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Überprüfung der Einsatzdokumentation

17.04.06, 10:22

Moin!

Ich bin neu hier, deswegen möge man mir verzeihen, falls meine Frage schon in irgendeiner Art und Weise hier gestellt und diskutiert wurde. Die Boardsuche hat jedenfalls nichts ergeben...
An die Admins: Falls hier falsch, bitte den Post verschieben...

Bevor ich beginne, erst mal allen hier FROHE OSTERN!!

Jetzt gehts aber los, denn folgende Situation stellte sich in unserem Rettungsdienst dar:

Ein hauptamtlicher Rettungsassistent und eine hauptamtliche Rettungsassistentin, die aber als Rettungssanitäter eingestellt und bezahlt ist, fahren eine Schicht. Es wird ein Einsatz gefahren, eine Fehlfahrt, Patient an Hausarzt verwiesen, nix für den Rettungsdienst. (Kennt ja jeder)
Nun bekommt aber der RA zwei Wochen später eine Ermahnung mit Eintrag in die Personalakte von der Geschäftsführung, weil der Einsatzbericht unvollständig ausgefüllt sei, abrechnungsrelevante Daten und einsatzbezogene Daten sind vollständig, die Geschäftsleitung meinte nur, im Falle eines Rechtstreits könne man aufgrund der angebl. mangelhaften medizinischen Dokumentation dem Team nicht den Rücken stärken. Schön und gut, sie mag ja recht haben, der Haken ist nur, das den Einsatz die Kollegin geführt hat. Sie hat den Bericht ausgefüllt und unterschrieben. Das ist der Geschäftsleitung wohl egal, mit der Begründung, das der Kollege, der als Rettungsassitent eingestellt ist, die Gesamtverantwortung trägt...
Nun meine Frage(n): - Kann die Geschäftsleitung überhaupt unsere Dokumentation in dieser Hinsicht kritisieren, bzw. bemängeln? -Gibt man, nur weil man als RA auf RS - Stelle eingestellt ist, automatisch seine Qualifikation und Verantwortung ab? Muß man dann quasi auch nur als RS handeln und verantworten? - Ist diese Ermahnung gerechtfertigt? - Stimmt das so mit der Gesamtverantwortung?

Fragen über Fragen, in der Hoffnung hier Antworten zu finden...

Viele Grüße
Lütti

17.04.06, 12:27

Hallo Lütti,
ja, zuerstmal "FROHE OSTERN" und herzlich willkommen im Forum!!!

Nein, man gibt nicht seine Verantwortung ab. Mann kann da jetzt verschiedener Meinung sein, ich finde es gerechtfertigt, denn "mitgehangen - mitgefangen" - so ist das halt in einer Teamarbeit. Als Teamführer wäre es imho schon doppelt gerechtfertigt.

An der Dokumentation sollte man einfach nicht sparen und nicht schludern. Nicht zuletzt stellt die Dokumentation ein Sicherheit für mich und meine Kollegen da.
Aus Sicht der Rechnungsstelle kann das DIVI-Protokoll (o.Ä.) durchaus relevant sein. So spielt in der Abrechnung, wenn keine Transport erfolgt ist z.B. eine Rolle, ob Maßnahmen gemacht wurden und wann in diesem Ablauf der TraPo verweigert bzw. keine Indikation zum TraPo festgestellt wurde.

Aus diesem Aspekt, halte ich diese Reaktion vom AG gerechtfertigt.

Lieber Grüße,
Samuel

17.04.06, 14:28

Auch wenn es eine Stange Geld kostet, ich würde hier dringend dazu raten einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren und den die Sache bewerten lassen und falls angezeigt dagegen angehen.

21.04.06, 19:02

Wie ist es denn anders herum, wird die als RS eingestellte RettAss in Spitzenzeiten auch als verantwortliche (da ja RA) eingesetzt. Dies soll ja in manchen Bereichen durchaus üblich sein. Und damit wäre der Arbeitgeber mehr als unglaubwürdig.

21.04.06, 19:59

@detzwen: Die als RS eingestellten RA fahren in Spitzenzeiten durchaus als RA (wobei das aber mittlerweile aber echt eine Ausnahme geworden ist), die Kollegen werden für diese Schichte(n) dann aber auch entsprechend vergütet.

@Autolyse: Man hat sich wohl mittlerweile mit BR und Geschäftsleitung an einen Tisch gesetzt und alle Unklarheiten beseitigt. Das mit dem Anwalt hatte ich dem Kollegen auch vorgeschlagen, nur wir haben das Glück, das wir eigentlich mit unserem Chef reden können und Gottseidank bis jetzt auf einen Anwalt verzichten konnten...

Wie seht ihr es denn, ist denn in so einer "Teamkonstellation" der als RA eingestellte Kollege der mit der Gesamtverantwortung?
Ich persönlich finde nicht, schließlich haben meiner Meinung nach beide den gleichen Ausbildungsstand. Und es wird ja auch von beiden Kollegen entsprechend der Ausbildung und nicht entsprechend des Vetragsstands gehandelt, halt als Team... (so, wie es sich gehört... :D )

Gruß
Lütti

Ausbildungsstand

07.05.06, 23:51

Hallo Lütti,

das was Du da beschreibst ist ein sehr verzwicktes Problem. Ein Rettungsassistent der als Rettungssanitäter bezahlt wird ist formaljuristisch immer noch Rettungsassistent und muss als solcher handeln.
Das genze Problem ist, dass ein Richter nach dem Ausbildungsstand entscheiden wird und nicht danach, als was derjenige eingestellt ist. Auch habe ich inzwischen Arbeitsgerichtsurteile im Kopf (allerdings muss ich nun nach den Quellenangaben suchen) die besagen, dass wenn ein Rettungsdienst einen RA als RS einstellt, muss er diesen als RA bezahlen. Da ein RA wegen des höheren Ausbildungsstandes niemals RS sein kann. Das wäre ungefähr so als würde man Ärzte als Rettungsassistenten einstellen oder auf dem RTW fahren lassen. Auch diese müssten dann als Ärzte tätig werden und man hätte einen sehr preiswerten NAW.

Ich könnte mir nur vorstellen, dass es da Ausnahmen gibt in Hinbick auf die Bezahlung wenn einer als RS arbeitet und dann die Fortbildung zum RA macht. Dann bin ich aber der Meinung, müsste dieser Mitarbeiter bei der nächsten frei werdenden Stelle entsprechend umgesetzt werden. Im anderen Falle würde er ja seinen Arbeitsplatz verlieren und das kann nicht im Interesse der Mitarbeiter sein.

Gruß aus Berlin
Dirk Becherer

08.05.06, 07:38

Hallo,

auch bei uns (z.B. ich) werden RA als RS angestellt und fahren dann bis zu 50% der Schichten als verantwortlicher RA auf dem Fahrzeug. Wie schon hier geschrieben zählt jedoch nicht, als was man angestellt ist, sondern welche Qualifikation man hat. Meiner Meinung nach hätte den Verweis die Kollegin erhalten müssen, da sie als Beifahrerin an diesem Tag verantwortliche RA auf dem Fahrzeug war (klar ist man immer Team, aber sie hat das Protokoll geschrieben und unterschrieben).

Nun zum Thema Dokumentation. Wie wichtig diese ist wird jedem klar, wenn mal die Staatsanwaltschaft klopft. Seit dies mir geschehen ist achte ich peinlich genau, das meine Protokolle bis auf kleinste genau und ausführlich sind. Speziell in kritischen Sachen wie Pat zu Hause gelassen oder erweiterte Kompetenzen angewandt.

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, bei uns gibt es eine Dienstanweisung, die das Ausfüllen der Einsatzlprotokolle genau regelt. Ein Verstoß gegen diese Dienstanweisung würde eine Ermahnung rechtfertigen, fraglich, ob eine mündliche Ermahnung nicht ausreichend ist. Im Endeffekt ist aber ein ordentlich geführtes Einsatprotokoll das einzig verwertbare, wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, denn im nachhinein kann ich viel sagen was ich gemacht hab, erinner mich wohl kaum noch an irgendwelche Werte oder an das Telefonat mit dem Hausarzt.

Evtl wollte eure Geschäftsleitung ja auch nur mal mit dem großen Hammer kommen um allen Kolleginnen & Kollegen zu zeigen, dass Dokumentation wichtig ist und arbeitsrechtliche Folgen haben kann.

Gruß

Markus

08.05.06, 10:28

Hallo Kolleginnen und Kollegen und alle Freunde im Forum,

Ich habe das jetzt mal verfolgt hier mit der Dokumentation - völlig Richtig, wenn alles gut ausgefüllt wird ! Nicht umsonst wurden diese Protokolle erfunden - jeder Mitarbeiter im RD ist schon auf der richtigen Seite, wenn er dieses Protokoll genau ausfüllt. Ich hatte mal geschlamt- nicht alles 100%tig geschrieben - dann war das noch ein BG- Unfall ......... War richtig Stress - also ich kann nur sagen : Protokoll schreiben !! Egal ob jemend SA/RA oder wie immer das Team auf dem Auto ist !!
Macht was schönes bei diesem Sommerwetter !
Glaxina

08.05.06, 19:32

Ich sag nur:

Es stand auf dem RA Protokoll in der Anamnese:

siehe NA-Protokoll

und wenn man dann im NA Protokoll suchte:

siehe RA-Protokoll....

:roll: :roll:
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