wirbelsäule und von der Unfallkinetik her auch kein gesonderter
Grund bei einem jungen Menschen von einer knöchernen Verletzung
auszugehen.
Die Gesamtsymptomatik deines Bekannten gibt genug Anlass dazu ihn überwachen zu lassen und auf einer Station in der im Falle von zunehmenden Hirndruck erweiterte Hilfe möglich war ist auch ein sofortiger Transport in eine Klinik nicht notwendig. Wichtig war das er nicht unbeobachtet irgendwo bewustlos wird und seine Atemwege nicht mehr gesichert sind.
Anhand der von dir gelieferten Informationen hat der Arzt in meinen Augen besonnen reagiert. Sicher gibt es den einen oder anderen Arzt der bei solchen Symptomen gerne ein CT veranlasst (Ausschluss Blutung, Ödembildung) aber das liegt nunmal im Rahmen der Therapiefreiheit und sollte so oder so herum nicht vorschnell hinterfragt werden.

mfg Marcus


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 Betreff des Beitrags: Re: Richtig gehandelt?
BeitragVerfasst: 27.04.06, 18:24 
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Moin, moin!

Nuna hat geschrieben:
Bauziegel von einem ca. 4m hohen Dach und traf ihn am Rücken (...) Er ging zu Boden , schlug dabei mit dem Kopf auf den Boden auf und war ungefähr eine Minute bewusstlos. Er hatte eine kleine Platzwunde am Kopf, ihm war schwindelig, übel und hatte auch ein bisschen Kopfschmerzen, (...) Ein bisschen Blut floß aus einem Ohr.


Um auch noch mal den Senf eines in der Klinik tätigen Arztes beizusteuern:

1. Wer heilt hat Recht - so gesehen haben die Kollegen vor Ort alles richtig gemacht.

2. Die oben nochmal zitierten Fakten rechtfertigen aber durchaus auch einen Besuch im Krankenhaus mit CCT und Röntgen-Thorax/Wirbelsäule. Wäre ich der Arzt vor Ort gewesen, hätte ich letzteres veranlasst - aber ich bin halt auch so´n "safety-first"-Schisshase, der gerade bei jungen Leuten eher einmal zuviel, als einmal zu wenig die Diagnostik anleiert... :wink: Federführend ist für mich der Hinweis: 1 min. bewußtlos. Das läßt schon auf ein schwereres Trauma schließen.

Schönen Abend noch!

A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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BeitragVerfasst: 27.04.06, 18:58 
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Beiträge: 59
Wohnort: NRW
mir wurde mal gesagt dass anästhesisten die besten NÄ sind, :wink: Hätten sie vielleicht deswegen anders gehandelt?
Ich denk mal es ist immer abhängig von der situation u wie man selber als arzt ist.

Das seh ich immer wieder wenn ich mit dem notarzt fahre. Wir bringen einen patienten nicht grundlos, unserer meinung nach, ins kh u der diensthabende arzt sagt ohne den patienten angesehen/untersucht zu haben, wenn er gehen will soll er.
Dann gibt es die die auf nummer vorsichtig gehen u CTs MRTs... durchführen lassen u dann gibt es noch die die sofort intubieren u einen ZVK legen ohne den eigentlichen grund der einweisung zu behandeln.


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 14:23 
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Wohnort: Rüsselsheim
Wir bringen einen patienten nicht grundlos, unserer meinung nach, ins kh u der diensthabende arzt sagt ohne den patienten angesehen/untersucht zu haben, wenn er gehen will soll er.


Daruf möchte ich als Notaufnahmepfleger doch auch mal etwas sagen, obwohl ich glaube das dieser Satz aus dem Zusammenhang gerissen wurde!

Wenn das NEF oder der RTW uns einen Patienten bringt, der im vollbestiz seiner geistigen fähigkeiten ist, und dieser äußert seinen willen,er möcht gehen! wer gibt einem das recht diesen gegen seinen willen festzuhalten!

Is nich böse gemeint und wie gesagt war dieser satz wohl auch in einem anderen kontext!

_________________
Wer nicht am Abgrund steht, dem wachsen auch keine Flügel!!!


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 15:31 
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kurz was dazu, haben im NAW die patientin gebracht, stark alkoholisiert mit Z.n epileptischer Anfall. Wenn sie sagt sie will gehen obwohl sie nicht mal in der lage ist zu laufen u nicht klar bei verstand ist (immer wieder plötzlich auf der trage eingeschlafen), lässt ihr sie dann auch wirklich gehen? (ihre epilepsie ist nicht mal richtig eingestellt wie wir heraus fanden).

genau, der satz war in einen anderen kontext :wink:


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 15:49 
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Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
@Papaya
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Oder ist es der Wissensstand einer PJlerin eine Patientin mit rezidivem Bewustseinsverlust (einschlafen oder post-epileptische Nachschlafphase?) und starker alkoholisierung als im "Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte" zu beurteilen?
Ein mündiger Patient kann tun und unterlasen was er will und das ist gut so!

Mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 16:02 
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Registriert: 19.04.06, 18:04
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Wohnort: NRW
Ich kann sehr wohl lesen, was du wohl nicht tust denn sonst hättest du verstanden dass ich eine frage stellte weil ich ein handeln nicht nachvollziehen kann!
ich sagte ja, der arzt wollte sie gehen lassen ohne sie überhaupt auch untersucht zu haben, was ich nicht verstanden hab, wo er doch eine sehr klare übergabe des NA bekommen hat!
Marcus, das war eine frage weil ich nicht verstehen kann dass man einen patienten in diesem zustand gehen lassen kann!


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 16:15 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Liebe Papaya, lieber Marcus,

wenn es irgendwie möglich ist, und das sollte in einem FACHforum auch möglich sein, versucht Euch bitte beide schleunigst wieder auf die Sachebene zu begeben.
Zwischenmenschliche Reibereien werden wir auch in Zukunft auf Rett-Med nicht dulden.
So und jetzt bitte Back to topic.

Euer,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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