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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ich habe da mal eine Frage
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 Betreff des Beitrags: Ich habe da mal eine Frage
BeitragVerfasst: 21.04.06, 11:23 
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Beiträge: 23
Hallo Zusammen,

ich habe mal eine Frage zum Rettungswesen.

Ich bin 27 J alt, w, habe einen bekannten und shuntversorgen HC internus.

Im Nov. 05, zwei Tage vor meinem Geburtstag, habe ich mich samstagsmittags mit Kopfschmerzen und leichtem Schüttelfrost hingelegt. Ich tippte zunächste aus eine Grippe. Zwei Stunden später bin ich mit noch stärkeren Kopfschmerzen aufgewacht, und heftigstem Erbrechen sobald der Kopf auch nur etwas gehoben wurde, starken Nackenschmerzen. Der Griff zu den Novalgintropfen hat nicht wirklich geholfe. Gegen sieben Uhr hat dann mein Mann den Notruf gewählt, nach Schilderung genau dieser Symphtome wurde meinem Mann dann gesagt, das er doch den hausärtzlichen Notdienst rufen solle, das wäre kein Fall für den Rettungsdienst und er soll doch die nicht mit solchen Labalienen anrufen. Nächste Stelle der hausärztliche Notdienst, nach dem dann die Information gefallen war, das ich einen shutnversorgen HC habe, wurde auch da abgelehnt heraus zu kommen, ich solle doch selber in meine behandelde Klinik fahren. Mein Mann hat mich dann ins Auto gepackt, den Beifahrersitz ganz zurück und im Eiltempo die 50 Kilometer zur Uni Düsseldorf gefahren. Dort hatten wir schon telefonisch Bescheid gesagt, und der AvD kannte mich zum Glück. Da ich noch halbwegs selber in die Klinik gelaufen bin, habe ich mich erstmal heftigst auf dem Flur erbrochen.

Und hat sich sehr gewünscht an dem Abend keinen Dienst zu haben, da ich einen sehr schwierigen Venenstatus habe, es gibt wenig, die liegen sehr tief und hauen auch noch ab. Nach drei stunden haben wir dann es geschafft Blut für das Blutbild abzunehmen, einen Zugang konnte nicht gelegt werden. Als Atempause wurde zwischendurch einen CT und einen Röntgenaufnahme gemacht. Die Lumbalpunktion war positiv und der Shunt wurde am Sonntag noffallmäßig explantiert auf grund Shuntinfektion und beginnender Meningits.Nach vier Wochen wurden reimplantiert.

das war jetzt etwas lang, aber nun komme ich auch zu meiner Frage. Mein Mann wurde an dem Abend gefragt, warum er keinen Notarzt oder Arzt gerufen hat?

Mhm, hatte er ja getan....ich will niemand einen Vorwurf machen, aber rein interessehalber würde mich schon interessieren, warum eigentlich kein Arzt rauskam.
Klar, es kann natürlich nur spekuliert werden und sicher, weiss man das nicht. Aber ich würde gerne hören, wie sie andere in der Situation verhalten hätten.

Für uns steht fest, das wir beim nächsten Mal, das hoffentlich nciht passiert, keinen Versuch mehr starten werden den Arzt zu rufen. Leider muss ich da aufpassen, das es kein nächstes Mal gibt, da ich unter chronischen Unterleibsentzündungen leide, und die leider öfter im verborgenen ablaufen.

Liebe Grüße,
Katja


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 11:44 
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Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Liebe Katja,

ich schäme mich für den Kollegen der Rettungsleitstelle. Sowas macht mich wütend :twisted: . Ganz ehrlich: Hört sich hart an, vieleicht auch für manche Kollegen unverständlich aber: Bei mir hätte das ein ganz böses juristisches Nachspiel.
Deine geschilderten Symptome sprechen für eine Meningitis an sich, allein um die Transportsicherheit zu gewähren ist dies eine Rettungsdienstindikation mit NOTARZT!!!

Nicht auszudenken was hätte passieren können wenn in eurem Privat PKW etwas passiert wäre. Gleiches gilt aber auch für die Hausarztvertretung. Auch der hätte seinen A..., zu Dir bewegen müssen, und den fachgerechten Transport veranlassen müssen.

Grüße

Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 12:06 
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Registriert: 21.04.06, 10:56
Beiträge: 23
Lieber Uwe,

danke, das Du mein Bauchgefühl bestätigt hast.
Ich denke auch zumindest, der Hausarzt hätte sich sehen lassen müssen, mit dem hat mein Mann noch selber telefoniert. An ein juristische Nachspiel haben wir nie gedacht und ich denke auch Menschen können Fehler machen.

Jetzt ist mir dazu noch eine weitere Frage eingefallen. :oops:

Wenn der Notarzt rausgekommen wäre, wäre ich aber bestimmt hier bei uns in Oberhausen im Krankenhaus gelandet, oder? Ich bin mir nicht sicher aber, ich habe mal gehört, das immer das nächstgelegende KH angefahren wird.

Liebe Grüße,

Katja


Zuletzt geändert von Katja K. am 21.04.06, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ich habe da mal eine Frage
BeitragVerfasst: 21.04.06, 12:10 
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Registriert: 01.02.06, 16:45
Beiträge: 277
Katja K. hat geschrieben:
Für uns steht fest, das wir beim nächsten Mal, das hoffentlich nciht passiert, keinen Versuch mehr starten werden den Arzt zu rufen. Leider muss ich da aufpassen, das es kein nächstes Mal gibt, da ich unter chronischen Unterleibsentzündungen leide, und die leider öfter im verborgenen ablaufen.



Das wäre ein großer Fehler !!!

Nicht alle Rettungsdienstmitarbeiter verhalten sich so wie der Kollege in deinem Beispiel.

Ich unterstelle dir nicht, alle RD-Mitarbeiter über einen Kamm zu scheren aber in gewisser Weise tust du es indem du sagt "Nächtes Mal rufen wir nicht an."

Die Vorteile liegen auf der Hand. Es ist in kurzer Zeit adäquate Hilfe vor Ort und auch der Trasport in die Klinik ist mit einem KTW/RTW besser möglich. Eine Trage ist bequemer als ein "missbrauchter" Beifahrersitz. Im KTW/RTW gibts auch "Kotztüten". Und wenn der RD im "Eiltempo" unterwegs ist, ist das nicht ungefährlicher aber dein Mann geht nicht das Risiko ein, geblitzt zu werden.

Katja K. hat geschrieben:
Wenn der Notarzt rausgekommen wäre, wäre ich aber bestimmt hier bei uns in Oberhausen im Krankenhaus gelandet, oder? Ich bin mir nicht sicher aber, ich habe mal gehört, das immer das nächstgelegende KH angefahren wird.


Das nächstgelege KH wird nur angefahren wenn der Patient dort auch versorgt werden kann. Nicht jedes Krankenhaus verfügt z.B. über eine Neurologie. Und soweit ich weiß ist V.a. Meningitis als Neurologischer Notfall einzustufen.

Du wärest also in das nächstgelege KH mit einer Neurologie gebracht worden.


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 12:21 
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Registriert: 21.04.06, 10:56
Beiträge: 23
Hallo Marc,

nein, ich will sicher nicht, alle über einen Kamm scheren. Und ich weiss das auch im Rd nur Menschen arbeiten.

Nur hat mich diese Geschichte an dem Abend ehrlich gesagt sehr verunsichert und ich hatte das Gefühl, wir werden nicht ernst genommen. Deshalb weiss ich auch nicht, ob ich mich nochmal "trauen" würde bei der Rettungsleitstelle anzurufen.

Sicher ist eine Fahrt im KTW oder RTW sicherer als die Fahrt im privat PKW, aber es war in der Situation die einzigeste Lösung.

Naja, hoffen, wir mal, das es kein nächstes Mal gibt, da bin ich nicht scharf drauf.

Wie ist das bei einem Patienten mit dem Verdacht, und shuntversorgtem HC, landet der dann auch in der Neurologie oder eher in einer Neurochirugie?

Liebe Grüße,
Katja


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 13:35 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Uwe Hecker hat geschrieben:
...ich schäme mich für den Kollegen der Rettungsleitstelle. Sowas macht mich wütend . Ganz ehrlich: Hört sich hart an, vieleicht auch für manche Kollegen unverständlich aber: Bei mir hätte das ein ganz böses juristisches Nachspiel.
Deine geschilderten Symptome sprechen für eine Meningitis an sich, allein um die Transportsicherheit zu gewähren ist dies eine Rettungsdienstindikation mit NOTARZT!!!


Lieber Uwe,

mit solchen Pauschalverurteilungen wäre ich vorsichtiger. Keiner von uns war dabei. Sicher ist im Nachhinein betrachtet einiges schief gelaufen, aber dann mit gespitztem Zeigefinger auf den Disponenten zu tippen, halte ich nicht für richtig. Wenn ich den Beitrag bis ganz zum Schluß lese, würde ich auch auf Meningitis tippen. Zum Zeitpunkt des (Not)rufes war aber "nur" von Kopfschmerzen und Schüttelfrost die Rede. Ganz ehrlich da liegt, trotz Shunt, die Grippe näher als die Meningitis.
"Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten..."
Sonst schickt die Leitstelle in Zukunft bei Zahnschmerzen den RTH, denn manchmal steckt da ein Herzinfarkt dahinter.

Was und ob in diesem speziellen Fall wirklich schiefgelaufen ist, lässt sich nur nach GENAUER Kenntnis der Sachlage erklären, das mag ein Internetforum wirklich nicht leisten.

Gruß ins Forum,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 15:22 
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Registriert: 04.10.05, 12:39
Beiträge: 21
Wohnort: Gosheim BaWü
Genauso sehe ich das auch.

Meiner Meinung nach hätten [wahrscheinlich] [alle] Disponenten genauso gehandelt.

Aber eigentlich sollte dann zumindest der ÄND einen Hausbesuch machen. Da bei uns der ÄND mit in der Leistelle sitzt [WE] wird sowas direkt weitergereicht mit der bitte das damal ein Arzt vorbeischauen soll. Ist in naher Zukunft kein Arzt verfügbar dann wird halt trotzdem mal ein RTW hingeschickt.

Gruss Elton


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BeitragVerfasst: 21.04.06, 15:40 
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Registriert: 21.04.06, 10:56
Beiträge: 23
Danke für die zahlreichen Gedanken.

Ich wollte nur noch mal sagen wie schon beschrieben, zu dem Zeitpunkt als mein Mann den Notruf gewählt hat, hatten sich die Symphtome Erbrechen, Nackenschmerzen bereits eingestellt und wurden auch gesagt.

Iich kann verstehen, das das schwierig zu beurteilen ist am Telefon, ich will und wollte auch nie einen Vorwurf machen. Im Grunde wollte ich mit der Frage nur mal erörtern, wie wir uns bei einem nächsten Mal verhalten sollen. Klar, wir hoffen, das es nicht so ist, aber meine NC'in hat mir schon sehr deutlich gemacht, das ich auf Grund auf meiner Bauchsituation und des VPs ein Risikopatient bin, was eine Shuntinfektion mit Meningits ist.

Nur kann ich bis heute nicht verstehen, das der häusärztliche Notdienst nicht raus gekommen ist. Die Telefonistin hatte das aufgenommen und die Ärtzin hatte dann zurück gerufen, mit dem Hinweis, sie käme nicht, wir sollten in die Neurochirugin fahren. Vielleicht hätte mein Mann drauf bestehen sollen, das sie vorbei kommt, aber in so einer Situation denkt man auch nicht unbedingt daran.

Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende,
Katja


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BeitragVerfasst: 30.04.06, 21:16 
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Beiträge: 32
Wohnort: Rhein- Main
Ich denke auch, im nachhinein, ohne Bänder zu hören und ähnliches ist es schwierig hier einem Disponenten einen Vorwurf zu machen. Oftmals ist es ein zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren-
Generell ist es für viele Anrufer leicht einen Notarzt zu bestellen "Wir brauchen einen.." aber aus mir unerfindlichen Gründen gelingt es oftmals nicht den PAtientenzustand, also das "Warum?" genau zu erläutern. Desweiteren gibt es eine oftmals nicht umfassende Ausbildung in einigen Leitstellen, diese lassen sich dann schon mal mit einer "ExtraUterinenGravidität" oder "Epistaxis" aus der Fassung bringen und haben oftmals defizite bei allgemeinmedizinischen Bereichen, gerade in Regionen, wo auf Integrierten Leitstellen das Thema Rettungsdienst eher Stiefmütterlich behanddelt wird und Feuerwehrleute mit RS sitzen... Desweiteren kommt hier hinzu, das eine nicht unbedingt gängige (d.h. im RD Alltag häufig auftretende) Grunderkrankung vorliegt und auch dort vermutlich Hintergrundwissen fehlen könnte.
Ich selbst arbeite in einer Ärztlichen Notdienst Zentrale, allerdings haben wir eine etwas rigidere Besuchspolitik. Die Disponenten sind alle "Handverlesen", wenige RS, viele RettAss mit speziellen Schulungen im Bereich der allg. Medizin. Wir entscheiden wer besucht wird, lehnen aber eigentlich bis auf wenige Ausnahmen keine Besuche ab, jeder der es verlangt wird (i.d.R. nach med. Indikation und innerhalb von 15min-2Std.) besucht.

Aus den mir hier gegeben Infos hätte ich als LS auch auf den ÄND verwiesen, als ÄND allerdings einen Besuch für durchaus indiziert gesehen. Das diesem dann eine Einw. gefolgt wäre, halte ich für sehr wahrscheinlich.

Zum Thema Krankenhaus
Es ist schon richtig, man fährt eigentlich immer das nächste geeignete Krh. aus an.
Dies wäre aber in deinem Falle z.B. das dich bereits dauerhaft versorgende.
Wenn dies jetzt allerdings in einer "unüberwindbaren" Entfernung liegt und ein geeignetes (Fachbereiche) wesentlich näher, wird man dich dorthin verbringen.
Oberste Priorität hat aber eigentlich der Patientenwunsch.



Ich drücke dir die Daumen, das du nie wieder notfallmässig Hilfe brauchst, falls doch, vielleicht ein paar kleine Tips.

- Kläre die LS über deine Vorerkrankung auf, erkläre das du besonders gefährdet bist und stelle die Symptome deutlich da.
- Teile mit, das du in diesem Falle umgehend in eine (die) Klinik musst, und man dich dort i jedem Fall aufnehmen wird.
- Halte wenn möglich kurz telefonische Rücksprache mit dem AvD der Klinik und lasse dir von ihm die Aufnahme bestätigen, und teile dies der LS mit.

Ich hoffe du verstehst meine Erklärungen nicht als Vorwurf, so sind sie auf keinen Fall gemeint. Ich persönlich finde es übrigens wirklich Hochachtenswert, das du, obwohl dir ein solches Unheil widerfahren bist, keinen Kroll gegen die Beteiligten hegst, sondern ihnen auch menschliche Fehler zugestehst.

Für die Zukunft wünsch ich dir alles gute, vor allem Gesundheit!

Gruß

deTzwen


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BeitragVerfasst: 01.05.06, 04:17 
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noch neu hier

Registriert: 18.04.06, 09:01
Beiträge: 2
Hallo,

ich möchte dem Rettungsdienst nur kurz mitteilen, dass ich volles Vertrauen in euch sehe!

Und sehr froh bin, dass durch den schnellen Einsatz, vom Rettungsdienst, vor zwei Jahren mein Bruder gerettet wurde.

Er war damals drei Jahre alt, ist fast ertrunken. Die Sanitäter gaben ihn nicht auf, ich sehe das heute noch vor mir.

Liebe grüße

Miriam


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BeitragVerfasst: 01.05.06, 12:35 
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Registriert: 21.04.06, 10:56
Beiträge: 23
Hallo Detzwen,

nein, natürlich hege ich keinen Groll gegen den Disponenten, aber die Aussage, das für so eine Lapalie keine rauskommt, hat schon wehgetan. Mein Mann, das Gespräch habe ich mitbekommen, aber ich konnte selber nicht mehr viel sagen, hat aber nicht nur den Notarzt bestellt, sondern auch die Symphtome geschildert. Aber ich selbst bin auch nicht auf Meningitis gekommen. Heute könnte ich das glaube ich auch schon eher einschätzen.

Naja und das der hausärztliche Notdienst nicht raus kam, das fand ich dann schon sehr merkwürdig.

Jetzt hoffe ich mal, das ich das nicht so schnell oder gar nicht mehr brauche und heute würde das auch anders laufen, das habe ich am Freitag mit meiner Neurochirugin mal durchgesprochen.

Ich verstehe Deine Ratschläge auch nicht als Vorwurf, und bin dankbar für jeden Ratschlag.

Und natürlich können Fehler passieren, das weiss ich ja, und ich habe auch durch meine Vorgeschichte mit vielen Ärzten zu tun und weiss das auch Ärzte und Pflegepersonal nur Menschen sind, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln.


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BeitragVerfasst: 02.05.06, 08:11 
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Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hallo Zusammen,

mag ja sein das meine wortwahl etwas unglücklich gewählt war. Aber eins zeigt der Fall von Katja ganz klar. Sie war Notfallpatientin, wußte nicht genau an wen sie sich wenden sollte, und da wo sie anrief bekam sie nicht wirklich geholfen. Das es für die detailierte ausarbeitung mehr Einzelheiten benötigt ist klar, aber was sollten wir in Zukunft daraus lernen ? Vor wenigen Tagen wurde bei uns eine neue sog. "Integrierte Leitstelle" eröffnet. Doch was ist da alles integriert ? Doch mal wieder nur die Feuerwehr und der Rettungsdienst. Nicht einmal die BF, nicht einmal die Polizei und der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄND) auch nicht. Nur so, wenn allein das Zuständigkeitsdilemma wegfällt, kann der Hilfesuchende in Zukunft wirklich rasche Hilfe bekommen und die Zeitverzögerung durch vielfaches telefonieren hat ein Ende. Im übrigen bin ich nach wie vor der Meinung: Nicht der Hilfeersuchende muß den ärztl. Notdienst anrufen, wenn dieser bei der Rettungsleitstelle "fehl am Platz" ist, sondern der Disponent. Das täte auch dem Image der Leitstellenbetreiber ganz gut.

In diesem Sinne.


Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich habe da mal eine Frage
BeitragVerfasst: 02.05.06, 13:35 
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DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag!

Katja K. hat geschrieben:
Schüttelfrost(...) stärkeren Kopfschmerzen aufgewacht, und heftigstem Erbrechen sobald der Kopf auch nur etwas gehoben wurde, starken Nackenschmerzen. (...) das ich einen shutnversorgen HC habe


Hmmm...Der Klinikarzt mit Neurochirurgie im Haus denkt natürlich sofort an eine Shuntinfektion.

Der Leitstellendisponent hingegen hört nur "Schüttelfrost" und "Kopfschmerz", kann den Shunt nicht richtig dazu einordnen und verweigert deshalb den Rettungswagen.

Ein bißchen Verständnis habe ich dafür schon, wobei man über die Reaktion ("Lapalie") wohl zurecht ärgerlich sein darf.

Ich kenne Bereiche, in dem die Leitstelle zu Nasenbluten oder Kopfschmerzen oder einer harmlosen Schnittwunde am Finger immer den Rettungswagen "mit Alarm" hinschickt. Da bin ich mir sicher, daß zu diesem Notfall mindestens der RTW gefahren wäre, wenn nicht sogar ein Notarzt... :wink:

Aber Menschen sind halt verschieden - vielleicht wäre das in der dortgen Leitstelle 12 Std. später auch so geschehen.

mfg

A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.05.06, 10:39 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 31.10.05, 13:54
Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hallo Kollegen,

sehr intressante Frage- wieder ein Bündel Antworten :-)). Leitstellenarbeit ist sicher nicht einfach und sehr verantwortlich. Aber in diesem Fall wäre bei uns mindestens ein RTW gesendet worden. Wo fahren wir überall hin ? Quersitzender Pup, seit 3 Tagen Schmerzen im Bein...... jeder kennt bestimmt solche Beispiele. Bei diese Meldung von Katja K. hat die Leitstelle MEINER MEINUNG nach nicht so richtig gut entschieden. Welches KH dann angefahren wird, liegt natürlich im Krankheitsbild, wir hätten bei diesem Vorfinden auch erstmal unsere Rettungsstelle hier im Ort angefahren. Wir erreichen dann immernoch 3 bis 4 Kliniken der Maximalversorgung innerhalb von 20 bis 45 Minuten ( je nach Klinik ) hier im Umkreis - nicht einmal 10 Minuten von der Stadtgrenze Berlin entfernt. Die Leitstelle nun zu verklagen ??? Nein, das sollte wohl der allerletzte Weg sein, aber ich denke, ein Gespräch zwischen Katja K und dem Leitstellenleiter könnte vielleicht auch Mißverständnisse ausräumen - ich bin mir sicher, hier wäre solch ein Gespräch kein Problem.
Schöne Grüße Glaxina


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.05.06, 22:21 
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Registriert: 16.01.06, 11:25
Beiträge: 32
Wohnort: Rhein- Main
@ Katja
Wie gesagt, ich wollte nur mögliche Fehlerquellen aufzeigen, bei denen es zu Problemen kommen kann. Meines erachtens unmöglich war das Verhalten der Ärztin.
Auch wenn ich die Politik "Jeder wird besucht" eigentlich nicht wirklich toll finde, den das Volk ist ganz schön verwöhnt, hätte es in diesem Fall mit Sicherheit geholfen und zeigt, das ablehnen nach Telefondiagnose eine sehr gefährliche Sache ist.

@all
Leider ist der Weg, zu jedem Anrufer einen dringenden RTW zu schicken meines erachtens auch der falsche, was eine Blaulichtfahrt für ein Risiko bedeutet brauch ich hier ja wohl keinem erklären. Ausserdem sind die "Blaulichtkreise" ja auch nicht gerade für Qualität bekannt, und ob schnell auch immer gleich gut und sinnvoll ist?

Zum Thema integrierte Leitstelle

An sich bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings (ich kenne nur die zusammenarbeit mit einer solchen) stellt man schon fest, das in der Ausbildung 80% Brandschutz und nur 20% Rettungsdienst behandelt werden. Dementsprechend ist oft auch ein Niveaugefälle zu bemerken, je nach dem wer gerade (Feuerwehrmann oder RDler) den medizinischen Sachverhalt abfragt. Da wird dann schon mal gefragt ob die extrauterine Gravidität männlich oder weiblich ist.
Und gerade im Bereich der nicht akut lebensbedrohlichen Notfälle, also im Bereich des Hausarztes oder bei besonderen Krankheitsbildern (wie z.B. Katjas) mangelt es eindeutig an Erfahrung, Kenntnis und Ausbildung.
Daher ist es in der Stadt in der ich arbeite (ca.70 ÄND Hausbesuche in 12h) und auch in der Region üblich, das nach der Abfrage durch die LFS das Gespräch mit einer knappen Übergabe an den ÄND durchgestellt wird. Dieser nimmt die Daten und vor allem die für ihn relevanten Infos auf. Durch die doppelte Abfrage entgehen so keine akut lebensbedrohliche Notfälle, die bei dem oft schwierigen Kundenstamm schon mal zu stande kommen...

PS
Bei der Ärztin hätte ich übrigens die KV eingeschaltet, den diese hätte die zugegebenermassen für den "einfachen" Disponenten schwierige Diagnose aufgrund deutlich mehr Hintergrundwissen erkennen müssen.
Selbst wenn nicht eine bestrafung im Vordergrund steht, sensibilisiert dies doch hoffentlich für die Zukunft.

Grüße

deTzwen


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